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Szene eines Anti-Lockdown-Protests in Vancouver vom 26. April 2020, bei dem die Protestierenden für ihre Freiheit einstehen.
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Szene eines Anti-Lockdown-Protests in Vancouver vom 26. April 2020, bei dem die Protestierenden für ihre Freiheit einstehen. Bild: GoToVan, CC BY 2.0

Analyse

Warum wir für die Freiheit kämpfen sollen

Warum wir für Freiheit kämpfen müssen, sie aber trotzdem nicht absolut sein kann.

Marko Kovic



Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie wurde die Freiheit von Bürgerinnen und Bürgern auf der ganzen Welt so massiv eingeschränkt wie vielleicht seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr: Das Recht, sich öffentlich frei zu bewegen, wurde eingeschränkt; das Recht, unternehmerisch aktiv zu sein, wurde eingeschränkt; das Recht, politisch aktiv zu sein, etwa in Form friedlicher öffentlicher Kundgebungen, wurde eingeschränkt. Teilweise haben Länder wie Spanien und Italien sogar de facto strenge Ausgangssperren und flächendeckenden Hausarrest verhängt, was es in der Geschichte dieser Demokratien noch nie gab.

Diese weitreichenden Einschnitte in individuelle Freiheit sollten uns zu denken geben. Grundsätzlich mag es vernünftig erscheinen, dass wir gewisse Unbequemlichkeiten kurzfristig in Kauf nehmen, um der Pandemie Herr zu werden – wenn ein Haus brennt und die Feuerwehr mit Löscharbeiten beschäftigt ist, geben wir schliesslich auch unsere Freiheit auf, in das Gebäude reinspazieren zu dürfen.

Marko Kovic

Bild: zVg

Marko Kovic
denkt und schreibt zu gesellschaftlichem Wandel und Technologie-bezogenen Risiken. Zu hören ist er im Podcast Das Monokel.
kovic.ch

Aber was ist das richtige Vorgehen über Wochen und Monate? Machen es China und Südkorea mit ihren teils autoritären Methoden, bei denen die totale Kontrolle der Bevölkerung das Ziel ist, richtig? Sind Länder wie Schweden, in denen Empfehlungen und nicht Freiheitsentzug im Vordergrund stehen, die besseren Vorbilder? Oder ist letztlich jeder Eingriff in unsere Freiheit inakzeptabel, weil Freiheit kategorisch wichtiger als das Risiko einer Infektionskrankheit ist?

Diese Fragen drängen sich im Zuge der Pandemie auf, aber es sind im Grunde ganz universale Fragen, über die seit Jahrhunderten philosophisch und politisch gestritten wird.

Das Argument für Freiheit über alles

Was macht Menschen gleich? Menschen kommen nicht gleich gross, nicht gleich stark, nicht gleich gesund, nicht gleich glücklich, nicht gleich wohlhabend auf die Welt. Aber in einer fundamentalen Hinsicht sind wir doch alle gleich: Wir alle verfügen über individuelle Handlungsfähigkeit, welche es uns erlaubt, Entscheidungen nach unserem persönlichen Gusto zu treffen und uns damit so durch das Leben zu manövrieren, wie es uns beliebt.

Die Handlungsfähigkeit des Menschen ist im Grunde alles, was der Mensch wirklich besitzt. All die Dinge, die uns im Alltag beschäftigen – Geld, Beziehungen, Status, Gesundheit – sind vergänglich, oft zufällig und nicht selten sehr unfair verteilt. Die Freiheit aber, Überzeugungen zu haben und Entscheidungen zu treffen, ist für alle Menschen genau die gleiche. Und sie ist dauerhaft: Gesetze, materielle Umstände, Launen und so fort können sich von heute auf morgen verändern, aber die Freiheit, Entscheidungen zu treffen, ist unantastbar.

Die Überzeugung, dass Handlungsfähigkeit als individuelle Freiheit eine ganz besondere, weil unantastbare und ursprüngliche Eigenschaft ist, zieht sich durch die Ideengeschichte der westlichen Philosophie. Schon vor Jahrhunderten nahmen liberale Denker wie Jean-Jacques Rousseau, Thomas Hobbes oder John Locke die Freiheit des Individuums als Ausgangslage für ihre bis heute nachwirkenden Überlegungen zur richtigen Gestaltung der Gesellschaft. Individuelle Freiheit ist nicht etwas, was Regierungen oder sonstige Autoritäten gewähren, sondern umgekehrt existieren Regierungen und weitere Autoritäten nur, weil freie und gleiche Individuen dies erlauben.

Jean-Jacques Rousseau (1712-1775), Genfer Autor und Philosoph, in einer undatierten Zeichnung von T. Sudre. (KEYSTONE/Str)

Jean-Jacques Rousseau. Bild: KEYSTONE

Der Philosoph Gerald Gauss nennt diesen besonderen Status individueller Freiheit das fundamentale liberale Prinzip: Freie Handlungsfähigkeit ist nicht ein Recht, das hergeleitet und verteidigt werden muss, sondern im Gegenteil der moralische Normalzustand, der immer Ausgangslage moralischer und politischer Überlegungen bildet. Freiheit ist das A und O und bedarf keiner Rechtfertigung. Beschränkungen von Freiheit hingegen müssen stets gut begründet werden.

