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Eritrea

Idris in der Cafeteria Felix & Regula in Zürich. Er möchte anonym bleiben.  Bild: watson

Idris ist mit 20 Jahren aus Eritrea in die Schweiz geflüchtet. Wie? Frag besser nicht!

15 Monate dauerte seine Flucht von Eritrea übers Mittelmeer bis nach Zürich. Er überlebte die Sahara, einen libyschen Schlepperknast und die Überfahrt in einer Barke. Das ist die Geschichte von Idris aus Eritrea. 

Corsin manser



Mittwochnachmittag, Kreis 4, Zürich: Auf der Terrasse der Cafeteria Felix & Regula sitzen rund 30 Asylbewerber beim Mittagessen. Jeden Mittwoch organisiert Solinetz hier einen Mittagstisch. Das Essen ist gratis, heute gibt es Couscous mit Bohnen. 

An einem Gartentisch im Schatten sitzen zwei Männer und unterhalten sich mit gedämpfter Stimme. Ich gehe zu ihnen, stelle mich kurz vor und frage, aus welchem Land sie kommen. «Eritrea». Ich sei Journalist, ob sie Lust hätten mir von ihrer Reise von Eritrea in die Schweiz zu erzählen, fahre ich fort. «Natürlich, kein Problem», meinen sie, «aber zuerst holst du dir auch etwas zu essen und setzt dich nachher zu uns». 

Mit einem vollen Teller kehre ich zurück und nehme neben Aziz und Idris platz (Namen von der Redaktion geändert). Aziz spricht Englisch, ein wenig Deutsch und übersetzt für Idris. Zusammen erzählen sie mir die Geschichte, wie Idris von Eritrea über das Mittelmeer in die Schweiz geflüchtet ist.

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Jedermann ist wilkommen: der Mittagstisch von «Solinetz». Bild: watson

Die Geschichte von Idris

«Es ist Sommer im Jahr 2012: Ich bin jetzt 18 Jahre alt. Seit einigen Monaten diene ich für die Armee. Das muss jeder junge Mann hier in Eritrea, es herrscht Wehrpflicht. Stationiert bin ich in Sawa, einem Armeestützpunkt ganz im Osten des Landes.

Die Zeit hier ist die Hölle. Wir haben kaum zu essen und zu trinken. Misshandlungen, Gewalt, Schläge: Das ist hier Alltag. Deswegen beschliesse ich, von hier abzuhauen. Zu desertieren, auch wenn man in Eritrea für dieses Delikt lange ins Gefängnis kommen kann. Bis zur sudanesischen Grenze sind es keine 20 Kilometer, das schaffe ich. 

Doch ich täusche mich, kurz vor dem Grenzübergang fassen sie mich. Eritreer, die mich umgehend in den Knast stecken. Ein halbes Jahr muss ich im Gefängnis ausharren. Eine Aussage machen darf ich nicht, einen Richter bekomme ich nie zu Gesicht. Ich werde gefoltert, muss hungern und bekomme fast nichts zu trinken. Dabei habe ich doch niemandem etwas getan.»

Seit Eritrea im Jahr 1993 die Unabhängigkeit erlangt hat, wird es von derselben Person regiert: Isayas Afewerki. Der 68-Jährige herrscht mit eiserner Hand über die sechs Millionen Einwohner und erstickt sämtliche Opposition bereits im Keim. Auf der Rangliste der Pressefreiheit (Press Freedom Index) belegt Eritrea den letzten Platz. Hinter Nordkorea

Bis zu 200 Internierungslager soll es gemäss Amnesty International in Eritrea geben. Es wird geschätzt, dass das Afewerki-Regime bis zu 10'000 politische Gefangene hält. Manche sitzen bis zu 20 Jahren im Gefängnis, ohne je vor ein Gericht zu gelangen. (Einen spannenden Artikel von Amnesty International zu diesem Thema findest du hier.)

Wirtschaftsflüchtling? Nein, das ist Idris nicht. Er wird politisch verfolgt, weil er der Armee entkommen wollte. 

Eritrea liegt ganz im Osten Afrikas, grenzt an den Sudan, Äthiopien und Dschibuti.  quelle: google maps

Leiden in der Sahara

«Eines Tages werde ich völlig unerwartet aus dem Gefängnis entlassen. Ich habe Glück, ich bin erst 19 Jahre alt und war nur ein halbes Jahr eingesperrt. Vielleicht bin ich verhältnismässig früh rausgekommen, weil ich noch so jung bin. Vielleicht aber auch nicht. Wer weiss das schon in diesem Land? 

Ich muss weg von hier. Nie wieder möchte ich in einen eritreischen Knast. In Asmara nehme ich Kontakt zu einer Schlepperbande auf. 2000 Dollar kostet die Überfahrt nach Äthiopien. Viel Geld für einen kurzen Weg. Meine Familie nimmt einen Kredit auf. Die Zinsen sind zwar hoch, doch wenn ich es einmal bis nach Europa geschafft habe, kann ich ihnen das Geld ja vielleicht zurückschicken. 

Ja, Europa ist mein Ziel. Der Weg dorthin ist lange und ich muss grosse Risiken eingehen. Viele Leute sterben auf der Flucht, das weiss ich. Doch alles ist besser als das Gefängnis oder die Armee in Eritrea.

Die Reise nach Äthiopien ist kurz und geht ohne grössere Probleme über die Bühne. Für weitere 1600 Dollar finde ich eine Organisation, die mich nach Libyen bringen soll.

Per Pick-up fahren wir über die Grenze in den Sudan, wir sind 35 bis 40 Leute auf dem Fahrzeug. Es ist zu eng, zu heiss und wir haben nur wenig Verpflegung. Quer durch die Sahara geht es in Richtung Norden zur libyschen Grenze. 

