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Der ID.3 mit einer Tarnfolie, welche die Details verhüllt.

VW enthüllt den Golf für das Elektrozeitalter – der ID.3 ist günstiger, als du glaubst

Der «ID.3» soll der Golf für das Elektrozeitalter werden. VW nimmt ab sofort Vorbestellungen für das E-Auto entgegen, das in der kleinsten Version weniger als 30'000 Franken kosten soll.



Volkswagen hat die Vorbestellungen für seinen vollelektrischen Hoffnungsträger «ID.3» im Internet gestartet. Der Preis für die zunächst auf 30'000 Fahrzeuge beschränkte Premieren-Edition mit einer Reichweite von 420 Kilometern soll unter 40'000 Euro liegen, wie das Unternehmen am Mittwoch in Berlin mitteilte. Für die kleinste Version peilt der Autobauer einen Preis von unter 30'000 Euro an.

Rechnet man die langfristigen Ersparnisse durch tiefere Energiekosten, günstigeren Unterhalt und die allenfalls verbilligte Versicherung bei E-Autos mitein, dürfte der ID.3 für viele Menschen erschwinglich werden.

Die Reichweiten variieren je nach Modell von 330 bis zu 550 Kilometern nach WLTP. Die grösste Nachfrage soll es laut VW bei der 420-km-Version geben. Ziel sei es, die Elektromobilität massentauglich zu machen, sagte VW-Markenvertriebschef Jürgen Stackmann.

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Der VW ID.3: ausgesprochen als «Idee drei». Dabei steht die Ziffer 3 für die Kompaktklasse.

Interessenten in 29 europäischen Ländern können sich seit Mittwoch zum Kauf für das Startmodell registrieren lassen. Dabei wird eine Reservierungsgebühr von 1000 Euro fällig, die später verrechnet oder erstattet wird.

«In vielen Ländern sind die Webseiten unter der Last der Anfragen zusammengebrochen», sagte ein VW-Sprecher und versprach eine möglichst schnelle Lösung der IT-Probleme. Apropos Internet: Bekannt gegeben wurde zudem, dass die Software des ID.3 Over-the-air-Updates erlaubt.

VW hat Baukastensystem für Elektroautos entwickelt

Komplett sehen können Interessenten den Wagen noch nicht. Die Weltpremiere ist für September bei der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt angekündigt. Kurz danach sollen verbindliche Bestellungen möglich sein, die ab April 2020 wirksam werden.

Die Produktion der ID-Modellfamilie soll Ende 2019 im VW-Werk Zwickau beginnen, wo derzeit der Umbau zur ersten E-Auto-Fabrik läuft. «Erste Fahrzeuge werden Mitte 2020 ausgeliefert», kündigte VW an.

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Der ID.3 hat ungefähr die Grösse eines Golf, bietet aber deutlich mehr Innenraum.

Für den Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer ist Volkswagen damit auf einem guten Weg der kompletten Neuausrichtung. Vor allem die Partnerschaften bei der Batterieherstellung seien richtig.

Grosses Potenzial sieht der Professor der Universität Duisburg-Essen auch in dem Baukastensystem für Elektroautos, dem Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB). «Die Plattform wird dem Unternehmen einen Vorsprung gegenüber Konkurrenten wie Toyota ermöglichen», sagte Dudenhöffer.

VW plant auf der neuen MEB-Plattform bis zu zehn unterschiedliche Modelle zu bauen, die wohl von ID.1 (Kleinstwagen) bis ID.10 (Limousine oder SUV) durchnummeriert werden. Die modulare E-Auto-Plattform soll zudem an andere Auto-Hersteller lizenziert werden, was die Kosten weiter senken wird.

«Mit dem ID.3 beginnt nach Käfer und Golf das dritte grosse Kapitel von strategischer Bedeutung in der Geschichte unserer Marke. Denn mit dem ID.3 machen wir Elektromobilität jetzt massentauglich. Mit dem ID.3 werden wir zunächst Europa elektrifizieren und dann mit zeitnah folgenden anderen E-Modellen der ID. Familie weitere Regionen der Welt.»

Jürgen Stackmann, VW-Vorstandsmitglied

ID.3 startet in 29 Ländern

«Allerdings ist auch der Erfolgsdruck angesichts der Milliardeninvestitionen hoch», meint Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. Die Qualität dieses Systems werde darüber entscheiden, ob Volkswagen den Rückstand auf Tesla aufholen kann. In Deutschland ist die günstigste Version des Model 3 vom amerikanischen Elektroauto-Hersteller derzeit für 44'500 Euro bestellbar.

Zur Ausstattung zählen u.a. Sprachsteuerung und Navigationssystem. Die Luxusvariante ID.3 Max hat zusätzlich ein Panoramadach und ein Head-up-Display mit Augmented-Reality-Unterstützung.

Der aktuelle VW-Konzernchef Herbert Diess hatte schon 2017 noch als Markenchef angekündigt, dem Elektroauto-Pionier bei günstigeren Stromern den Rang ablaufen zu wollen. «Da werden wir ihn stoppen, an der Linie von 30'000 Euro», hatte Diess gesagt.

In 29 europäischen Märkten sind nun erste Vorstellungen für den neuen Hoffnungsträger möglich, der der Golf für das Elektrozeitalter werden soll. VW plant, im Schnitt mehr als 100'000 ID.3 pro Jahr an Kunden auszuliefern.

Der ID.3 auf Testfahrt

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Video: YouTube/ADAC

VW lockt Vorbesteller mit Gratis-Strom

Vor allem aus wichtigen Märkten wie Norwegen sei das Interesse riesig, sagte Stackmann am Mittwoch in Berlin. Das skandinavische Land gilt als Vorreiter in Sachen Elektromobilität und die Regierung hat mit der Ankündigung, ab 2025 nur noch emissionsfreie Neuwagen zulassen zu wollen, weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Volkswagen will seine Kunden auch mit einem Jahr kostenlosem Strom bis zu maximal 2000 Kilowattstunden locken.

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Dass die weltweite Nachfrage für Elektroautos und Hybride stark wächst, zeigt eine Analyse des Beratungsunternehmen PwC auf Basis von Zulassungszahlen in den grossen Automärkten. Batteriebetriebene Elektroautos seien dabei mit einer Wachstumsrate von 85.4 Prozent das am stärksten wachsende Segment, sagte PwC-Experte Felix Kuhnert laut einer Mitteilung vom Mittwoch.

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Auch in der Schweiz sind E-Autos auf dem Vormarsch. Im März war Teslas Model 3 das meistverkaufte Auto der Schweiz.

(oli/sda/awp/dpa)

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