Aus dieser liberalen philosophischen Perspektive sind grössere Einschränkungen von Freiheit suspekt. Und zwar auch dann, wenn der Freiheitsentzug vordergründig sinnvoll erscheinen mag. Jene, die uns die Freiheit entziehen, mögen zwar beteuern, dass dies nur zu unserem eigenen Nutzen geschehe, aber möglicherweise greifen sie damit in Tat und Wahrheit nach Macht, welche sie nicht ohne Weiteres wieder zurückgeben.

Diese Gefahr ist nicht nur Theorie, sondern bittere Realität. Die chinesische Regierung unterdrückt das eigene Volk systematisch, weil das der Weg zu einer «harmonischen Gesellschaft» sei. In den USA wurde nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 der Patriot Act erlassen, mit dem die USA zu einer Art digitalem Überwachungsstaat wurden. Und die Schweiz mutierte während des Zweiten Weltkriegs im Rahmen des Vollmachtenregimes zu einer sanften Bundesrats-Diktatur, die erst durch eine Reihe von Volksinitiativen in den Nachkriegsjahren abgeschafft werden konnte.

Benjamin Franklin, einer der Gründerväter der USA, hat treffend zusammengefasst, warum wir unsere Freiheit prinzipiell nie einschränkten sollten: Wer Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.

Benjamin Franklin, von Jean-Baptiste Greuze (Kopie) 1777, französisches Gemälde, Öl auf Leinwand. Franklin saß 1777 für den Maler Jean-Baptiste Greuze, kurz nach seiner Ankunft in Frankreich.

Benjamin Franklin (1777). Bild: Shutterstock

Warum Freiheit nicht grenzenlos ist

Freiheit ist ein Gut, das wir mit guten Gründen immer maximal gross halten müssen. Doch was genau bedeutet das in der Praxis? Ist das Ideal, das wir als freie Menschen anstreben, einfach zu tun und zu lassen, was uns beliebt? Das mag auf den ersten Blick attraktiv scheinen, weil frei zu sein doch bedeutet, das eigene Leben vollkommen selbstbestimmt zu leben. Doch eine unbegrenzte Freiheit schafft in der Realität schnell Probleme.

Angenommen, mein persönliches Freiheitsverständnis umfasst die Freiheit, innerorts mit 100 km/h durch die Strassen zu rasen. Die Freiheit, so durch die Strassen zu fahren, mag mir Freude und sonstigen Nutzen bringen (vielleicht komme ich ein paar Minuten früher im Büro an). Doch die Ausübung meiner Freiheit hat auch gewichtige Nachteile. Meine Freiheit, innerorts schnell zu fahren, ist für andere Verkehrsteilnehmende – egal, ob zu Fuss, auf dem Velo oder in Autos – nämlich lebensbedrohlich.

Meine Freiheit auf freie Fahrt bedeutet also eine sehr krasse Einschränkung der Freiheit anderer Menschen; mein Anspruch auf mein persönliches Fahrvergnügen kann andere Menschen ihr Leben kosten. Moralisch besteht in dieser Situation also ein deutliches Ungleichgewicht: Meine Freiheit, schnell zu fahren, mag einen gewissen positiven moralischen Wert haben, aber der Schaden, der dadurch angerichtet wird, ist in der Summe viel grösser.

Weil eine Gesellschaft aus Menschen besteht, die alle genau gleich und gleichberechtigt frei sind, bedeuten solche moralischen Ungleichgewichte, dass die Maxime der absoluten individuellen Freiheit durch ein zweites Prinzip, eine Art gemeinschaftlicher Feinabstimmung von Freiheiten, ergänzt werden muss. Wenn jede und jeder die eigene Freiheit maximal ausleben will, ist am Schluss niemand mehr frei. Der Philosoph John Stuart Mill beschreibt diese Art von Freiheitseinschränkung in seinem Standardwerk «On Liberty» mit dem Schadensprinzip: Die Freiheit von Person A darf dann und nur dann eingeschränkt werden, wenn damit Schaden (Schmerz, Leid, Tod usf.) bei Person B verhindert wird.

Das Prinzip der Schadensreduktion ist die Grundlage moderner demokratischer Rechtsordnungen. Wir gewähren uns selber möglichst viel Freiheit, aber wir achten gleichzeitig darauf, dass das zerbrechliche Gefüge an Freiheiten möglichst stabil bleibt und sich nicht selber zum Opfer fällt. Das ist der Grund, warum Gesetze so viel verbieten: Wir dürfen nicht Gas geben, wie es uns beliebt; wir dürfen die Bürokollegin nicht vergewaltigen, obwohl wir vielleicht Lust drauf hätten; wir dürfen den Nachbarn nicht abstechen, obwohl uns danach wäre. Wenn wir alle auf unsere absolute Freiheit pochen, verlieren wir sie.

