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Kevin Mabu, Ruben Vargas und Denis Zakaria – Posterboys für den Schweizer Fussball, aber nicht für die Impfkampagne des BAG.
Kevin Mabu, Ruben Vargas und Denis Zakaria – Posterboys für den Schweizer Fussball, aber nicht für die Impfkampagne des BAG.
Bild: keystone

Die Nati wird nicht fürs Impfen werben – das steckt dahinter

Um die Impfkampagne weiter anzukurbeln, wollte das BAG die Schweizer Fussball-Nati als Botschafter gewinnen. Doch der Fussballverband winkte ab – Kampagnen seien exklusiv den Sponsoring-Partnern vorbehalten. Ein Hintertürchen gibt es aber trotzdem.
30.08.2021, 11:1130.08.2021, 12:15

Die Impfkampagne des Bundesamts für Gesundheit (BAG) nimmt trotz steigender Fallzahlen und der möglichen Ausweitung der Zertifikatspflicht einfach nicht so richtig Fahrt auf. Aktuell sind in der Schweiz 51,7 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft – damit liegt die Impfquote so tief wie in keinem anderen Land in Süd- und Westeuropa.

Um der stockenden Impfkampagne etwas Schub zu verleihen, wollte das BAG gemäss der «SonntagsZeitung» die Schweizer Fussball-Nati dafür einspannen. Die Idee dahinter ist klar: Wenn sich die populären Nati-Stars Xherdan Shaqiri, Granit Xhaka und Yann Sommer für die Impfung aussprechen würden, hätte das Signalwirkung. Bei Migrantinnen und Migranten wie auch bei den Skeptikern auf dem Land, so die Hoffnung des BAG.

Bereits vor der EM im Juni soll es eine erste Kontaktaufnahme gegeben haben, in der vergangenen Woche wurden weitere Gespräche geführt. Allerdings ohne Erfolg: «Kampagnen mit der Nationalmannschaft sind exklusiv unseren Sponsoringpartnern vorbehalten», erklärte Medienchef Adrian Arnold der «SonntagsZeitung». Wenn das BAG mit der Nationalmannschaft zusammenarbeiten wolle, könne es Sponsoringpartner werden.

Vor allem für den zweiten Teil der Aussage gab es heftige Kritik. «Wie offenbar im Fussball üblich geht es auch der Nati ums Geld», kritisierte Armin Müller, Mitglied der Chefredaktion des «Tages-Anzeigers», in einem Kommentar. In den Kommentarspalten und auf Social Media bliesen viele User ins gleiche Horn.

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Arnold sah sich gezwungen, sich für seine Aussage zu rechtfertigen. Seine Aussage sei von vielen fehlinterpretiert worden, erklärte er gegenüber dem «Blick». «Uns geht und ging es nie darum, mit einer Impfkampagne des Bundes Geld zu verdienen. Das möchten wir klarstellen und in aller Deutlichkeit betonen.»

Der SFV habe schlicht nicht die Rechte an den einzelnen Spielern, um sie für Kampagnen ausserhalb der offiziellen Nati-Partner einzusetzen. «Deshalb sind uns für eine solche Kampagne des Bundes die Hände gebunden.»

SFV-Medienchef Adrian Arnold bei der EM 2020 in Rom im Einsatz.
SFV-Medienchef Adrian Arnold bei der EM 2020 in Rom im Einsatz.
Bild: keystone

Gegenüber der «SonntagsZeitung» erklärte Arnold, dass es aber doch noch einen Weg gebe, einzelne Nati-Stars für die Impfkampagne einzuspannen. «Es besteht für das BAG die Möglichkeit, einzelne Nationalspieler als Privatpersonen als Impfbotschafter zu gewinnen.» Diese Anfragen würden dann allerdings nicht über den Verband laufen, sondern direkt über die Managements der Spieler.

Letztlich sei es aber eine persönliche Angelegenheit jedes einzelnen Spielers, ob er an einer solchen Kampagne teilnehmen will oder nicht. Zahlen über die Impfquote in der Nati gibt es aktuell nicht. Vor der EM erklärte Teamarzt Martin Maleck allerdings, dass 90 Prozent der Delegation der Nati entweder geimpft (eine oder zwei Dosen; Anm. d. Red.) seien oder aufgrund einer Infektion noch genügend Antikörper hätten, um gegen eine erneute Ansteckung geschützt zu sein.

Trotz der Absage für die Kampagne will sich der SFV nicht gänzlich aus der Impfthematik raushalten. Nächste Woche wird der Schweizer Fussballverband zumindest eine Impfempfehlung an die rund 1500 Vereine der Schweiz verschicken. Damit erreicht der SFV «direkt oder indirekt» weit über eine halbe Million Schweizer, so Arnold: «Wir wollen dazu beitragen, das Virus zu stoppen. Wir haben ein Interesse daran, dass der Spielbetrieb in allen Ligen und Regionen unseres Landes aufrechterhalten bleibt.» (pre)

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