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Crans-Montana: Italien-Botschafter glaubt an Beweismittelmanipulationen

Italian ambassador Gian Lorenzo Cornado talks to the media outside a reception centre near the sealed off Le Constellation bar in Crans-Montana, Swiss Alps, Switzerland, Saturday, Jan. 3, 2026, where  ...
Gian Lorenzo Cornado übt scharfe Kritik am Vorgehen der Walliser Justiz.Bild: keystone

«Zweifellos»: Italien-Botschafter glaubt an Beweismittelmanipulation in Crans-Montana

Der italienische Botschafter in der Schweiz hält es für wahrscheinlich, dass es im Fall Crans-Montana zu Beweismittelmanipulationen gekommen ist. Als Grund sieht er Verzögerungen und Versäumnisse der Walliser Justiz.
27.01.2026, 06:1227.01.2026, 08:06

«Zweifellos», antwortete Gian Lorenzo Cornado, Botschafter in Bern und am Samstag vom italienischen Aussenminister nach Rom zurückbeordert, auf eine Frage in der Sendung «Cinque minuti» von Rai 1. Und in Bezug auf den Betreiber der Unglücksbar «Le Constellation» in Crans-Montana sagte Cornado:

«Dass man neun Tage wartete, bevor Jacques Moretti verhaftet wurde, seine Wohnung nicht durchsuchte, sein Handy nicht beschlagnahmte und die von der Gemeinde Crans-Montana verwahrten Dokumente nicht sicherstellte, hat mit Sicherheit zur Beweismittelmanipulation beigetragen.»

Die Vorwürfe von Cornado sind unbelegt. Allerdings äusserten zuvor auch bereits mehrere Opferanwälte Bedenken am Vorgehen der Walliser Justiz. Unter anderem wurde ebenfalls hervorgehoben, dass die Mobiltelefone der Morettis nicht eingezogen worden waren. Diese hätten theoretisch in der Zwischenzeit belastendes Material verschwinden lassen können. Publik gewordene Untersuchungsakten zeigten zudem Interessenkonflikte und Versäumnisse der Walliser Behörden in den Stunden und Tagen nach der Tragödie an Neujahr auf.

Der Umgang der Behörden in der Schweiz mit den Ermittlungen zur Katastrophe von Crans-Montana stösst insbesondere in Italien, das auch sechs Todesopfer beklagt, auf Kritik und Empörung. Zunächst stiess im Nachbarland auf Unverständnis, dass die Walliser Behörden keine Autopsien anordneten. Polizeiakten zeigten auf, dass die Anordnung von Autopsien schlicht vergessen ging. Dies hatte für viel Wirbel gesorgt, unter anderm weil ein Leichnam am Vorabend der geplanten Beerdigung doch noch abgeholt worden war.

In der Folge geriet dann auch der Umgang mit den beiden Barinhabern in den Fokus. Auch Ministerpräsidentin Giorgia Meloni äusserte sich. Der Entscheid des Walliser Gerichtes vom vergangenen Freitag, den Barinhaber freizulassen, stelle eine schwere Beleidigung und einen weiteren Schmerz für die Familien der Opfer dar, hiess es in einer Mitteilung der italienischen Regierung am Wochenende.

Botschafter Cornado wurde jüngst nach Rom zurückbeordert für eine Konsultation zum weiteren Vorgehen im Fall Crans-Montana. Meloni will den Botschafter nur in die Schweiz zurückschicken, wenn die hiesigen Behörden einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe mit ider italienischen Justiz zustimmen. Dies haben die Italiener bereits kurz nach dem Unglück vorgeschlagen, das Angebot wurde allerdings abgelehnt.

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