John Stuart Mill

John Stuart Mill. Bild: Shutterstock

Gelebte Freiheit ist ein Gesellschaftsvertrag

Die Einschnitte in unsere Freiheit im Zuge der Coronavirus-Pandemie sind in der Tat massiv, und wir müssen als demokratische Gesellschaft kritisch bleiben und um die Wiederherstellung des Normalzustandes besorgt sein. Doch der blosse Umstand, dass es diese Einschnitte gibt, bedeutet nicht, dass sie automatisch illegitim oder übertrieben sind.

Die Pandemie ist nämlich ein Paradebeispiel für das Mill'sche Prinzip der Schadensreduktion: Dadurch, dass wir kollektiv einen Teil unserer Freiheiten vorübergehend einschränken, verhindern wir sehr grosses menschliches Leid und damit verbunden eine noch viel grössere Einschränkung unserer Freiheit – Covid-19 gefährdet nämlich unsere Freiheit, körperlich unversehrt zu sein, aber auch ganz direkt unsere Freiheit, leben zu dürfen. Weil die meisten von uns bisher von Covid-19 verschont blieben, spüren wir in der Pandemie emotional in erster Linie den Verlust unserer Freiheit und erkennen den damit verbundenen Nutzen nicht. Auf unser Bauchgefühl ist in dieser Angelegenheit kein Verlass.

Die Freiheitsfrage, welche uns die Pandemie akut vor Augen führt, stellt sich auch dann, wenn keine Krise ist. Freiheit ist in einer demokratischen Gesellschaft nämlich ein stets neu auszuhandelnder Balanceakt. Die Prämisse des Balanceakts soll dabei durchaus die Forderung nach maximaler individueller Freiheit sein. Wenn wir es aber bei dieser blossen Forderung belassen und nicht weiter überlegen, wie eine freiheitliche Gesellschaft nachhaltig und stabil funktionieren kann, führen wir Freiheit ad absurdum. Oder, um Benjamin Franklins Diktum leicht anzupassen: Wer individuelle Freiheit fordert, aber die Dynamiken der Gemeinschaft ignoriert, wird am Ende beides verlieren.

WAS?! In der Schweiz darf ich also ÜBERALL Bier trinken?????

Video: watson/Emily Engkent

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    Alle Leser-Kommentare
  • manago 03.06.2020 01:55
    Highlight Highlight Sorry, aber etwas stimmt mit der Argumentation dieses Artikels nicht. Er unterliegt einem Zirkelschluss. "Wer individuelle Freiheit fordert, aber die Dynamiken der Gemeinschaft ignoriert, wird am Ende beides verlieren."
    1. Leben wir in einer Zwangsgemeinschaft, wo die individuelle Freiheit pro Forma ist. 2. Fehlt es einer Zwangsgemeinschaft an Dynamik, sie ist blockiert. Die Dynamik der Gemeinschft ist nur oberflächlich vorhanden. Nebemerkung: oberflächliche Gesellschaft.
    Seit jeher geht die Handlungsfreiheit der Regierenden und Mächtigen auf Kosten der Handlungsfreiheit der Regierten.
  • smoking gun 02.06.2020 12:58
    Highlight Highlight Grundsätzlich eine treffende Analyse. Nicht einverstanden bin ich mit dieser Aussage: „Wer individuelle Freiheit fordert, aber die Dynamiken der Gemeinschaft ignoriert, wird am Ende beides verlieren.“

    Für mehr Freiheit (oder diese zu bewahren) musste schon immer gekämpft werden. Exakt vor 40 Jahren hat Zürich gebrannt. Vieles, was heute in Zürich und anderen Städten eine Selbstverständlichkeit ist, wurde damals auf der Strasse erstritten.

    Manchmal muss halt einfach klar Stellung gegen die althergebrachten „Dynamiken der Gemeinschaft“ bezogen werden. Weil sich sonst nichts verändert.
  • Blues 02.06.2020 12:01
    Highlight Highlight Als Ü70 fühlte ich mich nie der Freiheit beraubt während der Corona Zeit. Ich konnte gehen wohin ich wollte, niemand hinderte mich irgendwie, irgendwohin zu gehen. Es war mein alleiniger Entschluss auf Grund der Meldungen, mich an einen Ort zu begeben wo es Massenaufläufe gab die meiner Gesundheit schadet. Während der letzten 2 Monate haben wir über 20 Wanderungen in der Umgebung gemacht. Leider sind die Jungen Leute nur noch an Genuss und Lust orientiert, die man konsumieren kann (muss!).
  • Altweibersommer 02.06.2020 11:30
    Highlight Highlight Danke Herr Kovic!

