Interview
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Jan-Egbert Sturm, Direktor KOF (Konjunkturforschungsstelle der ETH Zuerich) orientiert an einer Medienkonferenz in Zuerich am Dienstag, 3. Februar 2015, ueber die KOF-Studie

«Alles, was wir jetzt nicht tun, kommt uns später teurer zu stehen»: KOF-Leiter Jan-Egbert Sturm. Bild: KEYSTONE

Interview

Ökonom der ETH warnt: «Kurzarbeit und Kredite reichen nicht»

Jan-Egbert Sturm, Leiter der KOF Konjunkturforschungsstelle, rät zu A-fonds-perdu-Beiträgen – die Schweiz habe das Geld dafür.

Niklaus Vontobel / ch media



Total 100 Milliarden Franken – so viel Geld solle die Schweiz ausgeben, um in der Coronakrise zu bestehen. Vor zwei Wochen stellte Jan-Egbert diese gewaltig wirkende Summe in den öffentlichen Raum. Doch am Freitag stockte der Bundesrat die Hilfsgelder bereits auf 60 Milliarden auf. Vom Leiter der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich wollte CH Media wissen, ob die Wirtschaft nun gut geschützt ist.

Herr Sturm, werden die 100 Milliarden reichen?
Jan-Egbert Sturm: Die 100 Milliarden sind als Obergrenze zu verstehen, die wir hoffentlich nie erreichen. Mein Co-Autor, ETH-Professor Hans Gersbach, und ich wollten damit sagen: Wir können so viel ausgeben – der Bund hätte noch immer solide Finanzen.

Woher kommt die Zahl?
Heute liegt die Staatsverschuldung bei etwa 40 Prozent des Bruttoinlandprodukts, das 2019 erwirtschaftet wurde. Wenn wir diese Wirtschaftsleistung nach der Krise wieder erreichen, könnten wir 100 Milliarden Franken ausgeben – und die Staatsverschuldung betrüge erst 55 Prozent. Wir wären 5 Prozentpunkte unter den Maastrichter-Kriterien. Diese geben vor, dass die Verschuldung 60 Prozent des BIP eines Landes nicht übersteigen soll.

Wie Bundesrat Ueli Maurer sagte, will die Schweiz aber nicht in die EU – warum sollen die 60 Prozent dennoch wichtig sein?
Viele Leute denken, eine Staatsverschuldung unter diesem Niveau sei verkraftbar. Welchen Wert diese 60 Prozent genau haben, ist tatsächlich durchaus umstritten.

Der Konjunkturprognostiker

Jan-Egbert Sturm leitet die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich seit 2005. Als KOF-Chef verantwortet der 50-jährige Sturm die Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung. Über Studien und Analysen beteiligt sich die KOF regelmässig an den wirtschaftspolitischen Debatten der Schweiz. Sturm hat die Finanzkrise von 2008 miterlebt und den Frankenschock von 2015 (er hätte den Mindestkurs nicht aufgehoben, sagte er einmal.) Doch die Coronakrise ist für ihn eine Ausnahmesituation. Niemand könne sich entziehen, sämtliche Akademiker müssten sich gezwungenermassen mit der Krise auseinandersetzen. Sturm ist verheiratet und hat mit seiner Frau zwei Kinder. (nav)

Stellen wir die Grundsatzfrage: Warum soll der Staat eingreifen?
Wir sind von den direkten und indirekten Folgen der Pandemie alle betroffen, die ganze Gesellschaft. Daher muss der Staat als Versicherer in Leistung treten und dafür seine Bilanz nutzen.

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Das heisst: Nach der Krise steigen die Steuern?
Nicht für die gesamte Bevölkerung, das wird nicht nötig sein. Wir schlagen jedoch vor, die Steuern auf hohe Unternehmensgewinne befristet zu erhöhen. Es wäre ein Corona-Zuschlag. Unternehmen, die in der Krise gut wirtschaften konnten, würden etwas mehr Steuern zahlen.

