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Apple wird erpresst – Hunderten Millionen iPhones droht angeblich die Löschung

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Apple wird erpresst – Hunderten Millionen iPhones droht angeblich die Löschung

Die Hacker-Gruppe Turkish Crime Family hat laut einem Medienbericht Zugriff auf fremde iCloud-Accounts. Sollten die beunruhigenden Angaben zutreffen, wäre es ein Super-GAU für den US-Konzern und Kunden weltweit. Eine Einschätzung.
22.03.2017, 07:1623.03.2017, 15:21

Update: Laut Apple gab es keinen iCloud-Hack. Die folgende schriftliche Stellungnahme wurde watson zugestellt:

«Es gab bislang keinerlei Sicherheitsverletzungen in irgendeinem der Dienste von Apple, inklusive iCloud und Apple ID. Die angebliche Liste mit E-Mail-Adressen und Passwörtern scheint von früher kompromittierten Diensten von Drittanbietern zu stammen.  

Durch aktives Monitoring beugen wir unbefugten Zugriff auf Nutzerkonten vor und arbeiten mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen, um beteiligte Kriminelle zu identifizieren. Um sich gegen diese Art von Attacken zu schützen empfehlen wir Nutzern stets starke Passwörter zu verwenden, nicht auf die identischen Passwörter für verschiedene Sites zurückzugreifen und die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren.»
quelle: apple

Die ursprüngliche Story

Der US-Konzern Apple wird laut Motherboard von Unbekannten erpresst. Eine Hacker-Gruppe namens Turkish Crime Family drohe damit, die iPhones von Hunderten Millionen Kunden zu löschen. Es sei denn, Apple bezahle.

Die Erpresser forderten – fürs Erste – ein Lösegeld von 75'000 Dollar in Form der digitalen Krypto-Währung Bitcoin oder Ethereum oder 100'000 Dollar in Form von iTunes-Geschenkkarten.

Druckmittel sind angeblich die privaten Nutzerdaten von Hunderten Millionen Apple-Kunden. Die Kriminellen behaupten, sie könnten sich Zugang zu 300 Millionen iCloud-Accounts verschaffen, die sicher auf Apple-Servern gespeichert sind.

Das wäre in der Tat ein Horrorszenario bzw. ein Super-GAU für alle Beteiligten und das erste Mal überhaupt, dass sich Kriminelle in dermassen grossem Umfang Zugriff auf fremde iCloud-Accounts verschaffen konnten.

Alle Daten löschen

Wer das iCloud-Passwort kennt, hat die Möglichkeit, die mit dem iCloud-Account registrierten Geräte aus der Ferne («Remote») auf den Werkzustand zurückzusetzen («Factory Reset»).

Nun wird offenbar damit gedroht, per 7. April 200 Millionen iCloud-Accounts zu löschen, respektive einen «Factory Reset» bei den verbundenen Geräten durchzuführen.

Laut Motherboard stehen die Erpresser in Kontakt mit dem Security-Team von Apple. Dem Journalisten Joseph Cox wurden Screenshots des angeblichen E-Mail-Verkehrs gezeigt. Und ein Hacker ermöglichte ihm Zugriff auf ein (anonymes) Mail-Konto, über das angeblich mit Apple korrespondiert wurde.

Apple weigere sich, Lösegeld zu bezahlen. Das Unternehmen habe auf verschiedene Medienanfragen nicht reagiert.

«Apple folgt damit der allgemeinen Empfehlung, nicht auf die Forderungen von Erpressern einzugehen. Um sich selbst zu schützen, empfiehlt es sich, ein Backup der Daten zu erstellen und auf dem Laptop oder Desktop zu speichern. So kann es, sollten Sie wirklich betroffen sein, im Notfall wiederhergestellt werden.»
quelle: heute.at

Widersprüchliche Angaben

Laut Motherboard gibt es allerdings widersprüchliche Angaben seitens der Erpresser, was an der Glaubwürdigkeit ihrer ziemlich beunruhigenden Geschichte zweifeln lässt.  

Die Hacker hätten zum einen behauptet, sie hätten Zugriff auf über 300 Millionen bei Apple registrierte E-Mail-Adressen mit der Endung @icloud und @me. Dann wiederum hiess es, sie könnten sogar auf 559 Millionen gestohlene Accounts zugreifen.

Und laut Motherboard haben die Unbekannten auch andere Medien kontaktiert, um den Druck auf Apple zu erhöhen.

Was tatsächlich an der Drohung dran ist, dürfte sich spätestens am 7. April zeigen: Dann wollen die Hacker ernst machen.

Einschätzung des watson-Redaktors – so schützt man sich

Aufgrund der vorliegenden Informationen ist Skepsis angebracht, was die Drohung betrifft. Könnten Kriminelle tatsächlich auf mehrere hundert Millionen fremde iCloud-Accounts zugreifen, wären die Daten ein Vielfaches der geforderten Lösegeldsumme wert. Und die Unbekannten hätten sicher versucht, den Deal ohne öffentliche Aufmerksamkeit abzuwickeln.

Die iCloud-Accounts sind pures Gold wert. Apple setzt alles daran, die sensiblen Daten bestmöglich zu schützen. Dass so viele Login-Daten durch einen kriminellen Mitarbeiter «mitgenommen», respektive veruntreut wurden, erscheint unrealistisch.

Ein Problem bleiben User, die ein (zu) schwaches Passwort festlegen. Dass gleich ein Drittel aller iCloud-Accounts davon betroffen sein könnte, erscheint mehr als unrealistisch.

So schützt man sich

Was jeder Apple-Kunde, respektive iCloud-User, sofort einrichten sollte, ist die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Damit lässt sich verhindern, dass Dritte übers Internet zugreifen, um iCloud-Daten zu stehlen oder Geräte «remote» zu löschen.

In diesem Support-Dokument wird erklärt, wie man die Zwei-Faktor-Authentifizierung mit der eigenen Apple-ID für iOS-Geräte (ab iOS 9) und Macs (ab OS X El Capitan) einrichtet.

Millionen iPhones ferngesteuert (übers Internet) zu löschen, würde einen gewaltigen Aufwand bedeuten. So viele iCloud-Accounts ganz zu löschen, ist unmöglich. 

Der Original-Bericht bei Motherboard

Bild
screenshot: motherboard
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Das steckt hinter der Faszination für die «True Crime Community»
Ein 14-jähriger Jugendlicher hat an seiner Schule in Frankreich den Schulleiter und eine Lehrerin angeschossen. Hinter diesem Angriff steckt eine Faszination für die «True Crime Community»: eine digitale Bewegung, die von Massakern fasziniert ist. Auch die Schweiz bleibt davon nicht verschont, wie Fedpol gegenüber watson bestätigt.
«Wir können bestätigen, dass es in der Schweiz Fälle gibt, die diesem Phänomen zuzuordnen sind.» Gegenüber watson bestätigt das Bundesamt für Polizei (Fedpol) ausdrücklich, dass es hierzulande Fälle mit Bezug zur «True Crime Community» (TCC) gibt. Dahinter steckt eine diffuse Online-Szene, die von Serienmördern und Amokläufern fasziniert ist. Nebst Konsumentinnen und Konsumenten von Mainstream-True-Crime-Content umfasst die TCC auch extremistische Gruppierungen, die solch radikale Taten ermutigen.
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