Eishockey
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
New York Islanders left wing Shane Prince reacts after scoring a goal during the first period of an NHL hockey game New York Rangers, Saturday, Jan. 13, 2018, at Madison Square Garden in New York. (AP Photo/Mary Altaffer)

Shane Prince hat in 139 NHL-Spielen 42 Skorerpunkte (15 Tore/27 Assists) erzielt). Bild: AP/AP

HCD-Neuzugang Shane Prince – der Prinz unter den neuen NL-Söldnern

15 neue Ausländer haben die zwölf NLA-Klubs in diesem Sommer unter Vertrag genommen. Den wohl grössten Fisch im Transferteich angelte sich der HC Davos: den Amerikaner Shane Prince (25).

16.09.18, 19:17 16.09.18, 22:07

marcel kuchta / schweiz am Sonntag



Es ist ein wunderbarer Herbsttag. Die Landschaft rund um Davos leuchtet in den schönsten Farben. Es sind Tage wie diese, an denen Shane Prince denkt, er sei im Paradies gelandet. «Ich habe mich, bevor ich hierher nach Davos gekommen bin, natürlich schlaugemacht, was mich erwartet. Aber jetzt, da ich hier bin und es mit meinen eigenen Augen sehe, bin ich erst recht fasziniert», schwärmt der US-Amerikaner. Er habe gewusst, dass die Schweiz ein schönes Land sei. «Aber es hat nun meine Erwartungen sogar übertroffen.»

Natürlich ist der 25-Jährige primär nicht wegen der schönen Umgebung nach Davos gekommen. Aber, der Lebensstandard in der Schweiz hat bei seiner Entscheidungsfindung durchaus eine Rolle gespielt. Ein Spieler in seinem Alter, der die vergangenen drei Jahre in der NHL gewirkt hat (139 Spiele, 15 Tore, 27 Assists für die Ottawa Senators und die New York Islanders), überlegt sich einen Wechsel nach Übersee gründlich. Schliesslich geht es für ihn im Hinterkopf auch darum, dereinst wieder in der besten Liga der Welt spielen zu können: «Natürlich ist der Schritt nach Europa für mich von grosser Bedeutung. Es dauerte ein paar Monate, ehe ich wirklich wusste, was ich will», sagt der Flügelstürmer.

Prince hatte, nachdem sich die weitere Zusammenarbeit mit seinem letzten Arbeitgeber, den New York Islanders zerschlug, Angebote aus Nordamerika und anderen europäischen Ligen auf dem Tisch, unterschrieb aber schliesslich beim HCD. Der Vertrag läuft vorerst eine Saison. Im kommenden Sommer haben beide Seiten die Möglichkeit, eine Option für eine Verlängerung zu ziehen. Shane Prince sagt: «Nach meiner letzten Saison, die von Verletzungen geprägt war, suchte ich eine Rolle, in der ich viel zum Einsatz komme und wo ich meine Stärken ausspielen kann. Ich möchte wieder so spielen können, wie es meinem Talent entspricht. Deshalb entschied ich mich für die Schweiz und den HC Davos

«Ich möchte wieder so spielen können, wie es meinem Talent entspricht.Deshalb entschied ich mich für die Schweiz und den HCD.»

Shane Prince

HCD ist keine Notlösung

Prince, der 2011 in der zweiten Runde von den Ottawa Senators gedraftet worden war und in der höchsten kanadischen Juniorenliga zu den besten Skorern gehörte, weiss, dass seine Karriere vermutlich einen anderen Verlauf genommen hätte, wenn er in seinem Vertragsjahr bei den Islanders nicht vom Verletzungspech (Fussoperation) verfolgt gewesen wäre. «Gut möglich, dass ich ohne die Verletzungen immer noch in der NHL spielen würde», sagt er, betont aber im gleichen Atemzug: «Das hier in Davos ist keine Notlösung für mich.»

Prince weiss, dass schon andere Spieler vor ihm in der Schweiz einen erfolgreichen Anlauf genommen haben, ihre Karrieren in Nordamerika frisch zu lancieren. Zum Beispiel Cory Conacher, der in der Saison 2015/16 mit dem SC Bern Meister wurde und inzwischen bei den Tampa Bay Lightning mehr oder weniger zum Einsatz gekommen ist. Oder Tom Pyatt, der von 2014 bis 2016 bei Servette spielte und bei den Ottawa Senators wieder Stammspieler ist.

Die Stärken von Shane Prince sind offensichtlich: Er ist schnell, wendig, torgefährlich und mit einer herausragenden Stocktechnik gesegnet. Sein «Tor-Näschen» bewies er in den Testspielen einige Male auf eindrückliche Art und Weise. Und er ist ein Spieler, der perfekt zum Spielstil von HCD-Trainerlegende Arno Del Curto passt. Del Curto spricht von einem «Glücksgriff» und schwärmt über die Qualitäten seines neuen Imports. Prince selber fand Gefallen an dem, was er bisher von seinem neuen Coach hörte: «Ich mag es, wie er uns spielen lassen will. Mit viel Tempo und direktem Zug aufs Tor. Das entspricht meiner Art, zu spielen. Deshalb passt es perfekt für mich hier in Davos.»

