Gesellschaft & Politik
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ZUM ANGEKUENDIGTEN RUECKTRITT VON BUNDESRAT DIDIER BURKHALTER PER DIENSTAG, 31. OKTOBER 2017, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Swiss Foreign Minister Didier Burkhalter visits the Hall of Names at the Yad Vashem Holocaust memorial in Jerusalem, Thursday, May 2, 2013. Burkhalter is on an official visit to the region. (KEYSTONE/AP Photo/Sebastian Scheiner)

Wer übernimmt den Posten von Didier Burkhalter? Das Kandidaten-Karussell nimmt Fahrt auf.  Bild: AP

Bundesrats-Poker: Romands bringen Frauen in Stellung

Die Westschweizer Kantonalsektionen der FDP wollen den Bundesratssitz von Didier Burkhalter nicht kampflos dem Tessin überlassen. Im Vordergrund steht eine Frauenkandidatur.

Doris Kleck / Nordwestschweiz



Ignazio Cassis dürfte es recht sein: Das Kandidaten-Karussell für die Nachfolge von Bundesrat Didier Burkhalter nimmt Fahrt auf. Damit steht der Tessiner Kronfavorit nicht mehr alleine im medialen Scheinwerferlicht.

Über das Wochenende bestätigte sich, dass die Westschweizer Freisinnigen ihren Bundesratssitz nicht kampflos dem Tessin überlassen wollen. Gut möglich, dass die FDP mit einem Zweierticket zur Wahl am 20. September antreten wird – das fordert via «SonntagsZeitung» nicht nur die Konkurrenz, sondern auch Frédéric Borloz, Präsident der Waadtländer FDP. Denn Kandidaten von ausserhalb des Tessins hätten nur eine Chance, wenn die Freisinnigen eine Auswahl präsentieren würden.

Borloz’ potenzielle Papabili haben allerdings ein Problem: Mit Guy Parmelin stellt die Waadt bereits einen Bundesrat. Die Kantonsklausel wurde zwar abgeschafft – so sitzen mit Bundesrätin Simonetta Sommaruga und Johann Schneider-Ammann derzeit zwei Berner in der Landesregierung – doch ein zweiter Vaudois und damit dritter Romand wäre für die Tessiner ein veritabler Affront. Der Südkanton ist seit dem Rücktritt von Flavio Cotti 1999 nicht mehr im Bundesrat vertreten.

10 Dinge, die du über den neuen Bundesrat wissen musst

Doch auch in der Romandie kommt der Waadtländer Anspruch schlecht an. «Zwei Waadtländer im Bundesrat wären problematisch», sagt Alexandre de Senarclens, Präsident der Genfer FDP. Er hält aber auch fest: «Wir dürfen die Auswahl nicht auf das Tessin beschränken.» Nebst der Herkunft gebe es auch andere wichtige Kriterien zu berücksichtigen – wie politische Ausrichtung, Alter und Geschlecht.

Vorteile für Moret

So zeichnet sich ab, dass die Westschweizer die Tessiner nur mit einer Frauen-Kandidatur ernsthaft konkurrenzieren können. Diese Überlegungen machen sich denn auch die Waadtländer FDP-Nationalräte. Olivier Feller begründete seinen Verzicht auf eine Kandidatur mit den geringen Aussichten. Er habe keine Lust, sein Geschlecht zu ändern. Parteikollege Laurent Wehrli nahm diesen Spruch im Westschweizer Radio RTS auf: «Ich bin gerne ein Mann.»

Somit richten sich alle Augen auf Isabelle Moret. Gegenüber diversen Medien bestätigte die Waadtländer Sozial- und Gesundheitspolitikerin, dass sie sich bis Ende Juli entscheide, ob sie ins Rennen steige. Die Waadtländer Staatsrätin Jacqueline de Quattro sagte der «NZZ am Sonntag»: «Moret ist die natürliche Kandidatin. Wenn sie antritt, unterstütze ich sie voll und ganz.» Verzichte ihre Freundin aber, überlege sie sich, selbst zu kandidieren. «Wir brauchen unbedingt eine Frauenkandidatur.»

