Unterirdische Joker und böse Geister – wie bewertest du die Nati-Stars beim Katar-Remis?
Unsere Noten
Gregor Kobel, Goalie, Note 5,5
Beim Katar-Ausgleich in der 94. Minute ist er machtlos. Der Goalie darf sich trotz dem Nackenschlag kurz vor Schluss ein bisschen als Matchwinner fühlen: Weil es ohne seine zwei Glanzparaden nach dem Akanji-Bock und kurz vor der Pause noch schlimmer hätte herauskommen können ...
Nico Elvedi, Innenverteidiger, Note 4
Zur Stelle in den seltenen Fällen, in denen er gefordert wird. Reiht sich mit einem Kopfball auch in die lange Liste Schweizer Topchancen ein.
Manuel Akanji, Innenverteidiger, Note 3
Klar, nach seinem Riesenbock in der 2. Minute spielt er über 90 Minuten lang fehlerfrei. Doch das rettet ihn nicht vor der ungenügenden Note: Weil er ohne Not patzt und die Nati früh einem Rückstand hintergerannt wäre. Im Nachhinein wissen wir: Das wäre verheerend gewesen.
Ricardo Rodriguez, Linksverteidiger, Note 4
Wird zusammen mit Xhaka zum Schweizer mit den meisten WM-Einsätzen, das Spiel gegen Katar ist der 13. Solider Auftritt. Dass er kurz vor Schluss für Muheim, der beim 1:1 im Schilf steht, rausmuss, versteht niemand. Auch Rodriguez nicht: «Fragen Sie den Trainer!»
Denis Zakaria, Rechtsverteidiger, Note 3,5
Seine Nomination anstelle von Silvan Widmer ist die einzige Überraschung in der Nati-Startelf. Jene am rechten Flügel ist nicht seine Lieblingsrolle, das merkt man. Aber warum Yakin für ihn einen Platz geschaffen hat, kann er in der ersten Halbzeit trotzdem andeuten. Danach baut er stark ab und kommt zu spät gegen den Flankengeber vor dem 1:1.
Remo Freuler, zentrales Mittelfeld, Note 4
Seine Rolle ist eigentlich die des Mittelfeld-Laufburschen. Als solcher wenig gefordert, taucht er schon in der 13. Minute im Sturmzentrum auf und holt clever den Penalty raus. In der zweiten Halbzeit mit Sand im Getriebe, wird ein paar Mal von den flinken Katari überlaufen.
Granit Xhaka, zentrales Mittelfeld, Note 4
Steigerungslauf nach blassem Start, nach der Halbzeitpause aber zu wenig initiativ bis auf den Weitschuss-Hammer. Nach dem Spiel angefressen und mit der nächsten Wutrede: «Müssen auf den Boden kommen!»
Michel Aebischer, offensives Mittelfeld, Note 5
Embolo, Ndoye, Xhaka – diese Nati-Stars verbinden wir mit Fussballkunst. Aebischer weniger. Doch seine zwei Vorlagen in den ersten fünf Minuten verdienen dieses Prädikat. Bis zur Pause überragend, der beste Schweizer. Nächste Saison Serie B mit Pisa? Das wäre Perlen vor die Säue. Obwohl auch er nach dem Seitenwechsel nicht mehr auf Touren kommt.
Ruben Vargas, rechter Flügel, Note 4,5
Wackelkandidat für die Startelf? Vielleicht für Medien und Fans, nicht für Yakin: Der setzt auf Positionsspiel und Dynamik des Sevilla-Profis, dieser zahlt gegen Katar als bester des Offensiv-Dreizacks Embolo, Ndoye und Vargas zurück. Dass keine seiner Vorlagen verwertet wird, dafür kann er nichts. Dafür, dass er keine seiner drei Topchancen verwartet, hingegen schon.
Dan Ndoye, linker Flügel, Note 3
Die Zeiten, in denen er das Image des Chancentod hatte, schienen vorbei. Gegen Katar kehren die bösen Geister der Vergangenheit zurück: Vergibt bis zu seiner Auswechslung drei Top-Möglichkeiten. Und hat so grossen Anteil am Fehlstart.
Breel Embolo, Stürmer, Note 4
Vor dem Penalty, den er mit einem Kopfball einleitet und dann verwertet, neigt man zur Frage: Spielt Embolo auch mit? In der zweiten Halbzeit, als die Kollegen der Hitze zollen, beschäftigt er die Katari praktisch im Alleingang. Geholfen hats nichts, weil er zwei Mal im Abschluss sündigt.
Zu kurz im Einsatz für eine Note:
Johan Manzambi, offensives Mittelfeld: Kommt in der 66. Minute für Ndoye. Ein strammer Schuss, sonst kommt wenig vom Shootingstar. Und vor dem 1:1 trabt er dem zweitletzten Passgeber hinterher, statt mit frischen Kräften voll zu attackieren.
Fabian Rieder, offensives Mittelfeld: Kommt in der 66. Minute für Aebischer und kann seinem Vorgänger in keinem Moment das Wasser reichen. Keine Empfehlung des Quali-Stammspielers für ein Startelf-Comeback.
Zeki Amdouni, Sturm: Kommt in der 79. Minute für Vargas. Statt den Druck aufs Katar-Tor nochmals zu erhöhen, fabriziert er fast ein Eigentor. Und wirkt im Vorwärtsgang uninspiriert.
Miro Muheim, Linksverteidiger: Kommt in der 89. Minute überraschend für den stabilen Rodriguez. Was das Abwehrkollektiv durcheinanderbringt. Trotzdem: Wie Muheim sich von Torschütze Boualem Khoukhi überspringen, ist tölpelhaft. Punkt.
Ardon Jashari, zentrales Mittelfeld: Kommt für den müden Freuler. Auch das kann man als wenig fördernd für die Stabilität bezeichnen. Ein Faktor beim Schock-Ausgleich ist Jashari jedoch nicht.
Deine Noten
Nun wollen wir aber von dir wissen: Wie bewertest du die Spieler und den Trainer, die für die Schweiz zum WM-Auftakt gegen Katar im Einsatz standen?
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