Sport

Super League, 17. Runde

Thun – Young Boys 3:1 (1:0)

St.Gallen – Zürich 1:3 (1:2)

Grasshoppers – Lugano 0:1 (0:0)

Glarners Kopfball fliegt in Richtung Tor, von Ballmoos wird zu spät kommen. Bild: KEYSTONE

Hoppla! YB taucht auch im zweiten Derby gegen Thun – Lugano schafft die Cup-Revanche

Der FC Thun wird für die Young Boys immer mehr zum Angstgegner. Nach dem 0:4 zuhause in der 4. Runde der Super League unterliegt YB im zweiten Derby der Saison in Thun mit 1:3.

03.12.17, 18:27 04.12.17, 06:35

Thun – YB 3:1

–  Drei Tage nach dem spektakulären und für sie niederschmetternden 3:4 im Cup beim FCZ landen die Fussballer des FC Thun einen Coup in der Meisterschaft. Sie gewinnen gegen die Young Boys 3:1. Das Resultat im Kantonalduell war eine ähnlich grosse Überraschung, wie es der 4:0-Sieg der Berner Oberländer Anfang August im Stade de Suisse gewesen war.

– Wie damals hat nicht der Super-League-Leader zu Beginn die besseren Torchancen, sondern das Schlusslicht machte mächtig Dampf. Gefährlich wurde es vor dem Tor von Keeper David von Ballmoos aber lange nicht. In der 37. Minute zappelte der Ball aber im YB-Netz: Simone Rapp zog von links in den Sechzehner ein, liess Jordan Lotomba stehen und flankte zur Mitte, wo Stefan Glarner zum 1:0 für Thun einnicken konnte.  

YB kam auch nach der Pause nicht auf Touren. In der 58. Minute hatte das Team von Adi Hütter dann Glück, dass Moreno Costanzo den Ball aus kurzer Distanz übers statt ins Tor hämmerte. Das 2:0 fiel aber doch noch und zwar in der 73. Minute: Dejan Sorgic liess nach einer Flanke in den Strafraum von Ballmoos keine Chance.

– YB erwachte erst jetzt: Praktisch im Gegenzug erzielt Miralem Sulejmani aus spitzem Winkel das 1:2. Doch Thun wehrte sich danach geschickt gegen die Stadtberner Angriffe und schaffte in der Nachspielzeit durch Simone Rapp gar noch das 3:1. Auch das zweite Berner Derby der Saison geht also an Thun und die Meisterschaft ist wieder spannend. Der Vorsprung von YB auf Basel beträgt nur noch vier Punkte.

Viel Kampf, viel Krampf: YB zeigt in Thun eine der schlechtesten Saisonleistungen. Bild: KEYSTONE

St.Gallen – Zürich 1:3

– Der FC Zürich festigt in der Tabelle den 3. Rang hinter dem Spitzenduo YB und Basel. Präsent, zielstrebig und effizient trat die Mannschaft von Uli Forte von Beginn an auf. Symptomatisch für den Auftritt der Zürcher in den ersten 45 Minuten war das 2:0 in der 12. Minute, als Adrian Winter nach einem schönen Seitenwechsel von Roberto Rodriguez den Ball mit der Brust gekonnt annahm und diesen aus 14 Metern herrlich in den Winkel schoss. Fünf Minuten zuvor hatte der Isländer Victor Palsson mit seinem ersten Treffer in der Super League die Gäste in Führung gebracht

– Mit einem Treffer aus dem Nichts in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit kehrte beim Heimteam die Hoffnung auf ein positives Resultat zurück, nachdem der 19-jährige Nigerianer Stephen Odey in seinem ersten Spiel für den FCZ von Beginn nach knapp einer halben Stunde das 3:0 und damit die Vorentscheidung verpasst hatte. Nach einem Fehler von Alain Nef schaffte Roman Buess mit seinem fünften Saisontor den Anschluss zum 1:2.

– Das Heimteam trat nach der Pause engagierter und spielstärker auf und kam durch Danijel Aleksic in der 53. Minute zu seiner besten Ausgleichschance. Der Serbe agierte aber zu eigensinnig und scheiterte an FCZ-Keeper Andris Vanins. Für das Heimteam erwies sich somit die Hypothek der schwachen Startphase als zu gross. Die Siegsicherung für den FCZ gelang Raphael Dwamena. Der Ghanaer traf kurz nach seiner Einwechslung zum 3:1. Es war der erste Treffer des Stürmers seit Mitte Oktober.

