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Eishockey-WM: Schweizer Publikum sorgt im rund um die WM für Stimmung

The swiss fans celebrate after the 2026 IIHF Men's Ice Hockey World Championship Quarterfinal game between Switzerland and Sweden, at the Swiss Life Arena ice hockey stadium, in Zurich, Switzerla ...
So laut und «einschüchternd» war ein Heimpublikum bei einer WM noch nie.Bild: keystone
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Hockey als Rockkonzert – das gab es an einer WM noch nie

So wie in diesen Tagen haben die Fans einem WM-Team noch nie geholfen. Selbst die Schiedsrichter sind eingeschüchtert worden.
29.05.2026, 15:4229.05.2026, 15:42

Es ist die 43. WM und das 51. Titelturnier für den Chronisten. Ein Vergleich zwischen der Gegenwart und wie es früher mal war ist also seriös. So laut und «einschüchternd» war ein Heimpublikum bei einer WM noch nie. Nicht in Schweden, nicht in Finnland, nicht in Russland, nicht in Tschechien, nicht in Deutschland.

Zwei Faktoren unterscheiden Zürich von allen Titelturnieren der Neuzeit (seit Anfang der 1980er Jahre): Die Kombination aus Lautstärke und einem nahezu komplett einheimischen – und damit einseitigen – Publikum. Selbst beim Final von 2024 in Prag zwischen der Schweiz und Tschechien (0:2) gab es einen gut sichtbaren, roten helvetischen Fansektor. Am Donnerstag gibt es praktisch keine schwedische Präsenz auf den Tribünen. Ein paar einzelne Fans in gelben Gewändern wirken wie verlorene Vögel, die den Zug nach Süden verpasst haben und nun traurig und einsam in Bäumen ohne Laub hocken. Durch die rote Farbe wirkt die Präsenz der helvetischen Fans auch optisch so eindrücklich, ja einschüchternd. Wahrlich, ein Bild, das es so bei einem Titelturnier noch nie gegeben hat.

Nur ein einziges Spiel der neueren Geschichte hatte einen ähnlichen Hühnerhauteffekt: Am 29. April 1985 besiegt die Tschechoslowakei die UdSSR in der Finalrunde 2:1 (2:0, 0:0, 0:1). Der erste Schritt zum WM-Titel. 14'000 Frauen, Männer und Kinder singen in der «Sportovní Hala» die doppelte tschechoslowakische Hymne mit dem melancholischen tschechischen («Wo ist mein Heim, mein Vaterland?») und dem temperamentvollen slowakischen Teil («Über der Tatra gehen Blitze nieder, die Donner schlagen wild.»). Eine feierliche Stimmung. Aber laut ist es nicht und draussen vor der Arena senkt sich sowieso gespenstische Stille über die goldene Stadt. Alle wissen, dass die sowjetischen Besatzer keine Feierlichkeiten dulden, zu viele KGB-Männer in ihren Ledermänteln stehen herum, und so gehen alle leise, aber mit glühendem patriotischem Herzen nach Hause.

Was Zürich von ähnlich patriotisch gestimmten Partien unterscheidet: Die Kombination aus «Einheits-Stimmung» und einer Lautstärke wie bei einem Rockkonzert. Die Arena ist die lauteste, die es je bei einem Titelturnier gegeben hat. Mit Abstand. Dazu trägt eine hochmoderne Soundanlage bei, die nun voll aufgedreht wird. Ja, Zürich rockt. Und das soll auch gesagt sein: Die Fans sind zwar laut. Aber anständig. Nun können wir das alles der Hockey-Romantik oder Hockey-Folklore zurechnen. Ohne Einfluss auf das Spiel. Doch in Zürich ist es womöglich ein wenig anders. Einen statistischen Beweis gibt es nicht und Mattias Ekholm, der Haudegen mit über 1000 NHL-Partien und im Team der Schweden nach der Partie einer der Vorsänger der weinenden Knaben beklagt sich nicht, spricht von einer «amazing atmosphere» und «a lot of Uhh and cheer from the crowd.» Aber damit müsse man umgehen können.

Wäre der Chronist ein gut gelöhnter Polemiker im Dienst der schwedischen Majestät, dann würde er polemisieren: Die Refs waren vom Publikum eingeschüchtert. Deshalb hatten sie nach dem Restausschluss von Dean Kukan (der zu Recht erfolgte) nicht mehr die Eier für einen weiteren eigentlich zwingenden Restausschluss gegen Timo Meier (Kniecheck). Und würde behaupten, die durch das Publikum aufgeputschten Schweizer wären nicht mehr dazu in der Lage gewesen, ein zweites Fünfminuten-Powerplay zu überstehen. Kurzum: Die Schiedsrichter sind schuld.

Haben die Schiedsrichter die Schweden tatsächlich benachteiligt? Die Antwort, wiederum aus der Sicht eines schwedischen Polemikers: Ja! Skandal!

Als die Zeiger am späten Donnerstagabend schon gegen Mitternacht ruckeln, sagt ein nordamerikanischer Kollege, fast schon so lange in der weiten Hockeywelt unterwegs wie der Chronist: «Mein Gott, was wird hier los sein, wenn die Schweizer am Sonntagabend um den Titel spielen!»

Wo er recht hat, da hat er recht.

P.S. Die Schweiz ist natürlich noch nicht für den Final qualifiziert. Zuerst muss am Samstagnachmittag Norwegen besiegt werden. Aber so selbstsicher dürfen wir ausnahmsweise sein und behaupten: Norwegen ist das Ajoie dieser WM.

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22 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Liebu
29.05.2026 16:12registriert Oktober 2020
Aber so selbstsicher dürfen wir ausnahmsweise sein und behaupten: Norwegen ist das Ajoie dieser WM.

So gut war Ajoie diese Saison jetzt nicht.
Norwegen hat gegen die Kanadier gepunktet, die Schweden und die Tschechen besiegt, auch den VF gewonnen. Die Schweiz tut gut daran, Norwegen nicht zu unterschätzen. Aber das werden sie eh nicht machen, da bin ich sicher.
Norwegen spielt ein ähnliches Spiel wie die Schweiz früher. Ein gutes Kollektiv und mit viel Herzblut und Teamspirit.
Aber das weiss auch die Nati.
Holt endlich diesen Kübel.
Hopp Schwiz🇨🇭
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Väterchen Frost
29.05.2026 16:22registriert Dezember 2020
Ajoie? Norwegen? Könnte uns überraschen. Bitte jetzt nicht übermütig & arrogant werden.

Die Wikinger wurden Gruppenzweite, Ajoie nicht.
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HenryJames
29.05.2026 16:13registriert Februar 2018
Ui, da geht's mal wieder durch mit unserem Chronisten. Norwegen hat Tschechen besiegt, Schweden besiegt und Kanada fast besiegt. Der Vergleich mit Ajoie ist also ziemlich despektierlich. Wenn schon vergleichen, dann eher mir Rapperswil-Jona oder Lausanne. Die landen auch mehr als nur alle Schaltjahre einen Zufallssieg. Darum seid auf der Hit, Eisgenossen! ☝️
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22
Diese für Schweizer untypische Eigenschaft bringt uns* den WM-Titel
* sicher wahrscheinlich womöglich
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