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In schwierigen Zeiten lohnt es sich, auf Konfuzius zu hören.
In schwierigen Zeiten lohnt es sich, auf Konfuzius zu hören.
Bild: Getty Images AsiaPac

Verbogene Handys und Fake-Fans: So kämpft Samsung um die öffentliche Meinung

Zum Verkaufsstart der neuen Galaxy-Smartphones wurden die Südkoreaner von Apples #Bendgate eingeholt. Dann hiess es ausgerechnet aus China, das Unternehmen habe für Fans bezahlt.
08.04.2015, 17:3308.04.2015, 17:44

Samsung durchlebt turbulente Zeiten. Während es die Südkoreaner lange geschickt verstanden, im Windschatten Apples zu segeln, muss man sich nun vermehrt mit kritischen Medienberichten herumschlagen.

Nachfolgend zeigen wir in fünf Punkten den Weg aus der Krise. Dabei spielen die Sprüche des weisen Konfuzius eine wichtige Rolle.

Der chinesische Philosoph soll einst gesagt haben:

«Es ist besser, ein einziges kleines Licht anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen.»

Am 10. April kommen die neuen Galaxy-Smartphones in den Handel. Vor dem Verkaufsstart ist die Nervosität gross bei der Samsung-Führung. Die Südkoreaner mussten zuletzt mehrmals schlechte Zahlen kommunizieren. Mit den neuen Flaggschiffen will Samsung ab Freitag das Steuer herumreissen und an alte Erfolge anknüpfen. Die Chancen stehen gut, allerdings gilt es, eigene Schwächen zu überwinden.

Schon Konfuzius wusste:

«Nur die Weisesten und die Dümmsten können sich nicht ändern.»

Konfuzius lebte vermutlich von 551 bis bis 479 v. Chr.
Konfuzius lebte vermutlich von 551 bis bis 479 v. Chr.
Bild: Getty Images AsiaPac

Die Berichte der Tech-Journalisten zu den neuen Android-Smartphones sind überwiegend positiv ausgefallen. Nachvollziehbar ist Samsungs Strategie, sich bezüglich Design und Materialien stärker an den erfolgreichsten Konkurrenten anzugleichen. Hingegen ärgern sich Fans, weil Features fehlen, die frühere Galaxys dem iPhone voraus hatten. Der deutsche Techblog Android Pit hat die Gründe zusammengefasst, «warum Samsung-Fans das Galaxy S6 hassen:» 

  • Akku: Fest verbaut und geschrumpft (kleiner)
  • Kein Steckplatz für Speicherkarte (microSD)
  • Höhere Preise
  • Weniger robustes Gehäuse

Eine gute Nachricht aus Sicht der Schweizer Kunden betrifft die Zahl der vorinstallierten Apps. Aus den USA war berichtet worden, dass auf neuen Galaxy-Smartphones 56 Apps vorinstalliert seien. Hierzulande sind es aber deutlich weniger, wie Samsung Schweiz mitteilt. 

30 vorinstallierte Apps
Die Benutzeroberfläche TouchWiz basiert auf Android 5.0 Lollipop. Zur vorinstallierten Software, die nicht gelöscht werden kann, gehören die vier Samsung-Apps Smart Remote, S Health, S Voice und Memo sowie 16 von Google vorgegebene Apps, von Chrome bis YouTube. Nicht vorinstalliert, sondern nur als Downloadlink vorhanden sind laut Samsung Schweiz die folgenden Dritt-Apps: One Drive, One Note und Skype von Microsoft, sowie Facebook, Facebook Messenger, Instagram und WhatsApp. Vorinstalliert, aber löschbar sind Deal.ch, Foodarena sowie Local.ch (Telefonbuch). (dsc)

Womit wir beim nächsten Konfuzius-Spruch sind:

«Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: Durch Nachdenken ist der edelste, durch Nachahmen der einfachste, durch Erfahrung der bitterste.»

Was hat die Tech-Welt letzten Herbst voller Schadenfreude über Apple und das iPhone 6 Plus gelacht. Angeblich verbogen sich neu gekaufte Apple-Handys ab einem gewissen Druck, ob unabsichtlich in der Hosentasche oder durch absichtliche Gewalteinwirkung.  

Seit dem Osterwochenende ist #Bendgate zurück. Dieses Mal hat es Samsung erwischt. Der Belastungstest einer US-Versicherungsfirma soll zeigen, dass sich das Galaxy S6 Edge unter gleich viel Druck verbiegt wie das iPhone 6 Plus. Zusätzlich zersplittert das Display.

Dabei hatte Konfuzius schon früh gewarnt:

«Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel.»

Bild: Getty Images AsiaPac

Nun wird der Spott über Apples Bendgate für die Südkoreaner zum Bumerang. Bei der Präsentation der neuen Galaxys Anfang März hatte man auf der Bühne noch behauptet, die Smartphones würden sich nicht verbiegen.

Samsung hat als Reaktion ein hauseigenes Video veröffentlicht. Dieses soll zeigen, dass das S6 Edge normalen Belastungen durchaus standhalte. 

Das folgende Video sei nicht erstellt worden, um sadistische Wünsche zu befriedigen, heisst es.

Samsungs «Bend Test» mit dem S6 und dem S6 Edge.
video: youtube

Die offizielle Stellungnahme im Firmenblog zeugt allerdings weniger von Souveränität, sondern grenzt vielmehr an Quengelei. Die Firma SquareTrade wird aufgefordert, den Belastungstest unter realistischeren Bedingungen erneut durchzuführen ...

Es scheint, als könnten die Koreaner austeilen, aber nicht einstecken. Hätte man doch auf Konfuzius gehört. Er sagte:

«Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen. So wird dir Ärger erspart bleiben.»

Bild: AP

Dies gilt auch für das jüngste «Skandälchen». Samsung soll angeblich junge Chinesen dafür bezahlt haben, sich bei der Präsentation der neuen Galaxy-Smartphones als Fans auszugeben. Dies berichtete ein Newsportal in Taiwan und berief sich auf eine chinesische Zeitung. 

Samsung erwiderte scharf im eigenen Firmenblog, dass die Vorwürfe untersucht worden seien und sich als haltlos erwiesen hätten. Im letzten Satz der Stellungnahme heisst es: «Wir werden auch unsere Bemühungen fortsetzen, um herauszufinden, wie die Story entstand.»

Wenden wir uns ein letztes Mal Konfuzius zu:

«Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben.»

Angesichts der Aufregung der letzten Tage und dem bevorstehenden Verkaufsstart ist der Samsung-Führung Gelassenheit zu wünschen. Samsung hat mit dem S6 und dem S6 Edge zwei Spitzen-Smartphones am Start, die rund um den Globus viele Käufer finden werden. Dass sich Bendgate als echtes Problem herausstellt, darf stark bezweifelt werden. Aber das wussten wir eigentlich längst. 

Das Galaxy S6 im Test:

1 / 16
Galaxy S6 im Test: Samsungs neues Top-Smartphone
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