Warum sollen solche Unternehmen mehr zahlen?
In dieser Krise sind hohe Gewinne dem Zufall geschuldet. Krisen sind zwar immer ungerecht: Es hängt oft nicht von der eigenen Leistung ab, wer sie gut übersteht. Aber für die aktuelle Krise gilt dies ganz besonders. Niemand hat sie vorhersehen können. Einige Unternehmen werden nun lange keine Gewinne mehr schreiben. Andere werden aus der Krise einen Profit schlagen oder sind zufällig in Branchen tätig, die besser davon kommen. Diese würden einen Teil ihrer zusätzlichen Gewinne abliefern.

Diese Unternehmen wären dennoch wenig begeistert.
Die Wirtschaft könnte sich solidarisch zeigen, was wichtig für ihren gesellschaftlichen Rückhalt ist. Es wäre ein Beitrag, damit alle die Kosten dieser Krise gemeinsam tragen.

Warum lassen sich allgemeine Steuererhöhungen vermeiden?
Wir werden die Verschuldung auch ohne dieses Instrument wieder senken können. Die Schweiz hat in der Vergangenheit bewiesen, dass sie haushalten kann. Die Schuldenbremse hat dabei geholfen. Wichtig wird auch sein, dass die Schweizer Wirtschaft wieder wächst. So können wir die Verschuldung, gemessen am Bruttoinlandprodukt, leichter senken.

«Der Staat soll nicht alles übernehmen, aber eine gewisse Leistung ist angebracht.»

Jan-Egbert Sturm

Steuersenkungen wird es aber auch nicht geben?
Nein, davon brauchen wir nicht zu reden. Die sind erst einmal vom Tisch.

Tut der Staat aktuell genug – oder braucht es mehr?
Professor Gersbach und ich glauben, dass es weitere Instrumente braucht. Der Staat sollte die Unternehmen zusätzlich entlasten. Zum Beispiel sollte er teilweise die Mietkosten übernehmen oder auch Zinszahlungen. Und zwar nicht via Kredit, sondern à fonds perdu. Es wäre eine Art von Kurzarbeit-Regime für Kapital. Der Staat soll nicht alles übernehmen, aber eine gewisse Leistung ist angebracht.

Trotz aller der Hilfen, die es schon gibt? Kurzarbeit für die Arbeitnehmer. 20 Milliarden Franken an Krediten, meist zu einem Nullzins.
Kurzarbeit und Kredite allein reichen nicht. Sind nach der Krise viele Betriebe überschuldet, werden sie auf Jahre hinaus nicht investieren. Für Innovationen fehlt das Geld. Die Wirtschaft würde weniger stark wachsen, und die Unternehmen sind weniger wettbewerbsfähig im Vergleich zum Ausland.

Das wäre nach der Krise – man könnte später reagieren.
Alles, was wir jetzt nicht tun, kommt uns später teurer zu stehen. Und es könnten schon heute Unternehmen keine Perspektive mehr für sich sehen – und schliessen. Dadurch könnte die Arbeitslosenquote in der Schweiz stark steigen. Sie hat sich bereits von 2.5 auf 3.1 Prozent erhöht.

Bundesrat Guy Parmelin sagt, der Bund könne sich A-fonds-perdu-Beiträge nicht leisten.
Wir sehen das anders. Solche Beiträge wären ohne grössere Probleme zu stemmen, ohne die Obergrenze von 100 Milliarden Franken zu überschreiten. Deshalb kann ich die Aussage von Bundesrat Parmelin nicht ganz nachvollziehen.

Bundesrat Guy Parmelin spricht waehrend einer Medienkonferenz des Bundesrates ueber die Situation des Coronavirus, am Freitag, 27. Maerz 2020 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Sturm teilt betreffend A-fonds-perdu-Beiträge nicht die Meinung von Guy Parmelin. Bild: KEYSTONE

Nicht alles, was man sich leisten kann, sollte man sich leisten.
Es ist gut investiertes Geld. Wir müssen die Wirtschaft nun einfrieren, die Strukturen müssen erhalten bleiben, damit wir nach dem Winterschlaf wirklich durchstarten können. So behalten wir auch die staatliche Verschuldung am besten im Griff.