    Ich lese ihre wohlüberlegten Artikel immer wieder gerne!
  • Altweibersommer 02.06.2020 11:28
    Highlight Highlight Danke
  • Notabik 02.06.2020 07:31
    Highlight Highlight Wie weit darf unsere Freiheit gehen? Diese Frage müssen wir nun ein für allemal klären. Denn die persönliche Freiheit hört dort auf, wo die Freiheit und das Wohlbefinden des Anderen aufhört. Es darf zum Beispiel nicht sein, dass Motorradfahrer ungestraft ein ganzes Volk in Lärm Geiselhaft nehmen dürfen, nur um ihre eigene, egoistische Freiheit zu zelebrieren. Auf Kosten der Mehrheit.
    • Duscholux 02.06.2020 13:49
      Highlight Highlight "Diese Frage müssen wir nun ein für allemal klären."

      Unmöglich ein so schwammiger Begriff und ein so schwammiges Konzept "für allemal" zu klären.
  • Rethinking 02.06.2020 06:49
    Highlight Highlight „...spüren wir in der Pandemie emotional in erster Linie den Verlust unserer Freiheit und erkennen den damit verbundenen Nutzen nicht. Auf unser Bauchgefühl ist in dieser Angelegenheit kein Verlass.“

    Dasselbe Problem nur in noch viel grösseren Dimensionen haben wir bei der Klimaerwärmung und der Umweltverschmutzung...

    Darum führen selbst Eltern, die dies ja eigentlich wohl kaum wollen, ein Leben, welches ihren Kindern und Enkeln letztlich einen zerstörten Planeten hinterlässt...
  • Spooky 02.06.2020 05:00
    Highlight Highlight Die Freiheit der Regierungen,
    schädliche Massnahmen zu ergreifen,
    ist schlecht.
  • DrMedFacharztFürStatistischeKrankheiten 02.06.2020 04:54
    Highlight Highlight Wir haben folgendes statistisches Problem bei Corona, das selbst der versierte Burgerbrater erkennen kann:
    Der Burgerbrater muss ja schliesslich auch 1 Fleisch = 2 Gurken, auf 15 Fleisch = 30 Gurken hochrechnen könnnen.
    Und wenn jetzt da aufsmal 32 Gurken sind, dann ist der Gurkengehalt eines Burgers vermeintlich gestiegen. Um 6.6% Gurke mehr pro Burger. Wenn nun aber auch 16 statt 15 Fleisch vorhanden sind, hat jeder Burger weiterhin 2 Gurken!
    Deshalb bin ich für philantropisch finanzierten Statistik-Nachhilfeunterricht. Dieser würde gegen absolute Zahlen immunisieren und eine Herdenintelligenz aufbauen, welche endlich diese elenden positiven Tests in Relation zur Testkapazitat setzt!
  • moedesty 02.06.2020 01:02
    Highlight Highlight lustig das etwas das so selbstverständlich sein sollte den menschen mit solchen Artikel erklärt werden muss.
  • Sälüzäme 02.06.2020 01:00
    Highlight Highlight Der Mensch ist von der Evolution her ein Herdentier und auf die Gemeinschaft und eine gute Führung derer angewiesen um zu überleben. Der (zu schnelle?) technische Fortschritt sugeriert eine grenzenlose Freiheit, die war und ist aber nie gegeben. Zu seinem eigenen Wohle muss er Einschränkungen akzeptieren. Diese sind bis auf ein paar Wenige nicht überall gleich und von verschiedenen Faktoren wie Geografie, Klima, Kultur etc. abhängig. Deshalb wird Freiheit an anderen Orten verschieden wahrgenommen und interpretiert.
    Pflegen wir bitte zuerst unsere Demokratie und lassen sie nicht verkommenen.
  • AndOne 01.06.2020 23:47
    Highlight Highlight Könnte ich wirklich frei machen was ich will ohne Gesetze, uiuiui ich glaub für euch da draussen wäre das nicht gut!
  • eldorak 01.06.2020 23:22
    Highlight Highlight Wie auch im Artikel steht muss man das Thema Freiheit in jedem Aspekt abwägen. Allerdings lernt (normalerweise) jedes Kind, dass man auch mal was machen muss, was man nicht möchte. Sei es ein Leuchtband auf der Strasse zu tragen (Kindergarten) oder uninteressante Schulfächer besuchen.
    Man kann darüber streiten, ob eine schwächere Form des Lockdowns nicht auch gereicht hätte. Aber wenn man seine Freiheit eingeschränkt sieht, weil man mal irgendwo einen Mundschutz tragen muss, find ich das eher bedenklich.
    • neoliberaler Raubtierkapitalist 02.06.2020 13:34
      Highlight Highlight Aber genau dies ist eine Einschränkung der Freiheit. Kann man freiwillig entscheiden, ob man im stationären Geschäft noch Kleider kaufen möchte? Nein, man durfte es nicht mehr. Durfte man noch ins Ausland gehen, wenn man wollte? Nein, man durfte es nicht mehr. Durfte man sich weiterhin in Beizen treffen? Nein, man durfte es nicht mehr.

      --> All dies mit der Begründung, dass der Staat besser wüsste, was gut für uns ist. Kollektivistischer Zwang statt Eigenverantwortung und Freiheit.
  • lilie 01.06.2020 23:19
    Highlight Highlight "Die Handlungsfähigkeit des Menschen ist im Grunde alles, was der Mensch wirklich besitzt".

