International

Eklat in Holland: Abgeordneter verweigert Netanjahu den Händedruck

08.09.16, 11:42 08.09.16, 11:55

Beim Staatsbesuch des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu in Holland ist es gestern zu einem peinlichen Zwischenfall gekommen: Bei der Vorstellungsrunde in der aussenpolitischen Kommission des Parlaments weigerte sich einer der Abgeordneten, dem hohen Gast die Hand zu reichen.

Dabei handelte es sich um den türkisch-stämmigen Linkspolitiker Tunahan Kuzu, der auf seinem Anzug gut sichtbar einen Aufstecker mit der palästinensischen Fahne trug. Darauf zeigte er demonstrativ, als ihm Netanjahu die Hand reichte, und verschränkte anschliessend seine Hände hinter dem Rücken.

Bild: bart maat/EPA/ANP

In einem Videokommentar auf Facebook erläuterte er im Anschluss seine Verweigerungshaltung.

Darin warf er dem israelischen Premier «Propaganda-Gelaber» über «Demokratie» und «Technologie» vor. Hinter verschlossenen Türen habe er ihm später Fotos von «israelischen Verbrechen» gezeigt und ihn gefragt, ob er unter Demokratie und Technologie das verstehe. Netanjahu habe daraufhin auf den palästinensischen Extremismus verwiesen.

Die Presseabteilung des israelischen Premiers hat ein Video des Treffens veröffentlicht, aus dem der Zwischenfall allerdings herausgeschnitten wurde.

Der Besuch Netanjahus hat zahlreiche Israel-Kritiker auf die Strassen Den Haags gebracht. Der ehemalige holländische Premierminister Dries Van Agt bezeichnete ihn im Fernsehen als einen «Kriegsverbrecher», der vor Gericht gestellt gehöre. Ein Demonstrant wies darauf hin, dass die Gelegenheit dazu günstig wäre, da sich der Internationale Gerichtshof ja ebenfalls in Den Haag befinde.

(kri)

Peinliche Pannen: Wenn sich Politiker blamieren

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • frager 24.12.2016 17:35
    Highlight Ist dieser "Held" nicht zufällig gleichzeitig bei den grauen Wölfen? Eine weise Prioritätensetzung bei den europäischen Politikern - während auf Weihnachtsmärkten Menschen durch islamfaschos umgefahren werden, verweigert man "mutig" Netanyahu den Handschlag und unterstützt damit die islamfaschos im Gazastreifen.
    2 0 Melden
  • Locutus 08.09.2016 19:09
    Highlight Warum wurde mein letzter Kommentar nicht freigeschalten? Ich hatte darauf hingewiesen, dass in NL der Antisemitismus unter einer bestimmten Bevölkerungsschicht massiv zugenommen hat. Mit Links auf Studien und Beispielen, in denen unter anderem zum Mord an Juden aufgerufen wird.

    Der türkisch-stämmige Linkspolitiker Tunahan Kuzu ist mit seiner Partei und solchem Verhalten mitverantwortlich für solche Entgleisungen. Es wäre die Pflicht des Schreibenden (kri) auch darüber zu berichten.
    10 6 Melden
  • gianny1 08.09.2016 17:47
    Highlight Diese Israel-Hasser hier bei Watson... ist ja unglaublich!
    Hab ihr euch schon mal überlegt was passieren würde, wenn es ein Staat Palästina geben würde, der von der Hamas regiert wird?
    Das wäre dann Islamischer Staat 2.0 !
    Und sowas wollt ihr?
    16 15 Melden
    • Beobachter24 08.09.2016 21:01
      Highlight Es gibt sehr gute Gründe dafür, die Politik der israelischen Regierung zu missbilligen. Deswegen ist man noch lange kein "Israel-Hasser".
      Der israelische Staat ist de facto ein Apartheidstaat.

      Überlegungen zu einem palästinensischen Staat halte ich für sehr angebracht. Ob ein solcher von der Hamas angeführt würde steht noch in den Sternen.

