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Mercedes EQS: Auch Daimler sieht nun im vollelektrischen Auto die Zukunft.
Mercedes EQS: Auch Daimler sieht nun im vollelektrischen Auto die Zukunft.

Mercedes macht Schluss mit Verbrennern ++ Kias E-Auto-Überflieger fährt weiter als gedacht

Die wichtigsten News aus der spannenden Welt der Elektromobilität.
24.07.2021, 15:1325.07.2021, 23:33

Mercedes verabschiedet den Verbrennungsmotor

Der Mercedes-Benz EQS hat eine Reichweite von 770 km laut WLTP-Messverfahren.
Der Mercedes-Benz EQS hat eine Reichweite von 770 km laut WLTP-Messverfahren.

Mit dem Verbrennungsmotor verdient Daimler zurzeit mit Abstand am meisten Geld. Eine Zukunft allerdings hat dieser bei den Stuttgartern nicht mehr. Daimler will von 2025 an keine neuen Verbrenner entwickeln. Ab dann sollen nur noch Elektro-Plattformen eingeführt werden. 2025 wollen die Schwaben rund 50 Prozent ihrer Neuverkäufe mit vollelektrischen oder Plug-in-Autos erzielen – das sind doppelt so viel wie bisher geplant. Man bereite sich zudem vor, bis zum Ende des Jahrzehnts «vollelektrisch zu werden» – unter anderem auch durch den Aufbau einer eigenen Zellproduktion im grossen Stil. Hier will Daimler mit Partnern weltweit acht Gigafabriken mit einer Gesamtkapazität von mehr als 200 Gigawattstunden errichten. Dies verkündete Daimler diese Woche.

Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer sagte der Deutschen Presse-Agentur, diese nochmalige Strategieverschärfung spiegele den «eindeutigen Trend» auf dem gesamten Automarkt wieder, «dass die Hersteller im vollelektrischen Auto das Fahrzeug der Zukunft sehen». Im Vergleich der deutschen Autohersteller richtet sich Mercedes aus Dudenhöffers Sicht damit ähnlich radikal wie der Volkswagen-Konzern auf die neue Zeit aus. VW und die Tochter-Marke Audi haben vor wenigen Wochen den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor angekündigt.

Kias EV6 schafft über 500 Kilometer Reichweite

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Kia lanciert neues Elektroauto EV6
quelle: kia
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Kias E-Niro gilt schon länger als «Geheimtipp» unter E-Auto-Fans. Im Herbst kommt nun mit dem EV6 das erste Elektroauto der Südkoreaner, das auf der neuen Elektroauto-Plattform namens E-GMP basiert. Die gleiche Plattform nutzt auch der für sein Retro-Design und die Ladegeschwindigkeit hochgelobte Ioniq 5 der Konzernschwester Hyundai.

Hyundai Ioniq 5 und Kia EV6 nutzen die gleiche technische Plattform.
Hyundai Ioniq 5 und Kia EV6 nutzen die gleiche technische Plattform.

Laut Kia schafft der EV6 mit dem grösseren Akku von 77,4 kWh 528 km nach WLTP-Messverfahren. Damit sollten selbst bei Autobahnfahrten über 400 km Reichweite möglich sein. Im Stadtverkehr soll das Fahrzeug mit einer Akkuladung sogar bis 740 km weit kommen. Mit dem kleineren Akku (58 kWh) spricht Kia von bis zu 400 km Reichweite. Die reale Reichweite bei zügiger Fahrt dürfte also bei rund 320 km liegen.

Wie der Ioniq 5 bietet auch der EV6 besonders schnelles Laden mit einem 800-Volt-System. Die Ladezeit gibt Kia mit 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent an. Unabhängige Alltagstests mit dem Ioniq 5 haben gezeigt, dass dies unter idealen Bedingungen realistisch ist. In 4,5 Minuten kann somit an einer entsprechenden Schnellladestation Strom für 100 Kilometer Reichweite gezapft werden.

