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Die «heilige Mafia des Vatikans» braucht einen neuen Chef



Der Opus-Dei-Chef Javier Echevarría ist in dieser Woche gestorben. «Wer oder was ist denn Opus Dei, das ‹Werk Gottes›?», werden sich viele fragen. Das ist bezeichnend. Denn der mächtige katholische Laienorden, der selbst im Vatikan die Fäden zieht, versteckt sich gern hinter einer Fassade. Deshalb haben ihm Kritiker das Etikett «heilige Mafia des Vatikans» verpasst. Dies auch, weil hochrangige Mitglieder des Ordens gern in Finanzgeschäften mitmischen. So gab es auch schon handfeste Skandale rund um die superfrommen Christen.

epa05673562 (FILE) A file picture dated 10 October 2008 shows Spanish bishop Javier Echevarria in Rome, Italy. Echevarria, Prelate of Opus Dei, died in Rome at the age of 84 on 12 December 2016, several days after being hospitalized with pneumonia, media reported.  EPA/DANILO SCHIAVELLA

Der Letzte: Javier Echevarría, 1932-2016. Bild: EPA/ANSA

Javier Echevarría war nicht nur Leiter des Ordens, sondern auch Bischof. Allerdings – auch dies eine Kuriosität der katholischen Kirche – ein Bischof ohne Bischofssitz. Konkret: Das Bischofstum konzentriert sich auf eine einzige Person. Es gibt keine Kirche und keine Bischofsresidenz. Echevarría war quasi eine wandelnde Diözese.

Niemand kennt die Opus-Dei-Mitglieder

Gegründet wurde Opus Dei 1928 von Josemaría Escrivá de Balaguer. Der Spanier mit einem rechtsradikalen Einschlag – er hatte gute Verbindungen zum Franco-Regime – wollte die reine christliche Lehre umsetzen. Obwohl er die katholische Kirche als verwässerte Institution betrachtete, diente er sich der Kurie erfolgreich an.

Opus Dei wird als Geheimorden bezeichnet, weil sich die Mitglieder verdeckt halten und nicht outen. Sie müssen ein langes Aufnahmeprozedere durchlaufen und werden Numerarier genannt. Sie sind nach aussen gewissermassen namenlos und werden im übertragenen Sinn nur nummeriert.

Der spanische Priester Josemaria  Escriva de Balaguer an einer Rede vor Jugendlichen in Pozoalbero, Spanien, undatierte Aufnahme.   (KEYSTONE/Str)

Der Erste: Ordensgründer Josemaría Escrivá de Balaguer (1902-1975). Bild: KEYSTONE

Das war ein taktisch kluger Schachzug des Gründers. So konnten seine Anhänger in allen Gremien ihre rechtskonservativen und in Glaubensfragen reaktionären Ideen einbringen und durchsetzen, ohne als Stosstrupp von Escrivá de Balaguer erkannt zu werden.

Zwei Stunden täglich mit dem Bussgürtel

Im Laufe der Jahrzehnte haben sie es geschafft, in fast allen wichtigen katholischen Institutionen vertreten zu sein. Ausserdem sympathisieren Dutzende von Kardinälen mit dem Opus Dei. Vermutlich sind etliche sogar Mitglieder des Ordens, doch das darf schliesslich niemand wissen.

Der Gründer des Opus Dei wollte die katholische Kirche von innen her umkrempeln. Für ihn war sie ein «Leichnam in stinkender Verwesung», weil sie unter anderem beim Zweiten Vatikanischen Konzil liberale Tendenzen erkennen liess.

Welche Form des christlichen Glaubens der Opus-Dei-Gründer als idealtypisch betrachtete, zeigt sich bei den Verhaltensnormen, die er seinen Ordensmitgliedern auferlegte. So zeigen sich das mittelalterliche Gedankengut und die sadistische Glaubensauffassung der rund 90’000 Numerarier bei den Bussübungen: Die Ordensleute müssen täglich ausser Sonntags zwei Stunden lang einen schmerzhaften Bussgürtel tragen. Ausserdem kasteien sie sich wöchentlich mit einer fünfschwänzigen Handgeissel. Dieses kuriose Ritual der Selbstkasteiung führen sowohl die Mitglieder durch, die ein normales ziviles Leben führen, als auch die Superfrommen, die in sektenartig organisierten Zentren leben.