Adrian Winter freut sich über sein 1. Saisontor. Bild: KEYSTONE

GC – Lugano 0:1

– Dem FC Lugano gelingt gegen die Grasshoppers die Revanche für das Ausscheiden unter der Woche im Cup im Penaltyschiessen. Die Tessiner siegen im Letzigrund 1:0. Fulvio Sulmoni entschied die Partie vor 4100 Zuschauern mit seinem Treffer in der 68. Minute. Der Innenverteidiger traf nach einem Corner von Davide Mariani und einer Kopfballverlängerung von Alexander Gerndt zum Tor des Tages.

– Im Vergleich zur Partie am Donnerstag im Cornaredo war die Partie im Letzigrund bereits vor dem Treffer animiert verlaufen. Während die Zürcher vor der Pause ein Chancenplus verzeichneten, traten die Gäste aus dem Tessin nach dem Seitenwechsel zielstrebiger auf. Sulmoni hatte sich bereits in der 51. Minute die Chance zur Führung geboten, als er alleinstehend zum Kopfball kam, vier Minuten später parierte GC-Torhüter Heinz Lindner den Abschluss von Dragan Mihajlovic.

– Die Zürcher hingegen taten sich mit Fortdauer der Partie in der Offensive immer schwerer und schafften es nicht, auf den Verlusttreffer zu reagieren. Die erste Heimniederlage unter Murat Yakin war die logische Folge des schwachen Auftritts der Zürcher, die zum dritten Mal in Serie ohne Torerfolg blieben. Die beste Möglichkeit hatte sich dem Rekordmeister nach einer Viertelstunde geboten, als zuerst Albion Avdijaj mit seinem Abschluss an David Da Costa scheiterte und im Nachschuss Marko Basic das leere Tore verfehlte.

Breaking News! Zwischen GC und Lugano ist tatsächlich ein Tor gefallen. Bild: KEYSTONE

Die Telegramme

Thun - Young Boys 3:1 (2:1)
7627 Zuschauer. - SR Amhof.
Tore: 37. Glarner (Rapp) 1:0. 73. Sorgic (Hediger) 2:0. 75. Sulejmani (Hoarau) 2:1. 93. (Hediger) 3:1.
Thun: Ruberto; Bürgy, Gelmi, Righetti; Glarner, Hediger, Lauper, Kablan; Costanzo (76. Spielmann); Rapp, Sorgic (87. Dzonlagic).
Young Boys: Von Ballmoos; Lotomba (72. Schick), Nuhu, von Bergen, Benito; Fassnacht, Sow, Aebischer, Sulejmani; Nsame (46. Hoarau), Assalé.
Bemerkungen: Thun ohne Tosetti, Rodrigues, Facchinetti, Bigler, Alessandrini, Hunziker, Sutter, Schäppi (alle verletzt) und Faivre (krank). Young Boys ohne Mbabu (gesperrt), Sanogo, Bertone und Seferi (alle verletzt). Letztes Super-League-Spiel von Schiedsrichter Sascha Amhof. Verwarnungen: 56. Sow (Foul), 62. Hediger (Foul), 67. Fassnacht (Foul).

St. Gallen - Zürich 1:3 (1:2)
12'577 Zuschauer. - SR Bieri.
Tore: 7. Palsson 0:1. 12. Winter (Rodriguez) 0:2. 45. Buess (Barnetta) 1:2. 82. Dwamena (Bangura) 1:3.
St. Gallen: Lopar; Lüchinger, Hefti (40. Gönitzer), Haggui, Wittwer; Barnetta (70. Aratore), Kukuruzovic, Taipi (89. Toko), Aleksic; Babic, Buess.
Zürich: Vanins; Nef, Bangura, Brunner; Winter, Palsson, Rüegg, Pa Modou; Odey (67. Dwamena), Frey (86. Cavusevic), Rodriguez (81. Sarr).
Bemerkungen: St. Gallen ohne Tschernegg (gesperrt), Ajeti, Musavu-King, Ben Khalifa, Tafer, Wiss (alle verletzt), Zürich ohne Koné (gesperrt), Alesevic, Kempter, Maouche, Marchesano, Schönbächler (alle verletzt). 88. Lattenschuss Buess. Verwarnungen: 23. Frey (Foul). 37. Barnetta (Reklamieren). 47. Buess (Unsportlichkeit). 73. Taipi (Reklamieren). 

