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Terrorismus - USA: US-Ermittler suchen nach Amoklauf Hinweise auf islamistisches Motiv



Nach dem blutigsten Schusswaffenattentat in der jüngeren Geschichte der USA gehen die Ermittler Hinweisen auf ein islamistisches Motiv nach. Die Bundespolizei FBI hatte den mutmasslichen Attentäter nach eigenen Angaben 2013 wegen Terrorverdachts im Visier.

Sie stellte die Beobachtung von Omar Seddique Mateen nach zwei Vernehmungen aber wieder ein. In den Stunden nach der schockierenden Tat, bei der in der Nacht auf Sonntag in einem beliebten Schwulenclub in Orlando 50 Menschen ihr Leben verloren und über 50 weitere verletzt wurden, gaben Angehörige und Bekannte Details aus Mateens Leben bekannt.

Mateen wurde 1986 in New York als Sohn afghanischer Einwanderer geboren. Sein Vater nannte im Sender NBC Hass auf Schwule als mögliches Motiv, religiöse Beweggründe schloss er aus. Sein Sohn habe sich zuletzt über einen Zwischenfall aufgeregt, als sich zwei Homosexuelle vor den Augen seiner Familie geküsst hätten.

Der Attentäter arbeitete für die weltgrösste Sicherheitsfirma G4S. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte, er habe im Dienst immer eine Waffe tragen müssen. Die Tatwaffe erwarb der Schütze FBI-Angaben zufolge vermutlich legal.

Aufbrausend und gewalttätig

Seine Ex-Frau bezeichnete den 29-Jährigen als instabilen, aufbrausenden und bisweilen gewalttätigen Menschen. Mateen sei ein praktizierender Muslim gewesen. «Es gab aber keinerlei Anzeichen» für eine Radikalisierung.

Mateen habe drei bis vier Mal pro Woche am Abendgebet der Moschee seines Wohnorts Fort Pierce teilgenommen, berichtete der dortige Imam Syed Shafeeq Rahman. Er hätte «niemals erwartet», das Mateen eine solche Tat begehen könnte, sagte der Imam. Vielleicht habe sich Mateen unbemerkt im Internet radikalisiert.

FBI-Ermittler Ronald Hopper sagte vor Journalisten, Mateen habe 2013 vor Kollegen Andeutungen gemacht, die «an eine mögliche Verbindung mit Terroristen denken liessen». Ausserdem sei gegen ihn wegen möglicher Kontakte zu einem US-Selbstmordattentäter ermittelt worden.

Zweimal vernommen

Mateen sei zweimal vernommen worden, sagte Hopper. Danach sei der Verdacht fallengelassen worden. Es gebe nun aber Berichte, wonach sich Mateen kurz vor den Anschlägen in einem Anruf unter der Notrufnummer 911 als IS-Gefolgsmann zu erkennen gegeben habe.

Die Nachrichtenagentur des IS verbreitete eine kurze Erklärung unter Berufung auf eine nicht genannte Quelle. Darin heisst es: «Der bewaffnete Angriff, der einen Nachtclub für Homosexuelle in Orlando, Florida, zum Ziel hatte und mehr als 100 Tote und Verletzte zurückliess, wurde von einem Kämpfer des Islamischen Staats ausgeführt». Beweise wurden aber nicht angeführt.

Terror und Hass

US-Präsident Obama wollte sich in einer ersten Reaktion nicht zu den mutmasslichen Tatmotiven äussern. «Wir wissen aber genug, um sagen zu können, dass dies ein Akt des Terrors und des Hasses war», sagte Obama.

Die Tat von Orlando ist der schwere Terrorakt in den USA seit den Attentaten vom 11. September 2001. Sie gilt zudem als blutigste Tat eines Einzelschützen in der modernen US-Geschichte. Das Attentat ereignete sich während des Gay Pride-Monats, in dem im ganzen Land Homosexuellenparaden und Feste stattfinden. In New York ordnete Bürgermeister Bill de Blasio zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen für schwule und lesbische Einrichtungen an. (sda/afp)

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