Schweiz

Gefälschte Pässe, junge Muslime unter Beobachtung, Pflichtfach Programmieren: Das schreibt die Sonntagspresse

19.06.16, 06:36 19.06.16, 08:26

Ein Wahlrecht für Kinder, Pläne für die Postfinance, Widerstand beim Syngenta-Deal: Mit diesen und anderen Themen hat sich die Presse an diesem Sonntag befasst. Eine Übersicht in unbestätigten Meldungen:

Mit gefälschten Papieren in die Schweiz

Immer häufiger versuchen Personen aus Nicht-EU-Staaten sich mit gefälschten Papieren als EU-Bürger auszugeben, um Aufenthaltsbewilligungen für die Schweiz zu erschleichen. Was bisher lediglich anekdotenweise aus Einwohnerdiensten und Migrationsämtern bekannt war, wurde in einem Pilotprojekt in Bern genauer untersucht. Bei ungefähr zehn Prozent von rund 850 Anträgen bemerkten die Spezialisten Fälschungen, wie die «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf Alexander Ott, Chef der Stadtberner Einwohnerdienste, meldete. Meist handle es sich um Leute aus visumspflichtigen Drittstaaten. Dazu gehören etwa der Kosovo, Albanien, Serbien, Türkei, Russland, China und Brasilien.

US-Widerstand gegen Syngenta-Deal

Die Übernahme des Basler Agrochemie-Konzerns Syngenta durch den chinesischen Staatskonzern ChemChina stösst in den USA auf grossen Widerstand. Wie die «Schweiz am Sonntag» mit Verweis auf eine mit der Angelegenheit bestens vertraute Quelle berichtet, zeigen sich sowohl die US-Regierung wie auch Kongressabgeordnete besorgt und könnten die Übernahme blockieren. In dieser Woche soll bekannt geworden sein, dass ChemChina den Antrag bei der US-Übernahmekommission neu einreichen muss. Hintergrund sind Befürchtungen in den USA, dass sich China über Übernahmen durch Staatskonzerne Marktzugang in anderen Länder sichern will, ohne Gegenrecht zu gewähren, wie es bei einem Staatsvertrag üblich wäre.

Postfinance-Privatisierung möglich

«Intelligente Lösung»: Postfinance-Chef Hansruedi König.
Bild: KEYSTONE

Die Postfinance-Spitze tut sich schwer damit, dass die Politik der Post-Tochter keine Kredit- und Hypothekenvergabe erlauben will. In diesem Zusammenhang stünde Postfinance-Chef Hansruedi Köng auch einer Privatisierung und einem Börsengang positiv gegenüber. Als Postfinance-Chef sollte er sich zwar nicht über die optimale Besitzerstruktur auslassen, sagte er in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». Doch er macht seine Sicht dann doch klar: Ein Börsengang wäre eine «intelligente Lösung». Bei einem Börsengang müsste heute laut Köng mindestens 51 Prozent der Beteiligung bei der Post bleiben. «Ich würde mich überhaupt nicht gegen eine Privatisierung wehren», sagte er weiter.

Bestnoten für mehr Lohn beim Bund

In der Bundesverwaltung erhalten praktisch alle Mitarbeitenden bei der Beurteilung eine Bewertung, die ihnen eine automatische Lohnerhöhungen garantiert. Die «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» melden unter Berufung auf eine verwaltungsinterne Auswertung, dass 93,7 Prozent der Bundesangestellten 2014 eine Bewertung erhielten, die einen Lohnanstieg von 2,5 bis 5 Prozent bewirkt. Mehrere Verwaltungseinheiten vergaben sämtlichen Angestellten solche Bestnoten. Das Eidgenössische Personalamt führt die hohen Noten auf eine gute Rekrutierung zurück, räumt aber auch ein, dass ein höherer Anteil der tieferen Noten «nicht unrealistisch» wäre.