Wir haben eine Gesundheitskrise und stecken erst am Anfang einer Krise der Realwirtschaft. Wird es auch eine Finanzkrise geben?
Ausschliessen lässt es sich nicht. Wenn Unternehmen reihenweise insolvent werden, womöglich ganze Branchen, dann wird dies den Finanzsektor vor grosse Probleme stellen. Wir hätten zur Gesundheits- und Wirtschaftskrise auch noch eine Finanzkrise. Das gilt es zu verhindern. Darum müssen wir Strukturen erhalten.

Normalerweise sind Ökonomen für einen Wandel der Strukturen.
Richtig. Aber es ist nicht der Moment dafür. Die Zahl der Konkurse darf keine extremen Ausmasse annehmen. Sonst haben wir eine Krise des gesamten Systems. Daher ist es wichtig, dass möglichst viele Unternehmen eine Perspektive haben. Dafür braucht es mehr staatliche Unterstützung, auch Beiträge à fonds perdu.

Aber eine Rund-um-sorglos-Versicherung wollen Sie auch nicht?
Nein, der Staat kann die Krise nicht im Alleingang meistern. Nach unserem Vorschlag soll er zum Beispiel nur einen Teil der Mieten übernehmen. Die Betriebe, ihre Vermieter und deren Geldgeber stehen auch in der Pflicht.

Für über 1 Millionen Menschen wurde Antrag auf Kurzarbeit gestellt, über 20 Prozent aller Erwerbstätigen. Wären sie ohne Kurzarbeit alle arbeitslos?
Wohl nur ein Bruchteil von ihnen. Wie viel genau, lässt sich nicht abschätzen. Den Staat kommt die Kurzarbeit dennoch billiger zu stehen, wie die Finanzkrise von 2008 gezeigt hat. Die Kosten von Arbeitslosigkeit sind sehr viel langwieriger.

Mit der Kurzarbeit werden jene geschützt, die eine Stelle haben. Was ist mit jenen, die neu auf den Arbeitsmarkt kommen?
Für sie ist es besonders wichtig, dass uns das Einfrieren und wieder Auftauen der Wirtschaft schnell gelingt. Inmitten der Krise werden kaum neue Stellen geschaffen. Auch danach sind die Betriebe zunächst zurückhaltend. In einer Krise auf den Arbeitsmarkt zu kommen, kann Personen ein Erwerbsleben lang verfolgen. Sie sind im Durchschnitt öfter arbeitslos. Sie landen in tieferen Lohnkategorien und haben es schwerer, aufzusteigen. (aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • swisskiss 06.04.2020 12:01
    Highlight Highlight Der gute Mann vergisst offensichtlich, dass die Schweiz immer noch an der Finanzkrise zu beissen haben. Oder sind Minuszinsen und die exorbitant aufgeblähten Devisenreserven in Dollar und EURO der SNB, kein Warnzeichen einer unter Druck stehenden Wirtschaft, besonders Export, Tourismus und Finanzbereich?

    Und da steht die Schweiz im Vergleich mit der EURO Zone noch gut da.

    Die Schweiz wird als stark vom EURO Raum abhängiges Handelsland, die Verwerfungen in den südlichen EURO-Staaten, mit durchaus realistischen Szenarien von Staatspleiten, stärker leiden, als hier beschrieben.
  • inVain 06.04.2020 10:56
    Highlight Highlight Für solche Fälle wie bei einer solchen Pandemie wäre es schön, man hätte bereits ein ausgereiftes Konzept für ein temporäres bedingungsloses Grundeinkommen.

    Idealerweise würde dieses per Anfang eines Monats in Kraft treten. Die Firmen bezahlen ihren Arbeitnehmenden nur noch die Differenz zwischen BGE und einem vereinbarten Lohn. Der Rest müsste entsprechend vom Bund bzw. den Kantonen vergütet werden.