Und was ist mit den übrigen Westschweizer Sektionen? Keine Kandidatur kommt aus dem Wallis. Der junge Nationalrat Philippe Nantermod hat sich aus dem Rennen genommen, eine Kandidatur wäre nicht glaubwürdig. In Neuenburg steht Regierungsrat Laurent Favre im Vordergrund. Er hat den Vorteil, dass er in Bern kein Unbekannter ist: Zwischen 2007 und 2014 vertrat Favre seinen Kanton im Nationalrat.

Bleibt der Kanton Genf. Der grosse Schweigende im Moment heisst Pierre Maudet. Alt Bundesrat Pascal Couchepin hat dem Genfer Staatsrat schon vor bald zehn Jahren Bundesratsformat zugesprochen. Der 39-Jährige gilt als ambitioniert, visionär und kompetent.

Aber drei Gründe sprechen gegen ihn: Die Übervertretung der Romands in der Regierung, die fehlende Politerfahrung im Bundeshaus und die anstehenden Wahlen im Kanton Genf. Seine Partei hat ihn erst kürzlich als Kandidaten für den Staatsrat nominiert. «Maudet wäre eine Bereicherung für den Bundesrat», ist Alexandre de Senarclens überzeugt. Doch: «Wir brauchen Maudet als Lokomotive für den Wahlkampf.» Die Kantonalpartei müsste ein grosses «Opfer» erbringen. (aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Homer 26.06.2017 10:09
    Highlight Highlight Ich verstehe immer noch nicht wieso es eine Rolle spielt, woher ein Bundesrat kommt. Es sollte doch immer derjenige ausgewählt werden, der für die entsprechende Rolle am besten geeignet ist.
  • Thinktank 26.06.2017 09:42
    Highlight Highlight Den neuen Bundesrat sucht man mit folgendem Inserat: "Männlicher CH-Latino mit möglichst wenig Angriffsflächen, der in die Endauswahl gegen eine weibliche Alibifrau ohne jegliche Wahlchancen antritt. Hervorragender Profilierungsjob mit lebenslang garantiertem, überdurchschnittlichem Ruhegeld. Keinerlei Leistungs- und Erfolgserwartungen. Garantie, dass die Loyalität gegenüber denjenigen Interessengruppen, die sie in die Position wählen, bereits am ersten Tag über Bord geworfen werden kann."
    In der Privatwirtschaft wären Jobs, mit solch engen Kriterien bzgl. Geschlecht und Ort missbräuchlich.
  • Grundi72 26.06.2017 08:43
    Highlight Highlight Eine Frau muss es nicht sein. Sonst kommt da wieder eine wie Michelin Calmy...
  • kEINKOmmEnTAR 26.06.2017 08:42
    Highlight Highlight Ich finde es wichtig wenn alle Sprachen in der Regierung vertreten sind, was eine Person aus dem Tessin einschliesst.
  • Max Dick 26.06.2017 08:09
    Highlight Highlight Im Tessin gibt es mehrere fähige Leute. Hoffe die FDP Fraktion macht gleich einen Zweiervorschlag mit zwei Tessinern - auch wenn das so bis anhin nicht üblich war.
  • rodolofo 26.06.2017 07:48
    Highlight Highlight Dieser Versuch, bei der Nachfolge von Didier Burkhalter etwas Spannung und mediale Aufmerksamkeit zu erzeugen, ist bei mir nur mässig erfolgreich.
    Ich glaube, ein italienischer Akzent wirkt ebenso einnehmend sympathisch, wie ein französischer Akzent.
    Und eine bürgerliche Frau steht als resolute "Rösseler" ebenso "ihren Mann", wie ein äusserlich als Mann erkennbarer Mann.
    Ist doch Hans was Heiri...
    Nehmt einfach einen bürgerlichen Motschkopf, der zum 1.August eine unfreiwillig komische Rede hält, und wir sind alle einigermassen zufrieden!
  • Altweibersommer 26.06.2017 07:38
    Highlight Highlight Wenn es schon immer um die Kantone geht: Es gibt ja auch Kantone die noch nie einen Bundesrat stellen durften...für die Welschen würde sich da der Jura anbieten.
    • satyros 26.06.2017 11:12
      Highlight Highlight Dort gibt's aber praktisch keine FdP.
  • JJ17 26.06.2017 07:36
    Highlight Highlight Der Fun Fact in der Slideshow zum "neuen Bundesrat"; "Lang spielt Golf - genau wie Barack Obama." Oder Donald Trump ;)

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