Muslimische Jugendliche unter Beobachtung

Zehn radikalislamische Jugendliche stehen im Kanton Zürich unter besonderer Beobachtung. Das berichtet der «SonntagsBlick» unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Quellen. Mit solchen Personen steht eine 18-köpfige Spezialeinheit der Kantonspolizei Zürich, die seit 2015 existiert und auf Präventionsarbeit spezialisiert ist, in ständigem Kontakt. Insgesamt bearbeitete die Abteilung 80 Fälle, 50 davon stehen im Zusammenhang mit Islamismus. Ziel ist es laut dem zuständigen Dienstchef Rolf Weilenmann, «fehlgeleitete und sich radikalisierende Jugendliche» früh zu erkennen. Damit soll letztlich auch verhindert werden, dass sie Terroranschläge in der Schweiz vorbereiten oder gar durchführen.

Weitere Flüchtlinge aus Griechenland

Flüchtlinge in einem Lager in Griechenland: In den kommenden Wochen reisen 30 Asylsuchende in die Schweiz. Bild: INTIME/REUTERS

30 weitere Flüchtlinge aus Griechenland werden in den kommenden Wochen in die Schweiz kommen. Die Schweiz übernimmt diese Menschen im Rahmen der Flüchtlingsverteilung, welche die EU beschlossen hat, wie das Staatssekretariat für Migration der «Zentralschweiz am Sonntag» mitteilte. Anfang Mai waren demnach zunächst 34 Flüchtlinge aus Italien eingetroffen. Die Schweiz will insgesamt 1500 Personen von Italien und Griechenland übernehmen. Es handelt sich um Menschen aus Syrien, dem Irak und Eritrea, bei denen die Behörden davon ausgehen, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit Asyl erhalten. Sie durchlaufen in der Schweiz ein Asylverfahren.

Primarschüler als Programmierer

Primarschüler sollen programmieren standardmässig lernen. Bildungspolitiker und Wirtschaftsführer fordern nach einem Bericht der «Schweiz am Sonntag», dass Programmieren in der Primarschule zum Pflichtfach wird. «Kein Schüler sollte in der Schweiz die Matura machen dürfen, wenn er nicht mindestens eine Programmiersprache beherrscht», sagte etwa der Zürcher Ständerat und Informatikunternehmer Ruedi Noser (FDP). Sollte die Schweiz sich zu wenig um die digitale Revolution kümmern, drohten andere Länder zu Anführern im Rennen um Innovationen zu werden, sagte Alexander Repenning, Professor für Informatische Bildung an der Pädagogischen Hochschule FHNW. (kad/sda)