    Es erhalten alle Leute einen überlebensnotwendigen Pro-Kopf-Betrag. Die Firmen werden entsprechend entlastet.
  • malu 64 06.04.2020 10:39
    Highlight Highlight Der Staat setzt viele Branchen auf Eis, deshalb muss er diesen helfen.
  • OrbiterDicta! 06.04.2020 10:34
    Highlight Highlight "Für [diejenigen die neu auf den Arbeitsmarkt kommen] ist es besonders wichtig, dass uns das Einfrieren und wieder Auftauen der Wirtschaft schnell gelingt."

    Das stimmt natürlich schon, aber bis es soweit ist? Gerade wenn man zur Risikogruppe gehört kann man momentan nicht Arbeit finden. Da bleibt wohl nur noch der Gang zur Sozialhilfe?

    Und die vielen anderen Branchen die immer wieder angesprochen werden (Physiotherapeuten, Masseure, Taxifahrer, etc.), wie wird ihnen geholfen?
    • Butschina 06.04.2020 11:02
      Highlight Highlight Da kommt bis Ende Woche eine Lösung. Zumindest hat der BR das gesagt. Da er bisher das gemacht hat, was er sagte, wird es dafür eine Lösung geben. Natürlich wird der Staat nicht alle Kosten übernehmen können. Aber er sucht Lösungen.
      Der Vorschlag des Geldes à fonds perdu für Mieten und Zinsen tönt gut, aber man sollte nicht das ganze Pulver auf einmal verschiessen. Wenn andere Massnahmen nicht greifen, kann man darauf zurück kommen.
    • MartinZH 06.04.2020 11:02
      Highlight Highlight Der BR hat letzte Woche angekündigt, dass er an diesem Mittwoch eine Lösung für die "nicht direkt betroffenen" Selbständigen (Taxifahrer, etc.) vorstellen wird.

      Ich könnte mir vorstellen, dass das so ähnlich wie z.T. in den Gemeinden (z.B. Stadt Zürich) aussehen wird, z.B. mit 2500 CHF. Die Frage wird sein, ob dieser Betrag einmalig oder regelmässig (monatlich) zur Verfügung steht.

      Leider wird es so sein, dass trotz allen Massnahmen des Bundes nicht viel bei den betroffenen Bürgern ankommen wird.

      Colette Nova hat in der Medienkonf. bereits ziemlich unverblühmt auf das Sozialamt verwiesen.
  • Friburger 06.04.2020 10:17
    Highlight Highlight Kredite sind ein Geschäft für den Staat, die Unternehmen können diese nur mit Gewinnen zurückzahlen. Der Staat verdient doppelt einmal bei der Besteuerung der Gewinne und das zweite mal durch die Vermögensteuer, da der Wert der Unternehmen steigt. Covid-19 Kredite sollten wie Verlustvorträge mit den Gewinnen verrechnet werden können.
  • Alteresel 06.04.2020 09:39
    Highlight Highlight Es würde mich schon überraschen, wenn ich in meinen alten Tagen noch erleben sollte, dass wir der Mittelstand da nicht zur Steuerkasse gebeten würden. Das wäre dann wirklich neu.
  • Auric 06.04.2020 09:37
    Highlight Highlight Gibt es eine Liste des Verhältnis von Technischen zu Nicht-technischen Institute an der Eidgenössisch-TECHNISCHEN-Hochschule?

    Könnte man die nicht umbenennen in z. B.

    SSTE

    Swiss-School-Teaching-Everything
  • SBP 06.04.2020 09:22
    Highlight Highlight Jetzt geht es nach und nach an das Eingemachte und man kann den Reichen und Mächtigen nur empfehlen, das Volk nicht zu verraten. Milliardenhilfen für Betriebe die über Jahre hinweg gute Gewinne geschrieben haben und eine Abfuhr für die Ein-Mann-Unternehmen und KiTa‘s ist schon mal ein ganz schlechter Beginn. Jetzt zeigt sich die wahre Grösse, der Leader dieser Welt! Ich hoffe es gibt viele bessere Beispiele, als der FC Liverpool. Pfui!
  • Pollo Loco 06.04.2020 08:41
    Highlight Highlight Gute Richtung, ich arbeite in einem Grossunternehmen, welcher Kurzarbeit angemeldet hat. Da frage ich mich schon, warum man nicht zuerst auf die Kleinunternehmen Rücksicht nimmt, bevor die Grossen finanzielle Unterstützung bekommen. So wären die Ressourcen sinnvoller eingesetzt.
  • N. Y. P. 06.04.2020 08:14
    Highlight Highlight «Kurzarbeit und Kredite reichen nicht»