    Gerade in dieser Epidemie finde ich diesen Satz allzu schöngeistig und an der Realität vorbei.

    Denn während wir uns darüber ärgern, dass unsere Freiheit beschnitten sei, liegen im Spital Patienten im künstlichen Koma und sind ihrer Handlungsfähigkeit vollständig beraubt.

    Handlungsfähigkeit ist NICHT selbstverständlich. Sie kann durch verschiedenste Einflüsse eingeschränkt sein - allen voran durch Krankheit. Wer krank ist, ist nicht vollständig handlungsfähig.

    Hier setzen die Massnahmen an.
    • PeteZahad 02.06.2020 14:34
      Highlight Highlight Das ist nun ein bisschen weit hergeholt. Damit ein Mensch etwas "besitzen" kann, resp. handlungsfähig ist, wird auch ein Bewusstsein vorausgesetzt. Es stellt sich auch die Frage wie Handlungsfähigkeit definiert wird. Wenn ich krank bin, jedoch ein Bewusstsein habe, bin ich insofern handlungsfähig in Gedanken Entscheidungen zu treffen, kann diese aber unter Umständen nicht ohne fremde Hilfe ausführen. Selbst wenn ich nicht krank, bei vollem Bewusstsein bin und absolute Freiheit geniesse kann ich auch nicht einfach ein Instrument beherrschen nur weil ich das jetzt möchte.
    • PeteZahad 02.06.2020 14:37
      Highlight Highlight Hinzu kommt, dass ein Mensch mit Bewusstsein auf jeden Fall Handlungsfähigkeit besitzt, sei es auch nur im Geiste Entscheidungen zu treffen. Solange er Bewusstsein hat, hat er auch diese Handlungsfähigkeit und darum ging es hier aus meiner Sicht. Es stand nirgends, dass alle die gleiche Handlungsfähigkeit haben, nur das jeder eine solche besitzt.
  • Schönbächler 01.06.2020 22:42
    Highlight Highlight Vor kurzem noch bleibt zuhause und verzichtet auf Freiheit. Jetzt "Warum wir für unsere Freiheit kämpfen sollen". Freiheit ist sicherlich notwendig und unter gewissen Rahmenbedingungen auch richtig. Am ende aber steht das Kollektiv vor dem Individuum. Egal wie frei sich das Individuum fühlen darf.
  • Dr no 01.06.2020 22:03
    Highlight Highlight Fakt ist, dass wir umso unfreier werden je mehr menschen es gibt. Warum greift china für unser empfinden so hart durch? Weil es anderst nicht funktionieren würde mit so vielen menschen auf so engen raum. Ein anderer punkt der nicht berücksichtigt wurde: je mehr Umverteilung desto unfreier werden alle. Eigenverantwortliches handeln wird bei uns viel zu wenig gewichtet. Schon ist der staat da und greift unter die arme....
    • Liselote Meier 02.06.2020 11:37
      Highlight Highlight Das ist keine Fakt sondern eine unhaltbare Behauptung von dir, dazu vergleichst du Äpfel mit Birnen.

      Das heutige China musst du schon mit dem kaiserlichen China vergleichen ob es da nun weniger Freiheit gibt oder nicht.

      In der Schweiz gibt es auch viel mehr Menschen als im Mittelalter, im Mittelalter waren die Menschen aber sicherlich viel weniger Frei und es gab auch die Leibeigenschaft hierzulande.

      Und nein Verhält sich genau umkehrt, je Gleiche eine Gesellschaft je freier ist sie, denn Abhängigkeit ist die Negation von Freiheit.
  • pop_eye 01.06.2020 21:49
    Highlight Highlight Ich habe mir vor ein paar Tagen die Doku über Jeffray Epstein reingezogen. Dort wird wieder mal eindrücklich dargestellt, wie und wer über Macht und Freiheit entscheidet!
  • plaga versus 01.06.2020 21:27
    Highlight Highlight Angenommen, wir leben in völliger Freiheit, auch ohne Staatsgrenzen und jede*r total individuell. Die unsichtbare Hand regiert.
    Ich frage mich, welches System besser auf Viren oder auch Klimaveränderungen reagieren könnte. Sind es die Individualisten, welche nur in kleinen Systemen denken oder doch etwas grössere, gemeinschaftlich organisierte Systeme mit Verwaltung, Schulen, Wissenschaft etc.?
    Ich finde, jedes System hat Vor- und Nachteile. Der Utilitarismus hat auch Tücken, ebenso, wenn eine Minderheit über die Mehrheit bestimmt.
    • CalibriLight 01.06.2020 22:07
      Highlight Highlight Das ist ein ur-anarchistischer Gedanke, in kleinen überschaubaren Zellen zu leben, in denen man alle kennt und somit sehr selbstbestimmt ist. Spannend durchaus. Aber eben nur "sehr" und nicht ganz selbstbestimmt. Jede Gemeinschaft stellt Regeln auf, autonom ist man nur ganz allein auf einer Insel.
    • Mutzli 02.06.2020 08:10
      Highlight Highlight @plaga versus 1/
      Zumindest aus historischer Sicht wäre die Bilanz bisher klar. In den Worten von ETH-Prof Reto Knutti:"Man hat kein einziges der Umwelt­probleme durch Eigen­verantwortung gelöst, durch den freien Markt, durch spontane Innovation» https://bit.ly/3dS07bs)