Der nächste Chef steht schon bereit

Dass die Kurie eine Organisation mit einem Bischofstum belohnt, die solche Verhaltensregeln zwingend verlangt, zeigt die bedenkliche und starre Geisteshaltung des Vatikans. Und dass Papst Johannes Paul II. den 1975 verstorbenen Opus-Dei-Gründer Josemaría Escrivá de Balaguer bereits 1992 selig gesprochen hat, bestätigt das reaktionäre Glaubensverständnis der Kurie.

Mons. Fernando Ocáriz, Opus Dei. Copyright: Opus Dei / Flickr.com (https://www.flickr.com/photos/opus-dei/)

Der Nächste: Fernando Ocáriz. Bild: Opus Dei / Flickr.com

Enttäuschend ist auch, dass Papst Franziskus keine Anstalten macht, Opus Dei in die Schranken zu weisen. So wird er vermutlich in Bälde den Numerianer Fernando Ocáriz als Nachfolger des verstorbenen Bischofs Javier Echevarría ernennen. Als Ordensträger eines Geheimbundes, der fast alle Merkmale einer Sekte erfüllt.

Hugo Stamm; Religionsblogger

Hugo Stamm

Glaube, Gott oder Gesundbeter – nichts ist ihm heilig: Religions-Blogger und Sekten-Kenner Hugo Stamm befasst sich seit den Siebzigerjahren mit neureligiösen Bewegungen, Sekten, Esoterik, Okkultismus und Scharlatanerie. Er hält Vorträge, schreibt Bücher und berät Betroffene.
Mit seinem Blog bedient Hugo Stamm seit Jahren eine treue Leserschaft mit seinen kritischen Gedanken zu Religion und Seelenfängerei.

Du kannst Hugo Stamm auf Facebook und auf Twitter folgen.

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124Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 18.12.2016 18:47
    Highlight Highlight Noch schlimmer als Opus Dei ist die Fokolarbewegung.
    3 3 Melden
    • Pasionaria 19.12.2016 07:52
      Highlight Highlight Warum schlimmer? Nicht unbedingt, aber ebenso kranke Goetzendiener resp. Dienerinnen.

      Musste mich zuerst fragen, ob Sie jetzt aus Sympathie auch keine Umlaute mehr benutzen und a und o verwechselt haben? Wohl kaum?
      4 2 Melden
    • Spooky 19.12.2016 18:10
      Highlight Highlight Nein nein, ich habe nichts verwechselt. Es heisst tatsächlich Fokolar, nicht Fakolor ;-)

