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Le joueur zurichois Roman Wick, 3e droite, celebre son goal lors du match du championnat suisse de hockey sur glace de National League A, saison 2013-2014, entre le HC Fribourg-Gotteron et les ZSC Lions ce samedi 18 janvier 2014, a la patinoire BCF-Arena a Fribourg. (KEYSTONE/Valentin Flauraud)

Bild: KEYSTONE

Grosse Strahlkraft

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Warum die ZSC Lions die Meisterschaft retten müssen 

Playoffs ohne den SC Bern ist wie nationaler Fussball ohne den FC Basel. Die ZSC Lions müssen die Meisterschaft retten.



Die Wochen der Playoffs sind die wichtigste Zeit für die Vermarktung unseres Hockeys. Nur in den Zeiten der Playoffs gelingt es dem Eishockey auch in jenen Kreisen, die sich sonst nicht oder nur am Rande für diesen Sport interessieren, zum Gesprächsthema zu werden. 

Vergessen wir für einmal alles, was wir über die Besonderheiten der einzelnen Klubs wissen. Verwandeln wir uns in einen neutralen Beobachter, für den Eishockey einfach ein Teil der nationalen Erregungs- und Vergnügungsindustrie ist. Und analysieren so die Playoffs. 

Der Verlust des SC Bern kann nicht kompensiert werden

Der Verlust des SC Bern kann nicht kompensiert werden. Selbst dann, wenn der SCB den Titel nicht holte, sorgte er bis zum Ausscheiden für nationale Aufmerksamkeit. Der SCB wird jetzt in jedem bedeutungslosen Abstiegsrunden-Heimspiel mehr Zuschauer mobilisieren als der neue Meister. 

Und es ist keineswegs sicher, dass der neue Meister mit seinem Triumph so viel Medienpräsenz bekommt wie der SCB mit seinem grandiosen Scheitern. 

Enttaeuschte Berner Spieler lassen die Koepfe haengen, nach dem Eishockey Meisterschaftsspiel der National League A zwischen den ZSC Lions und dem SC Bern, am Dienstag, 4. Maerz 2014, im Hallenstadion in Zuerich. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Bern spaltet die Gemüter. Ersetzen kann den Klub kein anderes Team. Bild: KEYSTONE

Jede Liga braucht polarisierende Teams

Die ZSC Lions sind das einzigen Hockey-Unternehmen, das im ganzen Lande Interesse weckt wie der SCB und polarisiert wie der SCB. Jede erfolgreiche Meisterschaft braucht ein Bayern München oder einen SC Bern und einen ZSC oder ein Barcelona und ein Real Madrid: Grosse, mächtige, reiche, arrogante Titanen die entweder verehrt oder abgelehnt werden. 

Dann regt sich das Publikum auf, wenn diese Titanen gewinnen – oder es ergötzt sich, wenn sie stürzen. Nur gleichgültig lassen die Grossen niemanden. 

Wer wird Schweizer Eishockey-Meister 2014?

Horror-Finals Kloten – Servette oder Lugano – Kloten

Wenn Davos oder Kloten oder Lugano oder Genf oder Fribourg-Gottéron Meister werden, so ist das nett und sorgt in den jeweiligen Städten und Lokalmedien für Rock und Roll. Aber das grosse Publikum interessiert es nicht mehr. 

Ganz schlimm wäre diesbezüglich eine Finalserie zwischen Kloten und Genf oder Lugano und Kloten. Die TV-Einschaltquoten wären im Keller und das wiederum wäre gefährlich für die gesamte Liga: Einschaltquoten sind die Währung der TV-Verträge. 