      Dem kann ich mich als jemand, der Umweltgeschichte studiert hat, nur anschliessen. Gutes Beispiel dafür ist die Geschichte des Rheins: Zur Kloake Europas gemacht im 19. Jhr. und jede einzelne Verbesserung musste mühsamst staatlich Verordnet & umgesetzt werden (gutes Buch dazu https://amzn.to/2ZYzhKJ).
    • Mutzli 02.06.2020 08:14
      Highlight Highlight 2/
      Was Viren bzw. Epidemien angeht, ist die Lage noch klarer: Mit "Eigenverantwortung" lässt sich so was schlicht nicht stoppen.
      So sehr "mittelalterlich" als Schimpwort benutzt wird, das hatte man schon damals begriffen und z.B. bei Pest Quarantänemassnahmen ergriffen.

      Die effektivste Technologie die es dagegen gibt, das Impfen, basiert ja auf solidarischem Handeln um Herdenimmunität herstellen zu können. Was passiert, wenn "eigenverantwortlich" darauf verzichtet wird, zeigen die zunehmenden absolut unnötigen Ausbrüche von Masern und ähnlichem, welche durch Impfgegner hervorgerufen werden.
  • Baruch de Spinoza 01.06.2020 21:01
    Highlight Highlight „Der Mensch, der von der Vernunft geleitet wird, ist freier in einem Staate, wo er nach gemeinsamen Beschlusse lebt, als in der Einsamkeit, wo er sich allein gehorcht. [...] Unsere Freiheit besteht nicht in einer Zufälligkeit noch in einer Willkür, sondern in einem Modus des Bejahens und Verneinens, so dass wir desto freier sind, je weniger willkürlich wir etwas bejahen oder verneinen.“ (Baruch de Spinoza, ca. 1675)

    Freiheit ist abhängig von adäquater Erkenntnis - und diese bietet (nach Spinoza) die Wissenschaft, bzw. Bildung.
  • Skeptischer Optimist 01.06.2020 20:52
    Highlight Highlight Freiheit ist eine verhätschelte Illusion.
  • De-Saint-Ex 01.06.2020 20:48
    Highlight Highlight „...Aber in einer fundamentalen Hinsicht sind wir doch alle gleich, und so weiter...“ Hätten Sie „im Prinzip wäre das die Idee“ geschrieben, hätte ich mich jetzt nicht aufzuregen gebraucht. „Alle sind gleich“ hat nie und wird nie gelten. Als ob es sowas wie universelle Freiheit geben würde. Ich darf mich streng genommen nicht einmal als Schweizer Bürger im eigenen Land niederlassen, wo ich will, ohne mich vorher ab- und am neuen Ort anzumelden, geschweige denn in einem Wald eine Hütte bauen. Sieht z.B. in den USA völlig anders aus..
    Wer ist freier? Die haben dafür andere Einschränkungen.
    • Locutus70 02.06.2020 03:14
      Highlight Highlight Oder um es mit einem Zitat von Gustav Landauer zu sagen: "Freiheit geht nur aus Anarchie hervor – das ist unsere Meinung, so haben wir die Lehren der Geschichte verstanden"
  • poltergeist 01.06.2020 20:44
    Highlight Highlight Unsere Freiheit wird in Zukunft sowieso immer mehr eingeschränkt, und zwar aus einem ganz anderen Grund: Überbevölkerung
  • KnolleBolle 01.06.2020 20:13
    Highlight Highlight Grundsätzlich beginnt die Grenze der Freiheit des einzelnen, in dem man jemanden anderer (Mensch, Tier) in seiner Freiheit einschränkt. Die Natur zeigt aber dass Freiheiten immer gegeben und genommen werden, das ist in der Sache der Erdbewohner, auch der Pflanzen, wir Menschen werden das nicht verändern können, wir müssen das Akzeptieren und lernen damit um zu gehen.
  • Saerd neute 01.06.2020 20:04
    Highlight Highlight Marko Covic hat im Grossen Ganzen absolut recht. Nur in einem Punkt bin ich nicht einverstanden. Er schreibt:

    Dadurch, dass wir kollektiv einen Teil unserer Freiheiten vorübergehend einschränken, verhindern wir sehr grosses menschliches Leid und damit verbunden eine noch viel grössere Einschränkung unserer Freiheit – Covid-19 gefährdet nämlich unsere Freiheit, körperlich unversehrt zu sein, aber auch ganz direkt unsere Freiheit, leben zu dürfen.

