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Der Trainer von St Gallen, Peter Zeidler beim Super League Meisterschaftsspiel zwischen dem FC Luzern und dem FC St Gallen vom Sonntag, 7. Maerz 2021 in Luzern. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Der 58-jährige Schwabe Peter Zeidler verfügt in St.Gallen über einen Vertrag bis 2025. Vergangene Saison führte er sein Team mit spektakulärem Fussball zum Vizemeistertitel. Bild: keystone

Interview

FCSG-Trainer Zeidler vor dem Cup-Hit gegen YB: «Es gibt ein Elfmeterschiessen»

Im Cup-Achtelfinal trifft der FC St. Gallen am Donnerstag um 18 Uhr im Kybunpark auf die Young Boys. Trainer Peter Zeidler über den Berner Coach Gerardo Seoane, Abgründe und die grossen Schwierigkeiten in der Meisterschaft. Auch Zeidlers Frau schaltet sich nun ein.

patricia loher und christian brägger / ch media



Vaduz punktet eifrig hinter dem FC St.Gallen. Wird die Lage langsam ungemütlich?
Peter Zeidler: Mir ist es ein Anliegen, dass man das Glas halb voll sieht. Oder noch besser: Dass wir alle aus dem gleichen Glas trinken. Damit sind wir schon beim Thema. Basel hat gegen Vaduz verloren, jetzt haben wir nur noch drei Punkte Rückstand. Oder Vaduz hat gegen Basel gewonnen, jetzt müssen wir Angst haben, weil die Liechtensteiner nur noch vier Zähler hinter uns liegen. Weder die eine Sichtweise noch die andere hilft uns weiter.

Wie sind denn die Dinge zu sehen?
Dass wir uns auf uns konzentrieren. Wir sind uns unserer Lage bewusst, wir kennen die Tabelle, es sind in der Meisterschaft noch neun Spiele zu absolvieren. Und wir werden nicht in Panik verfallen. Dafür gibt es keinen Grund. Es ist einfach so, dass die Liga sehr ausgeglichen ist. Und der Zweitletzte die Barrage bestreiten muss. Das gibts in keiner anderen vergleichbar kleinen Liga!

«Sogar meine Frau hat jüngst zu mir gesagt, ich würde zu oft von einem guten Auftritt unserer Mannschaft sprechen, obwohl das Resultat nicht gut war.»

Wie konnte es so weit kommen, dass es nach hinten so eng wird?
Sie können sich vorstellen, wie mir Ihre Frage gefällt. «Wie konnte es so weit kommen?» Wie gesagt, die Liga ist ausgeglichen. Und wir haben keine Sympathiepunkte aus unserer grandiosen vergangenen Saison – es ist nur normal, dass es so weit kommen kann. Jetzt übernehme ich diesen Satz von Ihnen sogar, das ist verrückt! Wir hatten uns gewünscht, in Luzern zu siegen und in Lausanne mindestens unentschieden zu spielen. Dann hätten wir jetzt vier Punkte mehr.

L'attaquant lausannois Toichi Suzuki celebre son but lors de la rencontre de football a huis clos de Super League entre FC Lausanne-Sport, LS, et le FC St. Gallen, FCSG, lors de la pandemie de Coronavirus (Covid-19) ce samedi 20 mars 2021 au stade de la Tuiliere a Lausanne. (KEYSTONE/Valentin Flauraud)

Die Hausherren jubelten in Lausanne, St.Gallen blieb nur die Enttäuschung. Bild: keystone

Mit Verlaub, man muss solche Fragen stellen dürfen.
Das dürfen und tun Sie ja auch. Aber es impliziert, dass wir vor dem Abgrund stehen. Das stimmt nicht. Ich habe auch gelesen, dass alles eine selbsterfüllende Prophezeiung sei, weil ich einmal sagte, dass wir Achter werden können in dieser Saison. Ich habe wirklich gemeint, dass es passieren kann. Natürlich hätten wir gerne mehr Punkte. Und ich will jetzt gar nicht aufs Budget verweisen – das ist nicht mein Stil. Wir sollten locker bleiben, ich bin klar und bei mir, auch wenn ich mit unserer Situation nicht ganz zufrieden bin.

Im Fussball geht es um Resultate.
Hätten wir in Lausanne gewonnen, worauf alles nach unserem Ausgleich zum 3:3 hindeutete ... aber klar geht es um Punkte. Ich bin kein Romantiker. Sogar meine Frau hat jüngst zu mir gesagt, ich würde zu oft von einem guten Auftritt unserer Mannschaft sprechen, obwohl das Resultat nicht gut war.