Die Wüstenhitze ist fatal. 15 Personen auf meinem Transporter fallen den Strapazen zum Opfer. Oder sind es bereits 20? Ich weiss es nicht. Die leblosen Körper werden einfach im Sand zurückgelassen.»

Sudan Libya

Flüchtlinge im Sudan, in der Nähe der libyschen Grenze. bild: orf.at

Die Sahara erstreckt sich über neun Millionen Quadratkilometer, das entspricht rund 225 Mal der Fläche der Schweiz. Selbst im Schatten verliert ein Erwachsener rund einen Liter Wasser pro Stunde, die Temperaturen klettern tagsüber auf bis zu 55 Grad. 

Man merkt es Idris beim Erzählen deutlich an, dieser Teil der Route nach Europa war für ihn der härteste, der gefährlichste. Die Chance, in der Wüste zu verdursten, war viel höher, als im Mittelmeer zu ertrinken. Die Sahara ist in den letzten Jahren offenbar ein Massengrab für Flüchtlinge geworden. 

Aziz und Idris sprechen mit uns über die Durchquerung der Sahara. 

Weiter nach Tripolis

«Ich halte durch, bleibe irgendwie am Leben. Zwei Wochen sind wir durch die Wüste gefahren. Eine lange Zeit, doch ich habe Glück, andere brauchen für diesen Abschnitt einen ganzen Monat. Kurz vor der libyschen Grenze tauschen wir das Fahrzeug. Es sind noch weitere Pick-ups mit uns unterwegs. Die Überlebenden werden jetzt in einen Container auf einem Truck gezwängt. 

Im Container kann man kaum atmen, so eng und heiss ist es. 130 Personen sind wir, alle auf engstem Raum eingesperrt. Viele schluchzen, einige schreien. 24 Stunden dauert diese Tortur, auch hier sterben Menschen vor meinen Augen. 

In Libyen angekommen, wechseln wir wieder auf einen Pick-up und fahren nach Tripolis.»

Tripolis ist die eigentliche Hauptstadt Libyens. Doch die international anerkannte Regierung und das Parlament sind nach Tobruk im Osten des Landes geflüchtet. In Tripolis haben im Moment die Islamisten der «Libyschen Morgenröte» das Sagen. 

Für Christen, wie es viele der eritreischen Flüchtlinge sind, kann das sehr gefährlich sein. Erst vor fünf Tagen tauchte ein Video im Internet auf, in dem 30 äthiopische Christen hingerichtet werden. Weil sie der «feindlichen Kirche» angehören, so die Erklärung der Täter.

epa04611936 Libyan security forces gather at Martyrs Square before being deployed to secure Tripoli, Libya, 09 February 2015. According to media reports, security forces of the Central Security Administration were deployed in the capital as part of the Interior Ministry plan to secure the capital. Libya has in recent months seen its worst violence since the 2011 ouster of longtime dictator Muammar Gaddafi, after an Islamist-led militia seized the capital Tripoli, forcing the elected parliament and its government to relocate to the far eastern city of Tobruk.  EPA/STR

Die Lage in Tripolis ist unübersichtlich. Der Staat hat das Gewaltmonopol verloren.  Bild: STR/EPA/KEYSTONE

Schleppergefängnis in Libyen

«Endlich habe ich es geschafft, habe die Sahara durchquert und bin bis zum Mittelmeer gekommen. Doch was kommt als Nächstes? Die Ungewissheit ist ständiger Begleiter auf meiner Reise. Ich bin der Willkür skrupelloser Schlepper ausgeliefert, die nur mein Geld wollen. Und das ist mir mittlerweile ausgegangen, 3600 Dollar habe ich bis hierhin bereits ausgegeben, für die Überfahrt nach Europa verlangen die Schlepper noch einmal 2000 Dollar. 

In Tripolis werde ich zusammen mit 300 weiteren Flüchtlingen in ein Haus gesperrt. Es ist wie im Gefängnis, bewaffnete Männer bewachen das Haus rund um die Uhr. Wir können das Gebäude nicht ein einziges Mal verlassen. Es sind keine Polizisten, die uns hier gefangen halten. Es sind Libyer, die mit den Flüchtlingen Geschäfte machen. Menschenhändler. 

Ich muss 2000 Dollar auftreiben, sonst bin ich für die Schlepper wertlos. Per Telefon erhalte ich die Möglichkeit, mit meinem Vater in Eritrea zu sprechen. Der Ernst der Lage wird ihm sofort klar. Kann er das Geld nicht besorgen, wird sein Sohn mit grosser Wahrscheinlichkeit hingerichtet. Beseitigt. Ja, ein Menschenleben hat in Libyen fast keinen Wert. 

Mein Vater überlegt nicht lange, er verkauft sein Haus, treibt so die nötigen Dollars auf und schickt sie nach Libyen. So bleibe ich am Leben. Drei Monate harre ich an diesem schrecklichen Ort aus und werde immer wieder mit Ketten geschlagen. Die Libyer mögen keine Christen. Das lassen sie uns deutlich spüren. Es fehlt uns hier an allem.» 

Aziz und Idris sprechen mit uns darüber, wie gefährlich es als Christ in Libyen ist. 

Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière sprach vergangenen Montag von einer Million Flüchtlinge, die in Libyen auf eine Überfahrt nach Europa warten. Manche warten einige Monate, andere Jahre. Viele schaffen es gar nie auf ein Boot.

Im Jahr 2014 sind aus Libyen 170'000 Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa gekommen. Rund 33'000 davon kamen aus Eritrea.

Image

Die Flüchtlingsroute über Libyen wird am stärksten frequentiert. bild: Spiegel online

500 Leute auf einem Boot 

«Eines Tages, irgendwann im August 2014, ist es soweit, das Boot, welches mich nach Europa bringen soll, steht bereit. Ich darf das Gefängnis endlich verlassen. 500 Menschen werden auf das Schiff gepackt. Es ist in miserablem Zustand und viel zu klein. 

