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Im Viertelfinal machte die Schweiz eine WM der Enttäuschung zur WM der grossen Freude.
Im Viertelfinal machte die Schweiz eine WM der Enttäuschung zur WM der grossen Freude.
Bild: keystone

Nach emotionalem Höhenflug – die Schweiz hat heute Nacht gegen Kanada nichts zu verlieren

Die Schweizer Hockey-Frauen treffen in der Nacht auf morgen Dienstag (1 Uhr) im WM-Halbfinal auf Topfavorit Kanada. Die Nati hat nach einer emotionalen Wende im Viertelfinal nun nichts mehr zu verlieren.
30.08.2021, 10:5130.08.2021, 13:01

Die Eishockey-WM der Frauen drohte für das Schweizer Nationalteam zur grossen Enttäuschung zu werden. Nach der Gruppenphase hatte das Team von Trainer Colin Muller vier Niederlagen aus vier Spielen gegen starke Gegnerinnen und ein Torverhältnis von 1:17 zu Buche stehen. Zudem war für Stürmerin und Teamleaderin Alina Müller das Turnier wegen einer Verletzung schnell vorbei.

Dennoch stand die Nati aufgrund des Modus an der Frauen-WM im Viertelfinal gegen das Russische Olympische Komitee (ROC). Und auch dort sah es lange nicht gut aus. Zwei schnelle Tore der Russinnen sorgten dafür, dass Goalie Andrea Brändli – bislang eine der besten Schweizerinnen an diesem Turnier – früh Feierabend hatte und durch Saskia Maurer ersetzt wurde.

Die Highlights des Viertelfinals.

Doch die Schweizerinnen kämpften sich auf dramatische Art und Weise zurück. Einerseits hielt die eingewechselte Saskia Maurer dicht. Andererseits brachte Routinier Evelina Raselli mit dem Anschlusstreffer nach 50 Minuten die Hoffnung zurück. Phoebe Stänz glich schliesslich bei sechs gegen vier rund zwei Minuten vor Schluss aus. Und in der Verlängerung war es dann Laura Zimmermann, die auf einen herrlichen Pass von Sinja Leemann für die endgültige Wende sorgte.

Auf der Tribüne war zu sehen, wie die verletzte Alina Müller trotz massiver Schiene am Fuss Freudensprünge machte, während sich die Spielerinnen unten auf dem Eis in den Armen lagen. Die Szenen waren sinnbildlich für die Freude und die Erleichterung, welche die ganze Mannschaft in diesem Moment gespürt hat. Innert weniger Minuten hatten sie das Turnier von einem möglichen Desaster in eine Erfolgsgeschichte umgewandelt.

«Das Tor in der Overtime war unbeschreiblich», sagte die Siegtorschützin Laura Zimmermann. «Die Mannschaft hat in jedem Spiel extrem gekämpft und sich gegen Russland am Schluss endlich belohnt», resümierte Trainer Colin Muller. Es sei ein Spiel für die Ewigkeit gewesen, das niemand mehr vergessen werde.

Nun steht ein weiteres «Spiel für die Ewigkeit» an. Im Halbfinal treffen die Schweizerinnen auf Turnier-Topfavorit Kanada. Es ist eine Herkulesaufgabe, welche die Nati bestens kennt. In der Gruppenphase setzte es eine 0:5-Niederlage ab. Doch wie gut die Ahornblätter tatsächlich sind, zeigten sie zwei Tage später, als sie Mitfavorit USA mit 5:1 niederrangen.

Kanada – Schweiz
In der Nacht auf Dienstag (1 Uhr) trifft die Frauen-Nati im WM-Halbfinal auf Topfavorit Kanada. Das Spiel gibt es im SRF-Livestream zu sehen.

Damit ist die Schweiz natürlich auch im Halbfinal krasser Aussenseiter. Das bedeutet aber auch, dass Phoebe Stänz, Laura Zimmermann, Lara Staldrer und Co. absolut nichts zu verlieren haben. Dank des Sieges gegen Russland können sie gar beschwingt ins Duell mit Kanada steigen – und eine der grössten Sensationen in der Geschichte des Schweizer Eishockeys in Angriff nehmen.

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2014: Die Hockey-Frauen holen in Sotschi Bronze
quelle: x02025 / mark blinch
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