Kofferraum: 520 bis ca. 1300 Liter (Frunk: 52 Liter).
Kofferraum: 520 bis ca. 1300 Liter (Frunk: 52 Liter).

Mit einem Kofferraumvolumen von 520 bis ca. 1300 Liter (plus Frunk: 52 Liter) könnte Kias EV6 tatsächlich zum beliebten E-Familienauto avancieren, sofern das Budget reicht. Der grosse Stromer beginnt in der Basisversion bei 49'950 Franken und ist somit teurer als der Ioniq 5.

So lange dauert es je nach Land bis zum Verbrenner-Aus

Bis 2035 sollen in der EU alle Neuwagen emissionsfrei unterwegs sein. Die EU-Kommission will, dass spätestens Mitte des nächsten Jahrzehnts keine herkömmlichen Benzin- und Dieselautos innerhalb der EU mehr neu zugelassen werden. In einzelnen Ländern kommt das Verbrenner-Aus gar deutlich schneller, wie die folgende Grafik zeigt. In Norwegen etwa sollen in vier Jahren, also ab 2025, keine neuen Verbrenner mehr zugelassen werden. 2030 ist die Deadline in Dänemark, Schweden, Irland, den Niederlanden und beispielsweise auch Israel.

Die EU-Länder und das EU-Parlament müssen dem Vorschlag noch zustimmen, aber das Verbrenner-Aus ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Die meisten grossen Hersteller haben bereits verkündet, dass sie in Europa bis spätestens 2035 keine neuen Benzin- und Dieselautos mehr verkaufen werden, da sich dies aufgrund der immer strengeren CO2-Vorschriften schlicht nicht mehr lohnt. Kleinere Hersteller und Luxus-Marken werden vor 2030 vollständig auf E-Autos umschwenken.

Für die Transformation zum Elektro-Zeitalter sollen auf grossen Hauptverkehrsstrassen in der EU alle 60 Kilometer Ladestellen für Elektroautos eingerichtet werden. Alle 150 Kilometer sollen Wasserstofftankstellen entstehen. Die Investitionskosten für die Ladeinfrastruktur schätzt die Kommission auf insgesamt 15 Milliarden Euro.

Opel fährt ab 2028 rein elektrisch

Der Opel Manta kommt zurück – als Elektroauto. Für die Mitte dieses Jahrzehnts ist die Neuauflage des Sportwagen-Klassikers «Manta» als E-Auto geplant. Wie der legendäre Sportwagen aus den 70er-Jahren steht der Autobauer Opel als Ganzes vor einer kompletten Umstellung auf die Elektromobilität. Ab 2028 werde das Unternehmen in Europa nur noch Elektromobile anbieten. Zudem werde Opel als reine Elektro-Marke auf dem chinesischen Markt eingeführt.

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Opel Corsa Elektroversion
quelle: opel
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Opels künftige E-Autos, die auf neuen Elektro-Plattformen des Mutterkonzerns Stellantis basieren, sollen auf eine Reichweite von bis zu 800 Kilometern kommen. Nach Angaben des Unternehmens sollen Kundinnen und Kunden von 2026 an nicht mehr für ein E-Auto zahlen müssen als für ein herkömmliches Auto mit Verbrennungsmotor. Opel wird wie Fiat und Peugeot die Technologie und Batterieproduktion von Stellantis nutzen, was die Kosten reduziert.

Volkswagen verdreifacht Auslieferungen von E-Autos

Die VW-Gruppe hat in der ersten Jahreshälfte 2021 weltweit 165 Prozent mehr E-Autos als im ersten Halbjahr 2020 verkauft. Das zweite Quartal lief deutlich besser als das erste.
Die VW-Gruppe hat in der ersten Jahreshälfte 2021 weltweit 165 Prozent mehr E-Autos als im ersten Halbjahr 2020 verkauft. Das zweite Quartal lief deutlich besser als das erste.