Hat sie nicht recht?
Meine Frau hat immer recht. (lacht) Sie ist auch Sportlerin, aber in diesem Fall musste ich ihr sagen, dass man als Trainer auch auf die Art und Weise schauen muss, nicht nur auf das nackte Resultat. Nehmen wir das Spiel gegen Luzern als Beispiel: Wir beherrschten den Gegner wie kein anderes Team der Liga. Was dann nach der 2:0-Führung und nach 60 Minuten aber passierte, das geht einfach nicht. So wie wir ist dann eben auch selten ein Team eingebrochen.

Gut spielen, ohne punktemässigen Ertrag. Ein Mangel an Qualität?
Nein, wir haben als Mannschaft die Qualität. Ein Beispiel: Gegen Servette hätte der Schiedsrichter die rote Karte nicht zurückziehen müssen, dazu stehe ich mein ganzes Leben lang. Es hat mich dann gestört, dass man mir dies als Ausrede ausgelegt hat. Das muss man auch mal ansprechen dürfen.

Nun folgt der Auftritt gegen die Young Boys. Ein grosses Spiel?
Natürlich! Das ist ein anderer Wettbewerb. Ich bin jetzt im Modus, dass mich die Meisterschaft bis Donnerstagabend nicht interessiert. Wir, Präsident Matthias Hüppi inklusive, haben ja immer vom Cup geredet! Das war ja fast wie in Sitten! Wir spielen um einen Titel und mit einem Sieg kämen wir dem Final einen Schritt näher. Und damit auch der Möglichkeit, europäisch in der Conference League zu spielen. Es ist der schnellste Weg dahin, wir brauchen noch vier Siege. Wir spielen ja nicht nur Fussball, um den Abstieg zu verhindern. Deshalb freuen wir uns riesig auf dieses Spiel. Stellen Sie sich vor, wir gewinnen gegen YB, das qualitativ über allen anderen Teams steht, und dann treffen wir auf die Grasshoppers. Das wäre schon fantastisch.

«Gerardo Seoane und ich sind Kollegen, die sich sehr respektieren und schätzen.»

Was spricht für den FC St. Gallen? Die aktuelle Situation kann es jedenfalls nicht sein.
Es spricht viel für uns. Wir haben zuletzt gegen YB richtig verdient einen Punkt geholt, gegen Zürich sowieso. Dazwischen war Lausanne, auch da waren wir kurz davor, zu punkten. Deshalb: Mit einer Topleistung in einem anderen Wettbewerb, zwar leider ohne Zuschauer, haben wir in einem Spiel eine realistische Chance. Zudem hat der Cup eigene Gesetze.

YB nimmt den FC St. Gallen ernst, was auch die vergangenen Begegnungen zeigten.
In der vergangenen Saison waren wir ein richtiger Konkurrent, das kann man der Schlusstabelle entnehmen. Heuer trennen uns Welten. In Spanien gegen Real Madrid oder in Deutschland gegen die Bayern sind die Gegner stets noch motivierter. Ich glaube aber nicht, dass wir gegen YB motivierter sein müssen als gegen andere Gegner.

St. Gallens Trainer Peter Zeidler, links, und YB's Trainer Gerry Seoane, im Fussball Super League Spiel zwischen dem FC St. Gallen und den BSC Young Boys, am Dienstag, 22. Dezember 2020, im Kybunpark in St. Gallen. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Gerieten auch schon aneinander: Peter Zeidler und Gerardo Seoane. Bild: keystone

Ihre Animositäten mit Trainer Gerardo Seoane sind vergessen?
Es ist alles bereinigt. Wir sind Kollegen, die sich sehr respektieren und schätzen. Es war letztes Mal halt so, dass wir wieder führten, und der Penalty zum Ausgleich erneut wiederholt werden musste – wie beim 3:3 vor einem Jahr. Der Schiedsrichter hatte wohl beide Male recht. Aber das löst halt trotzdem Emotionen aus, das gehört dazu.