Die allermeisten von uns werden eingesperrt in einen Raum unter Deck. Es hat keine Toiletten, kein Wasser, kein Essen und nur ein winziges Fenster. Wir dürfen den Raum nicht verlassen. Willst du die Überfahrt an Deck verbringen und nicht im Schiffsrumpf, musst du noch viel mehr als 2000 Dollar bezahlen. Manche machen das, doch die allermeisten sind zusammen mit mir gefangen in diesem stickigen Raum.

Drei Tage dauert die Überfahrt, ich habe keine Ahnung, was draussen passiert und wo wir sind. Geht das Schiff unter, haben wir keine Chance. 

In etwa so dürfte es bei Idris ebenfalls ausgesehen haben.

Ich habe grosse Angst, ich will doch leben!

Doch das Boot hält, wir schaffen es nach Sizilien. In der Nähe von Catania kommen wir an Land. Mit der italienischen Polizei oder den Behörden kommen wir erst gar nicht in Kontakt, die haben kein Interesse an uns und lassen uns einfach laufen.

In Catania löse ich ein Bahnticket nach Mailand, von dort geht es weiter in die Schweiz, wo ich einen Antrag auf Asyl stelle. Seit ich Eritrea verlassen habe, sind 15 Monate vergangen.»

Im Jahr 2014 sind im Schnitt täglich 466 Immigranten per Boot an der italienischen Küste angekommen. Die Renzi-Regierung ist mit diesem Ansturm überfordert und schafft es darum nicht mehr, alle Flüchtlinge zu registrieren. 

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Im August 2014 waren total 22'430 Eritreer in der Schweiz registriert. Weitere spannende Informationen und Grafiken dazu findest du unter diesem Link.

Das Leben in der Schweiz

«Seit sieben Monaten lebe ich nun in der Schweiz. Mittlerweile bin ich 21 Jahre alt. Zusammen mit einem Mann aus Eritrea teile ich in Grüningen ZH ein Zimmer. Fast täglich nehme ich den Zug nach Zürich, um hier Deutschkurse zu besuchen. Hier habe ich neue Freunde gefunden, habe Aziz kennengelernt. 

Ich habe einen Ausweis mit Status «N», ich bin Asylsuchender. Ich möchte hier in der Schweiz bleiben, arbeiten und meine Familie in Eritrea unterstützen, welche, um meine Flucht zu finanzieren, ihr ganzes Hab und Gut aufgegeben hat. 

Doch mein Ausweis läuft Ende Sommer ab und ich weiss nicht, ob mein Asylantrag gutgeheissen wird. Bekomme ich einen B-Ausweis, ist alles gut. Wird mein Antrag abgelehnt, droht die Ausschaffung.»

Das mit dem Deutsch klappt doch bereits ganz ordentlich. 

Müsste Idris zurück nach Eritrea, ist es praktisch sicher, dass er wieder ins Gefängnis gesteckt wird. Eritreer, welche im Ausland Asyl beantragt haben, werden im Land von Isayas Afewerki als Verräter, als Dissidenten angesehen. 

Das letzte Wort gehört den Experten

800 Flüchtlinge verloren vergangenes Wochenende bei einem Bootsunglück im Mittelmeer ihr Leben. 

Seither werden die Lösungsvorschläge von verschiedenen «Experten» heiss diskutiert: «Das Mittelmeer zur militärischen Sperrzone machen», forderte Roger Köppel bei Günther Jauch, in der EU wird über ein «Schiffe-Versenken» debattiert.

Eine Stimme ging bis anhin aber fast komplett unter: Nämlich jene der Flüchtlinge selber. Die Stimme jener Menschen, welche selber mit dem Boot nach Europa gekommen sind. 

«Was muss sich ändern, damit diese Tragödie ein Ende nimmt? Welche Lösung schlägt ihr vor?», frage ich Aziz und Idris, während wir über die Zürcher Hardbrücke schlendern. Inzwischen sind noch zwei weitere Freunde hinzugekommen, sie möchten weiter nach Altstetten, wollen auch am Nachmittag einen Deutschkurs besuchen. Doch diese letzte Frage möchten sie noch beantworten:

«Wir brauchen Demokratie in Eritrea! Und Menschenrechte! Es kann nicht sein, dass ein Diktator über 20 Jahre an der Macht ist und mit seinem Volk macht, was er will. So lange dies so bleibt, werden die Eritreer flüchten und den Sprung über das Mittelmeer wagen. Egal, wie viel Risiko damit verbunden ist.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • melon 28.04.2015 10:35
    Highlight Highlight Speziell auf diesen Fall bezogen sehe ich nicht ein, dass dieser Mensch ein Flüchtling ist. Wenn man hier aus dem Militär "desertiert" bekommt man auch die MP zu spüren, beziehungsweise landet im Gefängnis.
    Natürlich ist der Militärdienst in Eritrea nich im geringsten mit dem in der Schweiz zu vergleichen, doch müsste man dann nicht allen Eritreern die ins Militär müssen Asyl in der Schweiz anbieten?
    So hart das auch klingen mag, aber wie wollen die Eritreer die Probleme in ihrem Land lösen, wenn alle davon laufen? Ich bin für die Unterstützung von der Bevölkerung in Eritrea – aber vor Ort.
    • 1337pavian 03.05.2015 23:06
      Highlight Highlight Wir (weit gefasst: der Westen) unterstützen seit jeher die Zustände in den Afrikanischen Staaten. Deshalb ja der Flüchtlingsstrom!
    • Yolo 27.08.2015 11:30
      Highlight Highlight Sagt ihnen die UNO Menschenrechtscharta etwas?

      Der Artikel 5 ist interessant: Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung
      oder Strafe unterworfen werden.