Le joueur genevois Romain Loeffel, 2e depuis la droite, celebre son goal lors du match du championnat suisse de hockey sur glace de National League A, saison 2013-2014, entre le Geneve Servette HC et le EHC Kloten Flyers ce mardi 25 fevrier 2014, a la patinoire des Vernets a Geneve. (KEYSTONE/Valentin Flauraud)

Sportlich durchaus spannend, fürs nationale Interesse aber schlecht: Ein Endspiel zwischen Kloten und Servette. Bild: KEYSTONE

Für die Vermarktung zählen die grossen Städte

Eishockey wird in der Schweiz in den Regionen gemacht. Ein Erfolgsgeheimnis unseres Hockeys ist die landesweite Verbreitung mit Klubs in den Bündner Bergen, im Tessin, im Welschland, auf dem Lande und in den grossen Städten. So wird aus Eishockey ein Sport mit nationaler Bedeutung. 

Aber im grossen Stil verkauft und vermarktet und zum nationalen Gesprächsthema gemacht wird das Eishockey erst während der Playoffs in den grossen Städten der Deutschschweiz. In Bern, in Zürich und während des Spengler Cups in Davos.  

04.03.2014; Davos; Eishockey NLA - HC Davos - Kloten Flyers; Samuel Guerra (Davos) (Michael Zanghellini/freshfocus)

Der HC Davos hat nur während dem Spengler Cup nationale Strahlkraft. Bild: Michael Zanghellini/freshfocus

Der skandalöse Aufstieg des SC Bern

Dieser Ansicht waren die Hockey-Macher schon im letzten Jahrhundert. Als es noch um viel weniger Geld ging. Als der ZSC und der SCB vorübergehend in die NLB abgestiegen waren, gab es eine landesweite, aber erfolglose Medienkampagne für eine Aufstockung der NLA von acht auf zehn Teams vor allem um den SCB auf diesem Wege in die höchste Spielklasse zurückzuholen. 

Im Frühjahr 1986 wurde schliesslich der im Aufstiegskampf an Chur gescheiterte SCB durch freihändige Interpretation der Reglemente am «grünen Tisch» in die NLA zurückbefördert. Bis heute einer der grössten Skandale aller Zeiten. 

Viele Fans verfolgen das Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem SC Bern und dem HC Fribourg-Gotteron, am Samstag, 1. Maerz 2014, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Eine National League A ohne den SCB und seine Zuschauer ist heute nicht vorstellbar. Bild: KEYSTONE

Traumfinale SC Bern – ZSC Lions

Der SC Bern hat als Hauptstadtklub die grösste Ausstrahlung. Bern ist eine erstklassige Bühne im grossen Sporttheater. Zürich ist die Medien-, Werbe- und Wirtschaftshauptstadt der Schweiz. Nie geht es dem Eishockey besser als in Zeiten der Playoffs, wenn in Bern und Zürich Eishockey Tagesgespräch ist. Im Idealfall durch ein Finale zwischen den ZSC Lions und dem SC Bern. 

Der SCB fällt diesmal aus. Wenigstens können die ZSC Lions diese Meisterschaft noch halbwegs retten. Indem sie mindestens bis ins Finale kommen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • seismo_graf 11.03.2014 23:17
    Highlight Highlight es liest sich einfach gut. herrlich die andeutung an 1986 über den aufstieg am grünen tisch. durch die blume heisst das soviel wie "wir pfeiffen auf eine 8er liga, es braucht bern, da sogar die mehrheit der super league clubs weniger fans haben.
  • filmorakel 11.03.2014 15:09
    Highlight Highlight Horror-Final? Wäre also ein Final zwischen Ambri und Lausanne weniger "schlimm"?
    Mag sein, dass der SCB rein Marketing-Technisch die Playoffs aufwertet - der ZSC tut dies aber mit Sicherheit nicht. Da polarisieren Teams wie Fribourg, Davos oder gar Ambri deutlich mehr und bereichern die Playoffs auch Medienwirksam deutlich stärker als die langweiligen Zürcher in ihrem hockeyuntauglichen Stadion.

    Sorry, aber für eine Art der Berichterstattung soll das denn hier bitte sein? Der ganze Artikel macht fast überhaupt keinen Sinn...
    • Patrick C. 11.03.2014 16:54
      Highlight Highlight Polemik ist des Klaus liebstes Hobby ;-)

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