    Das stimmt. Und das weiss auch der Bundesrat. Der Bundesrat hat aber im Moment keine Sekunde Zeit, für solche Gedankenspiele.

    Der Bundesrat muss aktuelle Probleme lösen und er macht das ziemlich gut. Während der BR in Arbeit ertrinkt, haben Journalisten, Ökonomen, Kommentarschreiber jede Menge Zeit, bereits den Mahnfinger zu lüpfen.

    Nichtsdestotrotz sind das alles Vorschläge, auf die es hinauslaufen dürfte.
  • M.Ensch 06.04.2020 07:58
    Highlight Highlight Innert kürzester Zeit wird ein Heer von Arbeitslosen, Kurzarbeitenden usw. produziert mit verheerenden Folgen für alle Altersgruppen, wirtschaftlich und sozial. 97% der Coronaverstorbenen wären wohl einige Monate später altersbedingt und aufgrund ihrer Krankengeschichte trotzdem gestorben. Der Begriff gelenkte Durchseuchung soll nicht länger unter dem Tisch bleiben. Wir müssen wissen, wie weit die Durchseuchung fortgeschritten ist und ab 19. April schrittweise lockern oder der Bundesrat zerstört die Stützen der Gesellschaft.
  • Zeit_Genosse 06.04.2020 07:49
    Highlight Highlight Im Moment haben wir nur die Alternative, die bestehenden Strukturen zu erhalten und zu reparieren. Ein Systemumbau braucht eine machbare Idee, der viele folgen möchten. Doch das ist eine Gesundheitskrise, die ein funktionierendes Wirtschaftssystem lahmgelegt hat. Der Wurm ist nicht im Wirtschaftssystem, sondern im Menschen. Dort muss er raus. Und die Wirtschaft muss schnell belebt werden. Liquidität ist Atmung, Rentabilität ist Nahrung.
    • COVID-19 ist Evolution 06.04.2020 08:31
      Highlight Highlight @zeit_genosse Ein Systemumbau erfolgte bisher noch nie auf Grund einer Idee, immer aus einer existenziellen Not.

      Die Wurm ist nicht im Mensch. Eher der Mensch in seiner aktuellen Rolle im Wirtschaftssystem. Letzteres unternimmt genau darum alles um Ersteren zu eliminieren (Digitalisierung).

      Die Digitalisierung wird kommen, da braucht man sich nichts vor machen.

      Was Corona schonungslos offenbart ist, dass für die Folgen der Digitalisierung für den Mensch aktuell keine Konzepte bestehen. Wohl auch weil der Bund seine eigene Digitalisierung nicht voran getrieben hat und das KnowHow fehlt.
    • bokl 06.04.2020 08:38
      Highlight Highlight Nein. Der Wurm ist (auch) im Wirtschaftssystem, welches nur mit stetigem Wachstum funktioniert und in welchem jegliche Rücklagen / Sicherheitspuffer wegrationalisiert wurden.
  • Tom Toni 06.04.2020 07:48
    Highlight Highlight Meines Wissens sind diese Laserpointer, die Herr Jan-Egbert Sturm da in der Hand hat seit einem Jahr in der Schweiz verboten ;)
  • MartinZH 06.04.2020 07:44
    Highlight Highlight Die bisherigen Massnahmen sind nur ein Tropfen auf den heissen Stein.

    Realistisch: Das Ende, d.h. wenn eine Impfung zur Verfügung steht, ist nur das Ende der Corona-Krise. Danach geht um die Bewältigung der Weltwirtschafts-Krise mit Konjunktur-Programmen, Sanierung der Sozialwerke, Bewältigung der wirtschaftlichen Verwerfungen, etc.