      Oder der Artikel 8 besagt: Niemand darf willkürlich festgenommen, in Haft gehalten oder des Landes verwiesen
      werden.

      Das waren nur einige der Grundrechte die in Eritrea mit Füssen getreten werden.

      Ihre Sichtweise ist Arrogant und ein Hohn für jeden, der nicht so viel Glück hat in einem Land wie die Schweiz aufzuwachsen.
    • Lester McAllister 19.03.2017 07:42
      Highlight Highlight Ihnen ist aber schon auch bewusst, das die Menschenrechte von weltfremden Theoretikern niedergeschrieben wurden.
      Ich bin ja auch zu 100 % damit einverstanden, aber wenn man die Charta wortwörtlich nimmt, hat wohl jeder 2. Mensch auf der Welt Recht auf Asyl.
  • boxart 26.04.2015 10:58
    Highlight Highlight Hatte schon 2 Einsätze in Eritrea, wo ich EDV- und Drucksysteme installiert und die Leute geschult habe.
    Zu meinem erstaunen habe ich dort weniger Polizisten auf der Strasse gesehen, als hier in der Schweiz.

    Ich sehe keinen Grund, warum man die Flüchtlinge nicht in ihr Land zurückschicken soll.
    Wieso kann ein sogenannter Flüchtling nach Mailand fahren, dort schicke Kleidung kaufen und in Eritrea seine Verwandten besuchen? Der müsste nach den Spekulationen gefoltert und im Gefängnis sein, war aber nicht so.

    Die Leute von Eritrea müssten hier in diversen Berufen ausgebildet werden und nach Abschluss wieder zurück in ihr Land geschickt werden.
    Ich finde es gut, dass sich Eritrea absichert und ihre Bodenschätze wahrt. Die Ausbeuter Gesellschaft weltweit hält unberechtigte Sanktionen gegen dieses Land.
    • Inti 26.04.2015 21:04
      Highlight Highlight Warst du au in eritreeischen Gefängnissen?
      Warst du bei der eritreeischen Armee?
    • 1337pavian 03.05.2015 23:09
      Highlight Highlight Entschuldigung, was war das mit "Bodenschätze wahren"?
      Und wogegen genau hält ihre auch nicht näher spezifizierte "Ausbeuter-Gesellschaft" Sanktionen?

      Oder muss ich bei Ihnen akute Logorrhö diagnostizieren, Herr Boxart? Darauf steht die Medikation!
    • 1337pavian 05.05.2015 20:56
      Highlight Highlight Mit dem Titel "Ausbeuter-Gesellschaft" für die UN kann ich leben. Keine grossen Sympathien gegenüber dem Verein.

      Meine zweite Frage galt den Bodenschätzen, die ja scheinbar "gewahrt werden", was das allerdings ohne lebenswertes Leben auch nicht mehr viel bringt, die Zustände in Eritrea sind ja nichts anderes als furchterregend.

      Und wir sind zum Teil mitschuldig.
  • Kronrod 26.04.2015 09:24
    Highlight Highlight Europa sollte die Eritreer an der Waffe ausbilden und zwecks Sturz des Diktators zurückschicken.
  • Mira77 26.04.2015 00:29
    Highlight Highlight Danke für diesen Beitrag!! Ich wünsche den beiden alles Gute.. Schrecklich was sie erleben mussten
  • Thomas Binder 25.04.2015 21:12
    Highlight Highlight Das Flüchtlingsdrama im Mittelmeer kann am besten gelöst werden, wenn wir alle noch viel egoistischer werden indem wir durch das Nichtaufnehmen von an Leib und Leben bedrohten Flüchtlingen nicht kurzfristig Geld sparen, sondern durch die Aufnahme von beispielsweise 50K Flüchtlingen langfristig nicht nur uns besser fühlen weil wir anderen "Gutes" getan haben, sondern auch zwischenmenschlich und vermutlich ökonomisch profitieren durch Vermehrung unseres Ansehens in der Welt mit Impetus, das Problem gesamteuropäisch derart lösen zu können, dass der Flüchtlingsstrom irgendwann wieder versiegt.
    • Thomas Binder 26.04.2015 07:51
      Highlight Highlight Vermutlich verstehen dies manche falsch. Ich möchte den notorischen Egoisten eigentlich erklären, dass der Altruismus langfristig der viel bessere Egoismus ist.

      Wir müssen dem egoistischen homo oeconomicus, dem kurzfristigen rationalen Nutzenmaximierer, in und ausser uns klar machen, dass sich der noch ausgeprägtere aber zugleich ethischste Egoismus des homo cooperativus sive empathicus (aka Brückenbauers), des nachhaltigen emotionalen und rationalen Problem- und Konfliktlösers und somit Glücksoptimierers, in und ausser uns langfristig viel mehr auszahlt.
    • Miikee 27.04.2015 16:48
      Highlight Highlight Manche verstehen es wohl auch falsch, weil sie keine Lust haben noch das Wikipedia zu öffnen oder den Text so genau zu lesen. Wenn du willst das dich die Leute verstehen benutze nicht in jedem Satz ein möchtegern-schlau-rüberkommen Wort und schreib wie normale Menschen.
    • 1337pavian 03.05.2015 23:17
      Highlight Highlight Schachtelsätze verwirren sowohl Autor als auch Leser, nicht zuletzt wird dabei der Inhalt teilweise mehrdeutig, was auch zu Belustigung führen kann. Da dies aber ein ernstes Thema ist, bitte ich Sie, lieber Thomas Binder, ihr ominöses Brille-Anfassen niederzulegen, auf dass wir hier zur Tagesordnung übergehen, Ihre Äusserungen zu kommentieren.

