Pflanzen werden durch die Klimaerwärmung zu Gipfelstürmern

Pflanzen werden durch die Klimaerwärmung zu Gipfelstürmern

04.04.2018, 19:1204.04.2018, 19:12

Die globale Klimaerwärmung treibt immer mehr Pflanzen den Berggipfeln entgegen. Wissenschaftler stellten fest, dass die Zahl der Pflanzenarten auf den Gipfeln steigt, je stärker sich das Klima erwärmt.

Ein internationales Forscherteam aus elf Ländern wies zum ersten Mal grossflächig einen direkten Zusammenhang zwischen steigenden Temperaturen und zunehmender Artenzahl von Pflanzen in höheren Lagen nach. Publiziert wurde die Studie im renommierten Wissenschaftsmagazin «Nature».

Forscherinnen und Forscher notierten den Bestand der Pflanzenarten auf insgesamt 302 Gipfeln. Unterwegs waren sie in den Alpen, den Pyrenäen, den Karpaten sowie in schottischen und skandinavischen Gebirgen. Sie verglichen die Ergebnisse mit zum Teil historischen Vegetationsaufnahmen, wodurch ein Datensatz über eine Zeitspanne von 145 Jahren entstand.

Das Ergebnis zeigt, dass die Zahl der Pflanzenarten auf europäischen Gipfeln generell zugenommen hat. Zudem breiteten sich die Pflanzen immer schneller nach oben aus. Der Grund dafür sei die Klimaerwärmung, die sich ebenfalls beschleunigt habe, teilte das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF am Mittwoch mit.

Gefahr der Verdrängung

Es sei das erste Mal, dass eine solche beschleunigte Reaktion auf die Klimaerwärmung in alpinen Lebensräumen habe nachgewiesen werden können, sagt die SLF-Forscherin Sonja Wipf. Bisher sei eine derartige Beschleunigung von Prozessen vor allem von unbelebten Systemen wie Gletschern bekannt gewesen.

Zu den Pflanzen, die zunehmend den Gipfeln entgegenstreben, gehören die Arnika, das Alpenrispengras, der Alpen-Löwenzahn oder die Preiselbeere. Diese Gipfelstürmer sind allerdings im Schnitt grösser und stärker als die angestammten Gipfelbewohner, die deshalb Gefahr laufen, über lange Zeit verdrängt zu werden. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!