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Schade, waren die Olympia-Macher beim Skibergsteigen nicht mutiger

Switzerland's Marianne Fatton rips off her ski skins during the women's Ski Mountaineering sprint final at the 2026 Olympic Winter Games at the Stelvio Ski centre in Bormio, Italy, on Thursd ...
Marianne Fatton reisst sich die Felle von den Skis.Bild: keystone
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Schade, dass die Olympia-Macher beim Skibergsteigen nicht mutiger waren

Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
19.02.2026, 15:4619.02.2026, 15:46

Für die Schweiz war die olympische Premiere des Skibergsteigens ein fantastischer Erfolg: Die 30-jährige Neuenburgerin Marianne Fatton gewann das erste Gold in der Geschichte ihrer Sportart. Auch im Mixed-Bewerb startet die Schweiz am Samstag mit grossen Hoffnungen auf eine Medaille, bei den Männern wurden Arno Lietha und Jon Kistler Vierter und Sechster.

Positiv ist, dass es sich bei dieser neuen Disziplin um ein kurzweiliges und leicht verständliches Format handelt. Deshalb hatten die Organisatoren der Olympischen Spiele bewusst den Sprint ausgewählt, weil ein Durchgang nur rund drei Minuten dauert.

Eine Abfahrt wie bei Hans Jucker

Auf dem Papier verspricht das Format Spannung. Aber ohne Schweizer Brille stellen wir fest: Besonders attraktiv war das olympische Skibergsteigen nicht.

Es gab in Bormio selten Überholmanöver, kaum einmal Drama in den Wechselzonen – und in der Abfahrt erinnerten die Sportlerinnen und Sportler an jene zwei Hinterherfahrer, die Hans Jucker mit seinem Ausspruch «Do chömmet zwee! Nei, jetzt chömmet zwee!» verewigte.

Juckers Kult-Video beginnt mit den beiden Skifahrern, die zu zweit kommen.Video: YouTube/SRF Sport

«Schön, dass es endlich Olympiamedaillen fürs schnelle Aus- und Anziehen von Skis gibt», sagte neben mir Kollege Adrian Bürgler und ich kenne ihn lange genug, um den Sarkasmus in seiner Aussage zu erkennen.

In dieser Form braucht es das Skibergsteigen an den Olympischen Spielen nicht. Es ist zu weit weg von dem, was man sich landläufig darunter vorstellt: Skitouren auf die höchsten Berge, Abfahrten durch Pulverschnee.

Genau dorthin sollte Olympia. Es sollte den Mut haben, sich bewusst antizyklisch zu verhalten – und nicht Sportarten auf drei Minuten zu verkürzen, nur damit sie ins Social-Media-Zeitalter passen. Niemand käme ernsthaft auf die Idee, eine Fussball-WM allein im Penaltyschiessen auszutragen, nur damit alles möglichst kurz und knackig ist.

Fünf Tage statt drei Minuten?

Die nächsten Olympischen Winterspiele finden 2030 in den französischen Alpen statt. Die Heimat der Tour de France ist doch ideal für eine Tour de Ski der Skibergsteiger. Sie könnte so aussehen: Ein Sprint zum Auftakt, dann eine Etappe mit Bergankunft, dann ein Marathon, bei dem es über drei, vier Berge geht, noch eine Bergankunft an einem hohen Gipfel. Und zum Abschluss am fünften Wettkampftag ein Massenstart, bei dem der Führende der Gesamtwertung mit seinem Vorsprung startet, so dass der Erste im Ziel Gold gewinnt.

Eine Garantie, dass die Sportart so zum Publikumserfolg wird, ist das natürlich nicht. Aber zumindest wäre sie näher an ihrem Ursprung – und selbst in der Szene waren viele unglücklich darüber, dass ausgerechnet der Sprint zur olympischen Disziplin erkoren wurde. Rémi Bonnet, der Schweizer Star dieser Sportart, verzichtete deshalb auf eine Olympia-Teilnahme. Er kam wegen langer Touren auf einsame Gipfel zu diesem Sport und nicht für drei Minuten Vollgas.

Poland's Jan Elantkowski falls as he competes during a ski mountaineering men's sprint heat, at the 2026 Winter Olympics, in Bormio, Italy, Thursday, Feb. 19, 2026. (AP Photo/Rebecca Blackwe ...
Treppensteigen ist neu olympisch.Bild: keystone

Es ist richtig, dass das IOC neuen Sportarten eine Plattform gibt. Aber es sollte ihnen gerecht werden. So wie Fussball mehr ist als ein Penaltyschiessen, ist Skibergsteigen mehr als ein Drei-Minuten-Clip. Wenn Olympia diese Sportart wirklich will, sollte es den Mut haben, das auch zu zeigen.

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14 Kommentare
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FromB
19.02.2026 16:22registriert Oktober 2020
Es wäre wünschenswert, wenn da wenigstens ein Mittelweg gefunden würde: Auf einen Berg hoch und dann wieder runter, das möglichst schnell. Das sollte doch in einem 60min- bis 120min-Format machbar sein.
Ich empfand diesen Wettbewerb als lächerlich, da die Rennen fast ausschliesslich in den Wechselzonen (von denen es übertrieben viele gibt) gewonnen wurde.
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