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Streit um Nummernschilder droht zu eskalieren: Serbien fühlt sich vom Kosovo «provoziert»

27.09.2021, 08:5727.09.2021, 16:35

An der Grenze zwischen Serbien und Kosovo rasseln die Säbel. Die EU und die Nato riefen beide Seiten zur Zurückhaltung auf.

Kosovarische Spezialeinheit an der Grenze zu Serbien. Fotografiert am 22. September 2021.
Kosovarische Spezialeinheit an der Grenze zu Serbien. Fotografiert am 22. September 2021.Bild: keystone

Kosovo hat Spezialeinheiten der Polizei in der Grenzregion zu Serbien stationiert. Dies wurde von Serbien als «Provokation» aufgefasst, weshalb der serbische Präsident Aleksandar Vučić den Befehl erteilte, Einheiten der serbischen Armee in erhöhte Alarmbereitschaft zu versetzen, wie das Verteidigungsministerium in Belgrad am Sonntag mitteilte.

Der Hintergrund der Provokation sind Nummernschilder: Denn Autofahrer aus Serbien müssen bei der Einreise in Kosovo seit vergangenem Montag kosovarische Kennzeichen verwenden, die 60 Tage gültig sind. Dieses Vorgehen entspricht der Praxis, die seit Jahren für Fahrzeuge aus Kosovo gilt, die nach Serbien einreisen.

Trotzdem blockierten daraufhin Angehörige der kosovarischen Serben mit Lastwagen die Grenzübergänge von Jarinje und Brnjak. Weshalb die kosovarische Regierung Sondereinheiten der Polizei in die Region verlegte.

Die serbische Regierung liess darauf hin u.a. zwei Kampfjets über dem Grenzgebiet patrouillieren, um die kosovarischen Serben zu unterstützen.

Kosovo wiederum reagierte mit militärischen Spezialeinheiten, die an die Grenzen verlegt wurden und soll Razzien bei der serbischen Minderheit durchgeführt haben.

Am Grenzübergang Bernjak zwischen Serbien und Kosovo rasseln die Säbel.

Nun besuchte der serbische Verteidigungsministers Nebojša Stefanović am Sonntag die serbischen Truppen an der südlichen Grenze und sprach davon, Frieden zu wollen und forderte den Abzug der Spezialeinheiten Kosovos aus der Grenzregion.

Der serbische Verteidigungsministers Nebojša Stefanović besuchte am Sonntag die serbischen Truppen an der südlichen Grenze. Er wurde begleitet vom Botschafter Russlands und dem Chef des Generalstabs der serbischen Armee.

Kosovo hatte sich 2008 von Serbien abgegrenzt. Die serbische Regierung anerkennt die Unabhängigkeit Kosovos jedoch nicht, sondern sieht in Kosovo eine abtrünnige Provinz. Auch Serbiens Verbündeter Russland erkennt die Unabhängigkeit Kosovos im Gegensatz zu den meisten westlichen Staaten nicht an. (yam)

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