FDP
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Die neuen Zuercher Regierungsraete der FDP Carmen Walker Spaeh, Mitte, und Thomas Heiniger, zweiter links, werden von ihren Parteimitgliedern Filippo Leutenegger, rechts, und Beat Walti, links, nach den Wahlen in Zuerich begruesst, aufgenommen am Sonntag, 12. April 2015. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Kantonalpräsident Beat Walti, Regierungsrat Thomas Heiniger, seine neue Amtskollegin Carmen Walker Späh und der Zürcher Stadtrat Filippo Leutenegger feiern den FDP-Erfolg. Bild: KEYSTONE

Blau ist das neue Grün: Wie die FDP ihr Verliererimage abstreifen konnte

Die jahrzehntelang gebeutelten Freisinnigen sind die grossen Sieger der Wahlen im Kanton Zürich. Sie profitieren mehr als jede andere Partei vom Primat der Ökonomie über die Ökologie.



Modefarben sind wechselhaft. Das gilt für die Haute Couture wie für die Politik. Vor vier Jahren, nach der Atomkatastrophe in Fukushima, war Grün voll im Trend. Jetzt aber erlebt ein Farbton ein Comeback, der lange megaout war: Das Blau der FDP. Seit mehr als 30 Jahren ging es für die Gründerpartei der modernen Schweiz auf nationaler Ebene nur bergab. 

Besonders heftige Schläge mussten die Freisinnigen in ihrer Hochburg Zürich einstecken: Den tiefen Fall von Bundesrätin Elisabeth Kopp etwa oder das Grounding der Swissair, das dem FDP-Filz angelastet wurde. Umso süsser schmeckt nun der fulminante Erfolg bei den kantonalen Wahlen: Plus 4,4 Prozent Wähleranteil, plus acht Sitze im Kantonsrat, dazu die beiden Sitze im Regierungsrat verteidigt. Zuvor hatte die FDP bereits bei den Wahlen in Basel-Landschaft und Luzern zugelegt. 

Das Zürcher Ergebnis ist kein Strohfeuer, sondern ein Versprechen für die nationalen Wahlen am 18. Oktober. Als «hoch motivierend» bezeichnete es Parteipräsident Philipp Müller in der Tagesschau von SRF. Wie konnten die Freisinnigen ihr notorisches Verliererimage abstreifen? Drei mögliche Erklärungen bieten sich an:

Der Frankenschock

Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Nationalbank am 15. Januar hat den Franken massiv aufgewertet. Seither geht im «Wirtschaftswunderland» Schweiz die Angst um vor einer Rezession und Arbeitslosigkeit. Die Ökonomie verdrängte die Ökologie auf der politischen Agenda nach hinten. Davon profitiert die FDP. Ihr Image als Wirtschaftspartei hat Schaden genommen, das Stimmvolk scheint ihr aber in diesem Bereich noch immer mehr zuzutrauen als anderen Parteien.

Die Entzauberung der Grünliberalen

Die Grünliberale Partei (GLP) galt bis vor kurzem als sichere Siegerin im Herbst. Der Absturz in Zürich hat ihr Winnerimage mehr als nur angekratzt. Gründe dafür sind der Frankenschock, aber auch das monströse Debakel ihrer Energiesteuer-Initiative. Es hat ernsthafte Zweifel an der Kompetenz dieser Partei aufkommen lassen. Auch dürften sich immer mehr Wählerinnen und Wähler die Frage stellen, ob man gleichzeitig grün und wirtschaftsliberal sein kann. 

Die Radikalität der SVP

Die SVP stagniert im Blocher-Kanton Zürich, obwohl die unsichere Weltlage ihrer Abschottungs-Ideologie in die Hände spielen sollte. Eine Erklärung sind die immer radikaleren Initiativen, die von der Partei lanciert werden. Sie hält damit ihren rechten Rand bei Laune, dürfte aber Wähler aus der Mitte abschrecken. Profiteurin ist jene Wirtschaftspartei, die für den Rechtsstaat und die Bilateralen einsteht: Die FDP.

Indizien für eine solche Entwicklung sind vorhanden. Ein Beispiel ist der Berner Unternehmer Jobst Wagner. Er flirtete eine Zeit lang mit der SVP. Nun grenzt er sich als Mitinitiant der neuen Bewegung «Vorteil Schweiz» klar von ihr ab. 

Für die FDP ist dies eine Genugtuung. Lange musste sie sich von der SVP vorführen und als «weichsinnig» verhöhnen lassen. Nach den jüngsten Erfolgen tut sie gut daran, sich nicht auf Hirngespinste wie einen «Freisinn blocherscher Prägung» einzulassen. 

Politologe Thomas Milic zum FDP-Wahlerfolg

Video: keystone

Das könnte dich auch interessieren:

Die Reaktionen auf Fox News legen eine schonungslose Wahrheit über das Impeachment offen

Link zum Artikel

So würde das Parlament aussehen, wenn nur die Romands wählen würden

Link zum Artikel

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

Link zum Artikel

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»

Link zum Artikel

Diese 17-Jährige bezwingt die AfD. Eine Vorweihnachts-Geschichte, die ans Herz geht

Link zum Artikel

Heute kochen wir einen französischen Dreigänger. Weil Herbst. Und weil geil.

Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

Link zum Artikel

Darum macht sich Christian Levrat keine Sorgen wegen den erstarkten Grünen

Link zum Artikel

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

Link zum Artikel

Picdump. Spass. Jetzt.

Link zum Artikel

«Ein Asiate in Hausschuhen? Das gibt Ärger!» – der Chef hat ein Finken-Problem

Link zum Artikel

«The Game Changers» – haben wir uns ein Leben lang falsch ernährt?

