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Dupasquier blieb lange auf dem Asphalt liegen, ehe er knapp Dreiviertelstunden nach dem Unfall mit dem Helikopter ins Spital geflogen wurde, wo er am Sonntag verstarb.
Dupasquier blieb lange auf dem Asphalt liegen, ehe er knapp Dreiviertelstunden nach dem Unfall mit dem Helikopter ins Spital geflogen wurde, wo er am Sonntag verstarb.
Bild: keystone

Nach Sturz in Mugello: Jason Dupasquier erliegt seinen Verletzungen

30.05.2021, 14:5931.05.2021, 10:07

Der 19-jährige Freiburger Jason Dupasquier erliegt am Sonntagmittag seinen schweren Verletzungen, die er sich tags zuvor bei seinem schrecklichen Sturz im Moto3-Qualifying zugezogen hat.

Jason Dupasquier war in der Nacht zum Sonntag im Careggi-Spital in Florenz im Bereich des Brustkorbs operiert worden. Doch nach Angaben eines Mediensprechers des Spitals im Norden der Stadt befand sich der Schweizer am Sonntagmorgen unverändert «in einem sehr kritischen Zustand auf der Intensivstation, auch weil schwere Hirnverletzungen vorhanden sind».

Der Fahrer des deutschen Prüstel-Teams war am Samstagmittag ganz am Ende des Moto3-Qualifyings in Mugello gestürzt und hatte dabei schwere Verletzungen an Kopf, Brust und Unterleib erlitten. Dupasquier hatte nach einer Hochgeschwindigkeitskurve beim Beschleunigen die Kontrolle über sein Motorrad verloren und war am Boden liegend getroffen worden.

Nach rund 40 Minuten Erstversorgung auf der Rennstrecke im Hinterland von Florenz wurde Dupasquier mit dem Helikopter ins Spital überführt. Dort wurde eine Computertomographie und eine Magnetresonanztomographie durchgeführt, um festzustellen, welcher Bereich am kritischsten war und dringend behandelt werden musste.

Es wurde beschlossen, zunächst nicht einzugreifen, um nicht zu riskieren, dass sich sein bereits kritischer Zustand verschlimmert. Nachdem Dupasquier von den Ärzten einige Stunden eng überwacht worden war, erfolgte dann in der Nacht auf Sonntag eine erste Operation.

Ein Kampf, der nicht zu gewinnen war

Während sich die Eltern von Jason Dupasquier noch am Samstag von der Schweiz auf den Weg nach Florenz machten, begab sich am Sonntagmorgen auch Tom Lüthi zum Careggi-Spital. Der 34-jährige Berner, der Dupasquier seit Jahren gut kennt und ihm beratend zur Seite steht, gab auf Facebook bekannt, auf den Start zum Moto2-Rennen in Mugello zu verzichten, um nahe beim Verunfallten und seiner Familie zu sein.

Auch das Prüstel-Team mit Dupasquiers japanischem Teamkollegen Ryusei Yamanaka befand sich nicht am Start zum sechsten Saisonrennen der untersten WM-Kategorie. Stattdessen standen die Motorräder der beiden Fahrer in der Teambox.

Hinter dem Windschutz der KTMs mit den Nummern 50 (Dupasquier) und 6 (Yamanaka) befestigt war jeweils ein Blatt Papier mit der Aufschrift «Keep Fighting» (Kämpfe weiter). Es war aber ein Kampf, der nicht zu gewinnen war. Gegen Mittag verstarb Jason Dupasquier im Alter von 19 Jahren.

«We are alle with you»

Die drei Rennen auf dem Circuit in Mugello fanden trotz Dupasquiers tragischen Unfall statt. Zum Moto3-GP starteten noch 28 Fahrer. Unter ihnen befand sich trotz zahlreichen Prellungen auch Ayumu Sasaki. Dieser war am Samstag in Dupasquiers Sturz involviert gewesen. Der Japaner flog nach der Kollision meterhoch durch die Luft und schlug hart auf den Asphalt auf.

Im Rennen, das unter dem Motto: «We are all with you» (Wir sind alle bei dir) stattfand, belegte Sasaki schliesslich mit weniger als drei Zehnteln Rückstand auf den Sieger Rang 4. Eine Platzierung, die vor dem schrecklichen Crash auch Dupasquier zugetraut worden war.

Das aufstrebende Schweizer Talent hatte am Samstagmorgen mit der fünftbesten Zeit im Training aufhorchen lachen. Dabei war der Sohn des ehemaligen Motocross-Schweizer-Meisters Philippe Dupasquier schneller als Sasaki und auch schneller als der nachmalige Sieger Dennis Foggia unterwegs gewesen.

Wie immer im Sport: Die Show geht weiter
«The show must go on», so heisst es einmal mehr auch bei den Motorrad-Rennfahrern. Alle drei Rennen beim Grand Prix von Italien in Mugello finden trotz des tödlichen Unfalls von Jason Dupasquier statt.

Kurz nach der Bekanntgabe, dass Dupasquier im Spital in Florenz seinen Verletzungen erlegen sei, erfolgte auf dem Circuit in der Toskana der Start zum Moto2-Rennen. Die meisten Fahrer hatten vom Hinschied des 19-jährigen Freiburgers wohl noch nichts erfahren. In Abwesenheit von Tom Lüthi, der frühzeitig auf den Start verzichtet hatte, baute der Australier Remy Gardner mit seinem ersten Saisonsieg die WM-Führung aus.

Vor dem MotoGP-Rennstart wurde im Gedenken an Jason Dupasquier eine Schweigeminute eingelegt. Alle Fahrer der Königsklasse begaben sich dafür an die Spitze der Startaufstellung. Crew-Mitglieder von Dupasquiers Team Prüstel standen zuvorderst neben dessen Maschine mit der Nummer 50 und hielten ein Transparent mit «Jason, always in our hearts» (Jason, für immer in unseren Herzen).

Danach ging es sofort weiter mit dem gewohnten Prozedere vor dem Start. Überlegener Sieger war der von der Pole-Position gestartete Fabio Quartararo. Der 22-jährige Franzose kam im sechsten Saisonrennen zum dritten Sieg. In der Gesamtwertung baute Yamaha-Werkfahrer Quartararo seinen Vorsprung auf den ersten Verfolger - seinen Landsmann Johann Zarco (Ducati) - auf 24 Punkte aus (105:84).

Für den Spanier Marc Marquez, der in der zweiten Runde stürzte, setzte es erneut einen Nuller ab. Der sechsfache MotoGP-Weltmeister blieb damit auf seinen erst 16 WM-Punkten sitzen. (sda)

(zap/sda)

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