Fischen im Trüben

Dass ein Spieler vom Kaliber eines Shane Prince in der Schweiz landet, ist nicht selbstverständlich. Die Suche nach gutem, ausländischem Personal gleicht für die NLA-Sportchefs oft auch ein wenig dem berühmten «Fischen im Trüben». Der Transferteich ist zwar voller Fische. Aber man weiss nicht, was am Ende wirklich anbeisst. Und, ob der Fisch dann auch tatsächlich schmeckt, wenn er auf dem Teller liegt. Funktioniert ein Spieler, der beispielsweise in der strukturierten schwedischen Eliteliga zu den Topskorern gehörte, auch in der Schweiz? Kann ein Spieler, der in der NHL während Jahren als Defensivstürmer agierte, in der NLA plötzlich eine offensive Hauptrolle spielen?

Kommt dazu, dass die Konkurrenz auf dem Markt gross ist. Die Klubs der russisch geprägten Kontinental Hockey League (KHL) locken die Söldner seit geraumer Zeit mit hohen Löhnen (die aber dann nicht immer bezahlt werden). Trotzdem bleibt die Schweiz eine der präferierten Destinationen des ausländischen Personals.

Casey Wellman und Matt Gilroy, die beiden neuen Söldner von Aufsteiger Rapperswil, wechselten aus der KHL an den malerischen Zürichsee – und sind selbstredend begeistert über die neue Umgebung. Dabei spielt nicht nur die ausgezeichnete Lebensqualität eine Rolle – auch wenn dies von den Neuankömmlingen unablässig betont wird. Die schönen Berge im herbstlichen Licht sind gut und recht. Aber letztlich zählt auch das, was am Ende des Monats auf dem Kontoauszug steht.

HCD, SCB, ZSC und? Diese Klubs wurden schon Schweizer Hockey-Meister

Unvergessene Eishockey-Geschichten

NHL-Star Darryl Sittler stellt einen Rekord für die Ewigkeit auf

16.01.1905: Nach 23 Tagen Anreise werden die Dawson City Nuggets im Stanley-Cup-Final mit 2:23 vermöbelt

28.12.1999: «La Montanara» erklingt in Berlin – Ambri krönt sich zum europäischen Champion

Bobby Orr entscheidet mit dem «Flying Goal» den Stanley-Cup-Final

31.03.2009: Nie haben wir uns mehr über ein Tor gegen die Schweizer Nati gefreut als bei Omarks Penalty-Trick

11.03.1979: NHL-Haudegen Randy Holt prügelt sich zu einem bis heute gültigen Rekord – 67 Strafminuten in einem einzigen Spiel

24.02.2006: Neunmal das F-Wort in einer Minute – Greg Holst macht sich mit legendärem Ausraster-Interview unsterblich

30.12.1981: Wayne Gretzky schafft den verrücktesten seiner Rekorde: 50 Tore in 39 NHL-Spielen

Amerikas College-Boys erlegen den russischen Bären

18.02.2006: Die «Eisgenossen» spielen kanadischer als die Kanadier und rächen sich für eine uralte Schmach

04.01.1987: Als nach der grössten Prügelei aller Zeiten die Lichter ausgingen und ein Spiel die Eishockey-Welt veränderte

Deutschland verpasst die grosse Sensation, weil der Puck auf der Linie kleben bleibt

14.05.2008: Philippe Furrer schiesst das kurioseste Eigentor der Schweizer Hockey-Geschichte

08.04.1980: Sie wissen nicht, was sie tun, als sich zwei Schweden als erste Hockeyspieler einen Playoff-Bart wachsen lassen

28.01.2009: Die Zürcher Löwen krönen sich zu Europas Eishockey-Königen

24.03.1936: Im längsten Hockey-Spiel aller Zeiten fällt das goldene Tor erst im 9. Drittel – um 2.35 Uhr nachts

19.10.1996: Del Curto klärt seine Spieler auf: «Zum Schiri nüma ‹Fuck you› sägä, äs git zwei Minuta, hä!»

26.12.1993: Dank Chomutow und Bykow träumt Aufsteiger Davos vom ersten Spengler-Cup-Titel seit 35 Jahren

10.10.1979: Ein gewisser Wayne Gretzky bestreitet sein erstes Spiel in der NHL – er wird sämtliche Rekorde pulverisieren

Ralph Krueger schreibt das wichtigste SMS der Schweizer Hockey-Geschichte 

22.09.2012: Rick Nash meldet sich mit einem Blitz-Hattrick in der Schweiz zurück

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

12
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Jiri Lala 16.09.2018 20:40
    Highlight Läck sind die Davoser am darben mit ihrem Budget...
    116 54 Melden
    • Hockrates 16.09.2018 21:22
      Highlight Wie viel bekommt er denn?
      41 2 Melden
    • Goon 16.09.2018 22:00
      Highlight Und wie viel bekommen die anderen im Team?

      😉😉😉
      36 12 Melden
    • mukeleven 17.09.2018 03:03
      Highlight wir darben nicht, wir probieren uns bestmöglich vorzubereiten auf die nahende saison. es wurde 'ausgemistet' und punktuell sinnig verstärkt. alles im budget, welches tatsächlich um einiges enger ist als auch schon.
      ob diese strategie aufgeht, werden wir bald sehen. auf jeden fall freu ich mich darauf.
      39 16 Melden
    Weitere Antworten anzeigen

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

Artikel lesen