DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa04265210 A Spanish supporter poses before the FIFA World Cup 2014 group B preliminary round match between Spain and Chile at the Estadio do Maracana in Rio de Janeiro, Brazil, 18 June 2014. 

(RESTRICTIONS APPLY: Editorial Use Only, not used in association with any commercial entity - Images must not be used in any form of alert service or push service of any kind including via mobile alert services, downloads to mobile devices or MMS messaging - Images must appear as still images and must not emulate match action video footage - No alteration is made to, and no text or image is superimposed over, any published image which: (a) intentionally obscures or removes a sponsor identification image; or (b) adds or overlays the commercial identification of any third party which is not officially associated with the FIFA World Cup)  EPA/ABEDIN TAHERKENAREH   EDITORIAL USE ONLY

Schön war's mit Dir, España! Aber leider ist unsere Zeit vorbei. Bild: ABEDIN TAHERKENAREH/EPA/KEYSTONE

Abschiedsbrief

«Die Brust-OP hat Spanien auch nichts mehr gebracht»

Sechs Jahre dominierte Spanien den Weltfussball und holte als erstes Team drei internationale Titel in Serie. Die Ära ging über Verzauberung, Perfektion, Langeweile bis zur Bruchlandung. Unser Redaktor nimmt Abschied von einem der grössten Teams.



Querida Furia Roja

Jetzt musstest Du es selber auf die harte Tour erfahren: Eine Brustoperation kann auch bei Dir den Lauf der Zeit nicht aufhalten. Mit Diego Costa wolltest Du noch einen Sommer als Königin des Fussballs tanzen, aber Du konntest Dein Alter nicht verbergen und wurdest von Jüngeren in den Schatten gestellt.

Ach, wie hast Du mein Herz im Sturm erobert, damals 2008. Hier vor meiner Haustüre. Die «Bella» aus Italien verdrängt und die schöne, wilde, junge Russin im Halbfinal mit den eigenen Waffen besiegt, bevor Du den hüftsteifen Deutschen im Endspiel um die Ohren ranntest und den ersten Titel seit 1964 holtest. 

Ich lag Dir – wie alle anderen – zu Füssen, als Du 2010 Dein Spiel perfektioniert hattest, gütlich meiner kleinen Schweiz einen Erfolg gönntest, aber danach die Welt mit Deinem unverwechselbaren Tiki-Taka im Sturm erobertest.

Spain's Fernando Torres, left, and David Villa celebrate after the Euro 2008 final between Germany and Spain in the Ernst-Happel stadium in Vienna, Austria, Sunday, June 29, 2008, the last day of the European Soccer Championships in Austria and Switzerland. Spain defeated Germany 1-0, Torres scoring the only goal. (AP Photo/Bernat Armangue)

Wie haben wir dir den ersten WM-Titel 2010 gegönnt. Bild: AP

Die Titel standen Dir gut und ich dachte, es wird ewig so weitergehen. Auch 2012 haben Deine unübersehbaren Vorzüge Dich ins Endspiel geführt. Nicht mehr so begeisternd, zu steril wirkte es und viele wandten sich von Dir ab. Langweilig seist Du geworden. So ohne Stürmer, dafür mit der falschen Neun.

Aber ich hab zu Dir gehalten und wurde für meine Treue im Final mit einem glamourösen 4:0 über die aufmüpfige «Bella Italia» dafür belohnt. Wenn ich doch damals nur schon gewusst hätte, dass es Dein letzter grosser Tanz war.

Auch Du hast gemerkt, dass Jüngere nachkommen und Dir den Platz an der Sonne streitig machen. Die erwähnte Brust-OP hatte ich wie so viele andere nicht gutgeheissen. Diego Costa statt Fernando Torres. Ich glaube, Du hast Dich da in etwas verrannt. Warum hast Du nicht weiter einen «richtigen Spanier» gesetzt, statt diesem Trend nachzulaufen?

Als Dir nach dem 1:5 gegen Holland bewusst wurde, dass Du nicht mehr die Schönste bist, hast Du Dich – ohne grosse Aufregung zwar – für eine Nasenoperation (Martinez für Busquets) und Botoxspritzen (Pedro für Xavi) für den letzten Tanz noch einmal herausputzen wollen. 