Nach dem 0:0 in Bern gab es ebenfalls einen Vorfall: Seoane gratulierte und sagte, es sei ein guter Punkt für Sie und St. Gallen. Sie sollen vor Wut gekocht haben.
Das ist übertrieben. Aber der Satz wirkte ein wenig so, als ob wir die chancenlosen Kleinen wären. Man darf doch die Vorsaison und unser Duell mit YB im Meisterschaftskampf nicht einfach ausblenden. Es gab sie. Ohnehin kann man unsere damalige Leistung nicht von den Zuschauern losgelöst betrachten. Ich bin überzeugt, mit ihnen hätten wir damals noch mehr Punkte geholt. Wir leiden diesbezüglich mehr als andere Klubs. Und dieses Cupspiel ist auch kein Duell Zeidler gegen Seoane, es ist auch kein Klassiker. Auch wenn es mir recht wäre, wenn dies so wäre.

Kann der FC St. Gallen die Saison retten mit dem Cup?
Nein. Wir müssen nichts retten. Selbst wenn wir Achter werden, ist die Saison nicht verkorkst. Jetzt sind wir ja Siebter.

«Es ist extrem, was wir in den vergangenen Monaten alles gemacht haben, aber das gilt für alle Teams. Crazy Sommer, kaum Pause, sofort weiter, Europacup-Enttäuschung, zweite Welle, sofort weiter, kein La-Manga-Trainingslager.»

Das ist doch Tiefstapelei, gerade aus dem Mund des ehrgeizigen Peter Zeidler.
Nein. Wir sind alle ehrgeizig, ich auch. Alle Teams bis auf YB sind ungefähr gleich gut, da entscheiden oft Kleinigkeiten. Ich kenne keine andere Liga, die so ausgeglichen ist. Das ist Fakt. Aber natürlich wollen wir so nah wie möglich ans Podium kommen. Deshalb: Wir können die Saison mit dem Cup besser machen, vielleicht gar grandios.

Was muss passieren, um in der Liga näher ans Podium zu rücken?
Wir müssen alles noch besser, noch konsequenter machen. Konkretes Beispiel ist die Flanke vor dem Penalty gegen Zürich. Davor müssten wir in vielen Details anders agieren. Aber wir werden unsere Spielweise beibehalten.

Sind die Spieler vielleicht mental müde? Weil die Trainingsgestaltung und das Spielsystem monoton und oft ähnlich wirken?
Nein, das weise ich entschieden zurück. Wir trainieren variabel, auch wenn wir eine Grundidee haben. Wir spielen nach vorne, verteidigen offensiv, wollen den Ball. Es ist extrem, was wir in den vergangenen Monaten alles gemacht haben, aber das gilt für alle Teams. Crazy Sommer, kaum Pause, sofort weiter, Europacup-Enttäuschung, zweite Welle, sofort weiter, kein La-Manga-Trainingslager. Das alles hat Auswirkungen auf die Spieler, weil die Pandemie Auswirkungen auf die ganze Gesellschaft hat. Vielleicht fehlt deshalb etwas das Gleichgewicht.

Wir beziehen das Wort «monoton» auf eine Aussage des ehemaligen Fussballers Benjamin Lüthi in der Sendung «Soccer Lounge». Er sagte, ihn würde es unterfordern, stets das gleiche System zu spielen.
Geben Sie ihm meine Nummer! Was heisst das, immer das gleiche System? Der Gegner ist immer ein anderer. Wir machen auch stets ein paar Details anders: Beim Anlaufen beispielsweise, oder bei der Höhe der Pressinglinie. Ich habe sogar gelesen, dass der TV-Sender «Blue» eine Umfrage gemacht hat: «Warum ist St. Gallen so nahe am Abgrund» oder so ähnlich.

Darüber regen Sie sich auf, richtig?
Da muss ich darüberstehen. Sie wissen, dass ich solche Dinge registriere und mich dann manchmal auch aufrege, aber ich gehe schon mit offenen Augen durch die Welt. Ich will die Umfrageresultate kurz noch zusammenfassen: 20 Prozent sagen, das sei wegen Corona. 40 Prozent geben als Grund an, dass St. Gallen die besten Spieler verloren habe, und 40 Prozent denken, es sei ermüdend, immer im Zeidler-System spielen zu müssen.

Wir spüren: Sie ärgern sich.
Nein, ich mache mir aber natürlich Gedanken. Nur, schauen Sie sich das letzte Spiel gegen Zürich an: Die Spieler wissen, was zu tun ist. Sie spielen das System mit Überzeugung. Sie wirken weder mental noch körperlich müde. Es ist nicht so, dass wir abstumpfen.

