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Eishockey: Schweizer Verbandschef Urs Kessler tritt per sofort zurück

Urs Kessler, Praesident Swiss Ice Hockey Federation spricht ueber seine Bilanz nach 100 Tagen im Amt an der Medienkonferenz der Swiss Ice Hockey Federation (SIHF) am Mittwoch, 3. Dezember 2025 im Hote ...
Urs Kessler ist nicht mehr Präsident der Swiss Ice Hockey Federation.Bild: keystone

Schweizer Eishockeyverbandschef Kessler tritt zurück: «Bin nicht die richtige Person»

Urs Kessler tritt als Präsident von Swiss Ice Hockey per sofort zurück. Wie der Schweizer Eishockey-Verband am Tag nach dem Abschluss der Heim-WM mitteilt, will er damit den Weg für einen Neuanfang freimachen.
01.06.2026, 09:0801.06.2026, 11:07

Nur wenige Stunden nach dem WM-Final gegen Finnland, in dem sich die Schweiz zum dritten Mal in Folge mit Silber begnügen musste, legt Urs Kessler sein Amt als Verbandspräsident bei der Swiss Ice Hockey Federation (SIHF) nieder. Erst im vergangenen September hatte er dieses angetreten. Er folgte damals auf Stefan Schärer, der im Dezember 2024 auf Druck der Ligen zurückgetreten war.

Bei seiner Wahl zum Verwaltungsratspräsidenten an der Ligaversammlung der National League und der Swiss League sagte Kessler noch: «Mit viel Herzblut möchte ich gemeinsam mit allen Partnern die Entwicklung des Schweizer Eishockeys vorantreiben.»

Nach nur neun Monaten gibt er diese Aufgabe nun wieder ab. Kessler, der vor seinem Wechsel in die Sportwelt während 38 Jahren bei den Jungfraubahnen tätig war – 17 davon als erfolgreicher CEO –, begründet seinen Rücktritt mit einem vom Verband dringend benötigten Neuanfang. «Die fortwährenden Diskussionen haben mir gezeigt, dass ich dafür nicht die richtige Person bin», wird er in der Mitteilung von Swiss Ice Hockey zitiert.

Weiter äusserte sich der 64-Jährige zu seinem Abgang nicht, auch für Rückfragen stand Kessler nicht zur Verfügung. Er dankte lediglich noch den Fans, den Spielern und dem Staff für die gute Zusammenarbeit, «gerade auch in den herausfordernden Wochen vor der Heim-Weltmeisterschaft».

Damit spricht er die Affäre um Ex-Nationaltrainer Patrick Fischer an. So kam wenige Wochen vor Beginn der Heim-WM ans Licht, dass der 50-Jährige mit einem gefälschten Corona-Zertifikat an die Olympischen Spiele 2022 gereist war. Zunächst hielten Kessler und der Verband noch an Fischer fest, sie unterschätzten die Reaktion, die darauffolgte. Zwei Tage später folgte die Kehrtwende in Form von der Entlassung Fischers. «Nach dem öffentlichen Sturm mit medialer Berichterstattung und Reaktionen der Öffentlichkeit haben wir uns nochmal hinterfragt», sagte Kessler damals.

Durch den Zickzack-Kurs machte der Verbandschef keine gute Figur. Mit den Spielern tauschte er sich vor den beiden Entscheidungen nicht aus. Captain Roman Josi rief daraufhin in einem Brief an Kessler dazu auf, die Entlassung Fischers rückgängig zu machen. Kessler betonte zwar, den Brief ernstzunehmen und lobte Josi für seinen Mut, doch hielt auch an seinem Entscheid, Jan Cadieux vorzeitig zum Nationaltrainer zu machen, fest.

Es folgte dennoch eine erfolgreiche Heim-WM, wenn sie für den Gastgeber auch enttäuschend endete. Die Schweiz unterlag zum dritten Mal in Folge im Final. Am Tag danach erklärt Urs Kessler seinen sofortigen Rücktritt. (nih/sda)

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Die Schweizer Nati wird vom Publikum an der Heim-WM mit viel Liebe verabschiedet.

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Die beliebtesten Kommentare
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User 0000
01.06.2026 09:14registriert August 2023
Wenigstens siehts der Präsident selber ein. Leider einmal mehr eine Fehlbestzung von A-Z, schade. Der Verband war leider in den letzten zig Jahren praktisch "unpräsidentierbar".
Nehme nun stark an, dass nun eine Amtzzeit von "Kaiser" Markus folgen wird, würde mich nicht überraschen, aber denke nicht, dass der der richtige Präsident wäre. Der Verband gibt schon seit Jahren eine düsters Bild ab und bleibt eine Baustelle.
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Sünneli31
01.06.2026 09:30registriert Mai 2018
Seine grösste Stärke: Selbsteinsicht. Es wäre jetzt aber an der Zeit, mal beim Verband über die Bücher zu gehen und mal wieder Strukturen zu schaffen, sie nicht beim ersten Windstoss einbrechen. Es braucht einen charismatischen Präsidenten mit Ahnung, der auch mal einen Machtkampf mit der NL/Dennis Vaucher führen kann und der die finanziellen Mittel dort einsetzt wo sie nötig sind - und das ist nicht die Administration!
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Das letzte Hurra der «goldenen Generation» im grössten Drama unserer Geschichte?
Die fünfte Finalniederlage, die dritte hintereinander torlos. Das 0:1 gegen Finnland ist womöglich noch viel mehr als ein verlorener Final: das letzte Hurra einer «goldenen Generation».
Am besten lässt sich die Dramatik dieser Niederlage an Leonardo Genoni erklären: In drei Finals hintereinander hat er in den 60 Final-Minuten nur einen einzigen Treffer zugelassen. Und ist doch nicht Weltmeister geworden. 0:2 2024 gegen Tschechien (das zweite Tor fiel, als Patrick Fischer den Torhüter durch einen 6. Feldspieler ersetzt hatte), 0:1 nach Verlängerung 2025 gegen die USA und nun erneut in der Verlängerung 0:1 gegen Finnland.
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