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Slowakischem Minister platzt der Kragen wegen Orbáns Haltung zum Krieg

Slovakia's Foreign Minister Rastislav Kacer arrives for the first day of the meeting of NATO Ministers of Foreign Affairs in Bucharest, Romania, Tuesday, Nov. 29, 2022. (AP Photo/Andreea Alexandr ...
Rastislav Káčer kann mit Ungarns Haltung zum Krieg in der Ukraine wenig anfangen.Bild: keystone

F*** dich!: Slowakischem Minister platzt der Kragen wegen Orbáns Haltung zum Krieg

Ungarns rechtskonservativer Präsident Viktor Orbán äussert sich immer wieder kritisch gegenüber der Ukraine und subtil russlandfreundlich. Das führt zu Differenzen mit der Slowakei – deren Aussenminister platzte nun der Kragen.
23.02.2023, 07:1623.02.2023, 13:03

Orbáns jüngste Aussagen

Der ungarische Präsident Viktor Orbán gibt sich immer wieder latent russlandfreundlich. Auch wenn Ungarn aufgrund der Zugehörigkeit und wirtschaftlichen Abhängigkeit von der Europäischen Union die Sanktionen dieser gegen Russland grösstenteils mitträgt, äussert sich Orbán immer wieder kontrovers zum Krieg in der Ukraine. So bezeichnete er die Ukraine vor kurzem als «Niemandsland» oder erklärte, dass sich der Westen längst im Kriegszustand mit Russland befinden würde.

Gleichzeitig verweigert Ungarn Waffenlieferungen an die Ukraine und unterhält weiterhin enge Beziehungen zu Russland, insbesondere aufgrund der Sicherstellung der Energieversorgung im eigenen Land.

Hungarian Prime Minister Viktor Orban leaves after a yearly State of the Nation address in Budapest, Hungary, Saturday, Feb. 18, 2023. (AP Photo/Denes Erdos)
Viktor Orbán zeigt sich wenig unterstützungsfreudig bezüglich der Ukraine.Bild: keystone

Die jüngsten Aussagen Orbáns sorgen nun für gröbere Verstimmungen mit den slowakischen Nachbarn. Am vergangenen Sonntag erklärte Orbán: «In der Ukraine findet der Krieg nicht zwischen Armeen, die man in Gut und Böse aufteilen kann, statt, sondern zwischen den Armeen zweier slawischer Länder, die einen bisher zeitlich und räumlich begrenzten Krieg führen», wie die ukrainische Nachrichtenagentur Ukranews schreibt. Dazu untermauerte Orbán seine Ansicht, wonach Europa aktiv gegen Russland in den Krieg ziehe.

Die Reaktion von Rastislav Káčer

Es sind genau diese Aussagen, die Rastislav Káčer, Aussenminister der Slowakei, auf die Palme bringen. Káčer bezeichnet sie in einem Facebook-Post als «verabscheuungswürdig», «ekelhaft» und als «Schande».

Der slowakische Politiker wirft Orbán vor, in Ungarn eine putinfreundliche Atmosphäre zu schüren. Und er hat Angst, dass in der Slowakei deshalb Kräfte mit ähnlichen Ansichten Auftrieb erhalten, wie er weiter schreibt.

Káčer spricht sich für einen klaren proeuropäischen Kurs aus. «Wir sind Teil des Westens, der EU, der Nato. Wir sind ein Teil der entwickelten Welt. Ich will nicht, dass wir es wie Orbán machen. (…) Das wäre unser Untergang. »

«Für alle, die Frieden auf Kosten der Zerstörung der Ukraine wollen, habe ich nur eine Botschaft: F*** you!»
Rastislav Káčer, slowakischer Aussenminister

Er schliesst seinen ausführlichen Post mit einer Botschaft an jene europäischen Stimmen, die Verhandlungen mit Wladimir Putin befürworten und einen Kompromiss zwischen den Kriegsparteien als sinnvoll erachten: «Für alle, die Frieden auf Kosten der Zerstörung der Ukraine wollen, habe ich nur eine Botschaft: F*** you!»

epa10236366 Slovakian Foreign Minister Rastislav Kacer during a press conference after his meeting with Polish Foreign Minister Zbigniew Rau at the headquarters of the Polish Foreign ministry in Warsa ...
Der slowakische Aussenminister Rastislav Káčer.Bild: keystone

Der geschichtliche Hintergrund

Die Beziehungen zwischen der Slowakei und ihrem Nachbarland Ungarn im Süden sind seit langem geschichtlich belastet. Während Jahrhunderten war die Slowakei Teil des ungarischen Grossreichs, deren Könige die slowakische Bevölkerung nicht immer gut behandelten.

Auch nach der Abspaltung des Landes von Ungarn kam es zwischen den Nachbarn zu Spannungen. So unterstützte die ungarische Armee 1968 während des Prager Frühlings beispielsweise den Einmarsch sowjetischer Truppen in der Tschechoslowakei. Und auch seit die Slowakei 1993 ein komplett eigenständiges Land wurde, gab es immer wieder Streitigkeiten mit den Ungarn.

Diese haben sich zwar in den vergangenen Jahren ein wenig gelegt – doch nun sorgt die unterschiedliche Haltung der beiden Länder zum Krieg in der Ukraine für erneute Spannungen.

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