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Eishockey-WM: Schweden jammern nach Schweiz-Pleite über dreckiges Spiel

260528 Mattias Ekholm of Sweden looks dejected after the 2026 IIHF Ice hockey, Eishockey World Championship, WM, Weltmeisterschaft quarterfinal match between Switzerland and Sweden on May 28, 2026 in  ...
Die Schweden um Verteidiger Mattias Ekholm bezichtigen das Schweizer Team, dreckig gespielt zu haben.Bild: www.imago-images.de
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Schwedens weinende Knaben – das dreckigste Spiel der WM-Geschichte?

Die Schweden jammern nach ihrer historischen 1:3-Schmach im Viertelfinal gegen die Schweiz über die raue Gangart. Das ist das grösste Kompliment, das je einem Schweizer WM-Team gemacht worden ist.
29.05.2026, 07:3329.05.2026, 12:03

Mattias Ekholm (36) ist kein Nasenbohrer. Weit über 1000 Spiele in der NHL (inklusive Playoffs) und Weltmeister 2018. Gerade deshalb ist sein Gejammer nach der Niederlage gegen die Schweiz bemerkenswert. Erst klagt der Verteidiger, in den ersten zwei Dritteln hätte es drei Fünfminuten-Auschlüsse gegen die Schweizer geben müssen (es gab nur den gegen Dean Kukan). Dann wird er gefragt, ob er der Analyse eines finnischen Spezialisten zustimme, dass diese Partie das dreckigste Spiel der WM-Geschichte gewesen sei.

«Ja, dem stimme ich zu hundert Prozent zu. Wann hat es denn je ein WM-Spiel gegeben, in dem in den ersten 40 Minuten drei Fünfminutenstrafen hätten ausgesprochen werden müssen? Es ist, wie es ist: Ein Team hat schmutzig gespielt und eines nicht.»

Mattias Ekholm hat sich auch noch ein wenig über die Schiedsrichterleistung ausgeweint. Der Entscheid, das zweite Tor zu annullieren, sei hart gewesen. War es nicht. Sondern ein richtiger Entscheid basierend auf glasklaren TV-Bildern. Alles in allem ein miserabler Verlierer. Immerhin sagt er noch, die Schweiz werde wohl das Turnier gewinnen und er würde Roman Josi den WM-Titel gönnen.

«Er verdient es, vor dem Heimpublikum den Titel zu gewinnen.»

Der Schwede war elf Jahre lang Roman Josis Teamkollege in Nashville.

Ein schmutziges Spiel? Das ist – excusez l‘expression – barer Unsinn. Gottérons Leitwolf Christoph Bertschy, angesprochen auf diese Beurteilung, bringt es auf den Punkt:

«Nein, diesen Eindruck hatte ich nicht. Aber es war das erste Mal, dass wir die Schweden physisch dominiert haben.»

Das ist es: Die Schweden hatten sich über die Jahrzehnte daran gewöhnt, die Schweizer auch mit Härte in Schach zu halten. Verständlich: Jede spielerische Herrlichkeit, jede Tempofestigkeit, jede Kreativität ist in der Vergangenheit an den robusten Skandinaviern zerbrochen. Aber eben nicht mehr an diesem denkwürdigen Donnerstagabend in Zürich.

epa13001214 Switzerland's Christoph Bertschy (L) vies for the puck against Sweden's goaltender Magnus Hellberg during the 2026 IIHF Men's Ice Hockey World Championship Quarterfinal game ...
Christoph Bertschy will nichts von einem dreckigen Spiel wissen.Bild: keystone

Das bedeutet: Wenn sich selbst hartgesottene Schweden mit mehr als 1000 NHL-Partien in den Knochen wie weinende Knaben über die Härte der Schweizer beklagen, dann ist das eigentlich das grösste Kompliment, das je einem helvetischen WM-Team gemacht worden ist. Dabei waren die Schweden in Zürich im Schnitt etwas mehr als ein Zentimeter grösser und ein Kilo schwerer. Statistisch also härter.

Die Schweizer sind offensichtlich so robust wie nie. Das ist eine zentrale Voraussetzung, um den Final zu erreichen und dort gegen Kanada oder Finnland zu bestehen.

Auch die Statistik sagt, dass es kein schmutziges Spiel war: Bloss 41 Strafminuten (35 gegen die Schweiz, 6 gegen Schweden), die ohne Folgen blieben: Die Schweizer haben das beste Boxplay dieser WM und kassierten gegen die Schweden keinen Powerplay-Treffer.