    Halten wir uns immer vor Augen, dass das BIP der Schweiz aktuell knapp 700 Mrd. CHF beträgt. Das BIP wird auch schrumpfen. Rückblickend, so in zwei, drei oder fünf Jahren, werden Bazooka-Beträge – wie beispielsweise 100 Mrd. CHF – eher als Petitessen erscheinen.
    • neoliberaler Raubtierkapitalist 06.04.2020 08:46
      Highlight Highlight Eine sichere Impfung zu entwickeln braucht Jahre. Solange hält kein Coiffeur durch.
    • MartinZH 06.04.2020 09:23
      Highlight Highlight @Raubtierkapitalist: Es gibt Schätzungen, dass das im Herbst/Winter der Fall sein könne oder im Frühjahr 21.

      Das ist aber nicht der entscheidende Punkt. Wenn es genügend Tests (und Masken für alle) geben wird, nicht um das Virus nachzuweisen, sondern ob sich Antikörper im Blut befinden (Krankheit durchgemacht), wird es Zertifikate geben. Bis zur Impfung gibt es dann ein "Zwei-Klassen-Regime". Ein "Ausstieg" wird es so nicht geben, sondern eine langsame Normalisierung. In Südkorea können Arbeitnehmer bereits täglich getestet werden, bevor sie den Betrieb betreten. Das Resultat gibts in 10 Min.
  • Sharkdiver 06.04.2020 07:43
    Highlight Highlight Die SNB hat doch 2019 etwas über 90 Milliarden Gewinn gemacht. Die wären hier doch genau richtig platziert
  • Bosshard Matthias 06.04.2020 07:32
    Highlight Highlight Erschreckend finde ich wieviele Firmen anscheinend von der Hand in den Mund leben.
    Was läuft da schief warum wurden keine Reserven gebildet wir haben gerade erst mal 3 Wochen hinter uns.
    Firmen die in Vorauszahlung gehen müssen, wie wir, haben dafür Reserven gebildet und halten noch viele Mt. durch. Verständlich ist es bei jungen Unternehmen die vorweg investieren müssen oder erst gestartet sind nicht aber bei langjährigen Firmen da ist schon lange was faul so tragisch es ist.

    • M.Ensch 06.04.2020 11:48
      Highlight Highlight Faul? Es wird nicht in jeder Branche oder in jedem Sektor das grosse Geld gemacht. Viele KMU kommen einfach so über die Runden nach Abzug von Löhnen, Steuern usw. Sie arbeiten aus Herzblut fürs Unternehmen und die Mitarbeitenden.
  • Erich Kartmann 06.04.2020 07:31
    Highlight Highlight Es wird Zeit dass dieser selbstmörderische Lockdown endlich aufgehoben wird, wegen ein paar alten Leuten die sowieso bald gestorben wären (Durchschnittsalter der Coronafälle beträgt ja 83) wird von einem übereifrigen Bundesrat und einer BGA im Machtwahn leichtfertig die Zerstörung unserer wirtschaftlichen Lebensgrundlagen in Kauf genommen. Ich frage mich wie die Usurpatoren in Bern Nachts überhaupt noch ruhig schlafen können, wenn ihnen das Blut der zahllosen zerstörten Existenzen an den Händen klebt.
    • Dubio 06.04.2020 13:18
      Highlight Highlight Ich frage mich, wie Kurzdenker wie sie nachts schlafen könnne, wenn unser südlicher Nachbar uns grad vormacht, in welchem Desaster es enden kann, wenn man nichts macht.

