Umwelt
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Wegwerf-Plastiksäcke in der Schweiz bald passé – obwohl es kein Verbot geben wird



A customer going up the moving stairs holds plastic bags full with grocery shopping at a branch of

Gehören bald der Vergangenheit an: Wegwerf-Plastiksäcke.
Bild: KEYSTONE

Wegwerf-Plastiksäcke sollen in der Schweiz doch nicht verboten werden. Die Branche hat offenbar angekündigt, freiwillig auf sie zu verzichten. Die Umweltkommission des Nationalrates (UREK) setzt deshalb auf eine Lösung ohne Verbot.

Die Kommission hat sich mit 13 zu 11 Stimmen dafür ausgesprochen, eine Motion für ein Verbot abzuschreiben, wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilten.

Die Mehrheit der Kommission geht laut der Mitteilung davon aus, dass eine Branchenvereinbarung abgeschlossen wird, mit der die Menge der Wegwerf-Plastiksäcke reduziert werden kann. Die Minderheit möchte am geplanten Verbot festhalten. Sie befürchtet, die Abschreibung würde eine Branchenvereinbarung gefährden.

Die Kommission habe Vertreter der Detailhandelsverbände angehört, sagte Präsident Stefan Müller-Altermatt (CVP/SO) auf Anfrage. Diese hätten eine Branchenlösung in Aussicht gestellt.

Keine Plastiksäcke mehr an der Kasse

Zur Debatte stehen die weissen Säckchen, die an den Kassen der Detailhändler gratis abgegeben werden. Gemäss der angekündigten Branchenlösung sollen an den Kassen normaler Detailhandelsfilialen künftig keine solchen Säcke mehr zur Verfügung stehen.

Nur noch Convenient-Shops – etwa an Bahnhöfen – sollen die Plastiksäcke anbieten. Damit würden nach Angaben der Detailhändler 80 Prozent der Säcke verschwinden, sagte Müller-Altermatt. Nicht betroffen wären die kleinen Plastiksäcke für Gemüse, Früchte und Backwaren.

Parlament verlangte ein Verbot

Eigentlich hat das Parlament ein Verbot verlangt. National- und Ständerat beauftragten den Bundesrat im Jahr 2012, Wegwerf-Plastiksäcke zu verbieten. Sie stimmten einer Motion von Dominique de Buman (CVP/FR) zu.

Zur Umsetzung zog das Bundesamt für Umwelt (BAFU) zunächst eine Verordnung in Betracht. Vorgesehen war, dass Konsumenten künftig für alle Säcke bezahlen müssen. Die Gratisabgabe von Plastiksäcken sollte grundsätzlich verboten werden.

Zunächst keine Einigung

Vergangenen Sommer kam das BAFU zum Schluss, dass die Motion nur mit einer Gesetzesänderung umgesetzt werden kann. Gespräche mit den Akteuren seien zu keinem Ergebnis gekommen, stellte das Bundesamt damals weiter fest. Zur nun angekündigten Branchenlösung wollte sich das BAFU am Dienstag nicht äussern.

Der Bundesrat hatte sich ursprünglich gegen die Motion de Bumans ausgesprochen. Der ökologische Nutzen eines Verbots sei in der Schweiz klein, argumentierte er. (sda)

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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Lami23 25.05.2016 09:47
    Highlight Highlight Ich weiss, dass im Vergleich zu anderem Plastiksäcke kein riesiges Problem sind. Aber im kleinen muss man anfangen, den bezüglich Verpackung etc muss ein grundsätzliches umdenken stattfinden. Und wenn niemand mehr Plastiksäcke nimmt, auch nicht für Gemüse und Früchte sondern für alles Sotffsäcke die immer wieder verwendet werden, würde dass sehr wohl ins Gewicht fallen. Und ja ich weiss, dan muss man vorausdenken wenn man einkaufen geht. Welch ein Opfer dass man da für die Umwelt bringen muss...
  • TobiWanKenobi 25.05.2016 09:29
    Highlight Highlight Es gibt doch beispielsweise diese biologisch abbaubaren Säcke für den Kompost, die sind erstaunlich reissfest und feuchtigkeitsresistent. An Alternativen mangelt es bestimmt nicht, wohl eher am Geld, das der Handel in die Hand nehmen müsste.
    • Martiis 25.05.2016 10:43
      Highlight Highlight 1. Ist die Energiebilanz von kompostierbaren Säcken nicht besser.
      2. Verroten auch kompostierbare Säcke nicht einfach so (z.B. im Hauskompost), sondern nur bei grosser Hitze. D.h. auch für die Entsorgung brauchts Energie.
    • atomschlaf 25.05.2016 13:02
      Highlight Highlight @Martiis: Es ist wohl eher so, dass bei der in der Schweiz üblichen und vorgeschrieben Entsorgungsmethode, nämlich der Verbrennung in der KVA die im Sack gespeicherte Energie wieder sinnvoll genutzt wird.
    • Martiis 25.05.2016 13:21
      Highlight Highlight Dazu Wikipedia:
      Aufgrund des zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik kann niemals die gesamte im Müll enthaltene Energie in nutzbare thermische Energie (Fernwärme) und/oder elektrische Energie umgewandelt werden. Zudem treten bei jeder Energiewandlung auch Verluste auf.

