DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Eine junge Frau erhält im Impfzentrum in Giubiasco im Tessin den Piks.
Eine junge Frau erhält im Impfzentrum in Giubiasco im Tessin den Piks.
Bild: keystone

Interesse steigt wieder: So hoch könnte die Impfquote in 14 Wochen sein

Viele Ungeimpfte schreiten zum Piks. Einige Westschweizer Kantone sprechen bereits vom Macron-Effekt. Bleibt das Impftempo so hoch wie in den vergangenen Tagen, dauert es bis zu einer 75-prozentigen Durchimpfung der Gesamtbevölkerung noch 14 Wochen.
28.08.2021, 06:5928.08.2021, 09:46
nina fargahi, bruno knellwolf / schweiz am wochenende

Einige Westschweizer Kantone sprechen vom «Macron-Effekt». Der französische Präsident hatte Mitte Juli angekündigt, dass Pflegende keinen Lohn mehr bekommen, falls sie bis Mitte September nicht geimpft sind. Und die Ansage zeigte Wirkung: Der Andrang auf Impftermine schoss im Nachbarland sofort in die Höhe. Im Internet wurden noch am gleichen Abend 926000 Impftermine gebucht.

Dies hatte offenbar auch einen Effekt auf die Westschweiz. Beim regelmässig stattfindenden Lagerapport mit den Kantonen und Vertretern des Bundes berichteten einige Kantone wie Genf und Jura von einer Zunahme der Impfanmeldungen. Das bestätigt die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK) auf Anfrage.

Mehr Anmeldungen nach Bersets Ankündigung

Nun erhofft sich der Bundesrat wohl ein ähnliches Szenario. Diese Woche hat er diverse Massnahmen in die Vernehmlassung geschickt, wie zum Beispiel die Zertifikatspflicht in Restaurants. Werden die neuen Hürden die Ungeimpften zum Piks motivieren? Zwar sagt der Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer, dass sich niemand ausgerechnet jetzt impfen lässt, um einen Kaffee in einer Beiz trinken zu können. Doch die Kurve der Impfzahlen steigt seit kurzem wieder an.

Die Impfquote nimmt wieder zu: Die Westschweizer Kantone sprechen bereits vom «Macron-Effekt».
Die Impfquote nimmt wieder zu: Die Westschweizer Kantone sprechen bereits vom «Macron-Effekt».
Bild: keystone

Die jüngsten Auswertungen des Bundes deuten tatsächlich auf eine schweizweite Trendwende hin: Während sich in den Sommerferien weniger Menschen impfen liessen als zu Spitzenzeiten im Mai und Juni, nimmt die Impfbereitschaft jetzt wieder zu. Im Kanton Bern soll sich die Zahl der Registrierungen diese Woche innert 24 Stunden gar verdreifacht haben.

Wenn man Mitarbeitende im Zürcher Impfzentrum Hirschengraben befragt, sagen sie, dass seit einigen Tagen deutlich mehr Anmeldungen reinkämen. Man werde zwar nicht gerade überrannt, aber mit jedem Tag nehme die Impfbereitschaft deutlich zu, so die Beobachtung.

Gegen Ende Woche haben sich pro Tag durchschnittlich etwa 16000 Menschen in der Schweiz impfen lassen. An Tagen Anfang August gingen jeweils nur um die 7000 in ein Impfzentrum, wie ein Blick auf die Impfstatistik des BAG zeigt. Die Kurve steigt somit tatsächlich wieder an.

Bis heute sind etwa 4,5 Millionen Schweizerinnen und Schweizer vollständig geimpft und 4,93 Millionen zumindest einmal. Das entspricht 57,1 Prozent der Gesamtbevölkerung. Von den 8,6 Millionen Bewohnern sind allerdings etwa eine Millionen Kinder unter 12 Jahren, die sich nicht impfen lassen dürfen. Und das wird noch längere Zeit so bleiben.

Das heisst, dass von jenen, die sich impfen lassen können, also etwa 7,6 Millionen Einwohnern in der Schweiz, jetzt 64 Prozent geimpft sind. Gegenüber den beinahe fünf Millionen Geimpften sind 2,7 Millionen, die keinen Piks erhalten haben in der Bevölkerung der über 12-jährigen. Somit sind die Ungeimpften deutlich in der Minderheit, auch wenn es medizinisch gesehen noch zu viele sind, um die Verbreitung des Delta-Virus zu stoppen.

Bleibt das Impftempo so hoch wie in den vergangenen Tagen, kommen pro Woche rund 110000 erstmalig Geimpfte dazu. Bis zur 100-prozentigen Durchimpfung vergingen theoretisch also noch etwa 6 Monate, bis zu einer 75%-Quote unter der Gesamtbevölkerung 14 Wochen. Allerdings verweigert sich gemäss Umfragen ein Viertel der Impfung. Das würde bedeuten, dass sich etwa 5,7 Millionen Menschen in der Schweiz impfen lassen. Das wäre beim jetzigen Impftempo in der Theorie in sieben Wochen der Fall.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

BAG verteilt Torte zur Feier des Impffortschritts

1 / 11
BAG verteilt Torte zur Feier des Impffortschritts
quelle: keystone / peter schneider
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

23 Gründe, wieso watsons sich impfen lassen haben

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Die 7 grössten Ängste der Impf-Gegner – und die Antworten darauf

Ein grosser Teil der Schweizer Bevölkerung ist nach wie vor nicht geimpft. Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich. Wir haben euch gefragt, warum ihr euch nicht impfen lasst und eure Antworten auf ihre Richtigkeit überprüft.

«Warum lasst ihr euch nicht impfen?» Diese Frage stellten wir euch vor ein paar Tagen und baten, uns eure Begründungen zuzusenden. Einige argwöhnten, wir starteten unseren Aufruf nur, um impfskeptische Personen auflaufen zu lassen oder vorzuführen. Doch vielmehr geht es uns darum, Ängste und Zweifel ernst zu nehmen und darauf einzugehen.

So haben wir eure Antworten gelesen, die häufigsten Gründe und Argumente gesammelt und sie für euch auf die aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse …

Artikel lesen
Link zum Artikel