Schweiz

Rund 7600 rücken heute in die Rekrutenschule ein, darunter 65 Frauen

Publiziert: 31.10.16, 11:39 Aktualisiert: 31.10.16, 13:31

Von Curry bis Militärschoggi: 12 Armee-Rationen im Direktvergleich

Anlässlich seiner Wahl im September hat der künftige Armeechef Philippe Rebord vor einem Rekrutierungsproblem gewarnt. Die Zahl von 7600 Rekruten, die am Montag zur Winter-RS eingerückt sind, dürfte seine Befürchtungen bestätigen.

Die Armee braucht rund 20'000 Rekruten pro Jahr, um die Bestände zu füllen. Zusammen mit den Rekrutenschulen im Frühling und im Sommer sind dieses Jahr zwar 21'800 Wehrpflichtige eingerückt. Erfahrungsgemäss brechen aber jeweils rund 20 Prozent von ihnen die RS ab, aus medizinischen oder anderen Gründen, wie Armeesprecher Daniel Reist auf Anfrage sagte.

WEA entschärft Problem nicht

Damit könnten noch rund 18'000 Armeeangehörige den Verbänden zugeteilt werden. «Es zeichnet sich ab, dass es knapp wird», sagte Reist. Mit der Armeereform WEA wird der Sollbestand zwar halbiert, der Effektivbestand verändert sich aber viel weniger stark. Daher wird die WEA das drohende Rekrutierungsproblem gemäss dem Armeesprecher nicht nachhaltig entschärfen.

An dem Befund ändern auch die 65 Frauen nichts, die am Montag freiwillig in die RS eingerückt sind. Auf der anderen Seite ist das Aufgebot für 32 angehende Rekruten gestoppt worden, wie das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) mitteilte.

Über die Gründe machte Reist keine detaillierten Angaben. In der Regel gehe es aber um Leute, die nach der Aushebung straffällig geworden seien oder Drohungen ausgestossen hätten, sagte er. Das Aufgebot werde gestoppt, wenn eine nachträgliche Personensicherheitsprüfung ergebe, dass der Betreffende ein Risiko darstelle. Die Stellungspflichtigen werden bereits anlässlich der Aushebung überprüft.

Empfehlungen einer Arbeitsgruppe

Letzten Juli hatte der Bundesrat den Bericht einer Arbeitsgruppe unter der Leitung des ehemaligen CVP-Nationalrats Arthur Loepfe (AI) zur Kenntnis genommen, welche das heutige System von Militärdienst, Zivildienst und Zivilschutz unter die Lupe nahm. Diese kam zu Schluss, dass keine dringende Veranlassung besteht, das Dienstpflichtsystem grundlegend zu verändern.

Die Ergebnisse und Empfehlungen der Arbeitsgruppe werden derzeit von der Verwaltung ausgewertet. Ein mögliches Handlungsfeld hat der künftige Armeechef Rebord bereits benannt: Es scheine, dass der Zivildienst zu attraktiv sei, sagte er anlässlich seiner Wahl vor Journalisten.

Heute müssen Schweizer Männer Militärdienst leisten, wenn sie physisch und psychisch dazu in der Lage sind. Militärdiensttaugliche, die den Militärdienst nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können, leisten Zivildienst. Wer eingeschränkt diensttauglich ist, leistet Dienst im Zivilschutz. Wer keiner dieser Pflichten nachkommen kann, bezahlt die Wehrpflichtersatzabgabe. (sda)

50 «Badass»-Bilder von militärischen Sondereinheiten aus aller Welt

Das könnte dich auch interessieren:

Putsch der «treulosen Elektoren» – die letzte Möglichkeit, Präsident Trump zu verhindern

Der Aargauer Pendlerstau gefährdet den SBB-Fahrplan

Das ist die iPhone-App des Jahres

10 Dinge, die wir als Kind hassten – und von denen wir heute nicht genug kriegen können

Hol dir die catson-App!

Die flauschigste App der Welt! 10 von 10 Katzen empfehlen sie ihren Menschen weiter.
Themen
10 Kommentare anzeigen
10
Logge dich ein, um an der Diskussion teilzunehmen
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • Benot 31.10.2016 14:48
    Highlight Ich habe die RS vor dreissig Jahren gemacht.

    FRAGE an jüngere Semester:
    Ist das immer noch so, dass einen die ersten zwei Wochen die Offiziere und Korporale so primitv und gestört anschreien (eher: zusammenschreien), dass man sofort und nachhaltig jegliche Achtung und Respekt vor diesen Leuten verliert? So abartig, dass manch eine Offiziersfrau sich nur noch ekeln würde ab ihrem Mann, wenn sie es wüsste?
    Ist das heute immer noch so?
    6 4 Melden
    • Pokus 01.11.2016 07:51
      Highlight Da sonst niemand antwortet: Ja.
      Aber es kommt auch auf den Offizier an.
      2 0 Melden
    600
  • kliby 31.10.2016 14:31
    Highlight Und täglich grüsst die Diskriminierung der Männer. #Aufschrei.
    8 4 Melden
    • deleted_904825345 31.10.2016 18:04
      Highlight Wer blitz hier?
      2 0 Melden
    • Fabio74 31.10.2016 18:41
      Highlight Und täglich grüsst das Gejammer der armen Männer... die in Kommentaren laut sind, aber sonst nichts tun
      2 6 Melden
    600
  • Benot 31.10.2016 14:15
    Highlight Ein grosses Dankeschön an diese jungen tapferen Schweizer, die sich für unsere Sicherheit aufopfern.
    Ohne sie, würde ich mich ganz unsicher fühlen, umzingelt von Deutschland, Frankreich, Italien und der NATO.
    Aber so ist alles gut. Auch die Gehälter bei Armasuisse sind sicher; sehr gut.
    Gez.: Ein ob der grossen Kriegsgefahr verängstigter schweizer Bürger.
    12 13 Melden
    • Pokus 31.10.2016 19:53
      Highlight Niiicht doch! Das Militär ist heilig!
      5 0 Melden
    600
  • TanookiStormtrooper 31.10.2016 14:04
    Highlight Nicht mal 1% Frauen?! Wo bleibt die Gleichberechtigung?
    18 2 Melden
    600
  • Pokus 31.10.2016 12:53
    Highlight Die Gastronomie wirds freuen :)
    18 1 Melden
    600
  • Confused Dingo #teamhansi 31.10.2016 12:33
    Highlight Viel Spass den neuen Rekruten^^
    17 1 Melden
    600

Keine Gegengeschäfte beim Kampfjet-Kauf? Parmelin sticht in ein Wespennest

Bundesrat und Verteidigungsminister Guy Parmelin überlegt sich, beim Rüstungskauf auf teure Gegengeschäfte zu verzichten. Mit dieser Idee stösst er allerdings auf heftigen Widerstand.

Verteidigungsminister Guy Parmelin mischt das althergebrachte helvetische Rüstungsprozedere samt dessen Hauptdarsteller tüchtig auf. Nicht nur, indem er das aus dem Ruder laufende Luftabwehrprojekt Bodluv im Frühling kurzerhand sistierte.

Der Waadtländer scheint bereit, auch andere Tabubrüche zu begehen. So denkt er laut darüber nach, beim nächsten Kampfjetkauf auf Gegengeschäfte zu verzichten. Im Interview mit der «Nordwestschweiz» sagte Parmelin letzte Woche: «Deutschland etwa macht …

Artikel lesen