Mexiko
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Die Stimmung kippt: Mexikaner protestieren gegen Migranten aus Mittelamerika



Angesichts des Zustroms Tausender Migranten aus Mittelamerika kippt in der mexikanischen Grenzstadt Tijuana die Stimmung. Hunderte Menschen protestierten am Sonntag gegen die Ankunft von immer mehr Menschen aus Honduras, El Salvador und Guatemala.

Sie schwenkten mexikanische Flaggen und zeigten Transparente mit der Aufschrift «Nicht noch mehr Karawanen».

epa07175839 People expel a woman from the protest against the presence of Central American migrants, who wait for the arrival of other caravans to request asylum in the United States, in the border city of Tijuana, Mexico, 18 November 2018.  EPA/María de la Luz Ascencio

Wütende Proteste in Tijuana. Bild: EPA/EFE

«Raus mit den Invasoren», forderte die Demonstrantin Celia Oaxaca. «Später stellt sich heraus, dass das Mörder sind. Es sind keine guten Leute. Und hier sind schon genug Menschen.» Der Arzt Arturo Alba sagte bei den Protesten: «Sie wollen hier bleiben, sie fordern Lebensmittel und andere Dinge. Aber wir haben nicht die Mittel dafür. Wir bieten an, was wir haben, aber sie fordern immer mehr.»

Die Demonstranten marschierten vor die Notunterkunft in der Sportanlage Benito Juárez, wo derzeit rund 2500 Migranten untergebracht sind. Die Polizei sperrte die Strasse ab. Es kam zu Handgreiflichkeiten zwischen gewaltbereiten Demonstranten und Polizisten.

Gute Gesten

Weitere 3000 Migranten werden in den kommenden Tagen erwartet. Diese könnten in weiteren Sportanlagen untergebracht werden, sagte der Minister für soziale Entwicklung des Bundesstaats Baja California, Alfonso Alvarez Juan.

Die Migranten aus Mittelamerika sind seit rund einem Monat auf dem Weg in die USA. Viele wollen dort Asyl beantragen. Um die Spannungen etwas abzubauen, fegten am Sonntag einige Migranten die Strassen rund um die Sportanlage und räumten den Müll weg. «Das mexikanische Volk soll wissen, dass wir Honduraner dankbar sind», sagte einer von ihnen bei einer Versammlung am Wochenende. «Danke Mexiko für das Essen, danke für das Dach über dem Kopf, danke für die Kleidung.»

Die Menschen aus Mittelamerika fliehen vor der bitteren Armut und der Gewalt durch Jugendbanden in ihrer Heimat. Die sogenannten Maras erpressen Schutzgeld, kontrollieren ganze Stadtviertel und zwangsrekrutieren Jugendliche. Honduras und El Salvador gehören zu den gefährlichsten Ländern der Welt.

Tausende unterwegs

US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt immer wieder betont, die Migranten nicht ins Land zu lassen. Er sprach von einer «Invasion» und liess rund 5600 Soldaten an die Grenze verlegen, um die Menschen zu stoppen. Insgesamt sind über 8000 Migranten in verschiedenen Gruppen auf dem Weg in die USA.

«Illegale Immigranten, die versuchen, in die USA zu kommen und oft stolz ihre Nationalfahnen schwenken, während sie in den Vereinigten Staaten um Asyl bitten, werden festgesetzt oder zurückgeschickt», schrieb Trump auf Twitter. «Die USA sind auf diese Invasion nicht vorbereitet und werden sie nicht hinnehmen. Sie sind verantwortlich für Verbrechen und verursachen grosse Probleme in Mexiko. Geht nach Hause.»

Demonstrators with signs that read in Spanish:

Bild: AP/AP

Während ihrer Reise durch Mexiko solidarisierten sich viele Menschen mit den Migranten. In Tijuana allerdings ist die Lage anders. In der Stadt sind bereits viele Migranten gestrandet. Ausserdem lassen sich viele Mexikaner und Mittelamerikaner dort nieder, falls sie aus den USA abgeschoben werden. «Tijuana ist eine Stadt der Migranten, aber nicht auf diese Art und Weise», sagte Bürgermeister Juan Manuel Gastélum.