      Bin aber nicht sicher, ob Sie das gemeint haben.
      1 1 Melden
    • Pasionaria 20.12.2016 19:36
      Highlight Highlight Wie sollte ich auf > Fakolor.... kommen. Dieses Wort enthaelt keine Umlaute!
      Aber lassen wir das.... wir sind anstaendige Leute und wollen den Blog nicht in die F.....sprache stuerzen!
      1 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Christoph99 18.12.2016 14:48
    Highlight Highlight Hugo Stamm hat sich in den 80gern im Zusammenhang mit den damals aufkommenden Sekten verdient gemacht. Heute polemisiert er.
    In der katholischen Kirche gibt es ganz verschiedene Strömungen ähnlich wie in weltlichen politischen Organisationen. Die Spannweite reicht von extrem rechtsradikalen bis zu extrem linken Ansichten.
    Es gibt Bünde wo sich einzelnen Mitglieder lieber nicht outen, wie es das in der weltlichen Politik auch gibt. Dem sagt man Interessengemeinschaften, Lobby oder Kartell und in der Regel von aussen schwer zu durchschauen sind. Ist hier und dort nicht ganz problemlos ...
    14 23 Melden
    • gnp286 18.12.2016 15:54
      Highlight Highlight 'O-PNOS Dei' in dem Falle? 😉
      20 1 Melden
  • Pasionaria 18.12.2016 01:18
    Highlight Highlight 2/2
    lilie
    Der Hoehepunkt "Dass dieser Glaube allein irgendwelche negativen Auswirkungen hat, hat er niemals belegen können."
    Wie bitte, haben Sie auch schon Buecher von ihm gelesen, wo er verherendste Beispiel von missbrauchten Sektenopfern auflistet? Ueber seine ganze Wirkenszeit hat er die Auswirkungen von fanatischen Glaubensgruppen angeprangt, belegt und dagegen angekaempft.
    Was fantasieren Sie denn hier alles zusammen?
    Wie es auch Maracuja bemerkt, geht es Ihnen mehr darum, die fuer manche Glaeubigen unbequemen Beitraege von H. Stamm zu bashen.
    Total unverstaendlich.
    23 4 Melden
  • Pasionaria 18.12.2016 01:16
    Highlight Highlight lilie
    Cc Maracuja
    1/2
    Ihr Posting am 17.12. um 18.20h schreit zum glaeubiger Himmel, und Ihre AW @ Maracuja ist eine Ihrer schwaecheren: "...wo ich in der Gesamtheit.....den Eindruck bekam, dass Herr Stamm wirklich gefährliche Tendenzen ungewöhnlich sanft anpackt oder gar nicht erst erwähnt."
    Das muessen Sie uns aber aufzeigen, von welchen Sie sprechen.
    Und
    "Umgekehrt kann er beliebig viele Zeilen mit Predigten darüber füllen, dass es keinen Gott gäbe, dass das ein Irrglaube und naiv sei, dass das ja längst wissenschaftlich widerlegt sei... "
    Auch da bitte dringendst um Beispiele!
    16 4 Melden
  • Alienus 17.12.2016 21:12
    Highlight Highlight Der OD ist keine Sekte.

    Diese Betonköpfe sehen sich als Härter in einer wachsweichen Masse.

    Diese Menschen kasteien sich freiwillig in der Logik, wenn man für Gott in extrema dient, sich opfert oder sogar für ihn sein Leben hingibt, so seien sie Gott soooo näher als die lasche Gläubigenmasse.

    Man kann schon eine Nähe zu anderen aktuellen Religionsirren erblicken.

    Die Sache mit den Krallengürteln und Peitschen: Sie dienen zur Erhöhung gegenüber Gott.

    Der auch so bediente bürgerliche Spießer hingegen muss bei der drallen Domina dafür teures Geld bezahlen.

    Na ja. Jedem das Seine.
    28 5 Melden
  • Alienus 17.12.2016 20:52
    Highlight Highlight Secte, eine Gesellschaft Mehrerer, welche sich durch gleiche Lehren und Meinungen von andern ähnlichen Gesellschaften unterscheidet ... In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung ist es eine Gesellschaft Mehrerer, welche sich durch eigene Lehren und Meinungen von der für wahr und ächt gehaltenen Gesellschaft ähnlicher Art unterscheidet.

    In der christlichen, evangelischen und protestantischen Kirche giebt es viele Secten, als die Herrenhuter, Gichtelianer Queker, Arminianer, Socinianer, auch Antitrinitarier und Unitarier genannt, Anabaptisten oder Wiedertäufer etc.

    Original: J.G. Krünitz, 1773
    5 5 Melden
    • Pasionaria 18.12.2016 01:51
      Highlight Highlight Na, Alienus,
      Es ist halt so, das Leben wurde uns leer 'geschenkt', fuer die Sache mit dem Beton und dem Aluhut, laesst sich jeder Opussi selbst etwas einfallen. Oder heisst es eher, ....wird er selbst damit befallen?
      5 1 Melden
    • Alienus 18.12.2016 06:53
      Highlight Highlight Pasionaria

      Ein-, be-, ab-, zu- oder durchfallen, das ist hier die Frage.

      Durchfall ist's. Religiöse Diarrhö ist gefährlich. Es drohen Flüssigkeit-, Mittleids- und Hirverlust. Es entwickelt sich eine religiös verstärkende Wahnvorstellung, Gott würde diesen Tätern seine Nähe gewähren.

      Habe als Ministrant bei einem Priester ne Krallenkette an dessen Schenkel gesehen.