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 19.06.2016 11:22
    Highlight Ich habe vor 36 Jahren einfaches Programmieren in der Schule gelernt und bin jeden Tag dankbar dafür, wenn ich meine Altersgenossen sehe, wie sie manchmal verängstigt vor einem Rechner sitzen. Es erleichtert das Leben in der digitalen Welt enorm, je früher man lernt richtig damit umzugehen.
    15 1 Melden
  • dracului 19.06.2016 08:13
    Highlight Ruedi Noser hat, wie viele "digital immigrants" wenig Ahnung von der Digitalisierung! Programmieren ist nur eine der vielen Fähigkeiten, die man im 21. Jahrhundert braucht und die niegends unterrichtet wird. Der gesamte Schulplan müsste längst modernisiert werden und die Prioritäten der Zeit angepasst werden. Die Lehrer, oft "digital fugitives", müssten zudem ganz anders ausgebildet werden. Es braucht nicht nochmals ein neues Fach, sondern ein fundamental neues Schulsystem!
    50 10 Melden
    • Gelöschter Benutzer 19.06.2016 08:32
      Highlight Wenig Ahnung? Firma Noser Young bildet Informatiker Lehrlinge aus.
      Aber im rest geben ich dir recht
      23 7 Melden
    • Blue_Toastbrot 19.06.2016 09:39
      Highlight Ich verstehe trotzdem nicht, wieso primarschüler bereits Programmieren lernen sollten?
      So etwas lernt man, wenn man es braucht. (Lehre / Studium / Weiterbildung)
      16 23 Melden
    • Mischa Thurnherr 19.06.2016 09:56
      Highlight Es ist schlicht kriminell, was die Schüler heute alles schon in der Grundschule lernen müssen. Meine 4 Kinder sind durchschnittliche Schüler, doch ich kann manchmal fast nicht hinschauen, was die schon in der Unterstufe lernen sollen. Da muss man sich nicht wundern, hat die Schule immer mehr Probleme mit renitenten Eltern... selbst die Lehrkräfte zucken oft genug nur die Schultern, wenn man sie darauf aufmerksam macht. Es wird Zeit, dass sich die Bevölkerung gegen solche Schreibtischtaten wehrt!
      16 14 Melden
    • Dä Brändon 19.06.2016 09:59
      Highlight Programmiersprachen werden im der Zukunft so selbstverständlich sein wie das Deutsch und Franz.
      21 12 Melden
    • Gelöschter Benutzer 19.06.2016 10:09
      Highlight Programmieren in der Grundstufe kann sehr spielerisch erfolgen z.b. mit Robotern im Werken
      21 3 Melden
    • EvilBetty 19.06.2016 10:47
      Highlight Eine Programmiersprache in der Unterstufe zu lernen halte ich für übertrieben. Sich programmatorisches Denken anzuueigenen geht auch spielerisch.
      11 4 Melden
    • pamayer 19.06.2016 11:28
      Highlight @brändon
      Einverstanden. Aber erst so bald deutsche und französische Sprachkenntnisse bei ch kids (!) vorhanden sind.
      4 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 19.06.2016 12:04
      Highlight @pamayer: Wegen meinem schlechte Franz durfte ich in der Schule Englisch nicht lernen. Heute kann ich immer noch kein Franz, aber ohne Englisch könnte ich meinen Beruf gar nicht ausführen...
      Also Franz isch für d' Füchs.
      10 7 Melden
    • pamayer 19.06.2016 12:12
      Highlight Aber eine Schweizer Landessprache. Non?!
      5 5 Melden
    • EvilBetty 19.06.2016 14:50
      Highlight pamayer: Ja, und? Wir lernen ja auch kein Rumantsch...
      4 2 Melden
    • Sir Jonathan Ive 20.06.2016 13:30
      Highlight @paymayer
      Dann müssten wir auch Italienisch und Rumantsch lernen?
      Eine Pragranmiersorsche zu können stärkt ganz allgemein, zu verstehen wie ein Computer funktioniert. Dieser läuft nämlich ganz anders als der Mensch.
      Programmieren ist super für das Matheverständnis und ganz allgemein eine super Übung fürs Gehirn. Informatik gehört zusammen mit Musik und Handarbeiten zu den völlig unterbewerteten Schulfächern, die aber (auch wenn es leider wenigen bewusst ist) eigentlich wichtiger sind als Französisch oder Geographie. (Nicht das diese Fächer gar nichts brächten)
      1 0 Melden
    • pamayer 20.06.2016 22:36
      Highlight ja.
      das mit den landessprachen, so wie es jetzt gehandhabt wird, geht natürlich hinten und vorne nicht auf, französisch vor englisch, italienisch irgendwann als wahlfach und rumanttsh kann sowieso niemand buchstabierrrne.
      dieses thema sorgt immer wieder für rote köpfe.

      eine arbeitskollegin, bilingue, äh trilingue: kurdisch, deutsch, französisch, erzählte, ihr mann sei ein typischer romand: er interessiere sich null und nichts für deutsch. und könne auch kein wort auf deutsch.

      und wie üben etwas français an der volksschule.

      vielleicht wären individuellere lehrpläne zukunftsweisender.
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    • Gelöschter Benutzer 20.06.2016 23:30
      Highlight Klar ich wäre froh könnte ich heute französisch. Aber mir scheint als bringe das Schulsystem nichts. Wieso kann ich mit nur 4 Jahren Englisch (BMS) mich fliessend auf Englisch verständigen aber nach 7 Jahren Franz (ab 5ter Krasse) nicht einmal einen haben Satz?
      Klar ich kann "Quelle heure et ille? Simone, regarde l'heurloge!"
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