Digital
International

EU beschliesst Recht auf Reparatur: iPhone und Co. sollen reparierbar werden

Handys, Laptops und Co. sollen reparierbar werden – EU beschliesst «Recht auf Reparatur»

24.04.2024, 14:18
Mehr «Digital»

Kühlschränke, Handys, Staubsauger - wenn solche Geräte kaputtgehen, muss der Hersteller sie unter Umständen künftig reparieren. Eine grosse Mehrheit der Europaabgeordneten stimmte in Strassburg für das sogenannte Recht auf Reparatur. Damit soll gewährleistet werden, dass bestimmte Produkte länger genutzt werden und weniger Müll produziert wird.

Derzeit ist es oft günstiger, sich ein neues Produkt zu kaufen, als das alte reparieren zu lassen. Das soll sich ändern. Die Liste an Produkten, die vom «Recht auf Reparatur» erfasst sind, kann von der EU-Kommission erweitert werden.

Garantie nach Reparatur

Künftig sollen sich Verbraucherinnen und Verbraucher für die Beseitigung von Mängeln direkt an die Hersteller wenden können. Auch nach Ablauf der gesetzlichen Garantie haben Verbraucherinnen und Verbraucher den Regeln zufolge das Recht, gängige Haushaltsprodukte reparieren zu lassen, solange sie nach EU-Recht als technisch reparierbar gelten. Damit sich mehr Menschen für eine Reparatur entscheiden, soll es nach einer Reparatur eine neue Gewährleistung von einem Jahr auf das Produkt geben.

Die EU will ausserdem unabhängige Reparaturwerkstätten stärken: Die Hoffnung ist, dass diese bessere Angebote für die Reparatur machen können, sobald sie mehr Informationen zu den Produkten und sinnvolle Preise für Ersatzteile erhalten. Umwelt- und Verbraucherschutzministerin Steffi Lemke sprach von einem wichtigen Meilenstein. «Dadurch werden weniger Ressourcen verbraucht und CO2-Emissionen verringert», so die Grünen-Politikerin.

Die EU-Staaten müssen dem Vorhaben noch zustimmen. Das gilt aber als Formsache. Lemke zeigte sich zuversichtlich, dass dies «in Kürze» geschehen werde. Anschliessend haben sie nach der Veröffentlichung im Amtsblatt zwei Jahre Zeit, die Vorschriften umzusetzen.

(sda/awp/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
27 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Vogman
24.04.2024 16:58registriert Mai 2020
Das geht noch weiter. Beispiel Auto: bei mir war ein elektrischer Widerstand in einem Bauteil für die Lüftung defekt, Kosten für diesen Widerstand ca. 30 Rp. Ersetzt werden musste aber das ganze Teil, Kosten 500 CHF! Ein Scheibenwischer defekt, Kosten ca. 50 CHF, ersetzt werden musste das ganze Gestänge, Kosten CHF 250.- usw. usw.
211
Melden
Zum Kommentar
27
Wegen Flaute bei E-Autos: Mercedes verschiebt Verbrenner-Aus
Der Ausbau der E-Mobilität lahmt aktuell. Mercedes-Benz zieht daraus Konsequenzen. Was das für die kommenden Jahre bedeutet.

Mercedes-Benz will wegen des langsameren Umstiegs der Kunden auf Elektroautos auf eine neue Plattform für die elektrischen Spitzenmodelle S- und E-Klasse verzichten. Statt der ab 2028 geplanten Architektur MB.EA werde aus Kostengründen die bestehende E-Auto-Plattform Electric Vehicle Architecture (EVA2) weiterentwickelt, berichtete das «Handelsblatt» am Montag.

Konkret zu der Plattform äusserte sich der Autobauer zunächst nicht. Mercedes teilte jedoch mit, dass bis in die 2030er-Jahre hinein sowohl Elektroantriebe als auch Verbrenner produziert werden sollen. Die künftige Produktion sei flexibel für Verbrenner- und Elektroantriebe aufgestellt.

Zur Story