    Der Corona Virus wird viel zu gefährlich dargestellt. Und dadurch ist diese Freiheitseinschränkung nicht massvoll sondern auch übertrieben.
    • Martel 01.06.2020 22:03
      Highlight Highlight Aha und Sie sind Dr. med. Virusexperte? Sie wissen alles über Covid?
    • Locutus70 02.06.2020 03:20
      Highlight Highlight @Saerd neute - Das wird uns die nächsten Monate und vermutlich Jahre noch beschäftigen, ob es denn massvoll oder übertrieben war.

      Während wir durch die Maßnahmen das Leben von den einen verlängert haben, wird das Leben von anderen verkürzt (z. B. durch Hunger, die UN hat diesbezüglich schon Zahlen vorgelegt).

      Es ist auch ein Irrtum das wir Menschenleben retten, das wurde in der Menschheitsgeschichte noch in keinem einzigen Fall bewirkt. Wir können Leben nur verlängern - am Ende steht immer und für jeden der Tod.
  • koks 01.06.2020 19:58
    Highlight Highlight danke marko kovic.
    wohltuend unpolemisch, der beitrag.
    • barbablabla 01.06.2020 20:31
      Highlight Highlight Deiner Meinung
  • Faktenchecker 01.06.2020 19:41
    Highlight Highlight Ich finde es erschreckend wie die zum Teil weitgehenden Massnahmen (Einschränkung der Freiheit) einfach so akzeptiert wurden von einem großen Teil der Bevölkerung ohne kritisch zu hinterfragen.
    Das gilt auch für andere Länder.
    Freiheit ist das Wichtigste überhaupt und muss garantiert sein.
    Was zB Orban macht ist unfassbar und es wird einfach geschluckt von der EU. Wahrscheinlich weil die EU den Bürger im Endeffekt als lästig empfindet.
    Ich bin echt froh Schweizer zu sein und hier leben zu dürfen, wir dürfen aber unserer Regierung nie erlauben uns dermaßen zu schaden wie sie es nun getan hat.
    • Martel 01.06.2020 22:04
      Highlight Highlight Aber einer Lungenkrankheit erlauben Sie es?
    • AndOne 01.06.2020 23:57
      Highlight Highlight Du hast glaube ich den falschen Namen. Unsere Regierung hat das zum Schutz von uns allen gemacht und nicht weil sie eine Wahl hatte oder grad lustig drauf war. Ausserdem wird unsere Landesregierung von allen Parteiein der Schweiz gestellt. Ich höre immer wieder solchen Müll wie: Unterdrückung, Staatliche Kontrolle etc. als wäre dass das Ziel gewesen, irgend jemand zu unterdrücken.🙄
  • CalibriLight 01.06.2020 19:35
    Highlight Highlight Eine ausgezeichnete Zusammenfassung.

    Ihre Aussage allerdings - "Wir alle verfügen über individuelle Handlungsfähigkeit, welche es uns erlaubt, Entscheidungen nach unserem persönlichen Gusto zu treffen" - bezieht sich mehr oder weniger auf unsere mitteleuropäischen Verhältnisse und unser Verständnis von Freiheit.
    Aber wie sie später richtig sagen: Wir sind alle systemgebunden.

  • Mutzli 01.06.2020 19:33
    Highlight Highlight Ist zwar nur ein Detail, aber Franklins berühmtes Zitat muss gar nicht gross angepasst werden, da es seit Ewigkeiten mangels Kontext verkehrt gedeutet wird. Es Bezog sich auf einen Streit zwischen der Penn Familie, und der Pennsylvania General Assembly. Die Penn Familie versuchte zu verhindern, dass sie ihren fairen Steueranteil an den Kriegskosten bezahlen musste:"And so he actually meant purchase a little temporary safety very literally [] It is a quotation that defends the authority of a legislature to govern in the interests of collective security. " https://n.pr/2AqavIS
    • Maya Eldorado 01.06.2020 20:23
      Highlight Highlight Bitte übersetz mir den englischen Teil auf deutsch. Das interessiert mich. Leider kann ich kein englisch.
    • Mutzli 01.06.2020 21:07
      Highlight Highlight @Maya Eldorado

      "Also meinte er tatsächlich 'ein bisschen temporäre Sicherheit kaufen' sehr wörtlich. [...] Es ist ein Zitat, welches die Autorität einer Legislative verteidigt, im Interesse aller zu regieren."

      Ist nicht gerade komplett das Umgekehrte, wie es oftmals benutzt und verstanden wird, aber ziemlich was anderes als die Interpretation à la "Nie darf man jemals das kleinste Bisschen Freiheit für Sicherheit aufgeben". Bestätigt vielmehr, wie im Zitat oben dargestellt, die Notwendigkeit und Nutzen einer Regierung die für das kollektive Interesse aller auch unliebsames durchsetzt.
    • Garp 01.06.2020 22:33
      Highlight Highlight Ich kann dir das Übersetzungsprogamm DeepL empfehlen , Maya. Gibt's gratis im Netz. Aber Mutzli erklärt vielleicht noch einmal verständlicher und weniger holzschnittartig was er und sagen wollte, was nicht immer einfach ist bei 600 Zeichen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ein einsamer Holländer 01.06.2020 19:26
    Highlight Highlight Das ist die alte Diskussion. Und die lautet:
    Freiheit vs Gleichheit.