Richtig böse waren die Schweizer bis heute eigentlich nur in einem Länderspiel: Am 12. Februar 1998 kam es in Huttwil gegen Kanada zu einer Massenschlägerei. Die Schweizer kassierten 93 Strafminuten, siegten 3:2 und kamen anschliessend bei der WM 1998 in Zürich und Basel völlig überraschend bis in den Halbfinal (4. Schlussrang).

Eine Frage ist noch interessant: Sam Hallam beendet seine Zeit als schwedischer Nationaltrainer nach vier Jahren mit einer kläglichen Bilanz: Erste Niederlage der Geschichte in einem K.o.-Spiel gegen die Schweiz, dreimal bei Titelturnieren (Olympia/WM) im Viertelfinal gescheitert und nur zwei Bronzemedaillen. Muss sich Servettes Sportdirektor Marc Gautschi Sorgen machen? Er hat den Schweden ab nächstem Herbst für drei Jahre unter Vertrag genommen.

epa12945345 Sweden's head coach Sam Hallam looks on before the Beijer Hockey Games match between Sweden and Finland at Catena Arena in Angelholm, Sweden, 10 May 2026. EPA/JOHAN NILSSON SWEDEN OUT
Sam Hallam wird bald Trainer von Servette – bei Schweden hinterlässt er keinen bleibenden Eindruck.Bild: keystone

Schwedische Gewährsleute beruhigen und sagen, Sam Hallam sei halt mehr ein Trainer für das Tagesgeschäft bei einem Klub und weniger geeignet für den Job als Nationaltrainer. Tatsächlich hat er mit den Växjö Lakers drei Titel geholt (2015, 2018, 2021).

Ganz scheint Servettes Sportdirektor der Sache inzwischen nicht mehr zu trauen. Er hat vorsichtshalber Marco Bayer als Assistenten verpflichtet. Der Zürcher hat bei den ZSC Lions bereits aufs eindrücklichste bewiesen, dass er ein Team im Laufe einer Saison als Cheftrainer übernehmen und zu grandiosen Erfolgen führen kann: Ende Dezember 2024 hat er in Zürich Cheftrainer Marc Crawford ersetzt, der aus gesundheitlichen Gründen in die Heimat zurückkehrte – und gewann den Titel 2025 plus die Champions League 2025. Eine Entlassung von Sam Hallam wäre sowieso kein Problem: Marc Gautschi hat nicht zu wenig, er hat zu viel Geld zur Verfügung.

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Die besten Bilder der Eishockey-WM in Zürich und Fribourg
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«Kein Tor!»: Die Schweizer Fans zeigen den Entscheid der Schiris nach dem vermeintlichen 2:0 von Schweden an.

quelle: keystone / claudio thoma
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Die Stimmung am Viertelfinalspiel der Schweiz gegen Schweden
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168 Kommentare
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Der_Radiator
29.05.2026 07:59registriert März 2021
Was mir hier fehlt, ist das Lob an Jan Cadieux, der ganz offensichtlich die Eisgenossen perfekt auf das Spiel gegen die Schweden eingestellt hat.
Und nun soll keiner kommen, dies sei immer noch der Verdienst von Fischer.
Fischer hat es ganz offensichtlich nie geschafft, die Lösung gegen die kampfstarken Schweden zu finden, und ist immer mit dem Versuch in Schönheit zu gewinnen, gescheitert.
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123und456
29.05.2026 07:39registriert Juli 2015
Also der Check von Nino war nicht einmal annähernd irregulär! Der Sturz war einfach äusserst unglücklich.
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Detective Spooner
29.05.2026 07:57registriert September 2024
Absoluter Humbug! Die Schweden hatten einfach das Gefühl, sie können mit ihrer Arroganz und den Provokationen v.a. im ersten Drittel die Schweizer aus dem Konzept bringen. Tja, hat wohl nicht funktioniert. Um es in Andrighettos Manier auszudrücken: Es ist Schweden, die tun dir nie leid!
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Hockey als Rockkonzert – das gab es an einer WM noch nie
So wie in diesen Tagen haben die Fans einem WM-Team noch nie geholfen. Selbst die Schiedsrichter sind eingeschüchtert worden.
Es ist die 43. WM und das 51. Titelturnier für den Chronisten. Ein Vergleich zwischen der Gegenwart und wie es früher mal war ist also seriös. So laut und «einschüchternd» war ein Heimpublikum bei einer WM noch nie. Nicht in Schweden, nicht in Finnland, nicht in Russland, nicht in Tschechien, nicht in Deutschland.
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