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Die slowenischen Behörden begründen die Massnahme mit «erschöpften Aufnahmekapazitäten».<br data-editable="remove">
Die slowenischen Behörden begründen die Massnahme mit «erschöpften Aufnahmekapazitäten».
Bild: Darko Bandic/AP/KEYSTONE

Slowenische Polizei setzt 2000 Flüchtlinge in Zug fest

19.10.2015, 12:2019.10.2015, 12:34

Die slowenische Polizei hat mehr als 2000 Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Österreich und weiter nach Deutschland gewaltsam gestoppt. Sloweniens Aufnahmekapazitäten seien erschöpft, erklärte die Polizei zur Begründung am Montag in Ljubljana.

Vor den geschlossenen Grenzübergängen campierten Tausende frierende und durchnässte Menschen. Sie versuchten, sich mit Decken und Planen vor dem Dauerregen zu schützen und zündeten kleine Feuer an, um sich zu wärmen.

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Tausende harren derzeit an den slowenischen Grenzübergängen aus – sie begehren Einlass.
Bild: IGOR KUPLJENIK/EPA/KEYSTONE

Die Flüchtlinge und Migranten waren in Kroatien mit einem Zug an die Grenze bei Sredisce ob Dravi gebracht worden. Als die Menschen versuchten, die grüne Grenze illegal zu überqueren, spielten sich laut dem kroatischen Nationalfernsehen dramatische Szenen ab. Nachdem Ungarn seine Grenze zu Kroatien geschlossen hatte, waren die Flüchtlinge seit dem Wochenende über Slowenien umgeleitet worden.

Österreich dementiert

Slowenien will nur bis zu 2500 Flüchtlinge pro Tag aufnehmen, registrieren und nach Österreich weiterleiten. Das österreichische Innenministerium dementierte die slowenische Darstellung, das Alpenland habe die Einreise auf 1500 Flüchtlinge am Tag begrenzt. Eine solche Obergrenze gebe es nicht, sagte ein Sprecher. Derzeit kommen demnach pro Tag im Schnitt deutlich unter 1000 Flüchtlinge von Slowenien nach Österreich.

Die Staus auf der Balkanroute werden verursacht durch die hohe Zahl von Flüchtlingen, die von Serbien nach Kroatien wollen. Im Oktober waren durchschnittlich 5100 Flüchtlinge pro Tag in Kroatien eingetroffen, um von dort weitergeschleust zu werden – erst nach Ungarn, nach der umstrittenen Abschottung des Landes dann nach Slowenien.

Die slowenische Regierung beschwerte sich auch bei der EU in Brüssel darüber, dass sich Kroatien unsolidarisch verhalte. Es gehe nicht, dass der EU-Nachbar weiter viel mehr Flüchtlinge an die Grenze zu Slowenien bringe, als das Land aufnehmen könne, hiess es in einer Mitteilung.

Das garstige Wetter mit Regen und tiefen Temperaturen erschwert die Reise der Flüchtlinge zusätzlich.<br data-editable="remove">
Das garstige Wetter mit Regen und tiefen Temperaturen erschwert die Reise der Flüchtlinge zusätzlich.
Bild: Darko Bandic/AP/KEYSTONE

Und weiteres Ungemach droht: Kroatische Medien berichteten, rund 10'000 neue Flüchtlinge hätten sich von Griechenland aus auf den Weg nach Norden gemacht.

US-Aussenminister warnt

Derweil rief US-Aussenminister John Kerry dazu auf, der humanitären Katastrophe in Syrien und im Irak Einhalt zu gebieten. Bei einem Besuch in Madrid äusserte er am Montag die Befürchtung, dass es Russland bei seiner militärischen Intervention in Syrien allein darum gehe, das Regime von Präsident Baschar al-Assad an der Macht zu halten.

«Dadurch werden noch mehr Dschihadisten ins Land gelockt, und die Zahl der Flüchtlinge nimmt weiter zu», sagte Kerry nach einem Treffen mit seinem spanischen Kollegen José Manuel García-Margallo. (sda/dpa)

Flüchtlinge kämpfen gegen Grenzen

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Flüchtlinge kämpfen gegen Grenzen
quelle: getty images europe / ahmet sik
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Weitere Boote in Lampedusa angekommen – Flüchtlingscamp ist überfüllt
Das Flüchtlingscamp auf der italienischen Insel Lampedusa ist gut zwei Wochen nach seiner teilweisen Räumung schon wieder deutlich überfüllt.

Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Mittwoch meldete, hielten sich fast 2000 Menschen in dem Hotspot im Bezirk Imbriacola auf, der eigentlich nur für 350 Personen ausgelegt ist. Allein in der Nacht und am Morgen seien drei Boote mit Migranten eingetroffen, die nach eigenen Angaben aus Syrien, Ägypten, dem Sudan und diversen westafrikanischen Staaten stammten. Zwei der Boote hätten in Tunesien und eines in Libyen abgelegt.

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