      Dass die KVA Energie aus Abfall nutzen ist sicher gut. Aber wie schon erwähnt, die Dinger müssen hergestellt/transportiert/mit Energieverlust verbrannt werden. Ein Produkt eine halbe Stunde verwenden und dann wegwerfen kann nicht nachhaltig sein.
  • atomschlaf 25.05.2016 00:41
    Highlight Highlight Konsumentenfeindlicher und unökologischer Blödsinn!
    Wenn die Säcklein ordentlich entsorgt werden und in der KVA landen stellen sie ohnehin kein nennenswertes Umweltproblem dar.
    Stattdessen ist man künftig gezwungen wegen jeder Kleinigkeit Papiersäcke zu kaufen. Diese sind aber bei einmaliger oder seltener Nutzung ökologisch sogar schlechter als die Plastiksäcklein.

    Heute nutze ich die Papiersäcke x-fach bis sie auseinanderfallen. Künftig werde ich wohl noch gute Säcke entsorgen müssen, weil ich so viele gar nicht brauchen kann...
    • Fabio74 25.05.2016 07:02
      Highlight Highlight Wenn ordnungsgemäss entsorgt. Aber es liegen je länger je mehr diese Säcke in den Strassen, im Gebüschvund sonstwo rum.
      Hab immer meinen Rucksack dabei und eine Papiertüte wenn ich plane nach der Arbeit einzukaufen.
    • Lami23 25.05.2016 09:43
      Highlight Highlight Wieso musst du Papiersäcke kaufen? Die kannst du ja immer wieder verwenden. Ich nehme immer meine Stofftasche mit, benötigt nicht viel Platz. Auch Gemüse und Früchte fühle ich in Stoffbeutel ab, auch wenn es "öko" aussieht. Bezüglich Verpackung Plastiksäcke etc muss zum Wohle der Umwelt Schritt für Schritt ein umdenken stattfinden, auch wenn es für den Konsumenten unbequem ist...
  • okey 24.05.2016 23:16
    Highlight Highlight Naja eigentlich ist es ja eine gute Sache. Aber in der Schweiz stellen die Plastiksäcke keine Umweltgefahr dar, da wir nicht am Meer sind. In Sachen Rohstoffverschwendung ist das auch nicht so schlimm da der Plastik in der Kehrichtverbrennungsanlage zu Strom umgewandelt wird.
    Es hat wohl jemand gute Lobby arbeit gemacht um seine bioabbaubaren (heisst aber nicht das kein Öl drin ist ;) )Säcklein auf den Markt zu bringen.
    Der Gebrauch von fossilen Rohstoffen für den Verkehr und Wärme ist der eigentliche Punkt an dem man ansetzten muss. Aber da geht in der Schweiz nicht viel
  • MaxHeiri 24.05.2016 23:05
    Highlight Highlight Wir stehen vor gewaltigen politischen Herausforderungen und der eine von der CVP hat nichts Gescheitertes zu tun, als die Verwaltung mit einem solchen Unsinn zu beauftragen.
    • Fabio74 25.05.2016 07:00
      Highlight Highlight Man findet immer 1000 Gründe etwas nicht tun zu müssen, weil es wichtigeres gibt. Das eine tun und andere nicht lassen ist gefragt
  • bangawow 24.05.2016 21:29
    Highlight Highlight Das finde ich persönlich super! Ich habe jeden Tag einen kleinen Rucksack dabei, mit Buch etc., da hat immer etwas Platz. Und alle, die nörgeln, dass sie nichts zum tragen dabei haben: Dann geht bewusst und vorbereitet einkaufen, is ja nicht so schwierig ;).
  • Howard271 24.05.2016 21:16
    Highlight Highlight Eigentlich ja sinnvoll, aber trotzdem sollte es noch eine andere Möglichkeit als die viel zu grossen Papiersäcke geben. Ich gehe oft auch spontan nach dem Arbeiten noch etwas einkaufen und habe dann nicht immer einen Stoff- oder Papiersack dabei.
    • Martiis 24.05.2016 21:47