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Die Reaktionen auf Fox News legen eine schonungslose Wahrheit über das Impeachment offen

84
Link zum Artikel

So würde das Parlament aussehen, wenn nur die Romands wählen würden

99
Link zum Artikel

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

141
Link zum Artikel

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»

31
Link zum Artikel

Diese 17-Jährige bezwingt die AfD. Eine Vorweihnachts-Geschichte, die ans Herz geht

107
Link zum Artikel

Heute kochen wir einen französischen Dreigänger. Weil Herbst. Und weil geil.

48
Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

167
Link zum Artikel

Darum macht sich Christian Levrat keine Sorgen wegen den erstarkten Grünen

35
Link zum Artikel

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

48
Link zum Artikel

Picdump. Spass. Jetzt.

220
Link zum Artikel

«Ein Asiate in Hausschuhen? Das gibt Ärger!» – der Chef hat ein Finken-Problem

72
Link zum Artikel

«The Game Changers» – haben wir uns ein Leben lang falsch ernährt?

341
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Die Reaktionen auf Fox News legen eine schonungslose Wahrheit über das Impeachment offen

84
Link zum Artikel

So würde das Parlament aussehen, wenn nur die Romands wählen würden

99
Link zum Artikel

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

141
Link zum Artikel

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»

31
Link zum Artikel

Diese 17-Jährige bezwingt die AfD. Eine Vorweihnachts-Geschichte, die ans Herz geht

107
Link zum Artikel

Heute kochen wir einen französischen Dreigänger. Weil Herbst. Und weil geil.

48
Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

167
Link zum Artikel

Darum macht sich Christian Levrat keine Sorgen wegen den erstarkten Grünen

35
Link zum Artikel

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

48
Link zum Artikel

Picdump. Spass. Jetzt.

220
Link zum Artikel

«Ein Asiate in Hausschuhen? Das gibt Ärger!» – der Chef hat ein Finken-Problem

72
Link zum Artikel

«The Game Changers» – haben wir uns ein Leben lang falsch ernährt?

341
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

5
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hans Jürg 13.04.2015 23:46
    Highlight Highlight Hoffentlich kann sich Frau Walker-Späh mit dem neuen fürstlichen RR-Gehalt endlich einen echten Coiffeur leisten
  • Lightning makes you Impotent (LMYI) 13.04.2015 09:59
    Highlight Highlight Hoffe die Linken Nichtwähler sind für den Herbst aufgeschreckt worden! Die anderen dürfen natürlich weiterschlafen! Ich glaube bei den Regierungsräten hat Walker-Späh und Steiner geholfen, das Sie auch von Linken wählbar waren, die FDP Wähler aber nicht für Martin Graf votierten. Dies kostete Graf den Job. Sowas passiert mir kein zweites mal mehr. Anscheinend muss man wieder in Blöcken denken und die anderen Positionen leer lassen.
    • Anded 13.04.2015 11:19
      Highlight Highlight Einem Linken Wähler muss doch bewusst gewesen sein, dass a) die beiden SVP und FDP Heiniger auch ohne die eigene Stimme gewählt werden, bleiben noch 4 Sitze. b) man wählt die beiden SP Fehrs, bleiben noch 2 Sitze. Man wählt Graf und gibt ev. der AL noch eine Stimme. die FDP/CVP Kandidaten wählt man als Linker in diesem Fall nicht, weil sie a) J.Fehr und Graf gefährden und b) der SVP keinen Sitz streitig machen. Anders sieht es aus, wenn sich SVP und andere Parteien um einen Sitz streiten, dann kann man als Linker gut FDP/CVF/GLP helfen um SVP-Sitze zu verhindern. (siehe z.B. Ständeratswahlen)
    • Lightning makes you Impotent (LMYI) 13.04.2015 11:55
      Highlight Highlight @Platinum: Du hast schon mal gewählt? Da sin 7 Namen zu nennen. Da ich die Frauen unterstützen wollte, habe ich auch Steiner und Walker-Späh gewählt. Leider kann ich keine negativ Stimmen geben. Denn die bekäme die SVP Alt-Herren Truppe!
    • Anded 13.04.2015 12:26
      Highlight Highlight @Peter: Es war sehr naiv anzunehmen, dass alle Kandidaten auf deinem Zettel einen SVPler oder Heiniger überholen können. Also kämpfen sie Gegeneinander. Du hast allen 4 "unsicheren" (J.Fehr, Graf, Steiner, Walker-Späh) eine Stimme gegeben und somit niemandem geholfen. Wenn man alle Konkurrenten um die letzten Plätze wählt bedeutet das, dass es einem egal ist wer davon leer ausgeht.

Ältester Schwulenaktivist der Schweiz: «Ja, es gibt einen Backlash – schuld ist die SVP»

Im vergangenen halben Jahr gab es vermehrt Meldungen über Angriffe auf Homosexuelle. Ernst Ostertag ist der bekannteste Exponent der Schweizer Schwulenbewegung. Er sagt: «Jetzt müssen wir wieder kämpfen.»

«Blick» vom 16. September 2019: «Dann traten die Angreifer näher, spuckten das Paar an und bewarfen es mit einem Feuerzeug. Als Luca B. aufstand und die Pöbler nach dem Grund für ihr aggressives Verhalten fragte, eskalierte die Situation. Sie antworteten: ‹Weil ihr schwul seid›. Kurz darauf flogen die Fäuste.»

«20 Minuten» vom 16. Juni 2019: «Ausgelassen feierten am Samstag Zehntausende in Zürich an der Gay Pride. Unter den Feiernden waren Micha F. und sein Mann. Auf dem Heimweg wurden die …

Artikel lesen
Link zum Artikel