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SVP «unter Schock» – riesige Schlappe für die Volkspartei in Neuenburg

Die SVP hat gestern bei den Wahlen in Neuenburg eine bittere Niederlage einstecken müssen. Im Grossen Rat verliert sie über die Hälfte ihrer Sitze. 
03.04.2017, 04:4803.04.2017, 06:09

Gleich 11 ihrer 20 Sitze im Grossen Rat hat die SVP gestern verloren. Das ist ein Debakel für die sonst so erfolgsverwöhnte Volkspartei. Der Neuenburger SVP-Nationalrat Raymond Clottu ist ob des Resultates sehr überrascht. Er habe zwar eine Niederlage seiner Partei erwartet, gibt er gegenüber Le Temps zu Protokoll, aber nie in diesem Ausmass. «Ich stehe unter Schock.»

SVP-Nationalrat Raymond Clottu ist nach dem Wahlresultat in seinem Heimatkanton schockiert. 
SVP-Nationalrat Raymond Clottu ist nach dem Wahlresultat in seinem Heimatkanton schockiert. Bild: KEYSTONE

Er sei davon ausgegangen, dass seine Partei vielleicht fünf Sitze verlieren würde. Nun wurden es aber mehr als doppelt so viele. «Wir haben keinen Piloten mehr an Bord unserer Kantonalpartei», bedauert Clottu. 

FDP und Grüne legen stark zu 

Auf Kosten der SVP zulegen konnte die FDP (+8). Sie bleibt mit 43 Sitzen stärkste Kraft im Parlament. Zusammen mit der CVP und den Grünliberalen kommt das bürgerliche Lager auf 58 Sitze, einen mehr als die linken Parteien.

Die linke Minderheit setzt sich aus 32 SP, 17 Grünen und 8 PdA-Vertretern zusammen. Während SP und PdA je einen Sitz verlieren, gewinnen die Grünen 5 Sitze. Für die 115 Sitze im Grossen Rat waren 495 Kandidatinnen und Kandidaten angetreten.

SVP-Niederlage auch bei Wahl für Exekutive

Nach der Abwahl von Oskar Freysinger hoffte die SVP wenigstens im Neuenburg wieder einen der fünf Regierungssitze zu erringen. Denn in der ganzen Romandie kann die SVP, abgesehen vom Berner Jura, keinen Politiker in der Kantonsexekutive mehr vorweisen. Doch auch daraus wurde nichts.

Jean-Charles Legrix von der SVP blieb über 10'000 Stimmen hinter Rang fünf zurück. 
Jean-Charles Legrix von der SVP blieb über 10'000 Stimmen hinter Rang fünf zurück. Bild: KEYSTONE

Zwar schickte die SVP drei Kandidaten ins Rennen, doch sie hatten keine Chance. Das beste Resultat erzielte Jean-Charles Legrix, welcher 6230 Stimmen holte. Er blieb somit aber über 10'000 Stimmen hinter dem fünftplatzierten Laurent Kurth von der SP (17'997) zurück. (cma)

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117 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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7immi
03.04.2017 07:23registriert April 2014
das ist ein normaler prozess. als die svp zulegte, verloren die anderen parteien auch sitze, nun geht der ball wieder zurück. so läuft es in einer funktionierenden demokratie. ich würde keiner partei unser land zur alleinigen führung überlassen, es würde zu rasch an die wand gefahren. nur überparteiische kompromisse und diskussionen brachten uns weiter. und eine grosse parteienvielfalt. denn nur so lassen sich populismus und ideologie vermindern.
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Fischra
02.04.2017 22:07registriert Juli 2016
Liebe SVP. Lügen haben kurze Beine
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Don Sziggy
02.04.2017 23:12registriert November 2016
Ich dachte, es geht noch ein paar Jahre, bis das Volch versteht, das es von der SVVP (Schweizerische Volks Verarschungs Partei) nur Verarscht wird. Schön zu sehen, dass die Menschen hier das nun sehr viel früher verstanden haben. Ich hoffe, dass dies nun Schule macht und dieses Pack seine Rechnung kriegt, also überall ganz heftig Stimmen verliert.
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