Unter den Umständen dieser Coronasaison, ohne Ausbruch aus dem Alltag, kann es da zu Abnützungserscheinungen kommen?
Von welchen Abnützungserscheinungen sprechen Sie? Uns fehlt in diesen Monaten die Trainingszeit. Muss ich da was anders machen? Nein. Wenn man statt vier taktischer Einheiten einmal nur zwei hat, muss ich eben mehr auf das Videostudium setzen.

Sie mussten sich in dieser speziellen Lage anpassen?
Das sind neue Erfahrungen. Ich verlasse mich oft auf mein Gefühl. Einmal habe ich mich getäuscht, das war in Vaduz. Ich stehe dazu, dass ich da anders hätte aufstellen müssen. Aber ich habe auch gelernt, dass es einmal geht, in sechs Wochen 13 Spiele zu absolvieren. Natürlich hätten wir gerne eine längere Wintervorbereitung gehabt. Hätte man einem Schweizer vor fünf Jahren gesagt, dass man am 20. Januar 2021 gegen Vaduz spielen muss, hätte er gesagt: So weit wird es in unserem Land nie kommen.

Alain Sutter hat die These bestätigt, dass die Altersstruktur innerhalb der Mannschaft nicht mehr so gut ist wie vergangene Saison, dass der Abgang von Vincent Rüfli der eine zu viel gewesen sei.
Rüfli hat den Wunsch geäussert, wieder näher bei der Familie zu sein. Dann eröffnete sich die Möglichkeit mit Lausanne-Ouchy und der Aussicht, sich später da beruflich zu engagieren. Und weil wir nicht sagen konnten, dass wir Rüflis Vertrag im Sommer verlängern würden, erfüllten wir ihm diesen Wunsch. Einen Tag später verletzte sich Miro Muheim. Da sagte ich zu Alain Sutter: Was tun wir jetzt, kann man bei Rüfli noch was machen? Aber Alain und ich stehen zu unserem Wort. Und dann verletzte sich auch noch Alessandro Kräuchi schwer, das tat uns sehr weh.

Wir denken allgemein an die routinierten Spieler, die fehlen und die Jungen unterstützen könnten.
Sie sprechen nebst Rüfli auch Milan Vilotic und Moreno Costanzo an. Sie waren im Training wirklich toll. Es mag sein, dass solche Spieler während der Woche im Trainingsprozess vielleicht ein wenig fehlen, als perfekte Sparringpartner. Aber ich glaube, dass unsere Mannschaft eine gute Struktur hat, sonst wäre sie mental nicht so stark. Man kann immer mehr machen in der Kommunikation, in punkto verschworener Gemeinschaft. Wir haben jedoch eine angenehme, positive und gleichzeitig leistungsorientierte Atmosphäre. Ich wünsche mir auch, dass wir wieder einmal gemeinsam frühstücken können. Aber ich kann die Covid-Situation nicht ändern. Vergangene Saison wurden wir auch deshalb zur verschworenen Gemeinschaft, weil wir jeweils nach dem Frühstück zusammensitzen konnten, bis der Trainer sagte: «Hey Jungs, geht mal hoch aufs Zimmer. Es ist demnächst Training.»

«Ich bin mit Leib und Seele beim FC St. Gallen. Ich bin wie immer.»

Das geht anderen Teams auch so.
Klar, das geht allen so. Aber vielleicht leiden wir darunter noch ein bisschen mehr. Wir leben nicht nur von der Taktik, sondern auch von der Mentalität. Ich suche keine Entschuldigungen. Es war in dieser Saison jedoch nicht möglich, eine aussergewöhnliche Dynamik zu entfachen. Es ist ganz normal, was passiert ist, es ist nichts Schlimmes, wir sind nicht schlecht. Aber natürlich müssen wir aufpassen.

Ist es kein Problem für Sie und das Team, dass der Abgang von Jordi Quintillà, wohl zu einem Ligakonkurrenten, schon länger klar ist?
Für mich ist das überhaupt kein Problem. Jordi ist wie immer. Was uns beide eher beschäftigt: Vergangene Saison erzielte er drei Weitschuss- und vier Freistosstore, das gelang ihm in dieser Meisterschaft nicht...