      Zu Ihrem ersten Votum - wobei ich es mir herausnehme, konkrete Eckpunkte in ihrer Syntaxlawine zu targetieren - dies:

      Da sprechen Sie tatsächlich einen interessanten Punkt an; Die Assoziation von Sklavenschiffen huschte kurz auch durch meinen Kopf.
    Weitere Antworten anzeigen
  • gaba 25.04.2015 16:40
    Highlight Highlight Sehr interessant. Würde mich interessieren, wie es ihm hier in der Schweiz geht und ob seine Wünsche in Erfüllung gegangen sind.
  • Dewar 25.04.2015 16:20
    Highlight Highlight Zum Thema hat Mani Matter schon vor Jahrzehnten sehr passende Worte gefunden: "Dene wo's guet geit...". Und er behält bis heute Recht: In der blinden Dekadenz gibt es nichts, wovor Herr und Frau Schweizer mehr Angst haben, als dass sie plötzlich auf etwas verzichten müssen, zum Vorteil eines anderen, der es "nicht verdient" hat. Aber was haben Sie und ich dafür getan, in einem wohlhabenden, freien Land geboren zu sein? NICHTS, verdammt noch mal! Aber anderen, die auf Leib und Leben bedroht sind und alles auf's Spiel setzen gönnt man keinen Bruchteil des eigenen Glücks. Erbärmlich ist das.
    • Babalu 27.04.2015 13:10
      Highlight Highlight word up!
    • 1337pavian 03.05.2015 23:21
      Highlight Highlight Da muss man ja fast den Clausewitz hervorkrame, ne, "Nichts ist schwerer als der Rückzug aus einer unhaltbaren Situation." hat der gesacht, ja, das waren noch Zeiten aber wir haben doch auch gelitten, ja was haben wir gelitten, denn die Gewalt wirkt immer auch gegen den, der sie ausübt - alle haben am Schluss den Schaden, das ist die grosse Tragik, da muss ein Ende gemacht werden damit, endlich, jetzt, irgendwann aber dann schnell! Sofort!
  • wololowarlord 25.04.2015 14:44
    Highlight Highlight vor einiger zeit gab es schon einmal massive flüchtlingsströme richtung westeuropa. Wahrscheinlich zu einem grossen teil unsere vorfahren. Damals war das mitunter ein grund für den untergang des römischen reiches. Die römer versuchten diese völkerwanderunen zu unterbinden - und scheiterten. Vielleicht ist nun die blüte europas auch vorbei. Schön wars.
  • winu63 25.04.2015 13:47
    Highlight Highlight Alle reden immer nur von Asylanten. Da stimmt doch etwas nicht. Wo sind die Asylantinnen und die Kinder?
  • badi@shlink.ch 25.04.2015 13:41
    Highlight Highlight Links-naive Medieneinfalt: wann merkt Europa, dass zwingend dem Beispiel Australiens zu folgen ist, will man diesem Schlepper-Geschäft die Grundlage entziehen. Heißt: Verstärkte Bemühung um Rettung oder Aufbringung von Flüchtlings-Booten sowie "Return to Sender". Fazit: auch unter Einsatz des Lebens sowie beträchtlichen Geldbeträgen bleibt Europa als Ziel eine Utopie. EUROPE DOESN'T MAKE YOU HOME!
    • _kokolorix 25.04.2015 14:19
      Highlight Highlight hallo schlechtmensch. dann läuft ja alles super. viele flüchtlinge verrecken in der wüste, viele ersaufen im meer und die die es bis hier schaffen werden während oder nach der ausschaffung umgebracht. wieso beschwerst du dich eigentlich?
    • badi@shlink.ch 25.04.2015 14:30
      Highlight Highlight an Kokolorix: außer Kokolores hast Du nicht viel zu bieten; wohl etwas zu Wohlstands-verwahrlost, um wenigstens noch des Lesens mächtig zu sein: die Flüchtlinge sind zu retten, soviel Humanität sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Wenn diese dann jedoch einfach auf Europa verteilt aufgenommen werden, erreichen wir damit zweierlei: Die Flüchtigen erkennen die große Chance und kommen in immer größeren Zahl. Und die Schlepper machen das Geschäft ihres Lebens. Beidem gehört die Grundlage entzogen. Ich hoffe, Du fühlst Dich gut, wenn Du mich als Schlechtmensch bezeichnest. Ich kann damit leben, da ich weiß, dass ich Dir argumentativ weit voraus bin. Also, träum weiter und genieß den Wohlstand, zu dem Du wahrscheinlich noch nicht viel beigetragen hast.
    • koala 26.04.2015 01:26
      Highlight Highlight @badi@schlink.ch Australien als Paradebeispil aufzufassen, erscheint mir aber problematisch. Es mag sein, dass man so vielen Schleppern die Grundlage entzogen hat. Jedoch zeigen die Statistiken, auf denen dieser "Erfolg" basiert, nur die Fälle auf, welche sich in australischem Hoheitsgewässer abspielen. Was vor diesen Grenzen, also in Internationalen Gewässern, passiert hält die australische Marine streng unter Verschluss. Dort sterben täglich Menschen. Wie kann man bloss ignorieren?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Thomas Binder 25.04.2015 13:20
    Highlight Highlight M. E. wäre die beste Variante, unseren Fehler von 2013 zu korrigieren, das für alle Beteiligten fairste und humanste Asylverfahren, das Botschaftsasyl, wieder einzuführen und damit als "gutes" Beispiel die EU unter öffentlichen Druck zu setzen, dies auch tun zu müssen.
    Dann bestünde für an Leib und Leben bedrohte Flüchtlinge kein Grund mehr, lebensgefährliche Schlepperreisen anzutreten und hätten reine Wirtschaftsflüchtlinge keine Möglichkeit mehr, sich unter diesen zu verbergen bis sie anlässlich der Asylverfahren in den Aufnahmeländern nach (zu) langer Zeit als solche ermittelt werden.
    • 1337pavian 03.05.2015 23:59
      Highlight Highlight Darf ich mich unter deinem Schleier der Ignoranz verbergen, Thomas Binder? Die Art und Weise, wie hier und in der schweizerischen Öffentlichkeit gegen sog. 'Wirtschaftsflüchtlinge' gehetzt wird - die, wie ich schon sagte, eher VOR DEN als IN DIE Wirtschaften des Westen FLÜCHTEN - ist (und ich will das veröffentlicht haben) bedenklich nahe an faschistischer Propaganda.

