Schweiz
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Wer in der Schweiz kifft, wird bestraft – aber besonders aufpassen musst du im Wallis

02.02.17, 11:20 02.02.17, 11:30


A young man smokes a marijuana joint at the Vancouver Art Gallery during the annual 4/20 day, which promotes the use of marijuana, in Vancouver, British Columbia in this file photo taken April 20, 2013. Young, casual marijuana smokers experience potentially harmful changes to their brains, with the drug altering regions of the mind related to motivation and emotion, researchers have found.  REUTERS/Ben Nelms/Files     (CANADA - Tags: HEALTH SOCIETY POLITICS CIVIL UNREST DRUGS)

Föderalistisch auch bei der Kiffer-Bestrafung. Bild: BEN NELMS/REUTERS

Laut der Stiftung Sucht Schweiz werden die seit 1. Oktober 2013 geltenden Ordnungsbussenverfahren für Cannabiskonsum und -besitz von den Kantonen unterschiedlich umgesetzt. Kiffer werden nicht in allen Kantonen gleich behandelt.

Analysiert wurden laut Sucht Schweiz die neuen Gesetzestexte und die Daten zu den Ordnungsbussen und Verzeigungen. Dazu wurden die Polizei- und Justizdepartemente der 26 Kantone befragt.

Viele Unsicherheiten

Bei der Auslegung der Gesetzestexte bestünden aufgrund der Handlungsspielräume viele Unsicherheiten, fand Sucht Schweiz heraus. So sei nicht eindeutig, ob das Ordnungsbussenverfahren ausschliesslich den Konsum oder auch den Besitz von Cannabis erfasst.

Weiter gebe es einen Interpretationsspielraum bei der Frage, welche Polizistinnen und Polizisten zur Ausstellung von Ordnungsbussen befugt sind und welche Rolle zusätzliche Widerhandlungen spielen. Dies alles führe zu einer uneinheitlichen Praxis im Umgang mit Cannabiskonsumierenden.

In einigen Kantonen bestünden zudem noch spezielle Kriterien für die Anwendung des Ordnungsbussenverfahrens wie beispielsweise die Pflicht zur sofortigen Bezahlung oder die Bedingung, in letzter Zeit ansonsten kein Cannabis konsumiert zu haben. Es mache einen wesentlichen Unterschied, wo man in der Schweiz beim Kiffen erwischt werde.

Sucht Schweiz hat auch die kantonalen Zahlen bezüglich der Verzeigungen und Ordnungsbussen, die für Cannabiskonsum und/oder -besitz ausgestellt wurden, untersucht. Ein freiburgischer Cannabiskonsumierender werde oft nicht gleich behandelt wie einer im Kanton Bern, vor allem wenn er nur im Besitz von Cannabis ist.

Seit Oktober 2013 Ordnungsbussen

Ein Einwohner des Kantons Basel-Landschaft laufe deutlich weniger Gefahr, für den Konsum von Cannabis bestraft zu werden, als sein Nachbar im Kanton Aargau. Im Wallis habe sich die Zahl der geahndeten Widerhandlungen seit der Einführung des Ordnungsbussenverfahrens verdoppelt, wogegen die Zunahme in der ganzen Schweiz viel gemässigter ausfiel.

Umfrage

Wird die Gefahr psychischer Störungen durch Cannabis unterschätzt?

  • Abstimmen

2,660 Votes zu: Wird die Gefahr psychischer Störungen durch Cannabis unterschätzt?

  • 13%Definitiv, das Problem ist gross und das Bewusstsein dafür klein.
  • 25%Eher ja, viele nehmen das auf die leichte Schulter.
  • 6%Ich weiss nicht/Mir doch egal.
  • 38%Eher nicht, dass früh viel kiffen nicht gut ist, weiss man ja.
  • 17%Überhaupt nicht, das betrifft doch bloss labile Menschen.

Seit dem 1. Oktober 2013 wird der Cannabiskonsum und -besitz bis zu 10 Gramm durch Erwachsene nicht mehr mit einer Verzeigung geahndet, sondern mit einer Ordnungsbusse bestraft. Damit wollte der Gesetzgeber die Grundlage für die Gleichbehandlung aller Cannabiskonsumierenden in der Schweiz schaffen. (sda)

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • phreko 02.02.2017 16:22
    Highlight Im Wallis werden am Openair Gampel Kiffer auch aktiv mit Drogenhunden gejagt. Das gibt es sonst nirgends in der Schweiz.
    11 0 Melden
  • Nosgar 02.02.2017 14:35
    Highlight Gerade das Wallis, wo besoffen Autofahren zum guten Ton gehört.
    25 2 Melden
    • OkeyKeny 02.02.2017 16:40
      Highlight Vor 20 Jahren vielleicht.
      0 4 Melden
  • Qwerty 02.02.2017 14:16
    Highlight Aus meiner Sicht ist die ungleiche Behandlung von Cannabis und Psychopharmaka im Strassenverkehr eine stossende Ungerechtigkeit.
    17 3 Melden
  • tinmar 02.02.2017 13:49
    Highlight Viel entscheidender als das bisschen Strafe sind doch die indirekten Folgen durch nachfolgenden Entzug der Fahrerlaubnis.
    18 1 Melden
  • saukaibli 02.02.2017 13:23
    Highlight Wie wärs mit einem Deal? Wir nehmen die USR III an, legalisieren und besteuern dafür Cannabis um die Milliarden an Steuerausfällen wieder reinzuholen. Aber nein, unsere lieben Rechten lassen lieber den Mittelstand bluten für die Aktionäre der Grosskonzerne. Das nennt sich dann Volkspartei.
    33 7 Melden
  • Hugo Wottaupott 02.02.2017 12:03
    Highlight Geil ja auch: Den täglichen Schuss Heroin bekommst du Ärztlich verordnet in deiner Abgabestelle und hier so ein riesen trara als ob du ein Attentat geplant hättest.
    39 2 Melden
    • saukaibli 02.02.2017 13:21
      Highlight Und eine Droge, bei der ein Schwerstsüchtiger vom kalten Entzug sterben kann, ist in jedem Supermarket, an Tankstellen und in Restaurants vollkommen frei erhältlich. Aber in einem Land wo die Pharmaindustrie so stark ist wie hier, haben die Hanflegalisierer einen schweren Stand. Man sieht ja z.B. in Colorado, dass der Verkauf diverser Arzneimittel (wie Schmerzmittel, Epilepsiemittel) seit der Cannabislegalisierung massiv rückläufig ist.
      23 1 Melden
  • Datsyuk * 02.02.2017 11:42
    Highlight LEGALIZE IT.
    51 3 Melden

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