    Sorry, aber ich bin zu sehr Individualist.
    Ich werde mich immer für die Freiheit entscheiden.
    Sozialismus ist mein Ding nicht. 🤷🏾‍♂️
    • CalibriLight 01.06.2020 21:32
      Highlight Highlight Darum geht es jetzt in diesem Artikel zwar überhaupt nicht, aber sei's drum.....
      Wenn Sie nicht merken, wie Sie in jeder Gesellschaft in Ihrer vermeintlichen Freiheit eingeschränkt sind -- umso besser für Sie. So lebt es sich vermutlich angenehmer, weil sinnbefreiter.
    • Ein einsamer Holländer 02.06.2020 09:24
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
  • FrancoL 01.06.2020 19:14
    Highlight Highlight Die Handlungsfähigkeit des Menschen ist im Grunde alles, was der Mensch wirklich besitzt.

    Auch diese Handlungsfreiheit hat Grenzen, nämlich genau dort wo sie die Handlungsfreiheit eines anderen einschränkt.

    Es wäre an der Zeit, dass man Freiheit ganzheitlich betrachtet und nicht nur eng vom einzelnen Individuum aus.
    • Queen C 01.06.2020 21:26
      Highlight Highlight Was heisst das für dich konkret?
    • Locutus70 02.06.2020 00:13
      Highlight Highlight @FrancoL "Auch diese Handlungsfreiheit hat Grenzen, nämlich genau dort wo sie die Handlungsfreiheit eines anderen einschränkt." - Und genau das ist eben eine Frage des Ermessens, der Perspektive und der Verhältnismäßigkeit. Da geht es dann letztlich auch um Vertrauen, gegenüber seinem Nächsten und/oder dem Staat in dem man lebt.
    • Hier Name einfügen 02.06.2020 07:17
      Highlight Highlight "Es wäre an der Zeit, dass man Freiheit ganzheitlich betrachtet und nicht nur eng vom einzelnen Individuum aus"

      Das hat man schon oft gemacht und es endete jedes mal in einer totalitären Diktatur.
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  • bruuslii 01.06.2020 19:14
    Highlight Highlight eine sehr gute zusammenfassung von freiheit und gesellschaftsvertrag 👍🏻

    ich möchte hier ergänzen, dass dazu ein gesellschaftssystem nötig ist, in dem auf der einen seite entscheide getroffen und umgesetzt werden können, diese entscheide aber auf der anderen seite auch friedlich wieder korrigiert werden können, sollten sie nicht die gewünschte wirkung erzielen.

    ein demokratie, besonders eine basisdemokratie, ist dabei ein bestätigt funktinierendes system, in dem das möglich ist.

    eine demokratie soll nicht das diktat der mehrheit sein, sondern die souveränität bei den betroffenen verankern.
    • Silent_Revolution 01.06.2020 20:01
      Highlight Highlight "diese entscheide aber auf der anderen seite auch friedlich wieder korrigiert werden können, sollten sie nicht die gewünschte wirkung erzielen."

      Soweit die Theorie. In der Praxis sieht es so aus, wenn eine mächtige Lobby will, dass uns Freiheiten genommen werden, verfügt sie über die notwendigen Ressourcen um die öffentliche Meinung langfristig entscheidend zu beeinflussen.

      So wurde uns das Onlinepokern verboten, der Drogenkonsum, die aktive Sterbehilfe und und und. Die gewünschte Wirkung wurde in keinem dieser Beispiele erzielt, die Gesetze halten sich dennoch teilweise seit über 50 Jahren.
    • KnolleBolle 01.06.2020 20:07
      Highlight Highlight In einer Demokratie bestimmt aber die Mehrheit, oder nicht ? Wollen wir eine Demokratie wie in der autonomen Szene mit Vollversammlungen wo alles bis ans bittere Ende ausdiskutiert wird und jedesmal in Frage gestellt und immer wider neu verändert wird so dass nie etwas für länger gültigkeit hat ? Demokratie ist doch eine Mitbestimmung und wenn eine Mehrheit der selben Ansicht ist überwiegt sie und hat den Entscheid welchem sich die Minderheit anpassen muss, oder sie den Entscheid zu ihren Gunsten zu verbessern vermag.
    • bruuslii 01.06.2020 22:14
      Highlight Highlight ouvrier: das sind gute überlegungen. ich bin dennoch ganz zufrieden mit der schweiz.

      natürlich ist "die diktatur der mehrheit" ein effekt, der nicht verneint werden darf. dazu müssen bei entscheidungen die minderheiten berücksichtigt werden - was ich hier in der schweiz mit der konsensregierung recht gut umgesetzt sehe. verbessern kann man sich natürlich immer.

      auf der anderen seite ist der vorteil eines mehrheitsentscheides, dass sicher der grösste teil hinter dem entscheid steht und eben nicht nur eine minderheit.
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