      'Deserteure werden erschossen' - das ist doch genau das Pathos der Härte, vor dem sie geflüchtet sind! Aber ihr ignoriert die Fakten, wie ihr es immer tut, weil es eure Positionen und wichtiger, die oberhalb, zementiert! Teufel!
  • Thomas Binder 25.04.2015 12:46
    Highlight Highlight Anstatt Empathie und Rückgrat zu demonstrieren, von der Plutokratie zur Demokratie zurückzukehren und von den Finanzoligarchen unsere uns und anderen gestohlenen Ressourcen zurückzufordern, auch damit wir genügend Ressourcen haben um Bedürftige daran teilhaben zu lassen, duckmäusern wir gegen oben, treten wir als wohlstandsverwahrloste zynische Mollusken gegen unten, schotten wir Europa ab gegen arme an Leib und Leben bedrohte wirklich Bedürftige und verehren wir die zynischsten Mollusken dafür, dass sie uns bei jeder jauchigen Gelegenheit versichern, völlig richtig zu liegen - unglaublich!
    • Thomas Binder 25.04.2015 13:27
      Highlight Highlight Danke, aber übertreiben Sie es bitte nicht. Wunderbare Menschen wie Noam Chomsky oder Robert Reich sagen uns schon lange, was Sache ist. Im "Zeitalter des Narzissmus" sollten nur die "psychopathischen" Populisten, die Erfüllungsgehilfen der "psychopathischen" Finanzoligarchie, Individuen und globale Konzerne, ignorieren und dafür wieder mehr ersteren, bescheidenen empathischen Intellektuellen, zuhören.

      Noam Chomsky: Why you can not have a Capitalist Democracy
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      Robert Reich: Inequality For All - Documentary
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    • 1337pavian 26.08.2015 19:41
      Highlight Highlight Der Film mit Reich ist ziemlich nüchtern.
      Und hoffnungsvoll. Man kann sagen: Optimistisch.

      Aber Herr Binder? Woher haben Sie plötzlich diesen alttestamentarischen Furor hervorgekramt?

