Schweiz
Wallis

Crans-Montana: Kanton Wallis forderte Brandschutzkontrolle nicht ein

Kanton Wallis forderte Brandschutzkontrolle für Crans-Montana über Jahre nicht ein

09.01.2026, 11:1209.01.2026, 14:53

Seit der Katastrophe in Crans-Montana kursiert die Frage, wer für die laschen Brandschutz-Kontrollen in der Bar «Le Constellation» verantwortlich war.

epa12626279 A person lights candles in tribute to the victims after the fire at the 'Le Constellation' bar and lounge, in Crans-Montana, Switzerland, 04 January 2026. At least 40 people lost ...
Die Sicherheitskontrollen in Crans-Montana seien lasch gewesen oder nicht durchgeführt worden.Bild: keystone

Der Walliser Sicherheitsdirektor zeigt sich gegenüber dem RTS schockiert und sagt, er wisse nicht, wie die Gemeinde Crans-Montana solche Versäumnisse begehen konnte.

Die Pflichten des Brandschutzes im Kanton Wallis seien klar geregelt. Laut Gesetz sind die Gemeinden verantwortlich für die Kontrollen. Anschliessend müssen Kontrollberichte an den Kanton eingereicht werden, wie das «SRF» schreibt.

Somit hätte der Kanton bemerken müssen, dass Brandschutzberichte aus Crans-Montana fehlen. Und entsprechend die Bar «Le Constellation» und andere Betriebe über Jahre nicht kontrolliert wurden.

«Wenn kein Bericht eingeht, gehen wir davon aus, dass alles in Ordnung ist.»
Sagt Philipp Hildbrand, Chef Amt für Feuerwesen Kanton Wallis.

Aktiv geworden sei die Behörde bei den fehlenden Berichten nicht. Auf Anfrage des SRF sagte der Chef des Amts für Feuerwesen des Kantons Wallis, dass sie, wenn sie keinen Bericht erhalten, davon ausgehen, dass alles in Ordnung sei.

Der Kanton hat fehlende Berichte aus Bars, Hotels und Restaurants bei Gemeinden nicht eingefordert. Hildbrand sagt, dies habe auch mit Lockerungen beim Brandschutz zu tun. Ursprünglich sei geplant gewesen, ab 2027 schweizweit auf einen 10-Jahres-Rhythmus umzusteigen. Weswegen die Gemeinden in den letzten Jahren nicht zusätzlich belastet worden seien.

Blick auf einen Feuerloescher vor der Schutzhuelle des Reaktors im Kernkraftwerk Leibstadt, aufgenommen am Freitag. 18. Juli 2014. Die Bohrloecher, die 2008 zur Installation von zwei Feuerloeschern di ...
Der Brandschutz soll im Wallis nun verstärkt werden.Bild: KEYSTONE

Die geplante Lockerung wurde Anfang Woche von den Verantwortlichen auf Eis gelegt. Grund dafür: die Brandkatastrophe in Crans-Montana.

Der Kanton Wallis prüft nun, ob der Kanton vorübergehend zusätzliches Personal einsetzen kann, um die Lokale in den Gemeinden zu kontrollieren. Das soll auch die Schulungen der Sicherheitsbeauftragten unterstützen und stärken. (nib)

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69 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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ENU
09.01.2026 11:28registriert März 2024
Die Aussage, dass man glaubte, wenn keine Kontrollmeldung eingegangen ist sei Alles in Ordnung, ist eigentlich strafbar.
Wenn ich die Steuern nicht mehr bezahle denkt der Staat dass Alkes in Ordnung sei und ich einfach kein Geld habe. Blanker Irrsinn
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theguy
09.01.2026 11:33registriert September 2023
Man erhält keinen Bericht und geht dann automatisch davon aus, dass alles in Ordnung ist? What the… Gott sei Dank arbeiten Aufsichtsbehörden nicht immer so
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Hans Jürg
09.01.2026 11:46registriert Januar 2015
Der Fisch stinkt auch hier vom Kopf her.
Man hat weggeschaut. Entweder aus Ignoranz oder aus voller Absicht.

Ich erwarte Rücktritte odet dann Entlassungen resp. Nicht-Wiederwahl der politisch Verantwortlichen. Und eine strafrechtlichr Untersuchung, die alles untersucht, bis ganz nach oben. Am besten von einer Staatsanwaltschaft ausserhalb des Kantons. Denn dessen Institutionen kann man nicht vertrauen.
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Zweiter Weltkrieg – erinnern, aber wie?
1995 gedachte die Schweiz des Kriegsendes von 1945, auch mit einem offiziellen Schuldeingeständnis des Bundesrats für die damalige Flüchtlingspolitik. Dass die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg in den folgenden Jahren zu einem Brennpunkt der Schweizer Aussenpolitik würde, ahnte damals niemand.
Geplant war die Geste ja in dieser Form ja nicht. Im Herbst 1994 hatte der Bundesrat eine Parlamentarische Anfrage, wie die Landesregierung den 50. Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkriegs zu würdigen gedenke, noch abgewunken. 1989 habe man mit den «Diamantfeiern» anlässlich von 50 Jahren Mobilmachung bereits die Aktivdienstgeneration für ihre Leistungen verdankt.
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