      Dass jemand wirklich so wenig überlegt, ist schon sehr erstaunlich...
  • Ben Roberts 06.04.2020 07:23
    Highlight Highlight Ich habe eine Frage an die Watson-Redaktion: Habt ihr Herrn Sturm gefragt, ob er seit Beginn der Krise vom Wirtschafts- oder Finanzdepartement angehört wurde? Oder Herr Sturm, falls Sie das lesen: Wurden Sie vom Bundesrat um Ihre Expertise gebeten? Haben Sie sich dort gemeldet und wurden angehört, oder abgewiesen? Ich frage deshalb, weil es zum Krisenmanagement jeder guten Führung gehört, die gescheitesten Köpfe des Unternehmens oder Landes zu holen und in Entscheidungen einzubeziehen. Die ETH ist eine der rennomiertesten Hochschulen der Welt und muss einbezogen werden.
  • CalibriLight 06.04.2020 07:09
    Highlight Highlight Das sind ausgezeichnete, pragmatisch-realistische Ideen für einen gangbaren Weg. Die Schweiz und angesprochene grosse, gewinnabwerfene Unternehmen können sich das leisten.
  • Stefano82 06.04.2020 07:08
    Highlight Highlight Es gibt immer noch Leute die noch mehr Restriktionen fordern. Wenn wir nicht bald zur Normalität übergehen, ist alles für immer weg. Die Lösung wie in Schweden wäre 100 X besser und für die Wirtschaft angenehmer gewesen.
    Um den Virus kommen wir sowieso nicht herum. Gemäss Bundeserat müssen sich 80% und mehr anstecken. http://
  • Ökonometriker 06.04.2020 07:06
    Highlight Highlight Statt die Kapitalkosten a fonds perdu zu übernehmen, sollten die Risiken breiter aufgeteilt werden - also auch auf die Kapitaleigner (die Reichen). Bei Kurzarbeit wird dem Arbeitnehmer auch der Lohn und die PK-Beiträge gekürzt. Ebenso sollte es eine Kürzung der Mieten geben. Die Zinsen senkt die SNB bereits per Negativzins und Offenmarkteingriffe (ev. könnte man die Zinskurve noch glätten).

    Es kann nicht sein, dass die Arbeitnehmer via ALV für sich selber aufkommen müssen, die Kapitaleigner aber vom Bund und damit vom Steuerzahler voll finanziert werden. Hier müssen alle mithelfen.
    • CalibriLight 06.04.2020 07:41
      Highlight Highlight Sie haben durchaus recht. Nur wird das nicht passieren. Deshalb schätze ich die Vorschläge im Artikel als pragmatischer und umsetzbarer ein.
    • MartinZH 06.04.2020 08:35
      Highlight Highlight @Ökonometriker: A-fonds-perdu-Beiträge wird es vorläufig wohl keine geben. Über kurz oder lang wird es aber einen grosszügigen Schuldenschnitt (mit Abschreibern beim Bund) geben müssen, weil die Unternehmen nicht jahrelang staatlich verursachte Schulden mitschleppen können.

      Die Unternehmen könnten auch keine Steuern zahlen und Investitionen tätigen, solange sie die Schulden abstottern müssten.

      Aus diesem Grund werden sich die Schuldner nicht so grosse Sorgen machen müssen, denn grosszügige Schuldenschnitte werden zum Teil einfacher und kostengünstiger sein als aufwändige Konjunkturprogramme.
    • neoliberaler Raubtierkapitalist 06.04.2020 08:44
      Highlight Highlight Ich habe am Aktienmarkt auch verloren (bin nicht reich).
    Weitere Antworten anzeigen
  • Scaros_2 06.04.2020 06:59
    Highlight Highlight Also ich bin ja absolut kein Experte. Aber wenn ich Berichte lese, dass der Tourismus im Jahr 2020 global praktisch gelaufen ist etc. will ich noch sehen wie Fluggesellschaften etc. überleben. Auch frage ich mich inwiefern die kurzfristige Hilfe Wirkung zeigt wenn auf globaler Eben viele Grenzen mittelfristig geschlossen bleiben. Auch haben viele Firmen/Bezüger von Waren aus der Schweiz selbst probleme und ehe die nicht anlaufen verdient auch ein Schweizer Unternehmen nicht. Das ganze ist global ein solch komplexes Ding. Und selbst ein kleines CHKMU ist oft nur Lieferant zu einer grossen Firma

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