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Kevin Fiala schiesst seine Tore weiterhin für Minnesota.
Kevin Fiala schiesst seine Tore weiterhin für Minnesota.
Bild: imago images/Icon SMI

Warum nur 1 Jahr? Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Fialas neuem Wild-Vertrag

Kevin Fiala verlängert seinen Vertrag bei den Minnesota Wild um ein Jahr. Das ist weniger, als der Stürmer gehofft hat. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
18.08.2021, 16:20

Kevin Fiala und die Minnesota Wild schienen sich nicht mehr über einen neuen Vertrag einigen zu können, da flatterte die Meldung über die Verlängerung doch noch rein. Der Schweizer Flügelstürmer und Minnesota handelten einen Kontrakt über ein Jahr aus, der Lohn liegt bei 5,1 Millionen US-Dollar.

Fiala hatte eigentlich einen längeren Vertrag angestrebt. Dennoch war es höchste Zeit, dass die beiden Parteien eine Einigung fanden, denn einen Tag später wäre es in die sogenannte Arbitration gegangen. Dann hätte ein unabhängiges Schiedsgericht über den Vertrag bestimmt, weil Minnesota die Option dafür vor einigen Wochen gezogen hatte.

Warum ging es plötzlich doch noch mit der Unterschrift?

Es war wohl das grosse Ziel von Spieler und Klub, den neuen Vertrag noch vor der Arbitration unter Dach und Fach zu bringen. Denn der Termin vor Gericht ist oft für beide Seiten hässlich.

Die Team-Seite muss den Spieler jeweils möglichst schlechtmachen, um das tiefe Lohnangebot zu rechtfertigen. Solche Verhandlungen können eine Beziehung zwischen Spieler und General Manager (GM) nachhaltig schädigen. Minnesota hat die Option zur Arbitration ursprünglich nur gezogen, damit der neue Vertrag vor dem Start des Trainingscamps unterzeichnet ist. Dennoch dürften beide Parteien grundsätzlich froh sein, dass es nicht so weit gekommen ist.

Die Fiala-Highlights der letzten Saison.

Warum eine so kurze Vertragsdauer?

Schon früh war klar: Kevin Fiala wollte einen Mehrjahresvertrag, um seine Zukunft langfristig zu sichern. Minnesota aber zögerte. Der Grund war nicht, dass sie Fiala nicht zutrauen, über mehrere Jahre ein guter und wichtiger Spieler zu sein. Das Problem war die finanzielle Situation der Wild.

Diesen Sommer überraschte GM Bill Guerin die NHL-Welt, indem er die Verträge von Stürmer Zach Parise (37) und Verteidiger Ryan Suter (36) auskaufte und die beiden vor die Tür stellte. Das Problem dabei: In der NHL geht das nicht ohne Strafe über die Bühne. Dieses Jahr hält sich diese noch in Grenzen, doch 2022/23 belastet sie den Salary Cap Minnesotas mit total 12,7 Millionen US-Dollar und in den zwei Saisons darauf gar mit 14,7 Millionen.

Kirill Kaprizov droht, in der KHL zu bleiben, falls ihm Minnesota nicht das gewünschte Geld und die entsprechende Vertragsdauer geben.
Kirill Kaprizov droht, in der KHL zu bleiben, falls ihm Minnesota nicht das gewünschte Geld und die entsprechende Vertragsdauer geben.
Bild: keystone

Minnesota hat mit Joel Eriksson Ek bereits einen Stürmer langfristig unter Vertrag (8 Jahre, 5,25 Millionen). Zudem dürfte auch Kirill Kaprizov, der letzte Saison zum besten Rookie der Liga ausgezeichnet wurde, für viel Geld und viele Jahre unterschreiben. Darüber hinaus kosten die Verteidiger Jared Spurgeon und Jonas Brodin noch über mehrere Jahre 7,58 respektive 6,0 Millionen. Da konnten es sich die Wild schlicht nicht leisten, auch noch Fiala langfristig für viel Geld an sich zu binden. Nächsten Sommer wird Guerin die Lage dann neu beurteilen.

Ist der Deal fair?

Grundsätzlich schon. Man könnte sicher diskutieren, dass Fiala mit seinen Leistungen in den letzten zwei Jahren einen langfristigen Deal verdient hätte, doch das Geld ist absolut in Ordnung. Fiala ging mit einer Forderung von 6,25 Millionen Dollar Jahresgehalt in die Verhandlungen, das tiefste Angebot von Minnesota belief sich auf 4 Millionen. Mit 5,1 Millionen haben sie sich nun ziemlich genau in der Mitte gefunden.

Das entspricht auch etwa dem, was der Ostschweizer wert ist. Gemäss Dom Luszczyszyn, Analyst von «The Athletic», wäre Fiala auf dem freien Markt rund 6,9 Millionen wert. Allerdings nur, wenn er tatsächlich frei den Markt testen könnte – was als Restricted Free Agent (RFA) nicht möglich ist. Das Lohn-Vorhersage-Modell von «Evolving Hockey» schätzte Fialas Salär bei einem Jahr auf 5,36 Millionen Dollar.

Was sagen die Beteiligten?

Kevin Fiala hat sich bislang noch nicht zu seinem neuen Arbeitspapier geäussert. Wild-GM Bill Guerin ist sich bewusst, dass der Stürmer lieber einen längeren Vertrag gehabt hätte. «Wir hätten ihm diesen gerne angeboten, doch nach einigem Hin und Her wurde uns klar, dass das nichts wird», sagte Guerin gegenüber «The Athletic».

Dennoch freue er sich über die Einigung mit Fiala: «Wir sind glücklich, dass er bei uns bleibt. Kevin ist ein wichtiger Spieler, aber er muss sich auch weiter verbessern. Ihm steht ein grosses Jahr bevor. Er wird mir zeigen wollen, dass es ein Fehler war, ihm keinen langfristigen Vertrag zu geben. Diese Spieler willst du als Trainer oder Manager.»

Wie geht es nächsten Sommer weiter?

Mit einem Vertrag über zwei Jahre wäre Fiala nach dessen Ende ein Unrestricted Free Agent (UFA) gewesen und hätte mit jedem der 32 NHL-Teams verhandeln können. Doch beim Stürmer standen offenbar nur ein Vertrag ab sechs Jahren aufwärts oder ein Einjahresvertrag zur Debatte. So ist er nächstes Jahr wieder RFA und darf – sofern es keinen Trade gibt – wieder nur mit Minnesota verhandeln.

Fialas Vorteil: Aufgrund des Vertrags für diese Saison beträgt die Qualifying Offer Minnesotas nächsten Sommer mindestens 5,1 Millionen Dollar. Mit einem dritten guten Jahr in Serie könnte Fiala seinen Marktwert sogar noch steigern. Vielleicht wird er dann sogar so teuer, dass ihn sich die Wild kaum mehr leisten können.

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