      "Mollusken" ist ja tatsächlich ein schönes Wort, wobei die Beteiligung der Zunge - die bekanntlich einem Mollusken in vielerlei Hinsicht ähnlich sieht - an der Aussprache das Ganze in unsäglicher Weise erhöht.
  • Harry Held 25.04.2015 12:17
    Highlight Highlight Genau das ist doch der Punkt. Hier hat ein ganzer Clan Geld gesammelt, um in einen weiteren reinen Wirtschaftsflüchtling, aber sicherlich keinen politischen Flüchtling zu investieren. Eine spontane Verzweiflungsflucht würde anders ausschauen. Würde selber ja wahrscheinlich gleich handeln, aber wegen der Fülle von gesunden jungen Männern, auf denen die Hoffnungen von zahllosen Anverwandten ruhen, werden richtige Flüchtlinge nicht mehr als solche erkannt
    • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 25.04.2015 12:31
      Highlight Highlight Wirtschaftsflüchtling oder politischer Flüchtling spielt doch keine Rolle!?! Wenn es in seinem Land nicht mal möglich ist anngenug essen zu kommen und Leute hungern, egal ob aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen, dann sollte man ihnen helfen.
    • Harry Held 25.04.2015 13:05
      Highlight Highlight Warum dann nicht gleich Luftbrücken einrichten und aus allen Elendsländern aufnehmen? Menschenrechtspathos fordert auf Dauer auch von der Schweiz einen Preis, der dann auch Gutmenschen überraschen dürfte.
    • Maxx 25.04.2015 14:23
      Highlight Highlight Ja, das stimmt Banda69, aber lesen Sie mal nach wie schlecht es den ausgewanderten Schweizern z.B. in Brasilien im vorigen Jahrhundert ging. Die (wir CH) wurden in Brasilien oft als Sklaven gehalten. Die hätten von heutigen Zuständen geträumt. Heute kriegen Sie das Vollpacket. Und zurück will niemand mehr.
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  • Lowend 25.04.2015 12:07
    Highlight Highlight Man müsste mal einige der eiskalten, präpotenten Schweizer Unmenschen von Amtes wegen verfolgen und sie mit Internierung zur sozialen Umerziehung bedrohen, damit sie merken, was Verfolgung, Flucht und Asyl bedeuten.
    • Maria B. 25.04.2015 12:42
      Highlight Highlight Lowend: Vielleicht wäre es noch besser, Ihnen historisch auf die Sprünge zu verhelfen. Einerseits ist Eritrea noch nicht allzulange von Äthiopien, welche es stets weiter bedroht, gezwungen, längeren Militärdienst zu verordnen um seine Freiheit zu bewahren. Was andererseits zahlreichen Jungmännern in ihrer persönlichen Selbstverwirklichung nicht sonderlich gefällt. Deshalb desertieren sie ja auch. Kommt hinzu, dass in der Schweiz offiziell Dienstverweigerung kein Asylgrund mehr ist, zumal man auch hierzulande solches bis vor wenigen Jahren bestrafte. Die Aufnahme unzähliger junger Eriträer in der Schweiz hat also weniger mit "präpotenten Unmenschen", sondern mit klaren Fakten und seitens der Flüchtlinge aus diesen Gebieten hauptsächlich mit ihren wirtschaftlichen Erwägungen zu tun. Wobei es zugegebenermassen mit den wirklich am Leben bedrohten Syrern naturgemäss schon etwas anders aussieht. Aber hier ist, wenn ich es richtig verstehe und interpretiere, bloss von Eriträern die Rede, welche Zuflucht in unser offenbar unerschöpfliches Sozialsystem suchen.
    • Lowend 25.04.2015 13:09
      Highlight Highlight Was sie da behaupten grenzt an Geschichtsklitterung und dient nur dazu, dass präpotente Unmenschen sich aus der Verantwortung stehlen können. Wenn es überall auf der Welt so sicher ist, empfehle ich ihnen eine Reise in alle diese Krisengebiete. Es ist im übrigen keine Leistung, Schweizer zu sein, sondern reiner Zufall, dass sie hier geboren wurden und ihre Sozialsystem-Aussage, spricht leider Bände! Flüchtlingen vorzuwerfen, dass sie aus wirtschaftlichen Gründen fliehen und selber wirtschaftliche Gründe zu nennen, um sie nicht aufnehmen zu müssen, ist an Doppelmoral kaum mehr zu überbieten!
    • badi@shlink.ch 25.04.2015 13:48
      Highlight Highlight Wer mit 20 nicht links denkt, hat kein Herz. Wer mit 50 immer noch links denkt, hat keinen Verstand. Vereinigte Gutmenschen, begreift es ein für allemal: wenn wir unseren Wohlstand bewahren, die Sozialwerke auch zukünftig nutzen und den Menschenhändlern & Schleppern ein für allemal das Handwerk legen wollen - dann gibt es nur eins: dem Beispiel Australiens folgen!
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  • whatthepuck 25.04.2015 11:35
    Highlight Highlight Spannend zum lesen. Es bestärkt mich aber in meiner Ansicht, dass die Lösung nicht heisst: "50'000 in der Schweiz aufnehmen!". Die Probleme liegen in Afrika, in den jeweiligen Ländern. DORT muss angesetzt werden. Die Leute kommen nicht der Schweiz wegen, sondern des Geldes wegen. Werden ihnen Perspektiven in der Heimat eröffnet, sind alle glücklicher. Warum duldet der Westen keinen Gadaffi, der Lybien zu Wohlstand führte, aber das Regime in Eritrea? Wie wärs wenn "die beste Armee der Welt" Entwicklungszusammenarbeit leistet und aufzeigt, wie man einen Wehrdienst erträglich gestaltet?
    • Jol Bear 25.04.2015 15:26
      Highlight Highlight Richtig, die Aufnahme von x-Tausend Boots-Flüchtlingen in Europa ist nichts als momentane, aus Menschlichkeit notwendige Symptombekämpfung. Auf lange Sicht, und bereits jetzt, ist das zum Nachteil sowohl von Afrika als auch Europa. Die Ursache der Misere liegt primär bei den Regierungen in den Herkunftsländern. Aber wo bleiben hier die grossen mächtigen Weltpolitiker? Wo die UNO? Ganz offensichtlich besteht ganz einfach kein resoluter Wille, die Situation in diesen Ländern zu verbessern oder überhaupt Einfluss zu nehmen. Wahrscheinlich hat es in Eritrea kaum Erdöl oder keine sonstigen interessanten Rohstoffe.
    • gaba 25.04.2015 17:04
      Highlight Highlight Auch wenn die langfristige Lösung in Afrika liegt, braucht es auch kurz- un mittelfristige (Übergangs-)Lösungen. ... und einige davon liegen wohl hier.
  • rothi 25.04.2015 11:10
    Highlight Highlight Vielen Dank Watson für diesen Beitrag! Finde es sehr eindrücklich, was die jungen Männer schon erleben mussten und welche Gefahren und Strapazen sie auf sich genommen haben (und auch finanzielle Mittel). Das ist Qualitätsjournalismus. Mal die betroffenen fragen.
    • Thomas Binder 25.04.2015 14:10
      Highlight Highlight Sehe ich Ihre Ottograpfie, verstehe ich, dass Sie sich vor dem Potenzial dieses jungen Mannes fürchten.
    • 1337pavian 04.05.2015 00:16
      Highlight Highlight @zzyzxx

      Geld allein ist wertlos - nur Papier (oder Metall).
      Ohne Vertrauen ist dieses Geld völlig wertloses Zeug!

      Die kannibalische [vgl. neoliberale, ausbeuterische] Weltordnung fördert nicht das Vertrauen zwischen den Menschen.
    • Sir Jonathan Ive 25.08.2015 15:43
      Highlight Highlight @deleted
      achso ja klar. die sprache muss vor der einwanderung erlernt werden... ich hatte ganz vergessen das die eritreanische regierung jedem der vorhat zu fliehen noch eine zeitspanne zur verfügung stellt in der sie - ohne sich vor verfolgung fürchten zu müssen - zuerst die sprache des landes erlernen dürfen in welches sie zu flüchten gedenken..
      ausserdem stellt die regierung den zukünftigen flüchtlingen berater zur verfügung, die mit ihnen abklären welches europäische land denn am besten zu ihnen passt, damit sie sich auf das entsprechende land vorbereiten können.
  • Angelo C. 25.04.2015 10:33
    Highlight Highlight Es verwundert eigentlich schon, dass WATSON nicht die beiden Hauptthemen in diesen Zusammenhängen kolportiert, welche derzeit alle anderen Medien so sehr beschäftigt. Da wäre die gestrige ARENA mit den kranken Vorstellungen eines Daniel Vischer und eines unsäglichen Lukas Bärfuss, aber auch die grotesken Wahlkampfparolen Hans Grunders und seiner niedergehenden Partei BDP, der fordert, die Schweiz müsse sofort 50'000 Flüchtlinge übernehmen (...). Oder schlimmer noch : die nirgends in Europa umsetzbaren Illusionen des Migrationsforschers François Gemenne, der sagt, dass man "überall die ganzen Grenzen öffnen müsste." Dafür kriegen wir hier kompensatorisch eine langatmige Rührgeschichte serviert, die sicher auch tragisches beinhaltet, jedoch daran vorbeiredet, wie die Schweiz - die eh am drittmeisten Flüchtlinge in ganz Europa aufnimmt - mit sowas sinnvoll umgehen sollte. Ich meine etwas, was hierzulande mehrheitsfähig wäre....

