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Apple-Chef Tim Cook während eines China-Besuchs im Jahr 2014. Bild: AP/AP

Internet-Zensur in China: Apple-Chef verteidigt Löschung von VPN-Apps im App Store

In China sind zuletzt einige VPN-Apps aus dem App Store verschwunden, die anonymes Surfen und das Umgehen staatlicher Internet-Sperren erlauben. Apple steht daher in der Kritik. Jetzt hat Tim Cook erklärt, warum sein Unternehmen die Apps entfernt hat.

02.08.17, 09:52

Apple-Chef Tim Cook hat die Entscheidung verteidigt, in China Apps zu entfernen, mit denen man die strikten Internet-Sperren des Landes umgehen konnte. Der Grund sei eine Verschärfung der Regeln für VPN-Apps im Jahr 2015, die nun umgesetzt werde, betonte Cook.

«Wir wurden von der chinesischen Regierung aufgefordert, aus dem App Store einige diese Anwendungen zu entfernen, die nicht den neuen Regelungen entsprechen», sagte der Chef des iPhone-Konzerns am Dienstag nach der Präsentation der jüngsten Quartalszahlen.

VPN-Tunnel schaffen eine geschützte Verbindung ins Ausland und können so chinesische Zensurmassnahmen aushebeln. Kern der neuen Regeln ist, dass sich Anbieter eine Lizenz von den chinesischen Behörden besorgen müssen.

Auch andere App Stores hätten eine ähnliche Löschaufforderung erhalten, sagte Cook. Im chinesischen App Store von Apple gebe es aber weiterhin noch «hunderte» VPN-Anwendungen - und darunter auch solche, die von Entwicklern ausserhalb Chinas geschrieben worden seien.

«Es wäre uns ganz offensichtlich lieber gewesen, die Apps nicht zu entfernen – aber wie in jedem anderen Land, in dem wir Geschäfte machen, befolgen wir die Gesetze», so der Apple-Chef (was nachweislich nicht stimmt: siehe hier oder hier oder hier oder hier oder hier oder hier oder hier etc.).

Der Konzern sei überzeugt, dass es im besten Interesse der Menschen dort sei, in dem Markt zu bleiben, sagte Cook mit Blick auf eine mögliche Verbannung aus China bei Regelverstössen. Apple interagiere mit Regierungen, «auch wenn wir anderer Meinung sind». Er sei zuversichtlich, dass die Einschränkungen mit der Zeit gelockert würden.

Apple war nach der Löschung der Apps kritisiert worden, weil VPN-Apps wichtig unter anderem für Aktivisten und Andersdenkende sind. China ist ein wichtiger Markt für Apple und brachte im vergangenen Quartal rund 18 Prozent der gesamten Erlöse aus. In letzter Zeit bekundet Apple aber immer mehr Mühe, sich in China gegen die einheimischen Smartphone-Hersteller zu behaupten.

(oli/sda/dpa)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • IMaki 02.08.2017 14:04
    Highlight Ein weiterer Schritt des AGFA-Kartells in eine Zukunft, in der die wirtschaftlichen Interessen von Monopolindustrien mit jenen totalitärer Regime (in Ost und West) verschmolzen werden. Und umgekehrt. Die Profitmaximierung erzwingt folgerichtig eine Demokratie-Minimalisierung.
    16 2 Melden
  • Str ant (Darkling) 02.08.2017 12:54
    Highlight Menschen müssen halt in Zukunft auf Android zurückgreifen da können sich auch Programme installieren die nicht vom Big Brother absegnet sind!
    15 7 Melden
    • Sauäschnörrli 02.08.2017 13:56
      Highlight Gibt es im Playstore Apps die gegen Gesetze verstossen?
      5 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 02.08.2017 14:07
      Highlight Stimmt.
      Da ist die Backdoor bereits im Betriebssystem vorhanden.
      Was Apps können und was nicht ist dann nicht mehr relevant.
      9 4 Melden
  • Sauäschnörrli 02.08.2017 12:30
    Highlight Hätte man nicht lieber recherchiert ob die Apps dieser Anbieter bei Google und Microsoft noch verfügbar sind, ob sie verfügbar bleiben und ob es Statements seitens dieser Firmen gibt ob sie diese im Store behalten werden, statt ein Haufen Links die aufzeigen dass Apple sich nicht immer an lokale Gesetze hält (was ja den meisten bekannt ist)?
    13 7 Melden
  • Gelöschter Benutzer 02.08.2017 11:43
    Highlight Und was ist mit den im iOS Standard VPNs (IKEv2, IPSec und L2TP)?
    Können die geknackt werden oder haben sie eine Backdoor?
    Wer weiss das hier, wenn der Journalist das nicht ermittelt hat?
    Das müsste uns am meisten interessieren?
    26 0 Melden
    • Donald 02.08.2017 15:38
      Highlight In China sind gewisse VPN Protokolle grundsätzlich geblockt.
      5 0 Melden
    • fant 03.08.2017 07:05
      Highlight L2TP galt schon vor 10 Jahren als unsicher. IPSec ist m.W. immer noch ok, alle
      4 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 03.08.2017 07:31
      Highlight Ach so!
      1 0 Melden
  • DailyGuy 02.08.2017 10:48
    Highlight Was ich ja lustig finde: Auf Apple wird rumgehackt. Das andere Firmen noch weiter gehen wird wieder mal nur nebenbei bemerkt (auch im anderen Artikel). Schneibar lässt sich mit Apple schnell Klicks generieren.
    Zweitens: Wieso macht man nicht einen Artikel über Chinas Regierung an und für sich? Das Chinas Regierung auch den Firmen vor Ort den VPN Zugang verweigern will? Das sie VPN ganz Blocken wollen? Das China seine Machtstellung ausbaut und alle westlichen Mächte vor ihnen auf die Knie fallen?
    21 29 Melden
  • #bringhansiback #NoNoBillag 02.08.2017 10:05
    Highlight Ach, mal wieder schönes Managementbullshitbingo "Wir befolgen die Gesetze".
    Mit anderen Worten: Hätten wir dies nicht gemacht wäre ein Verkaufsverbot auferlegt worden und wir hätten $$$ verloren.
    51 4 Melden

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