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Tesla-Chef Elon Musk und CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet in der neuen Gigafactory bei Berlin.
Tesla-Chef Elon Musk und CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet in der neuen Gigafactory bei Berlin.Bild: keystone

Elon Musk trifft CDU-Laschet – und dann bricht der Tesla-Chef in schallendes Gelächter aus

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet trifft Tesla-Chef Elon Musk und setzt sich mit einer seltsamen Frage in die Nesseln. Musk lacht derweil herzhaft über Bedenken von Bürgern und Umweltschützern.
16.08.2021, 14:5816.08.2021, 16:47
Ein Artikel von
t-online

Ob die Zukunft des Autos dem Elektroauto oder dem Wasserstoffauto gehört? Bei dieser Frage von Unionskanzlerkandidat Armin Laschet winkt Elon Musk nur ab: «Definitiv elektrisch, Wasserstoff ist Zeitverschwendung», so der Tesla-Chef bei einem Treffen der beiden in Grünheide bei Berlin. Dort will der US-Konzern in einer neuen Gigafactory nicht nur Elektroautos fertigen, sondern auch Akkus für den Antrieb.

Musk kommt ob der Wasserstoffauto-Frage und der für ihn sonnenklaren Antwort nicht mehr aus dem Lachen heraus.

Den Elektroauto-Pionier fragen, ob die Zukunft den Elektro- oder Wasserstoffautos gehört, ist etwa wie den Metzger fragen, ob Fleisch oder vegane Ernährung besser sei. Im Netz hagelt es entsprechend Spott für Laschet.

Unabhängig davon machten Laschet und Musk bei ihrem Treffen beide keine glückliche Figur: Als eine Journalistin den Tesla-Chef darauf anspricht, dass sein Konzern der Region laut Kritikern das Wasser abgrabe, reagiert er amüsiert und meint: «Diese Region hat so viel Wasser... Schauen Sie sich um!»

Die Journalistin hakt nach: «Laut Wasserverband gibt es nicht genug Wasser für den Ausbau.»

Musk: «Das ist komplett falsch. Es gibt hier überall Wasser. Sieht es hier etwa wie eine Wüste aus (lacht)? Das ist lächerlich. Es regnet sehr viel (lacht weiter).»

Laschet: (grinst)

Laschet bezieht sich bei seiner Wasserstoff-Frage an Musk auf eine vorherige Frage eines Journalisten an ihn, der wissen wollte, ob er nun nach dem Besuch der Tesla-Fabrik ans E-Auto glaube. Der CDU-Politiker hatte zuvor in einem Interview gesagt, er glaube nicht, dass E-Autos «die Mobilitätsform der nächsten 30 Jahre sein» werden (das ganze Gespräch ist im Video am Ende des Artikels zu sehen).

Aber auch Musk bekommt sein Fett weg. Wie er auf die Befürchtungen von Umweltschützern und der lokalen Bevölkerung bezüglich der Wasserversorgung reagiert, sorgt für Unverständnis. Dies nicht zuletzt, weil in Brandenburg seit drei Jahren Dürre herrscht und der Grundwasserspiegel seit vielen Jahren sinkt.

Mit seiner Antwort hat er die Kritiker der Tesla-Fabrik auf jeden Fall nicht überzeugt: «Ein Unternehmer und ein hochrangiger Politiker, der vom Volk gewählt worden ist, machen sich lustig über die berechtigten Sorgen hunderttausender Menschen um die Wasserversorgung der Zukunft, die keineswegs gesichert ist», sagte der Sprecher der lokalen Bürgerinitiative gegen die Tesla-Fabrik am Sonntag.

Laschet schrieb später auf Twitter, dass sich «seine» Wasserstoff-Frage auf Lastwagen bezogen habe. Dort sei Wasserstoff als Antrieb durchaus ein Thema. «Bei PKW ist klar: Elektro!», so Laschet. Beim Gespräch mit Musk und den Journalisten sprach Laschet aber zuerst von Autos und erst nach Musks Lacher über Lastwagen.

Laschet und Musk fordern schnellere Verfahren

Gemeinsam forderten Laschet und Musk beim Besuch auf der Tesla-Baustelle schnellere Genehmigungsverfahren. Der CDU-Vorsitzende sprach sich an der Seite für eine Veränderung der Verbandsklagerechte aus. «Es ist nicht akzeptabel, dass jemand, der nicht als Anwohner hier betroffen ist, sondern an der Nordsee oder den Bayerischen Alpen lebt, eine Klage einreichen kann, um solche Projekte zu stoppen. Da müssen wir was ändern.»

Musk sagte, es sei problematisch, wenn jedes Jahr neue Vorschriften erlassen würden und sie ein Niveau erreichten, dass man gar nichts mehr unternehmen könne. Die Vorschriften müssten regelmässig auf den Prüfstand gestellt werden. Laschet betonte, die aktuell gültigen Vorschriften seien in der Zeit vor dem Pariser Klimaabkommen entstanden. «Aber wenn die Lage so ernst ist, wie der Weltklimarat sagt, dann müssen wir beschleunigen.»

Elon Musk hatte bereits im April die Dauer des Genehmigungsverfahrens bemängelt. Das löste eine Diskussion über das Planungs- und Umweltrecht in Deutschland aus. Tesla will in Grünheide rund 500'000 Autos im Jahr bauen. Die Produktion sollte im Juli beginnen, inzwischen steht aber das Jahresende als Termin im Raum. Tesla plant auch eine Batteriefabrik, was das Genehmigungsverfahren verzögert.

Das Unternehmen baut bisher mit vorzeitigen Zulassungen auf eigenes Risiko. Ohne definitive Genehmigung müsste alles zurückgebaut werden, sagte Laschet nochmals. Der Tesla-Chef zeigte sich aber zuversichtlich, dass das Genehmigungsverfahren noch im Oktober abgeschlossen werde.

Das gesamte Gespräch mit Musk und Laschet

(dpa/mk/oli)

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