      Un die Hamas mit dem IS zu vergleichen halte ich für Blödsinn.
      11 8 Melden
  • Gelöschter Benutzer 08.09.2016 16:40
    Highlight Eklat? ...ja, was in Palästina geschieht ist mindestens ein Eklat. Aber das kümmert ja niemanden.

    Dier Türke ist ein Held.
    10 23 Melden
  • Pasch 08.09.2016 16:32
    Highlight Ging der mal in Therwil in die Schule? :-D
    15 1 Melden
  • Libertas 08.09.2016 13:18
    Highlight Der linke Antisemitismus ist in Europa auf einem Höhepunkt....ganz gefährlich.
    32 68 Melden
    • Werner Wutmensch 08.09.2016 13:44
      Highlight Und *zack*, eins mit der Antisemitismuskeule obendrauf, damit man sich ja nicht mit anderen, möglicherweise unangenehmen, Erklärungen für das Verhalten des Herrn auseinandersetzen muss, bravo!
      49 21 Melden
    • Cloudpanther 08.09.2016 13:45
      Highlight 1. Nur weil sich etwas gegen Israel widmet, ist es noch lange nicht antisemitisch, dafür mösste es sich gegen Juden explizit äussern.

      2. Israelkritik ist sehr berechtigt. Vor einiger Zeit gab es in Zürich mal eine Fotoausstellung von israelischen Soldaten, die ebenfalls dort waren und berichteten, wie sie mit Menschen in den besetzten Gebieten umgegangen sind. (nicht sehr Meschenrechtsfreundlich)

      Die ganze Israel-Palästina Geschichte ist viel zu kompliziert und vielseitig.
      Ich will nicht den Politiker in Schutz nehmen, aber das Thema müsste mehr besprochen werden und weniger tabuisiert.
      42 15 Melden
    • Bruno S. 88 08.09.2016 13:48
      Highlight Ein Bericht über einen Israel kritischen Politiker und gleich im ersten Kommentar der Anitsemitismus Vorwurf...Wow! Das geht ja schnell!
      46 18 Melden
    • Libertas 08.09.2016 13:59
      Highlight Das Beklagen über eine angebliche Antisemitismus Keule gehört zum Standartrepetoire eines Antisemitisten. Sowie auch seinen Antisemitismus hinter Israel Kritik zu verstecken.
      25 37 Melden
    • legis 08.09.2016 14:16
      Highlight Libertas at its best :D :D
      15 11 Melden
    • Bruno S. 88 08.09.2016 14:35
      Highlight @Libertas
      Wann ist Israel Kritik deiner Meinung nach nicht Antisemitisch?
      18 9 Melden
    • Werner Wutmensch 08.09.2016 15:03
      Highlight Genau, und als ich damals gegen Hussein wetterte, war ich natürlich Islamhasser, genauso wie ich ein überzeugter Sexist war, als ich Imelda Marcos' Politik hinterfragte oder ein Rassist, als ich Kritik an Mugabe übte.
      Mein Standardrepertoir!
      Kritik an unmenschlichem Verhalten ist einfach nicht witzig, wenn nicht noch Rassenhass dahinter steckt...
      20 9 Melden
    • opwulf 08.09.2016 15:15
      Highlight Libertas: Wie dürfte man Israel kritisieren damit es nicht als Antisemitismus verstanden werden würde? Der Holocaust sollte uns allen eine Lehre sein - für immer! Aber man muss sich kritisch mit allen Seiten auseinander setzen können. Ich finde die Verweigerung des NL Politikers Bibi die Hand zu geben auch nicht die feine Art! Aber Bibi ist nicht "die Juden", was ihm angetan wird, wird nicht automatisch allen Juden angetan! Antisemitismus ist für das schlimmste kollektive Verbrechen verantwortlich - daher sollte man diesen Begriff auf keinen Fall missbrauchen - schon aus Respekt vor den Opfern
      14 9 Melden
    • Libertas 08.09.2016 16:13
      Highlight Wie jedes andere Land darf man auch Israel kritisieren. Aber wo bleibt die andere Kritik? Es gibt keinen objektiven Grund Israel mehr zu kritisieren als andere Länder, im Gegenteil. Israel ist die einzige Demokratie im nahen Osten. Das einzige Land, wo Menschen verschiedener Glaubensrichtungen in Frieden miteinander leben können. Eine Oase von Freiheit und Toleranz inmiten der arabisch-islamischen Wüste des Hasses. Und wenn es keinen objektiven Grund für die gehäufte Kritik gibt, dann liegt der Grund woanders. Und dieser lauetet: Antisemitismus, besonders bei europäischen Linken!
      15 15 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.09.2016 16:42
      Highlight @LibertasNICHT

