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Deutschland: Harte Strafen nach Kölner Massenüberfällen gefordert



Massive Übergriffe auf zahlreiche Frauen in der Silvesternacht rund um den Kölner Hauptbahnhof haben in Deutschland Entsetzen hervorgerufen. Bis am Dienstag stieg die Zahl der Anzeigen wegen der Straftaten auf etwa 90.

Laut der Polizei hatten sich am Silvesterabend auf dem Bahnhofsvorplatz etwa 1000 Männer versammelt. Aus der Menge hätten sich Gruppen von Männern gebildet, die Frauen umzingelt, bedrängt und ausgeraubt hätten.

Polizeipräsident Wolfgang Albers sprach von Sexualdelikten in sehr massiver Form und einer Vergewaltigung. Beim Grossteil der Täter soll es sich um junge Männer aus nordafrikanischen Herkunftsländern und dem Nahen Osten gehandelt haben.

Der deutsche Justizminister Heiko Maas sprach auf Twitter von «abscheulichen Übergriffen», alle Täter müssten konsequent zur Rechenschaft gezogen werden. Dabei spiele die Herkunft der Verdächtigen keine Rolle. «Das ist offenbar eine völlig neue Dimension organisierter Kriminalität.»

Auch Innenminister Thomas de Maizière verurteilte die Übergriffe als «abscheulich und nicht hinnehmbar». Allerdings dürfe die offensichtliche Beteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund an den Taten «nicht dazu führen, dass nun Flüchtlinge gleich welcher Herkunft, die bei uns Schutz vor Verfolgung suchen, unter einen Generalverdacht gestellt werden», erklärte de Maizière in Berlin.

Krisentreffen einberufen

Am Mittag berieten in Köln Vertreter der Stadt sowie der Polizei in einem von Oberbürgermeisterin Henriette Reker einberufenen Krisentreffen über die Konsequenzen aus den Vorfällen. Dabei wurde auch besprochen, was zur Vermeidung solcher Übergriffe beim Strassen-Karneval getan werden kann, zu dem Ende des Monats eine Million Besucher erwartet werden.

Reker kündigte ein stärkeres Polizeiaufgebot und den Einsatz mobiler Video-Kameras an. Der Karneval müsse zudem «viel besser erklärt werden» - damit «fröhliches Verhalten» nicht mit «sexueller Offenherzigkeit» verwechselt werden könne. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel liess sich von der Kölner Oberbürgermeisterin über die Ergebnisse des Krisentreffens informieren.

Merkel bezeichnet Übergriffe als widerwärtig

Merkel drückte nach Angaben eines Regierungssprechers in einem Telefonat mit Reker «ihre Empörung über diese widerwärtigen Übergriffe und sexuellen Attacken aus», die nach einer harten Antwort des Rechtsstaats verlangten. Es müsse alles daran gesetzt werden, die Schuldigen so schnell und so vollständig wie möglich zu ermitteln und ohne Ansehen ihrer Herkunft oder ihres Hintergrundes zu bestrafen.

Auch die Polizei in Hamburg ermittelt wegen Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht, hier ist das Ausmass allerdings weit geringer als in Köln. Es gehe um neun Fälle von sexueller Beleidigung, Raub und räuberischem Diebstahl. (sda/dpa/afp/reu)

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