Grasshoppers - Lugano 0:1 (0:0)
4100 Zuschauer. - SR Fähndrich.
Tor: 68. Sulmoni (Gerndt) 0:1.
Grasshoppers: Lindner; Bergström, Vilotic, Zesiger; Lavanchy (46. Pusic), Basic, Pickel (76. Bahoui), Doumbia; Bajrami, Andersen; Avdijaj (59. Munsy).
Lugano: Da Costa; Rouiller, Sulmoni, Golemic, Daprelà; Sabbatini, Piccinocchi; Mihajlovic, Mariani (90. Vecsei), Culina (57. Gerndt); Carlinhos (57. Bottani).
Bemerkungen: Grasshoppers ohne Djuricin, Jeffren, Pnishi, Sigurjonsson (alle verletzt). Verwarnungen: 30. Mariani (Foul). 34. Carlinhos (Foul). 79. Pusic (Foul). 85. Zesiger (Foul). (pre/sda)

Die Tabelle

bild: srf

Die teuersten Zu- und Abgänge der Super-League-Klubs

Unvergessene Schweizer Fussball-Geschichten

25.11.2009: Das beste Fussball-Musikvideo aller Zeiten erscheint auf Youtube – über den FC Aarau

15.11.2009: Die Schweiz ist Fussball-Weltmeister! Die U17-Nati setzt ihrem Höhenflug die Krone auf

22.02.2004: St.Gallens Kultfigur «Zelli» muss in der Not ins Tor und kratzt den Ball in «seiner» Ecke

30.09.2009: Dank Tihinens Hackentrick, «abgeschaut bei einem finnischen Volkstanz», bodigt der FC Zürich das grosse Milan

07.12.2011: Der FC Basel schmeisst Manchester United aus der Champions League und Steini, der Glatte, schiesst den Ball an die Latte

05.12.2004: Paulo Diogo gewinnt mit Servette wichtige Punkte im Abstiegskampf – und verliert dabei einen Finger

12.11.2002: Basel holt gegen Liverpool ein 3:3 und Beni Thurnheer schwärmt: «Dieses Spiel müsste man zeigen, wenn ich gestorben bin»

01.11.1989: Nur durch einen Witz-Penalty zwingt Diego Maradonas Napoli die tapferen Wettinger in die Knie

21.10.2013: Pajtim Kasami hämmert «einen der schönsten Volleys überhaupt» ins Crystal-Palace-Tor und verzückt sogar Andy Murray

08.10.2010: Vucinic lässt der Schweiz die Hosen runter und trägt sie als Kopfschmuck

07.10.1989: Der «Fall Klötzli» – vier Wettinger gehen auf den Schiri los, weil dieser Sekunden vor dem Ausgleich abpfeift

20.11.1996: Wegen 20 fatalen Minuten landet Champions-League-Überflieger GC in Glasgow auf dem harten Boden der Realität

25.9.1996: Murat Yakin sticht mit seinem Freistoss mitten ins Ajax-Herz und bringt Mama Emine zum Weinen

10.09. 2008: Luxemburgerli vernaschen? Denkste! – Die Schweizer Nati kassiert die bitterste Niederlage ihrer Geschichte

07.09.2005: Nati-Goalie Zuberbühler kassiert auf Zypern ein Riesen-Ei und schiebt die Schuld dafür dem «Blick» in die Schuhe

29.09.1971: Statt «allzu augenfällig im Spargang» die Pflicht zu erledigen, sorgt GC für den höchsten Schweizer Europacup-Sieg aller Zeiten

01.09.2007: Mit dem letzten Spiel im Hardturm-Stadion gehen 78 Jahre Geschichte zu Ende

11.08.2010: Moreno Costanzo schiesst mit seiner ersten Ballberührung als Natispieler gleich den Siegtreffer

09.08.2009: Basel-Goalie Costanzo wird für drei Spiele gesperrt – nach einer Attacke auf den eigenen Mitspieler

26.06.1954: Die Schweiz kassiert gegen Österreich in der «Hitzeschlacht von Lausanne» eine ihrer bittersten Niederlagen