      Aber ja keine falschen Schlüsse ziehen, denn wir haben durchs Schlüsselloch ihn bei der Umkleidung ausspioniert wegen seltsamer Gerüchte.

      Man von den Opussis von Ketttenhunden Gottes sprechen.
      11 1 Melden
    • Pasionaria 18.12.2016 22:48
      Highlight Highlight Nun, man kann nicht nur, man MUSS von den Opussis als ringbekragte (?) und Krallenguertel mit Peitschen ausgeruestete Fetischisten reden!

      N.B. und auschliesslich unter uns gestehe ich Dir, dass wir in der juengsten, erweiterten Verwandtschaft solche (aber ich betone: harmlose - es gibt auch davon eine Light-Version....) Exemplare haben. Der Unterschied besteht darin, dass diese nur mit der Bibel und Haarmaschen im Haar bewaffnet sind....
      3 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Share 17.12.2016 16:20
    Highlight Highlight Calling watson. We got a problem. Wenn ich jetzt schreibe, was ich denke, lande ich dann auf einem russischen Mett-server? Abteilung Sturmtief? Bureau fuer Anomalien? Habt ihr das im Griff? Und was ist mit jenen aus der Vulkanstadt? Vegas? Macao?
    Darf man sich das ungefähr so vorstellen, Herr Stamm, alles noch viel schlimmer.
    Was mich zu zwei Fragen führt: Gibt es die Peinzelmänner nur im Vatikan oder machen sie sich schon ueberall nuetzlich? Und sowieso, was bedeutet der Satz: `Das isch Üsserschwiiz.`?
    1 34 Melden
    • milkdefeater 18.12.2016 16:58
      Highlight Highlight Bist du high?
      14 1 Melden
    • Share 18.12.2016 19:58
      Highlight Highlight Das ist ein themenfremder Einwand. Was soll das heissen und wie darf ich deine Direktheit verstehen?
      Was genau ist an meinem Post nicht zu verstehen? Es gibt weltweit verschiedenste Netzwerke, die mit Verhaltenskodizes arbeiten die allgemein als umethisch einzustufen sind. Also, wie stufst du einen katholischen Orden ein, der öffentlich den Prinzipien der Unterwanderung einer Gesellschaft nachgeht? Aus der christlichen Theologie heraus undenkbar, lebt dieser Glaube doch aus dem Bekenntnis heraus.
      4 3 Melden
    • Marbek 19.12.2016 15:07
      Highlight Highlight "Was soll das heissen und wie darf ich deine Direktheit verstehen?"

      Wer so verschwurbelt und möchtegern-cool schreibt, braucht sich über Nachfragen des Kalibers "bist du high" nicht zu wundern.

      Russische Mett-Server? Peinzelmänner? Vulkanstadt? Gewöhn dir doch einen etwas authentischeren und verständlicheren Schreibstil an, dann klappts (vielleicht...) auch mit den Mitforisten.
      11 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Homunkoloss 17.12.2016 16:09
    Highlight Highlight Habe selber viel Zeit meines Lebens mit Menschen aus dieser Organisation verbracht. Freiwillig werde ich nie mehr eines ihrer Zentren (gibt mehrere in Zürich... und dem Rest der Schweiz) nie mehr betreten.

    Für jene die es interessiert.
    http://www.opusfrei.org/
    Hier gibt es genauere Infos was die da so treiben... wie genau die Infos sind kann jeder für sich selber entscheiden. Jedoch die Beeinflussung junger Menschen kann ich unterschreiben.

    Habe Echevarría auch schon persönlich getroffen, nicht alleine...mit der Familie halt... muss fast kotzen wenn ich daran zurück denke.
    27 1 Melden
  • Spooky 17.12.2016 15:24
    Highlight Highlight Wenn ich ein Teufel wäre, und ich bekäme von meinem Boss, dem Luzifer, den Auftrag, möglichst viele Menschlein zu verführen, als was würde ich mich tarnen?

    Antwort:
    Als Papst oder als Javier Echevarría.
    20 3 Melden
  • Spooky 17.12.2016 14:29
    Highlight Highlight "Enttäuschend ist auch, dass Papst Franziskus keine Anstalten macht, Opus Dei in die Schranken zu weisen."

