Sport

Bogenschütze werden ohne Arme? Unvorstellbar. Doch dieser Amerikaner beweist das Gegenteil

Publiziert: 16.09.16, 15:12 Aktualisiert: 16.09.16, 16:22

Matt Stutzman kam als Silber-Gewinner von London an die Paralympischen Spiele in Rio. Im Bogenschiessen wollte er wieder aufs Podest. Das Unglaubliche dabei: Stutzman kam ohne Arme auf die Welt.

Der 33-Jährige Amerikaner mit dem Übernamen «Armless Archer» («Armloser Bogenschütze») hält das Sportgerät mit dem Fuss, hängt den Pfeil an einer kleinen Vorrichtung über seiner Schulter ein und löst diesen dann mit dem Mund aus.

Das Video geht um die Welt: Matt Stutzman bei den Parapan American Games in Toronto 2015. Er gewann Silber.  Video: streamable

Fokus bereits auf Tokio 2020

Am Mittwoch überstand Stutzman die erste Runde problemlos. Im Achtelfinal unterlag er Andrey Muniz de Castro denkbar knapp mit 141:142. «Solche Tage gibt es», meinte er gegenüber NBC danach lapidar. «Ich konzentriere mich jetzt auf Tokio 2020.»

Bis dahin will Stutzman sich mit den Allerbesten der Welt messen. Er möchte im nächsten Jahr bei den nicht handicapierten Teilnehmern starten: «Ich will der Beste werden. Und dafür muss ich mich mit den Weltbesten messen. Ich will die WM gewinnen!», sagt er. 

Matt Stutzman bei den Paralympischen Spielen: Auf das Podest hat es dieses Mal leider nicht geklappt, aber den Respekt hat er sich weltweit mehr als verdient. Bild: AP/Olympic Information Services/IOC

Übrigens: Das Video von Toronto oben geht nicht nur wegen der unfassbaren Leistung um die Welt. Bei der Medaillenzeremonie will ihm der Offizielle die Hand schütteln. Stutzman lacht und gibt ihm den Fuss. Die Diskussionen gehen hoch, ob das jetzt respektlos war oder eben gerade richtig, weil der Offizielle ihn als «normalen» Menschen sah. Eines ist die Leistung auf jeden Fall: grossartig.

Matt Stutzman erklärt, wie er zum Bogenschiessen kam (Englisch). Video: YouTube/Channel 4 (UK Paralympic Broadcaster)

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  • lilie 16.09.2016 16:49
    Highlight Eine fantastische Geschichte! Diese Paralympic Athleten sind echt beeindruckend.

    Die Geschichte wegen dem Hände- bzw. Fussdruck finde ich hingegen doof. Warum muss man daraus wieder ein Problem machen? Im zweiten Video gibt Stutzmann dem Moderator die Hand und "klatscht" mit den anderen Teilnehmer ab. Er hat also offenbar kein Problem damit, seine Hände einzusetzen.

    Dass er dem Offiziellen den Fuss reichte, war daher sicher ein eher spontaner Einfall und ein kleiner Scherz - aber auch sehr geschickt, denn damit bleibt er allen (noch mehr) in Erinnerung.

    Sehr sympatjisch! 😄
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  • Almos Talented 16.09.2016 16:21
    Highlight Wenn ich Paralympics geschaut habe musste ich schmunzeln, da es absurd zu sehen ist, wie jemand an Gehstöcken mit einem Bein zum Hochsprung anläuft. Dann werde ich in ungläubiges Staunen versetzt, als der Sportler auf einem Bein hinkend locker 1.70 überspringt, eine Höhe bei der ich zu meinen besten Zeiten knapp gescheitert bin. 😳👏🏻
    Ich hab wirklich den allergrössten Respekt vor diesen Athleten.

    Der Händeschüttler fand ich herrlich 😂 von einem Offiziellen bin ich mir einfach keine solchen Spässe gewohnt.
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  • Radiochopf 16.09.2016 15:32
    Highlight Ich finde alle Paralympic Athleten sind Helden und es ist Schade, das wir so wenig davon sehen.. das sind alles keine Profi-Sportler und trainieren trotzdem so hart oder noch mehr.. es wäre schön, wenn unsere Gesellschaft und Medien diesen Athlethen mehr Respekt und Ehre zollen würden!
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Die detaillierte Taktik-Analyse

Das war noch nicht gut: Zu viel Behrami und eine Rollenverteilung, die zu oft nicht stimmte

Das beste war das Resultat. Noch war der Auftritt der Schweizer Nati alles andere als überragend.  Wir haben analysiert, was noch zu schwach war und wo der Hebel angesetzt werden muss.

Nach etwas hektischen fünf Minuten zu Beginn übernahmen die Schweizer im Duell gegen Ecuador schnell die Kontrolle und initiierten ein ruhiges Ballbesitzspiel. Dabei fokussierten sie sich besonders auf die rechte Seite, wo Behrami leicht hinter den aufrückenden Lichtsteiner herauskippte. 

Im ersten Durchgang lief so gut wie jeder Angriff des Teams über diesen Mechanismus, was zwar eine konsequente Herangehensweise darstellte, aber auch etwas die Weiträumigkeit im Aufbau beschnitt. 

Ecuador …

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