26.06.2006: «Züngeler» Streller leitet das peinliche Schweizer Penalty-Debakel ein

30.07.2000: Nur GC-Milchbubi Peter Jehle steht noch zwischen FCB-Legende Massimo Ceccaroni und seinem allerersten Tor

03.05.1994: Mit dem Sonderflug zur spontanen Aufstiegsfeier auf den Barfi

01.05.1993: Marc Hottigers Knallertor versenkt Italien – und er verärgert die Azzurri danach mit einer frechen Leibchentausch-Bitte 

30.04.2011: Cabanas fordert vom Basler Schiri Respekt, denn «das isch GC! Rekordmeister! Än Institution, hey!»

26.04.2003: Colombas Goalie-Goal lässt Razzetti alt aussehen und den FC Aarau unabsteigbar bleiben

13.11.1991: Weil die Schweizer Nati in der «Hölle von Bukarest» auf 0:0 spielt, vergeigt sie die EM-Qualifikation im letzten Moment doch noch

16.11.2005: Die Nacht der Tritte und Schläge – einer der grössten Nati-Erfolge verkommt zur «Schande von Istanbul»

26.09.1995: Luganos Carrasco bringt mit seiner Banane Gianluca Pagliuca und das grosse Inter Mailand zum Weinen

24.04.1996: Das Ende von Nati-Trainer Artur Jorge nimmt ausgerechnet mit dem einzigen Sieg seiner kurzen Ära den Anfang 

12.04.2004: Der grosse Robbie Williams führt den kleinen FC Wil zum Cupsieg gegen GC

16.04.2009: «Jawoll, jawoll, jawoll, jawoll … YB isch im Göppfinau!»

30.05.1981: Der Wolf und seine «Abbruch GmbH» entfachen mit dem 2:1-Sieg gegen England eine neue Fussball-Euphorie

18.06.1994: Beni Thurnheers fataler Irrtum – es gibt eben doch einen Zweiten wie Bregy

07.03.2007: Johann Vogel droht Köbi Kuhn, in den Flieger zu steigen, um ihm «eins zu tätschen»

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
6
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Azrag 03.12.2017 20:13
    Highlight Und bald wird's sein wie alle Jahre wieder.
    22 4 Melden
  • bobi 03.12.2017 18:27
    Highlight Bitte Basel ;)
    42 5 Melden
  • welefant 03.12.2017 18:13
    Highlight da waren‘s nur noch 4
    60 2 Melden
  • Basubonus 03.12.2017 18:08
    Highlight Wie lange geht es wohl, bis heute über Bschiss, schlechte Schiris und Bevorzugung der Grosse gewettert wird nach von Bergens ungeahndeter Tätlichkeit an Sorgic?
    24 19 Melden
    • bobi 03.12.2017 18:55
      Highlight Thun gewinnt auch gegen 12 Mann. Deshalb sind keine Diskussionen nötig ;)
      44 2 Melden
    • Cpt Halibut 03.12.2017 21:24
      Highlight YB wird nur Meister wegen Bevorteilung. So wirds von jetzt an jedes Jahr sein! Fussballmafia SFV!
      5 17 Melden

Diese 9 Gefahren lauern vor der Meister-Erlösung nach 32 Jahren noch auf YB 

Sieben Punkte Vorsprung weist YB auch nach dem zweiten Direktduell der Saison auf Basel aus. Aus eigener Kraft kann der achtfache Meister den Titel nicht mehr verteidigen. Die Young Boys können sich nur noch selbst schlagen. Das sind die neun Gefahren auf dem Weg zur Meisterschaft.

Seit 1986 wartet YB auf den zwölften Meistertitel. Selbst Xamax, Aarau, Servette, Sion, GC oder Luzern warten weniger lange auf die Trophäe. Die Vize-Meisterschaften von 2004, 2008, 2009, 2010, 2015, 2016 und 2017 sind auch kein Trost. Aber jetzt, 2018 soll es klappen. Allerdings lauern noch Gefahren auf das Team von Adi Hütter.

Unvergessen sind die beiden Finalissimas zwischen YB und Basel 2008 und 2010. Ein Sieg und die Berner hätten den Titel geholt. Beide Partien gingen 0:2 verloren. Klar: …

Artikel lesen