DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Google schleust Milliarden durch Steuerschlupflöcher aus Europa

19.02.2016, 16:1321.02.2016, 08:11

Google hat nach eigenen Angaben vor zwei Jahren rund 11 Milliarden Euro 12,1 Milliarden Franken) durch legale Steuerschlupflöcher aus Europa geschleust. Der US-Technologiekonzern transferierte diese Summe über die Niederlande auf die Bermudas, wo für Unternehmen keine Einkommensteuer anfällt.

Ein Google-Boot filmt Grachten in Amsterdam.<br data-editable="remove">
Ein Google-Boot filmt Grachten in Amsterdam.
Bild: EPA/ANP

Das geht aus Bilanzdaten der Google Netherlands Holdings BV hervor. Das Ganze geschah über ein komplexes Firmengeflecht, dank dem der Grossteil des im Ausland verdienten Gewinns steuerfrei blieb. Google erklärte dazu, das Unternehmen halte sich in allen Ländern, in denen es tätig ist, an die Steuergesetze.

Im Kern geht es dabei um eine Struktur, die unter Experten als «Double Irish, Dutch Sandwich» bekannt ist. Dabei spielen zwei irische Gesellschaften und eine Holding in den Niederlanden eine Rolle.

    Google
    AbonnierenAbonnieren

Steuerrate von 6 Prozent

Die niederländische Google-Tochter transferierte fast alle ihre Einnahmen auf die Google Ireland Holding, die auf den Bermudas ihren Steuersitz hat, allerdings als Unternehmen in Irland registriert ist.

Diese Einnahmen stammten wiederum vorwiegend aus Lizenzgebühren eines irischen Ablegers, über den der Grossteil der Umsätze ausserhalb des US-Geschäfts läuft. Dank dieser seit einem Jahrzehnt bestehenden Struktur zahlte die Google-Mutter Alphabet zuletzt nur eine effektive Steuerrate von sechs Prozent auf ihren Gewinn ausserhalb der USA. Das ist rund ein Viertel weniger als die durchschnittliche Steuerrate in ihren Auslandsmärkten.

Zahlreiche international tätige Konzerne stehen wegen solcher Steuertricks in der Kritik. Die Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) hat im vorigen Jahr eine Initiative gestartet, um diese umstrittenen Schlupflöcher zur Steuervermeidung zu schliessen.

(sda/reu)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Fernseher-Preise im Internet manipuliert: Samsung muss büssen

Samsung hat laut der niederländischen Konsumentenschutzbehörde während fünf Jahren die Preise seiner Fernseher auf illegale Weise manipuliert. Der koreanische Elektronikriese muss deshalb eine Strafe in Höhe von fast 40 Millionen Euro zahlen, wie die Zeitung «De Telegraaf» berichtete.

Samsung-Angestellte hätten in der Zeit von 2013 bis 2018 aktiv das Internet nach besonders günstigen Angeboten von Händlern durchforstet, um im Anschluss Druck auf die Anbieter auszuüben, damit diese die Preise …

Artikel lesen
Link zum Artikel