      Highlight Highlight Es könnten natürlich noch kleinere Papiersäcke angeboten werden, aber schlussendlich läufts immer auf das Gleiche hinaus. Je öfter eine Tüte verwendet wird, desto umweltfreundlicher, egal ob Papier/Plastik/Stoff. Umweltfreundliche Einwegsäcke für Sponatneinkäufe existieren nicht, auch wenn hier offenbar viele Fans von kompostierbaren Säcken sind, die helfen höchstens dem Gewissen.
    • atomschlaf 25.05.2016 00:33
      Highlight Highlight Wer in der Schweiz solche Raschelsäckli benutzt und diese ordnungsgemäss entsorgt, braucht auch kein schlechtes Gewissen zu haben.
      Der Energieaufwand für die Herstellung ist marginal und die im Sack gespeicherte Energie wird bei der Verbrennung wieder freigesetzt und je nach KVA auf verschiedene Arten genutzt.
    • Misel 25.05.2016 09:09
      Highlight Highlight Als ich persönlich finde es nicht zu viel verlangt eine kleine Tasche in meiner Tasche mitzunehmen.
      https://produkte.migros.ch/einkaufstasche-punta-light
      Es ist ein minimaler Aufwand die da einmal reinzuschmeissen. Wäge mein Gemüse und Früchte auch immer ohne Sack und kleb mir das Etikett auf die Hand. Allgemein habt ihr recht wir haben KVAs aber man sollte sich allgemein darauf achten weniger Müll zu produzieren. Darum geht es in erster Linie.
  • anonymer analphabet 24.05.2016 21:07
    Highlight Highlight Die Mehrwegsäcke werden nicht so oft verwendet, dass sie ökologischer sind als die Plastiksäcke. Am Schluss ist die Öko-Bilanz sogar negativ.. macht nicht wirklich Sinn.
  • murphyslaw 24.05.2016 21:06
    Highlight Highlight Taschen aus Hanf ...
    • Lightning makes you Impotent (LMYI) 24.05.2016 23:24
      Highlight Highlight Nur wenn es auch THC aktiver Hanf ist und man die Taschen danach rauchen kann... sonst macht das sowas von kein Sinn...
    • murphyslaw 25.05.2016 10:30
      Highlight Highlight Wären dann tolle Taschen!! :)
      Aber auch ohne thc würde es Sinn machen, da diese Pflanze wächst wie unkraut.
  • Flunderchen 24.05.2016 19:09
    Highlight Highlight Finde ich gut, man braucht auch nicht wie Müller 5 Rappen pro Sack verlangen, macht es wie Fressnapf, die benutzen einen abbaubaren "Kompostsack", welcher in der Umwelt verrottet.
    • Thor's Godfather 24.05.2016 20:01
      Highlight Highlight Moment mal! Dieser abbaubare Kompostsack besteht im Grunde genommen aus Mais. Während auf der Welt immernoch Millionen von Menschen hungern...
      Aber lieber noch mehr Konkurrenz zu Afrika bilden um unsere Luxusfaulenz zu untermauern, als einen einfachen (!) Stoffbeutel mitzunehmen.
    • Flunderchen 24.05.2016 20:15
      Highlight Highlight Ja gut, aber wer hat schon einen Stoffbeutel dabei? Wäre sicher eine Überlegung wert aber es wird einem ja ausser den etwas stärkeren Taschen aus PET nur die Papiersäcke oder die billigen Plastiksäche angeboten.
    • Martiis 24.05.2016 20:19
      Highlight Highlight Kann gaffrY nur zustimmen.
      Kompostierbare Tüten sind zudem in der Produktion sogar schädlicher als die aus Plastik. Einwegtüten sind also nie umweltfreundlich.

      Auszug aus Studie:
      Der CO2-Ausstoß fällt zwar geringer aus, ebenso der Verbrauch von Erdöl. In anderen Umweltbereichen kommt es aber zu größeren Belastungen - vor allem durch Düngemittel. Verwendet werden diese für die Pflanzen, aus denen die Kunststoffe gewonnen werden. Sie führen zur Eutrophierung von Gewässern und sauren Böden, und zwar in einem in stärkerem Umfang als bei der Herstellung herkömmlicher Kunststoffe.
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