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Eine 16-Jährige soll von einem Mann in den Kofferraum verfrachtet und geschändet worden sein. Am Dienstag entscheiden das Bezirksgericht Zürich über den Fall.
Eine 16-Jährige soll von einem Mann in den Kofferraum verfrachtet und geschändet worden sein. Am Dienstag entscheiden das Bezirksgericht Zürich über den Fall. Bild: KEYSTONE

38-Jähriger soll betrunkene Minderjährige in sein Auto verfrachtet und geschändet haben

Ein Mann soll von seinem Balkon aus eine betrunkene 16-Jährige beobachtet haben. Daraufhin holte er sein Auto, verfrachtete sie in den Kofferraum und verging sich an ihr. Am Dienstag steht er vor dem Bezirksgericht Zürich.
31.05.2022, 09:1401.06.2022, 11:17

Warnhinweis: In diesem Text wird ein sexueller Übergriff und sexuelle Gewalt beschrieben. Für einige Menschen könnte das verstörend sein. Informationen mit Hilfsangeboten finden sich am Ende des Artikels.

Zur Unschuldsvermutung:
Was im Folgenden beschrieben wird, ist das, was gemäss Ermittlungen der Zürcher Staatsanwaltschaft passiert sein soll. Bis zur rechtskräftigen Verurteilung des mutmasslichen Täters gilt die Unschuldsvermutung. Der Lesbarkeit wegen wird im Text auf den Konjunktiv verzichtet. Die Namen der betroffenen Personen wurden anonymisiert, sind jedoch der Redaktion bekannt.

Es war ein warmer Donnerstagabend im Juli 2020, der erste Pandemiesommer, gegen 2 Uhr nachts. Laura, damals 16 Jahre alt, befand sich auf dem Nachhauseweg. Sie hatte getrunken, viel. Und gekifft. Sie schwankte und lallte, hielt sich an ihren Begleitern fest, zwei Kollegen, die sie mit Müh und Not stützen. Woher die Jugendlichen kamen und was sie zuvor gemacht haben, schreibt die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklageschrift nicht. Fest steht aber: Weit hätte es Laura nicht mehr gehabt. Nur noch um zwei Hausecken hätte sie gehen müssen und sie wäre zu Hause gewesen.

Doch das Mädchen war offenbar derart orientierungslos, dass sie nicht wusste, wo sie sich befand. Sie war nicht ansprechbar und ihre zwei Begleiter konnten so auch nicht herausfinden, wohin genau sie Laura bringen sollten.

All das beobachtete Wang Li von seinem Balkon aus. In kurzen Jogginghosen, einem Basketball T-Shirt und Laufschuhen verliess der 38-Jährige daraufhin seine Wohnung. Er hielt Ausschau nach den drei Jugendlichen. Diese waren, anstatt die paar Schritte zu Lauras Zuhause zu machen, falsch abgebogen. Bei einem Brunnen machten sie Halt. Laura versuchte, Wasser zu trinken, fiel aber kopfüber in den Brunnen. Ihre Kollegen zogen sie raus und setzten sie auf ein Mäuerchen. Dort sass sie, mit nassem Oberkörper, und erbrach sich mehrmals.

Li joggte zuerst an den Jugendlichen vorbei. Dann kehrte er um und erkundigte sich, ob alles in Ordnung sei. Die Kollegen erklärten ihm die Situation. Laura sei stark betrunken, wohne hier irgendwo in der Nähe, sei aber nicht ansprechbar. Li versuchte selbst, mit Laura zu sprechen, was allerdings misslang. Er bot den beiden Kollegen an, sein Auto zu holen. Er wohne gleich um die Ecke und könne helfen, Laura nach Hause zu transportieren. Gemäss Anklageschrift waren die zwei Jugendlichen mit diesem Vorschlag einverstanden.

Während Li sein Auto holte, rief einer der beiden Kollegen Lauras Schwester an. Diese gab ihm die richtige Adresse durch. Als Li mit seinem Wagen zurückkam, tippte er Lauras Wohnort in sein Handy. Laut Google Maps befand sich dieser zu Fuss drei Minuten entfernt. Mit dem Auto: Eine Minute.

Zu dritt hievten sie die betrunkene Jugendliche in den Kofferraum. Damit sie besser liegen konnte, klappte Li die Rücksitze nach unten und wickelte sie in eine Decke ein. Laut Staatsanwaltschaft verdrehte Laura die Augen, war unfähig zu reagieren oder zu sprechen. Li schloss den Kofferraum und wies die beiden Jugendlichen an, nun zu Fuss zu Lauras Wohnung zu gehen und dort auf ihn zu warten.

Doch anstatt auf direktem Weg an die Adresse zu fahren, kurvte Li durch mehrere Quartierstrassen und hielt schliesslich unweit von Lauras Wohnort vor einer Kirche an. Er stieg aus dem Auto, öffnete den Kofferraum und schändete sie mutmasslich, indem er mit seinem Penis in sie eindrang. So lange, bis er zum Orgasmus kam und ohne Kondom in Lauras Vagina ejakulierte. Laura leistete laut der Anklageschrift keine Gegenwehr. Sie war dazu gar nicht in der Lage. Sie erbrach sich auch im Kofferraum mehrmals.

Zwanzig Minuten dauerte die Irrfahrt und die mutmassliche Schändung. Li schloss danach wieder den Kofferraum und fuhr Laura an die von ihren Kollegen genannte Adresse.

Eineinhalb Monate später wurde Li verhaftet. Zwei Wochen verbrachte er in einem Untersuchungsgefängnis. Am Dienstagmorgen findet nun die Gerichtsverhandlung statt. Der Staatsanwalt fordert, Li wegen Schändung zu verurteilen. Die Höhe des geforderten Strafmasses wird erst an der Hauptverhandlung mitgeteilt. Es dürfte sich dabei um einige Jahre handeln.

Anlaufstellen für Opfer von sexueller Gewalt
Sexuelle Übergriffe können in den unterschiedlichsten Kontexten stattfinden. Hilfe im Verdachtsfall oder bei erlebter sexueller Gewalt bieten etwa die kantonalen Opferhilfestellen oder die «Frauenberatung sexuelle Gewalt». Für Jugendliche oder in der Kindheit sexuell ausgebeutete Erwachsene gibt es die Stelle «Castagna». Betroffene Männer können sich an das Männerbüro Zürich wenden.
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71 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Pontifax
31.05.2022 09:48registriert Mai 2021
Warum nennen Sie das Kind nicht beim Namen? Er hat sie VERGEWALTIGT!
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Miicha
31.05.2022 10:08registriert März 2014
Unfassbar, die Kollegen müssen sich ja richtig Vorwürfe gemacht haben. Dabei war nur der Täter schuld. Sie war völlig weggetreten, was für ein Mensch tut sowas?
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Skuld
31.05.2022 10:15registriert Mai 2016
Namen anonymisiert? Ernsthaft?
Also entweder nehmt ihr dafür einen chinesischen Namen weil der Täter ein Chinese war. Oder ihr findet nichts dabei, den Verdacht auf eine 0,17-%-Minderheit im Land zu lenken.

Im Übrigen war das keine Schändung sonder eine Vergewaltigung. Das ist mal wieder ein Fall, der deutlich zeigt, dass unsere veralteten Gesetze von veralteten Männern stammen. Zum Glück sind die meisten heute anständiger.

Ich hoffe, der Täter wird massiv bestraft.
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