DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Die Gerichtsverhandlung wurde online durchgeführt.
Die Gerichtsverhandlung wurde online durchgeführt.screenshot: youtube/Federal Circuit and Family Court of Australia

Djokovic gewinnt vor Gericht und darf einreisen – die Sache hat aber einen Haken

Dem Einspruch des serbischen Tennisprofis Novak Djokovic gegen seine verweigerte Einreise nach Australien wird stattgegeben. Das entscheidet ein Gericht am Montag in Melbourne. Ob Djokovic das Australian Open aber tatsächlich spielen kann, ist noch unklar.
10.01.2022, 09:1010.01.2022, 12:23

Die Entscheidung

Die australische Regierung hat sich bereit erklärt, die Entscheidung über die Annullierung des Visums von Novak Djokovic in der vergangenen Woche zu widerrufen. Das bedeutet, dass das Visum, mit dem er nach Australien gekommen ist, seine Gültigkeit behält und er aus der Haft entlassen wird und seinen Reisepass und andere persönliche Gegenstände zurückerhält.

Das hat Richter Anthony Kelly am Montag am späten Nachmittag Ortszeit entschieden.

Die Begründung des Gerichts

Der Grund dafür ist, dass die Regierung zugegeben hat, dass sie Djokovic nach der Benachrichtigung über die beabsichtigte Annullierung seines Visums nicht genug Zeit gegeben hat, um mit anderen zu sprechen und umfassend zu reagieren.

Im Protokoll wird festgehalten, dass Djokovic bei seiner ursprünglichen Festnahme bis 8.30 Uhr Zeit hatte, um auf die Mitteilung über die Annullierung seines Visums zu reagieren, die Entscheidung jedoch bereits um 7.42 Uhr getroffen wurde.

Zudem befand der Richter, dass der Weltranglisten-Erste Beweise für eine medizinische Ausnahmegenehmigung von einem «Professor und einem äusserst qualifizierten Arzt» vorgelegt habe. «Was hätte dieser Mann noch tun können?», fragte der Richter.

Die Djokovic-Fans jubeln über die Entscheidung des Gerichts.
Die Djokovic-Fans jubeln über die Entscheidung des Gerichts.Bild: keystone

Das grosse Aber

Der Entscheid des Gerichts im Sinne von Djokovic garantiert ihm allerdings nicht die Teilnahme am Turnier. Das letzte Wort hat die Regierung.

Denn Einwanderungsminister Alex Hawke kann nun persönlich eingreifen und beschliessen, Djokovics Visum aus völlig neuen Gründen trotzdem zu annullieren. Zum Beispiel, weil eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit herrscht, weil Djokovic nicht geimpft ist. Wenn es also im öffentlichen Interesse liegt, könnte das Visum erneut annulliert werden.

Die australische Regierung hat bereits im Vorfeld des Berufungsprozesses angekündigt, eine erneute Aufhebung des Visums prüfen zu wollen. Die Entscheidung wurde allerdings vertrag und solle frühestens am Dienstag fallen. Djokovic könnte auch diesen Entscheid anfechten, was aber schwieriger würde, da die Macht von Hawkes «extrem breit und nicht zweckgebunden» sei.

Die Folgen für Djokovic könnten verheerend sein. Richter Anthony Kelly bestätigte während des Verfahrens nämlich, dass eine allfällige Annullierung tatsächlich eine dreijährige Einreisesperre nach sich ziehen würde.

Der Prozess

Novak Djokovic sagte im Berufungsverfahren gegen seine Ausweisung aus Australien und den Entzug des Visums nicht aus. Er liess sich von seinen Anwälten um Nick Wood vertreten. Begonnen hatte der Prozess mit einer halben Stunde Verspätung und Problemen beim Livestream.

Dieser hätte für jede und jeden und von überall auf der Welt zugänglich sein sollen. Doch zu Beginn wurde der Stream von Unbekannten gehackt und ein Pornofilm abgespielt. Während der Hälfte der dreistündigen, virtuell durchgeführten Anhörung war der Stream nicht erreichbar.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Alle Grand-Slam-Titel von Novak Djokovic

1 / 22
Alle Grand-Slam-Titel von Novak Djokovic
quelle: keystone / alberto pezzali
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Federer Und Nadal Lachen Über Djokovic (***Satire - kein Wort ist echt)

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

222 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Haiku
10.01.2022 08:17registriert November 2020
«Was hätte dieser Mann noch tun können?»

Sich impfen lassen zum Beispiel?
43436
Melden
Zum Kommentar
avatar
RichiZueri
10.01.2022 08:24registriert September 2019
Was für eine Farce. und je länger der Zirkus andauert, umso mehr sehen ihn seine Jünger als letzten Kämpfer der freien Welt...
27410
Melden
Zum Kommentar
avatar
Tokyo
10.01.2022 08:17registriert Juni 2021
das war zu befürchten, dass wo Geld im Spiel ist auch das Regime in Australien einknickt.
Der Serbe ist ja kein lobbyloser, armer Migrant, den man jahrelang einsperren kann
25622
Melden
Zum Kommentar
222
Stan Wawrinka vor dem French Open: «Ich habe eine sehr langfristige Vision»
In Paris bestreitet Stan Wawrinka erstmals seit anderthalb Jahren und nach zwei Fussoperationen ein Grand-Slam-Turnier. Was er über den Weg zurück, seine Ziele und ein mögliches Duell mit Rafael Nadal sagt.

Zu keinem Turnier hat Stan Wawrinka so eine spezielle Beziehung wie zu Roland Garros. Schon als Kind verfolgte er die Spiele, 2003 gewann er das Junioren-Turnier und zehn Jahre später stand er hier wohl im Zenit seiner Schaffenskraft, als er im Viertelfinal Roger Federer besiegte und danach im Final Novak Djokovic in die Schranken wies.

Zur Story