    Wieso enttäuschend? Der Vatikan hat damals vielen Nazis geholfen, nach Argentinien zu flüchten.

    Was erwarten die Leute eigentlich von den Päpsten - ausser Lügen?
    26 8 Melden
  • Oxymora 17.12.2016 12:00
    Highlight Highlight "Im Lauf der Jahrzehnte haben sie es geschafft, in fast allen wichtigen katholischen Institutionen vertreten zu sein."

    Zum Glück sind Bundesrat und Parlament keine katholische Institutionen.
    24 2 Melden
    • gnp286 17.12.2016 15:22
      Highlight Highlight Auch dort gibts genügend Religioten...
      18 5 Melden
    • teufelchen7 17.12.2016 19:31
      Highlight Highlight wollten nicht einige politiker den christentum in der bundesverfassung verankern?
      9 4 Melden
  • Michael Bamberger 17.12.2016 10:28
    Highlight Highlight Hier einige Stilblüten aus Escrivas Hauptwerk "Der Weg":

    "Wenn du dich nicht abtötest, wirst du nie ein Mensch des Gebetes." (Nr. 172)

    "Wir wollen in dem armen gegenwärtigen Leben den Leidenskelch bis zum letzten Tropfen leeren. - Was bedeuten zehn, zwanzig oder fünfzig Jahre Leid, wenn dann die Herrlichkeit kommt, für immer?" (Nr. 182)

    "Wenn du begriffen hast, dass der Leib dein Feind und Feind der Verherrlichung Gottes ist, weil er deine Heiligung bedroht, warum fasst Du ihn dann so weich an?" (Nr. 227)

    Und so weiter und so fort...
    31 1 Melden
  • lilie 17.12.2016 09:38
    Highlight Highlight "... der fast alle Merkmale einer Sekte trägt".

    Ich wundere mich einmal mehr darüber, dass Herr Stamm zwar in jedem, der an Gott glaubt, den Leibhaftigen vermutet, aber eine Sekte nicht klar als solche benennt!

    Sekte bedeutet "abgetrennt", kann aber auch vom Verb "(nach)folgen" stammen. Der springende Punkt einer Sekte ist, dass sie einem Guru oder einer Idee folgt und sich dabei abschottet. Im Inneren herrschen hierarchische Machtstrukturen, Kontrolle und Ausbeutung, nach Aussen Verschleierung und das Abwimmeln von Kritik.

    Das alles trifft auf Opus Dei zu. Da gibt es nichts zu zweifeln!
    37 11 Melden
    • Michael Bamberger 17.12.2016 10:19
      Highlight Highlight @ Lilie

      Nein trifft nicht zu, denn Josemaría Escrivá und sein Opus Dei hat sich niemals von der Römisch Katholischen Kirche abgespaltet, was u.a. auch dadurch zum Ausdruck kommt, dass Josemaría Escrivá 2002 durch den Vatikan heiliggesprochen wurde.
      28 6 Melden
    • lilie 17.12.2016 11:42
      Highlight Highlight @Michael: Das Kriterium ist nicht Abspaltung, sondern Abschottung gegen aussen.

      Die Mitglieder verheimlichen ihre Mitgliedschaft in der Regel, es ist schwer, Einblick in die Organisation zu bekommen. Der Austausch nach aussen ist nur zum Schein, die Organisation ist in Wirklichkeit kritikresistent, wimmelt alles ab und ist auch nicht offen für die Ökumene - obwohl sie sich auf das II. Vatikanische Konzil berufen, welches die Ökumene fördern wollte.
      18 3 Melden
    • Maracuja 17.12.2016 12:19
      Highlight Highlight @lilie

      DAS Kriterium gibt es nicht, sondern mehrere. Davon erfüllt Opus Dei, wie Hugo Stamm zurecht schreibt, fast alle. Wenn fast alle Kriterien erfüllt sind, aber eines nicht (s. Anmerkung von Michael Bamberger), kann man trotzdem von einer Sekte sprechen. Ich verstehe Ihre Haarspalterei nicht.
      12 5 Melden
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