    http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Wir-sollten-die-Grenzen-oeffnen/story/11835049
    http://tagi.ch/12937284


    • Rocky77 25.04.2015 11:56
      Highlight Highlight Wenn Sie das Interview mit François Gemenn wirklich gelesen hätten, würden Sie jetzt wissen, dass eine Öffnung bzw. Legalisierung von den Grenzen bzw. Drogen nie zu einem grösseren Ansturm führte, sondern z.B. bei den Drogen genau das Gegenteil der Fall war/ist.
      Im Bericht von "Watson" wird nie erwähnt, dass Idris wegen des Geldes und der Schweiz nach Europa kam, sondern schlicht aus tödlicher Verzweiflung.
    • Angelo C. 25.04.2015 11:56
      Highlight Highlight Jean Paul Pimmel : Gern geschehen, auch wenn dafür allenfalls Dutzende von dislikes zu ernten sein werden :-)!

      Die meisten Menschen sind nicht dazu fähig Ratio gegen Emotio zu setzen und einen an sich hehren Gedanken dann auch realistisch zuende zu denken. Es hat nicht nur mit Mathematik und absehbarer Vorausberechnung zu tun, weil die Grundlagen oder der Wille dazu oft fehlen, sondern das Manko, auch unschönen Realitäten ins Auge zu blicken.
    • Joshzi 25.04.2015 12:00
      Highlight Highlight Menschlichkeit braucht keine Mehrheiten, denn Mehrheiten haben schon dabei zugeschaut, wie 6 Millionen Juden vergast und viele Hunderttausend andere ummgebracht wurden oder so wie unsere Grossväter, an der Grenze zurück in den Tod geschickt haben.Herr Bärfuss hat eindrücklich entlarvt, dass hinter der Hetze nur Hass,Neid und Missgunst steht, und keinerlei Fakten. 50'000 sind ein Cervelat weniger für jeden von uns, ist das ihr Argument? Sie nennen nur eine Zahl, keine Bezüge, nichts. Sie erscheinen mir nur als ein weiterer fremdenfeindlicher Hetzer. Krank ist, wer seine Ängste über alles stellt
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  • zombie1969 25.04.2015 09:45
    Highlight Highlight Wenn Europa nicht alle aufnimmt, und dazu gibt es keine Mehrheit in den hiesigen Bevölkerungen, nirgends, muss irgendjemand die Selektion vornehmen und durchsetzen. Die Aussortierten werden weiterhin über das Mittelmeer oder wie auch immer zu kommen versuchen. Der Versuch, das Ganze in Afrika zu stoppen, ist naiv. Die Leute, die kommen, sind Experten für die Situation in ihren Heimatländern und sie wetten ihr Leben darauf, dass sich nichts ändert.

    • 1337pavian 04.05.2015 00:57
      Highlight Highlight Vier Sätze, der dritte Bescheinigt der Hoffnung ihre Naivität.
      Dann sind wir eben naiv.
      Fehr in der Arena schnauzt gerade im Hintergrund:
      "Sie sind doch ein intelligenter Mensch (...) [Schwenk auf Symptombekämpfung; Entwicklungshilfe, Hilfsgüter] (...) und Sie wollen doch auch effizient sein (...)" etc.
      Diskussionskultur pur. Fehr ist gefährlich, wie die ganze Rechte. Brandgefährlich. Die Linke kann nicht viel mehr als zusehen, wie immer.
  • little_miss_trouble 25.04.2015 09:43
    Highlight Highlight Danke für diesen eindrücklichen Beitrag. Genau das ist für mich der notwendige Journalismus in dieser angespannten Lage..
    • Angelo C. 25.04.2015 11:29
      Highlight Highlight Wieso ist das "notwendiger Journalismus"? Weil er den Weg ebnen sollte, um hier Zehntausende von Analphabeten und beruflich nicht integrierbare arme Menschen aufzunehmen, die dann ein ganzes Leben lang von der eh ausblutenden Sozialhilfe alimentiert werden sollen? Wo sollen sie untergebracht werden, wenn heute schon praktisch jede Gemeinde auf die Barrikaden geht, wenn noch ein weiteres Asylzentrum bei ihnen eröffnet werden soll? Wie sollen solche Vorstellungen à la Daniel Vischer und Lukas Bärfuss, schlimmer noch François Gemenne, hierzulande mehrheitsfähig werden? Sie werden es nicht, auch wenn viele Flüchtlingsberichte berechtigt auch mitfühlende Emotionen wecken. Man sollte dennoch in seinen Beurteilungen realistisch bleiben....
    • corsin.manser 25.04.2015 11:56
      Highlight Highlight Um ein realistisches Bild der ganzen Situation zu erhalten, ist es meiner Meinung nach durchaus angebracht, auch einmal die Flüchtlinge selber sprechen zu lassen. Um die geht es ja, nicht um die Politiker.
    • Angelo C. 25.04.2015 12:09
      Highlight Highlight Corsin Manser : Diese Ansicht teile ich durchaus. Nur ist es halt so, dass letztlich die Politik urteilen muss und wird, wie man hierzulande, oder auch im gesamten Europa, damit umgehen wird. Das ist eine gesicherte Erkenntnis.
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