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Vokes macht mit dem 3:1 den Deckel drauf und dann gibt es kein Halten mehr. Bild: Paul Chesterton/freshfocus

Was für eine Überraschung! Wales entzaubert Geheimfavorit Belgien und steht im Halbfinal

Wales hat sich überraschend als zweites Team für die EM-Halbfinals qualifiziert. Das Team von Chris Coleman bezwang in Lille das favorisierte Belgien 3:1 und feierte damit den grössten Erfolg der 140-jährigen Verbandsgeschichte.

02.07.16, 00:32 02.07.16, 10:37

» Hier gibt's den Liveticker der Partie zum Nachlesen.

Zum walisischen Nationalhelden avancierte Sam Vokes, der in der 86. Minute mit einem herrlichen Kopfball das 3:1 erzielte und damit den spektakulären Schlagabtausch vor 45'000 Zuschauern im Stade Pierre Mauroy bei regnerischem Wetter endgültig zugunsten des Aussenseiters entschied.

Das alles entscheidende 3:1 durch Sam Vokes.
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Erst sechs Minuten zuvor war der Stürmer eingewechselt worden, nachdem Trainer Chris Coleman in der Startaufstellung auf Hal Robson-Kanu gesetzt hatte und damit alles richtig machte.

Robson-Kanu hatte in der 55. Minute das wegweisende 2:1 erzielte. Nach glänzender Vorarbeit von Aaron Ramsey liess der 27-jährige Stürmer von Reading mit einer einfachen Körpertäuschung Thomas Meunier und Marouane Fellaini ins Leere laufen und bezwang Courtois sicher.

Robson-Kanu vernascht die komplette belgische Innenverteidigung. streamable

«Wir wollten zeigen, was wir können. Wir haben eine tolle Mannschaft, mit super Spielern, die immer kämpfen.»

Chris Coleman, Trainer von Wales

Die Belgier versuchten zwischen dem zweiten und dritten Gegentreffer noch einmal alles. Trainer Marc Wilmots brachte mit Dries Mertens und Michy Batshuayi noch einmal zwei frische Offensivkräfte, die«Roten Teufel», die je länger je planloser agierten, schafften es aber nicht, den walisischen Abwehrriegel noch einmal zu knacken. Die beste Chance zum 2:2 vergab Fellaini, als er in der 74. Minute einen Kopfball neben das Tor setzte.

Starker Start der Belgier

Dabei waren die Belgier fulminant in die Partie gestartet und hatten dort angesetzt, wo sie beim 4:0 im Achtelfinal gegen Ungarn aufgehört hatten. Nachdem in der 7. Minute Yannick Carrasco, Thomas Meunier und Eden Hazard innerhalb weniger Sekunden jeweils an einem vor der Torlinie postierten Waliser gescheitert waren, machte es Radja Nainggolan sechs Minuten später besser. Der defensive Mittelfeldspieler, der in der Vorrunde gegen Schweden den Siegestreffer erzielt hatte, traf mit einem herrlichen Schuss aus 25 Metern unter die Latte.

Nainggolan hämmert den Ball mit 106 km/h ins Netz.
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Nach dem Führungstreffer erlitt das belgische Kombinationsspiel aber einen Bruch. Die Waliser erholten sich vom Schock des frühen Gegentreffers, kämpften sich in die Partie und setzten erste spielerische Akzente. Nachdem Neil Taylor in der 26. Minute noch am glänzend reagierenden Thibaut Courtois gescheitert war, erzielte Ashley Williams nach einer halben Stunde den Ausgleich. Der Captain, der sich im Achtelfinal gegen Nordirland in der Schlussphase an der Schulter verletzt hatte, köpfelte einen Corner von Ramsey am Fünfmeterraum ein.

Ashley Williams trifft per Kopf zum 1:1-Ausgleich. streamable

«Es ist eine riesige Enttäuschung. Wir hatten uns das ganz anders vorgestellt. Aber leider haben wir nichts zustande gebracht. Wir hätten das 2:0 schiessen müssen.»

Alex Witsel, Spieler bei Belgien

Hazard und Bale blass

Das Duell der Stars zwischen Bale und Hazard endete mit leichten Vorteilen zugunsten des Walisers. Vor allem vom Tempo des Angreifers von Real Madrid war die belgische Defensive, welche die Ausfälle des verletzten Jan Vertonghen und des gesperrten Thomas Vermaelen zu verkraften hatte, gelegentlich überfordert. Hazard, in den ersten vier Spielen der Auffälligste im belgischen Spiel, zeigte eine diskrete Partie. Seine beste Szene hatte er in der 50. Minute, als er den Ball knapp am langen Pfosten vorbei schlenzte.

Nicht so stark wie zuletzt, aber was kümmert das Gareth Bale schon. Bild: GEORGI LICOVSKI/EPA/KEYSTONE

Für Hazard und seine Kollegen bedeutete damit die Runde der letzten acht wie bereits vor zwei Jahren an der WM in Brasilien Endstation. Erneut schafften es die «Roten Teufel» nicht, ihr immenses fussballerisches Potenzial vollends auszuschöpfen. Nach dem Fehlstart gegen Italien hatte sich die Mannschaft von Marc Wilmots gefangen und war mit Fortdauer des Turniers immer besser in Fahrt gekommen. In Lille scheiterten sie letztlich an einer spielerisch limitierteren, aber sehr gut organisierten und beherzt kämpfenden walisischen Mannschaft.

Die Waliser setzten derweilen auch in Lille ihre Erfolgsserie fort und feierten mit dem vierten Sieg im fünften EM-Spiel den grössten Erfolg der 140-jährigen Verbandsgeschichte. Erneut beeindruckten sie in ihrem variablen 3-2-4-1-System mit einem hervorragenden Kollektiv. Und mit Aaron Ramsey verfügten sie über den alles überragenden Einzelspieler. Der Mittelfeldspieler von Arsenal wird am Mittwoch im Halbfinal in Lyon gegen Portugal allerdings fehlen, nachdem er eine Viertelstunde vor Schluss nach einem Hands verwarnt wurde. (sda)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • fabinho 02.07.2016 08:55
    Highlight Wie sagen die Österreicher so schön: Alle san traurig nach dem Match. Nur der Axel macht no a Witsel!
    2 0 Melden

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