Doch die äusserlichen Veränderungen können den Lauf der Zeit nicht aufhalten. Du kamst mir etwas wie Roger Federer vor, als seine grosse Zeit endete. Alle sahen, dass Du eigentlich noch immer zu den Besten gehörst. Aber Du hast geblendet vom Erfolg der letzten Jahre – als Du einfach jeden und alles haben konntest – vergessen, wie man kämpft. 

epa04265409 Spanish goalkeeper Iker Casillas (C) and teammate Sergio Ramos (L) are beaten as Eduardo Vargas (R) of Chile scores the 1-0 during the FIFA World Cup 2014 group B preliminary round match between Spain and Chile at the Estadio do Maracana in Rio de Janeiro, Brazil, 18 June 2014.

(RESTRICTIONS APPLY: Editorial Use Only, not used in association with any commercial entity - Images must not be used in any form of alert service or push service of any kind including via mobile alert services, downloads to mobile devices or MMS messaging - Images must appear as still images and must not emulate match action video footage - No alteration is made to, and no text or image is superimposed over, any published image which: (a) intentionally obscures or removes a sponsor identification image; or (b) adds or overlays the commercial identification of any third party which is not officially associated with the FIFA World Cup)  EPA/OLIVER WEIKEN   EDITORIAL USE ONLY

Danke für die schöne Zeit, aber jetzt ist es Zeit zu gehen. Bild: OLIVER WEIKEN/EPA/KEYSTONE

Jetzt tanzen andere auf dem grossen Parkett. Unsanft runtergeschubst haben sie Dich von der grossen Bühne. Auch ich schaue mir lieber die neuen Damen an und werde mich in den nächsten Wochen für eine entscheiden. Zuvor möchte ich mich bei Dir aber für fantastische sechs Jahre bedanken. Es war eine unfassbar schöne Zeit und Du hast meine Welt verändert.

Ehrlich gesagt wünscht sich mein Herz eine Afrikanerin. Aber die scheinen mich einmal mehr zu enttäuschen. Die Chilenen mit ihrer wilden und ungestümen Art haben mir gefallen. Oder vielleicht die Deutschen. Nein, das nehme ich zurück. Nicht die Deutschen. Die hatten, wie Du auch, ihre schöne Zeit schon längst. Ich will etwas Neues.

Que te vaya bien!

Un abrazo

Reto

Als Social-Media-Partner des Hiltl Public Viewing tickern wir direkt aus der Maag Event Hall in Zürich. Dabei können Sie uns beim Arbeiten über die Schulter schauen, via User-Input und Twitter mitdiskutieren und dabei sogar Gratis-Bier gewinnen!

Das Hiltl Public Viewing wird mit bis zu 5000 Fussballfans pro Spiel das grösste WM-Erlebnis der Stadt Zürich. Kostenlos kann bei allen 64 Spielen live In- und Outdoor auf diversen Big Screens mitgefiebert und gefeiert werden. Dazu gibt’s Bier, Drinks, Grill und Hiltl-Spezialitäten.  

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Unvergessen

Vom 2:5 zum 6:5 – GC holt sich im Cup-Halbfinal den wohl dramatischsten Derbysieg

3. März 2004: Bei GC macht sich im Derby nach gut 60 Minuten die Angst vor einer Kanterniederlage breit. Doch die Hoppers kommen zurück – und sorgen für eines der denkwürdigsten Cup-Spiele der Schweizer Fussballgeschichte.

63 Minuten sind im altehrwürdigen Hardtum gespielt, als sich für die heimischen Grasshoppers eine kolossale Blamage anzubahnen scheint. 2:5 liegen die Hoppers im Cup-Halbfinal zurück, ausgerechnet gegen den Stadtrivalen FC Zürich. Der FCZ, trainiert vom jungen Lucien Favre, hat von erstaunlichen Schwächen in der Hoppers-Abwehr profitieren können.

Schon früh liegt GC mit 0:2 zurück. Daniel Gygax trifft nach sechs Minuten zur Führung, der zweite Treffer ist ein Slapstick-Eigentor, verursacht …

Artikel lesen
Link zum Artikel