Die Volkswagen-Gruppe mit den Marken VW, Audi, Porsche, Skoda und Seat kommt beim Verkauf ihrer neuen Elektroautos immer besser voran. Im zweiten Quartal verdreifachten sich die weltweiten Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf gut 110'000 rein batteriegetriebene Fahrzeuge, wie der deutsche Konzern mitteilte. Insgesamt wurden in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres gut 170'000 E-Autos verkauft (gegenüber 64'000 vor einem Jahr).

Zum Vergleich: Marktführer Tesla kam in den ersten sechs Monaten auf gut doppelt so viele Verkäufe, bzw. Auslieferungen (386'000). VWs Wachstumsrate lässt aber vermuten, dass die Deutschen relativ rasch aufschliessen könnten.

Alle Marken des VW-Konzerns setzten deutlich mehr E-Autos ab. Am besten verkauften sich die Modelle:

  • VW ID.4 – 37'292
  • VW ID.3 – 31'177
  • Audi e-tron – 25'794
  • Porsche Taycan – 19'822
  • VW e-up! – 17'890

Dazu kamen in der ersten Jahreshälfte 171'000 verkaufte Plug-in-Hybride, die ebenfalls am Stromnetz geladen werden können. In den nächsten Monaten solle der Hochlauf der E-Mobilität dank neuer Modelle weiter an Fahrt gewinnen. Volkswagen will in diesem Jahr einschliesslich Plug-in-Hybriden erstmals rund eine Million elektrifizierte Fahrzeuge ausliefern. So will der Konzern die CO2-Flottenziele in der EU erfüllen, nachdem er im vergangenen Jahr Strafe zahlen musste.

Tesla bringt Model Y in die Schweiz

Bild: keystone

Tesla bringt den Elektro-SUV Model Y ab August nach Europa und auch in die Schweiz. Die Autos stammen vorerst aus der Gigafactory Shanghai in China, da sich der Produktionsstart des europäischen Model Y in der neuen Gigafactory 4 in Grünheide bei Berlin verzögert.

Die ersten Vorbesteller sollen den Elektro-SUV im August erhalten. Zunächst wird nur das Model Y Long Range (505 km WLTP-Reichweite) mit Allradantrieb ausgeliefert. Bei Neubestellungen wird eine Auslieferung ab September anvisiert. Der Basispreis liegt bei 62'000 Franken. Die teurere Performance-Ausführung wird bei uns voraussichtlich ab Anfang 2022 ausgeliefert. In den USA ist das Model Y seit März 2020 verfügbar.

Neue Studie: E-Autos sind sauberer als Verbrenner

Hartnäckig hält sich der Mythos vom vermeintlich «schmutzigen» Elektroauto. Akkus voller Lithium und Kobalt würden die Ökobilanz ruinieren. Eigentlich ist die Behauptung längst widerlegt. Forscher des Schweizer Paul Scherrer Instituts (PSI) zeigten 2020, dass Elektroautos mit dem Schweizer Strom-Mix schon jetzt eine weit bessere Gesamt-Klimabilanz als Autos mit Verbrennungsmotor haben. Von der Produktion des Fahrzeugs und seiner Komponenten über den Betrieb bis zur Entsorgung schnitt der batterieelektrische Antrieb am besten ab.

Nun gibt es eine neue Untersuchung des ICCT (International Council on Clean Transportation), welche die Klimabilanz von E-Autos und Verbrennern in Europa, den USA, China und Indien vergleicht. Die ICCT-Experten kommen zu einem klaren Verdikt: Ohne jeden Zweifel sei das Elektroauto deutlich sauberer als der Verbrenner – und zwar über die gesamte Lebensdauer hinweg. Dies gelte insbesondere in Europa und Nordamerika, aber selbst in Regionen wie China und Indien mit sehr vielen Kohlekraftwerken habe das E-Auto die Nase vorn.

Weiterführende Informationen zu dieser Studie gibt es in diesem Artikel: Diese neue Studie räumt mit einem der grössten Mythen über E-Fahrzeuge auf.

Mit Material der Nachrichtenagenturen AWP, SDA, DPA und Reuters.

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