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Eine Fachperson zieht in Bern den Impfstoff von Moderna in eine Spritze auf.
Eine Fachperson zieht in Bern den Impfstoff von Moderna in eine Spritze auf.
Bild: keystone

Kommt die dritte Impfung nun auch in der Schweiz? Ein Überblick in 7 Punkten

An der Pressekonferenz des Bundes kam am Dienstag erneut die Frage nach der dritten Impfung auf. Länder wie Israel haben bereits damit begonnen, in der Schweiz ist man noch unschlüssig. Die wichtigsten Antworten rund um das Thema Booster-Impfung.
04.08.2021, 15:03
Christoph Bopp, Doris Kleck, Samuel Schumacher / ch media

Werden in der Schweiz schon Personen zum dritten Mal geimpft?

Seit dem 22. Juli empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit Personen mit einem schwachen Immunsystem, etwa aufgrund einer Chemotherapie oder nach einer Transplantation einen Antikörpertest zu machen und eine dritte Impfung zu prüfen. Vorläufig werden auch für diese Personen nicht mehr als drei Impfdosen empfohlen, da keine Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit weiterer Impfungen vorliegen. Für alle anderen Personen gibt es keine Empfehlung für eine dritte Impfung.

Welche Länder haben bereits mit der dritten Impfung begonnen?

Israel hat am vergangenen Sonntag mit den sogenannten «Booster»-Impfungen für alle über 60-Jährigen begonnen. Staatspräsident Isaac Herzog war der erste, der sich die dritte Dosis des Pfizer-Impfstoffs verabreichen liess. 155'000 Israelis sind ihm bereits gefolgt, rund 200'000 haben in den kommenden Tagen einen Termin für die dritte Impfung.

Auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain bieten ihrer Bevölkerung bereits einen Booster-Shot an. Die beiden Länder hatten im Dezember 2020 mit der Verabreichung des Sinopharm-Impfstoffs begonnen. Personen, welche trotz doppelter Impfung mit dem chinesischen Vakzin keine Immunkörper produziert haben, dürfen sich jetzt einen Pfizer-Booster abholen. Deutschland und Grossbritannien haben beide angekündigt, ab September mit der dritten Impfung zu starten.

Eine israelische Frau erhält ihre dritte Impfung in Jerusalem.
Eine israelische Frau erhält ihre dritte Impfung in Jerusalem.
Bild: keystone

Wann ist damit zu rechnen, dass auch in der Schweiz nachgeimpft wird?

Das Bundesamt für Gesundheit wird eine dritte Impfung empfehlen, sofern wissenschaftlich erwiesen ist, dass diese notwendig ist. Noch sei dies nicht der Fall. Gegenüber «20 Minuten» sagte Virginie Masserey vom BAG: «Dass die Schweiz im Herbst mit Drittimpfungen beginnt, ist ein Szenario, mit dem wir arbeiten. Wir haben das nicht verschlafen.»

Warum könnte eine Nachimpfung nötig werden?

Weder mit einer Impfung noch mit einer Ansteckung wird eine dauerhafte Immunität erreicht. In der Schweiz geht man von sechs bis 12 Monaten aus. Andere Quellen sagen, dass die Impfung länger schützt. Es gibt noch zu wenig verlässliche Daten. Sicher ist, dass die Schutzwirkung mit der Zeit nachlässt- Immunsysteme älterer Leute reagieren generell weniger stark und die Antikörper verschwinden auch schneller wieder.

Wie schätzen andere Länder die Länge der Immunphase ein?

Wahrscheinlich sind 12 Monate eher zu hoch gegriffen. Deutschland will seine Risikopersonen nach sechs, Israel sogar fünf Monate nach der ersten Dosis zum dritten Mal impfen. Israel meldete in letzter Zeit viele Ansteckungen doppelt Geimpfter. Die Zahl schwerer oder Todesfälle stieg aber nicht gleichermassen. Man darf nach wie vor davon ausgehen, dass die Impfstoffe vor einem schweren Verlauf gut schützen.

Eine in den letzten Tagen abgeschlossene Studie, die mit 44'165 über 16-Jährigen und 2264 12- bis 15-Jährigen durchgeführt wurde, die im Dezember 2020 ihre erste Dosis mit dem Pfizer-Impfstoff erhielten, ergab keine grundlegend neuen Erkenntnisse. Die Schutzwirkung war immer noch 91 Prozent. Die Nebenwirkungen blieben im Rahmen des Bisherigen.

Wie sicher ist die dritte Impfung? Und wie gut schützt sie?

Dafür gibt es noch keine Daten. Aber es ist nicht zu erwarten, dass es Probleme geben könnte. Es kommt auch drauf an, welcher Impfstoff verwendet wird. Deutschland will als dritte Impfung nur mRNA-Impfstoffe (Pfizer/BioNTech und Moderna) verwenden. Man vermutet, dass die beiden mRNA-Impfstoffe einen verlässlicheren und länger andauernden Impfschutz bieten als Vektorimpfstoffe (AstraZeneca und Co.). Beide Firmen entwickeln leicht veränderte Booster-Impfstoffe. Sie sollen noch wirksamer gegen neue Mutationen schützen.

Können doppelt Geimpfte immer noch ansteckend sein?

Die Impfung macht nicht steril, das heisst, sie verhindert nicht, dass sich in der Nase und in den Atemwegen Viren aufhalten können. Und dass man sie von dort auch weiter verbreiten kann. Studien haben ergeben, dass die Viruslast sich bei einem Doppelt-Geimpften nicht gross unterschiedet zu der eines Nicht-Geimpften. Allerdings nimmt man an, dass sie bei einem Geimpften schneller wieder abnimmt. Man kann als Doppelt-Geimpfter auch leichte Symptome entwickeln. Erkrankt aber fast immer nicht mehr stark.

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