Tijuana lebt von seiner Nähe zur Grenze und dem Handel mit den USA. Einige Migranten waren zuletzt auf den Grenzzaun geklettert und hatten die US-Grenzschutzbeamten provoziert. Nun wächst die Sorge der Anwohner und Unternehmer in der Region, dass sich die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten mit der Ankunft von immer mehr Migranten verschlechtern könnten. (sda/dpa)

Tausende Migranten stürmen Grenze zu Mexiko

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ueli Kopter 19.11.2018 15:27
    Highlight Highlight Was der Artikel kaum erwähnt ist, dass obwohl es zuerst sehr viele Solidaritätsgeste in Mexiko gegenüber Mittelamerikanische Migranten gab, tagtäglich kamen neue Berichte: Honduraner die das geschenktes Essen nicht möchten und auf das Boden werfen, die einfach unendlich viel fordern (gratis Transport, Markenkleidung), die selbst Wertsachen von der betreuende Beamten (Ärzte, Zahnärzte) bestohlen haben, die eine Müllberge hinter sich gelassen haben. Für die Antipathie habe sie leider viel beigetragen.
  • Raphael Conca 19.11.2018 11:43
    Highlight Highlight Es braucht neue Lösungen wie sich die Migration verhindern lässt.
    Mit dem Klimawandel wird eine extreme Migration stattfinden, dass die heutige Situation erblassen lässt.
    Es braucht produktive Ansätze.
    • dorfne 19.11.2018 13:15
      Highlight Highlight .....und weniger Geburten! Die Weltbevölkerung wächst und wächst. Ein Rückgang der Geburten würde vorübergehend, während zwei bis drei Generationen zu einer weltweiten Überalterung führen. Das wär jedoch das kleinere Übel als zunehmende Armut und Perspektivlosigkeit und deren Folgen.
  • dorfne 19.11.2018 11:24
    Highlight Highlight Wenn Trump sagt, er wolle diese Invasion nicht, ist das sein gutes Recht. Jedes Land soll seine Grenzen schützen dürfen. Aber warum setzt er immer noch einen drauf, indem er die Migranten als gefährliche Kriminelle hinstellt? Warum sagt er nicht, dass sein Land die Jobs nicht hat für diese zusätzlichen Menschen? Erst aus Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit entsteht Kriminalität und blüht die Schwarzarbeit.
    • Angelo C. 19.11.2018 14:01
      Highlight Highlight mogad:

      Deine Frage ist leicht zu beantworten, denn es ist evident (wie auch der erste Abschnitt im Wikipedia-Link glaubwürdig dokumentiert) dass Angehörige der berüchtigten Mara Jugendbanden gerne in die USA wechseln.

      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Mara_(Jugendbande)

      Wer also bestreiten möchte, dass sich unter den teils armen Flüchtlingen auch Kriminelle des organisierten Verbrechens befinden, erinnert mich an jene Illusionisten, die im Jahre 2015 wortreich bestritten, dass unter den Migranten in Deutschland auch IS-Leute eingeschmuggelt würden.

      Was spätere Terrortaten klar widerlegten.
  • Erster-Offizier 19.11.2018 09:01
    Highlight Highlight Ironischerweise herrschen in Mexico auch dieselben Zustände (Gewalt gegen Minderheiten, Korruption, Polizeigewalt, Bandengewalt, etc etc), vor denen diese Flüchtlinge aus ihren Heimatländern davon laufen.

    Verstehen denn diese Protestierenden nicht, dass da die Opfer um Zuflucht bitten? Auch scheinen die nicht zu verstehen, dass die Kriminellen so oder so ins Land kommen. Ein bisschen Empathie mit deren Opfern, bitte!
    • dorfne 19.11.2018 13:17
      Highlight Highlight Versteh die Blitzer nicht! Die Amis könnten wenigstens Zelte, Nahrung und Medikamente spenden, wenn sie die Menschen schon nicht aufnehmen wollen, oder nur in kleinen Gruppen über Asylgesuche.
    • Cédric Wermutstropfen 19.11.2018 13:50
      Highlight Highlight Man darf Flucht nicht belohnen, denn sonst merken die Menschen, dass Flucht sich lohnt und dann wird das ganze ein Fass ohne Boden. Man muss die Menschen, egal aus welchen Gründen sie geflohen oder geflüchtet sind, zurückschicken. Erst wenn sie keinen anderen Ausweg mehr haben, werden sie einsehen, dass sie ihr Land verbessern müssen und sich nicht durch Flucht der Verantwortung entziehen können und dabei können wir sie von mir aus gerne unterstützen.
    • just sayin' 19.11.2018 15:09
      Highlight Highlight @Cédric Wermutstropfen

      auch wenn ich ihr argument im grunde verstehe, sehe ich einen grossen unterschied zwischen wirtschaftsflüchtlinge und verfolgte, welche asyl beantragen.
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