St. Gallens Jordi Quintilla muss vom Feld mit Rot, im Fussball Super League Spiel zwischen dem FC St. Gallen und dem FC Zuerich, am Samstag, 3. April 2021, im Kybunpark in St. Gallen. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Jordi Quintillà im Sommer zum FC Basel wechseln. Bild: keystone

Was ist mit Goalie Zigi los?
Zigi ist und bleibt ein grossartiger Torhüter und Mensch. Man darf nicht vergessen, dass er noch am Anfang seiner Entwicklung steht und erstmals in einem Klub Stammspieler ist. Fehler sind menschlich. Auch den grössten Torhütern unterlaufen Fehler. Ich will betonen: Er spielt immer noch sehr gut.

Kommen bei anderen Klubs in der Schweiz Trainerdiskussionen auf, fällt stets Ihr Name, zum Beispiel im Zusammenhang mit Basel und den Degen-Brüdern. Beeinflusst das die Mannschaft?
Auf diese Frage habe ich gewartet. Aber das tangiert die Mannschaft nicht. Die Spieler kennen mich. Sie wissen, dass ich verrückt und immer für sie da bin. Ich wiederhole, was ich schon einmal gesagt habe: Ich bin mit Leib und Seele beim FC St. Gallen. Ich bin wie immer.

Aber wir haben das Gefühl, dass Sie es ein bisschen geniessen, wenn es Gerüchte gibt. Bei Michael Lang beispielsweise wussten Sie, dass er nicht zum FC St.Gallen wechselt. Sie sagten es aber nicht.
Wie habe ich reagiert auf die Frage?

Sie sagten: Ich würde Michael Lang gerne trainieren.
Ich habe nur mit seinem Bruder Kontakt. Und ich kenne auch seinen Berater. Aber ich bin keiner, der kokettiert.

Als das Gerücht aufkam, dass Sie in Ihrem Vertrag eine Ausstiegsklausel für Basel hätten, verneinten Sie nicht klar und deutlich. Ist Basel für Sie definitiv kein Thema?
Basel ist für mich ein Thema, weil ich das Spiel gegen Vaduz angeschaut habe. Und ich habe dann auch mitbekommen, wie mein ehemaliger Spieler Aldo Kalulu rassistisch beleidigt wurde. Er spielte in Sochaux unter mir. Wer wickelte den Transfer nach Basel ab?

«Es gibt gegen YB ein Elfmeterschiessen. Deshalb trainieren wir das auch fleissig.»

Ihr Berater Philipp Degen.
Ja, Philipp Degen. Aber um das nochmals klarzustellen: Ich selbst habe mit keinem Berater einen Vertrag unterschrieben. Was stimmt: Baykal und Philipp Degen haben mich damals angerufen und gefragt, ob ich mir ein Engagement beim FC St. Gallen vorstellen könne. Ich war während einer Länderspielpause in Paris. Ich signalisierte mein Interesse. Denn ich wusste, dass ich nicht in Sochaux bleiben will und ich hatte eine Ausstiegsklausel. Durch Baykal und Philipp Degen bin ich nach St. Gallen gekommen. Baykal hat ja auch Spieler bei uns: Betim Fazliji oder Zigi. Aber mit Philipp Degen habe ich schon seit Monaten nicht mehr telefoniert. David Degen habe ich einmal kennengelernt. Das liegt aber schon lange zurück.

Die Geschichte mit Basel ist also konstruiert?
Für mich ist das erledigt. Ich kokettiere auch nicht damit.

Was ist Ihr Tipp für das Cupspiel?
Es gibt ein Elfmeterschiessen. Deshalb trainieren wir das auch fleissig.

Und Zigi hat gelernt, auf der Linie stehen zu bleiben, wie man gegen Zürich gesehen hat.
Er stand gegen Zürich hinter die Linie. Und hätte den Penalty fast gehalten. Zigi ist ja auch noch jung. Es sind noch nicht alle so gestandene Spieler wie ein Lüchinger. Nicolas ist durch seine Erfahrungen mit den vier Knieoperationen zur Persönlichkeit gereift. Nach der vierten Operation wollte ich ihn anrufen, war mir aber nicht sicher, was ich sagen sollte. Dann sagte er: «Trainer, ich schaffe das schon.» Für einen, der mit so viel Herz und Leidenschaft beim Fussball ist, waren die vergangenen zwei Jahre richtig hart. Unsere Aufgabe als Trainer und auch als Klub ist es, den Spielern zu helfen, im Gleichgewicht zu bleiben. Das ist im Moment wegen Corona etwas schwieriger als sonst. Aber wenn wir alle im Gleichgewicht sind, sind wir auch als Mannschaft im Gleichgewicht. Und dann kommt es gut.

DANKE FÜR DIE ♥
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