Schweiz

Häusliche Gewalt: Polizei rückt 40 Mal/Tag aus – oft sind Kinder betroffen

22.11.16, 11:00 22.11.16, 11:23

In der Schweiz hat die Polizei im vergangenen Jahr über 14'000 Mal wegen häuslicher Gewalt interveniert. Dabei wurden 9195 Beschuldigte registriert, vier von fünf waren Männer.

Drei Viertel der Opfer von häuslicher Gewalt waren Frauen, wie an einer Fachkonferenz des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) vom Dienstag in Bern bekanntgegeben wurde. 13 Prozent der Betroffenen waren zudem minderjährig. 2015 wurden gemäss den Angaben 36 Menschen getötet, davon waren acht Kinder im Vorschulalter.

Kinder sind oft Zeugen

In 50 bis 60 Prozent der polizeilichen Interventionen waren Kinder anwesend. Etwa 40 Prozent davon waren jünger als sieben Jahre. Allein im Kanton Bern mussten 2015 in 15 Prozent der Fälle minderjährige Kinder extern untergebracht werden.

Wenn sich Erwachsene streiten, sind oft Kinder dabei. Bild: KEYSTONE

An der Fachkonferenz wurde auch darauf hingewiesen, dass die Rückfallquote bei häuslicher Gewalt sehr hoch ist. Statistisch gesehen wird jede zweite gewaltausübende Person erneut im häuslichen Bereich gewalttätig.

1500 Personen liessen sich beraten 

Vor dem Hintergrund dieser Zahlen hat sich die Fachkonferenz mit der Frage befasst, wie Täterinnen und Täter effektiver zur Verantwortung gezogen werden können. So verfügen 25 Kantone über Beratungsangebote für Frauen und Männer. Die beiden Kantone Luzern und Wallis kennen sogar eine Pflichtberatung im Fall von häuslicher Gewalt.

Der Fachverband Gewaltberatung Schweiz (FVGS) schätzt, dass im selben Jahr rund 1500 gewaltausübende Menschen ein Beratungsangebot in Anspruch genommen haben.

Bei den Tätern bleibt es oft nicht beim ersten Mal.  Bild: KEYSTONE

«Täter und Täterinnen müssen sich mit ihrem gewalttätigen Verhalten auseinandersetzen», wird EBG-Direktorin Sylvie Durrer in einer Mitteilung zitiert. Nur so könnten Opfer häuslicher Gewalt und Kinder, die in gewaltbelasteten Familien aufwüchsen, nachhaltig geschützt werden.

In der Praxis habe sich die proaktive Ansprache bewährt. Dabei leite die Polizei Kontaktdaten des Täters oder der Täterin an eine spezialisierte Beratungsstelle weiter, welche dann die betroffenen Personen kontaktierte und zu einer Beratung auffordere. (sda)

Das könnte dich auch interessieren:

«Wir sind die grössten Loser – wenn das BGE mit uns klappt, dann klappt es überall»

Deutscher kassiert Busse in der Schweiz – und findet das wenig witzig

Guck mal, was die Russen in einem ihrer stillgelegten Hangars verstecken

Was diese Frau treibt, ist so grossartig wie abstossend – und ich kann nicht wegsehen

Obamas geniale Antwort auf Rassisten schlägt alle Twitter-Rekorde

Wie er Nazis verteidigt und über Wein schwafelt – Trumps irre Wutrede in sieben Akten

Was ist der hohlste Traumjob der Welt? Influencer!

Zum 40. (angeblichen) Todestag: ELVIS LEBT! 20 handfeste Beweise dafür

Mit Hipsterbart und Hakenkreuz: 5 alte und neue rechtsextreme Bewegungen

Warst du besoffen, Designer? 26 Kleider-Fails, die nicht mehr gut zu machen sind

Koksen und kotzen – Barbie ist im 2017 angekommen

Frau findet Ex auf Tinder – und erlebt zunächst eine witzige, dann eine böse Überraschung

Geheimes Chat-Protokoll aufgetaucht: Wie es wirklich zur Nordkorea-Krise kam

Zwei «Irre» auf Kollisionskurs: Die Angst vor der Bombe ist zurück

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
3Alle Kommentare anzeigen
3
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • pachnota 22.11.2016 11:46
    Highlight Obligatorischen Kurse für Eltern, wie man mit Kindern umgeht. Leider ein zu heisses Eisen für Politiker aller Couleur.
    Für Hunde aber kein Problem.
    16 6 Melden
    • Normi 22.11.2016 14:10
      Highlight tja es ist auch wichtiger das mit Sach- und Wertgegenständen z.b Fahrausweis(Auto) oder Sachkundenachweis(Tierhaltung/fischen) richtig umgegangen wird als mit kindern...
      7 0 Melden
    • Rendel 22.11.2016 14:41
      Highlight Es geht ja nicht nur um Kinder, die Gewalt erleben in diesen Fällen und wenn z.B. jemand nicht empathiefähig ist, wird er daraus auch nichts lernen.

      Gewaltbereite Menschen sind leider schwer zu erreichen. Pflichtberatung find ich gut, das darf sich aber nicht auf ein einziges Beratungsgespräch beschränken.

      Und als Nachbar die Polizei rufen, wenn man Gewalt vermutet.
      8 3 Melden
    600

Tierquäler Ueli K. durfte selbst während seiner Zeit im Gefängnis zu seinen Tieren

Die Thurgauer Tierqual-Saga, die mit der Räumung des Hofes am Montag ihr vorläufiges Ende fand, reicht viele Jahre zurück.

Mit einem Karategriff gelang es dem Tierschützer Erwin Kessler, dem Bauern Hans K. die Peitsche zu entreissen. Mit den Fäusten schlug dieser weiter auf ihn ein und rief Passanten zu: «Man sollte ihn ins Güllenloch werfen!» Die Kampfszene spielte sich am Freitag, dem 13. Mai 2005, auf dem mittlerweile landesweit bekannten Bauernhof in der Gemeinde Hefenhofen ab. Wer die Thurgauer Tierqual-Saga verstehen will, die mit der Räumung des Hofes am Montag ihr vorläufiges Ende fand, muss sich …

Artikel lesen