      Palästinensern das Trinkwasser verwehren - ist das für Sie Demokratie und Frieden?

      Unerlaubt Siedlungen bauen... ist das Demokratie?
      11 10 Melden
    • Werner Wutmensch 08.09.2016 17:11
      Highlight "Israel ist die einzige Demokratie im nahen Osten. Das einzige Land, wo Menschen verschiedener Glaubensrichtungen in Frieden miteinander leben können. Eine Oase von Freiheit und Toleranz inmiten der arabisch-islamischen Wüste des Hasses."

      Aber mir was von Standardrepertoire erzählen...

      Google doch mal "Breaking the Silence" (israelische Organisation), google mal "B'Tselem" (israelische Organisation). Und dann sag nochmal, dass es keine objektive Gründe zur Kritik gibt...
      11 8 Melden
    • gianny1 08.09.2016 17:24
      Highlight @ JonLar
      Bitte befassen sie sich richtig mit dem Thema und wer für das Wasser in den Palästinensichen gebieten zuständig ist!
      .... und nich einfach sachen behaupten die nicht stimmen!
      8 10 Melden
    • gianny1 08.09.2016 17:41
      Highlight http://www.bild.de/politik/ausland/westjordanland/wasser-beitrag-ard-47343750.bild.html

      4 8 Melden
    • Beobachter24 08.09.2016 21:33
      Highlight @gianny1

      Die deutsche Presse ist innerhalb Europas die mit Abstand am "Israel freundlichsten", und Bild ist deren Speerspitze. Die Springer-Presse schreibt *PRO* Israel, und wenn sie dafür das Blaue vom Himmel herunter lügen muss.
      (https://goo.gl/rsEG4E)
      7 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.09.2016 22:04
      Highlight Gianny: Ihre Stellungnahme zum schwachsinnigen und hassschürenden Siedlungsbau auf Gebiet dass nicht den Erbauern gehört?

      Man kann natürlich alles Unangenehme einfach ausblenden.
      5 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.09.2016 22:35
      Highlight Du verwechselst Antizionismus mit Antisemitismus, Libertas. Grosser Fehler, aber gerne angewendet.
      9 1 Melden
    • Libertas 09.09.2016 00:06
      Highlight Der Siedlungsbau ist in Ordnung. Überall wo Israelis Siedlungen bauen ist es ein Fortschritt für das Land. Das Land gehört niemanden, besonders nicht den Palis. Es gehört denen, die eine Siedlung bauen.

      Antizionismus und Antisemitiusmus ist exakt das Selbe. Nach dem Holocaust ist es nur etwas gesellschaftsfähiger, wenn man es Antizoinismus nennt.
      5 11 Melden
    • Gelöschter Benutzer 09.09.2016 09:09
      Highlight "Besonders den Palis nicht".

      Und weshalb nicht? Grob gesagt, gehört es am wenigsten "Israel". Ihr habt das Stück Lang aus etwas Mitleid geschenkt bekommen. Punkt.
      4 3 Melden
  • Alex_Steiner 08.09.2016 13:06
    Highlight
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